Verband der Gründer und Selbstständigen Deutschland e.V.

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Selbstständigen Deutschland e.V.

Das Positivkriterium „relative Honorarhöhe“ aus Sicht von VGSD und Gewerkschaft / Austausch mit Vertretern des Verbandes für Soziale Arbeit

Thomas Greune vom DBSH mit Andreas Lutz, Foto: Michael Leinenbach

Der Deutsche Berufsverband für Soziale Arbeit e.V. (DBSH) ist mit 6.000 Mitgliedern der größte deutsche Berufs- und Fachverband für Soziale Arbeit und damit die berufsständische Vertretung der Sozialarbeiter/innen und Sozialpädagog/innen in Deutschland.

Auch in der sozialen Arbeit gibt es eine nicht unerhebliche Zahl von selbstständig Tätigen, weshalb wir mit dem DBSH bereits seit mehreren Jahren im Rahmen der Bundesarbeitsgemeinschaft Selbstständigenverbände (BAGSV) zusammenarbeiten. Der DBSH hat in der Vergangenheit bereits mehrere politische Forderungen der BAGSV mitgetragen.

Am 30.08.2019 fand ein Treffen mit Michael Leinenbach, dem 1. Vorsitzenden, Thomas Greune sowie Andreas Lutz (VGSD) statt. Thomas ist Mitglied des geschäftsführenden DBSH-Vorstands und als Selbstständigen-Beauftragter des Verbands auch der Kopf hinter dem „DBSH-Netzwerk Selbstständige“.

 

„Relative Honorarhöhe“ als Positivkriterium für echte Selbstständigkeit bot viel Gesprächsstoff

Es war unser erstes persönliches Treffen in dieser Dreierkonstellation und führte zu einem spannenden Austausch insbesondere zum Thema Scheinselbstständigkeit und zur geplanten Altersvorsorgepflicht für Selbstständige. Da der DBSH für seine angestellten bzw. verbeamteten Mitglieder auch die Funktion einer Gewerkschaft ausübt, konnten wir von VGSD-Seite viel darüber lernen, wie man die Interessen von Selbstständigen und Gewerkschaften möglicherweise besser vereinbar machen könnte.

Die von uns als Positivkriterium für eine echte Selbstständigkeit favorisierte relative Honorarhöhe (Honorar pro Zeiteinheit relativ zu Angestellten mit gleicher Qualifikation) bot dafür viel Gesprächsstoff. Welche Rolle spielen dabei Tarifabschlüsse, Mindestlohn, die persönliche Qualifikation, die Beauftragung über Subunternehmen…?

 

Relative Honorarhöhe aus VGSD-Sicht

Unsere Idee hinter dem Begriff „relative Honorarhöhe“: Wenn ein Selbstständiger pro Zeiteinheit (z.B. Stunde) ein geringeres Honorar erhält als ein vergleichbarer Angestellter oder im Extremfall sogar weniger als den (ggf. branchenspezifischen) Mindestlohn, dann sollte dies aus unserer Sicht ein Negativkriterium sein, also eines, das für Scheinselbstständigkeit spricht.

Selbstständige sollten deutlich mehr als den Brutto-Stundensatz eines vergleichbaren Angestellten erhalten:

  • Schließlich müssen sie aus dem Honorar auch den Arbeitgeberanteil an der Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung (bzw. privaten Altersvorsorge) leisten.
  • Sie müssen Urlaub, Feiertage und Krankheitszeiten einkalkulieren, Zeiten für Akquise und Administration sowie das Risiko einer Nichtauslastung.
  • Schließlich haben sie im Gegensatz zu Angestellten auch Betriebsausgaben, z.B. für Computer, Smartphone, ggf. Auto, freie Mitarbeiter, Steuerberater usw.

Angesichts unterschiedlicher Bezugsgrößen (Stunde, Tag, Stück, Zeile, Seite usw.), erfolgsabhängiger Honorare (z.B. im Vertrieb), unterschiedlich hohem Akquiseaufwand, Leerzeiten, nötigen Betriebsausgaben, müsste die relative Honorarhöhe bzw. der Aufschlag gegenüber Angestellten branchen- und tätigkeitsspezifisch konkretisiert werden – dabei wären sinnvollerweise Branchen- und Berufsverbänden wichtige Ratgeber.

Dass eine solche Konkretisierung durchaus praktisch möglich ist, zeigt das Urteil des Bundessozialgerichts (BSG) zu Einzelfallbetreuern / Familienhelfern. In diesem Urteil hat das BSG letztes Jahr für einen konkreten Stundensatz geurteilt, dass dieser ein Kriterium für eine selbstständige Tätigkeit darstellt.

Für die Beurteilung der Angemessenheit von Honoraren wären von Gewerkschaften ausgehandelte Tariflöhne sicherlich eine wichtige Orientierung. Aus Sicht des DBSH wäre in Hinblick auf Ausschreibungen von staatlichen Stellen und tarifgebundenen Unternehmen auch wichtig, dass von den Lieferanten beim Einsatz von Angestellten die Zahlung mindestens nach Tarif gefordert wird – und beim Einsatz von Selbstständigen ein um den oben skizzierten Aufschlag höheres Honorar.

Aus unserer Sicht würde ein Honorar in Höhe von mindestens dem Tarif zuzüglich des oben skizzierten Aufschlags ein Positivkriterium für echte Selbstständigkeit darstellen.

In jedem Fall würde gelten: Wer als Auftraggeber fair und angemessen bezahlt, sollte ein hohes Maß an Rechtssicherheit erhalten. Wer unfair bezahlt oder versucht durch Selbstständigkeit den Mindestlohn zu umgehen, würde als Auftraggeber dagegen ein erhebliches Risiko eingehen.

Eine solche Regelung wäre geeignet, gerade auch im staatlichen Bereich zu höheren Honoraren für Selbstständige zu führen und im privaten Bereich die Zahl der schwarzen Schafe unter den Auftraggebern zu reduzieren.

 

Relative Honorarhöhe aus gewerkschaftlicher Perspektive

Der DBSH formuliert diese Überlegungen in Richtung seiner Mitglieder wie folgt:

„Aktuell wurde die Fragestellung der Soloselbstständigkeit und prekäre Arbeitsbedingungen in der Selbstständigkeit diskutiert.

Aktuell bestehen gesellschaftliche Forderungen, dass für Sparten / Branchen eine einheitliche Bezahlung für zu erbringende und fest definierte Leistungen erfolgen sollen. Für die Soziale Arbeit wurde der Sozial- und Erziehungsdienst als ‚Leittarifvertrag‘ für die Definition der Leistungen zwischen den Tarifpartnern vereinbart.

Sollen entsprechende Leistungen von Selbständigen erbracht werden, so müssen notwendigerweise Pauschalen für die Absicherung der Selbstständigkeit (Krankengeld, Versicherungen, Urlaub, Rente usw.) diese ergänzen. Im Bereich der Tarifierung werden ähnliche Leistungen über die Arbeitgeberpauschalen usw. aufgebracht.

Würde es politisch zu einer solchen Überlegung kommen, so wären weite gesellschaftliche Kreise eingebunden. Aufgrund der gesetzlichen Vorgaben werden die Höhe der Zahlungen in den Sparten und Branchen durch Tarifparteien bereits ausgehandelt. Zusätzlich müssten über die Vertretungen der Selbstständigen die notwendigen Pauschalen für deren Absicherung kalkuliert und eingebracht werden.“

 

Wir sind gespannt, was ihr von diesen Überlegungen haltet und freuen uns auf eure Kommentare. Den DBSH-Vertretern Michael und Thomas herzlichen Dank für das Gespräch!

13 Kommentare

  1. Simon Bolivar schreibt:

    Vielen Dank, es scheint sich wohl aus meiner Sicht in die richtige Richtung zu entwickeln. Gibt es dann Tabellen für Berufe und Branchen? Was ist mit Selbstständigen, die sehr breit aufgestellt sind? Angenommen ein Projektleiter entwickelt noch mal Software, um eine neue Softwaretechnik zu erlernen? Oder er stuft sich mal freiwillig für ein Projekt in seiner Tätigkeit zurück? Was zählt dann? Wer erstellt die Tabellen? Was ist in einer Rezession? Wie schnell können dann die Tabellen nach unten angepasst werden? Was ist, wenn jemand mal für die öffentliche Verwaltung und mal für eine sehr gute bezahlte Branche arbeiten. Gleiche Tätigkeiten als Softwareentwickler aber stark abweichende unterschiedliche Tarife? Was ist mit Tarifen zu Großstadt und Land? Darf dann ein Softwareentwickler mit Geschäftssitz in der Großstadt nicht auf dem Land arbeiten? Ich stelle es mir aufwendig vor, bei einer Ausschreibung den geeigneten Mindestpreis anhand von Tabellen zu ermitteln.
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    Persönlich finde ich, sollte wie den Vorschlägen aus (Sechs Lösungsansätze zur Überwindung der Rechtsunsicherheit) nur ein unbedenklicher Honorarsatz Jährlich beschlossen werden. Oberhalb ist jeder eindeutig selbstständig. Keine weiteren Prüfungen der DRV sind mehr notwendig. Auf keinem Fall, sollte es so was geben wie bei der Künstlersozialversicherung, dass Auftraggeber dann Sozialversicherungen zahlen müssen. Ich bin Unternehmer und bietet auf dem Markt den Preis an, denn ich für das Produkt und die Situation für gerechtfertigt erachte. Auftraggeber benötigen genauso, wie wir wenig Bürokratie sowie Rechts-, Planungs- und Preissicherheit.
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    Für Branchen im unteren Einkommensbereich sollte ein Aufschlag (Faktor) auf den Mindestlohn ein sehr starkes Indiz für eine Selbstständigkeit sein. Weitere sinnvolle Branchen Kriterien entziehen sich meiner Kenntnis. Das bei Austrägern, Schlachtern, Bau- und im Reinigungssektor stärker kontrolliert wird, ergibt sich aus dem zum Teil unlauteren Geschäftsgebaren der Starken der Branche. Offiziell verdanken wir diesen Branchen dieses unklare „Bürokratie Monster“.

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    2. oskar schreibt:

      Denkbar wäre eine einfache Lösung für Betriebe mit Tarifbindung. Bei einer Ausschreibung oder im Vorfeld prüft der Betriebs- bzw. Personalrat, ob das unbedenkliche Honorar oberhalb des Tarifes ist. Somit kann das unbedenkliche Honorar auf das individuelle Bedürfnis der Organisation nach oben angepasst werden. Rechtssicherheit wäre damit mit Auftragsannahme garantiert. Die Vereinbarung wird von einer unabhängige Clearingstelle bestätigt und dort rechtssicher hinterlegt. Somit würde zusätzlicher Aufwand nur im Ausnahmefall erzeugt und würde gegen Missbrauch da helfen, wo es als notwendig erachtet wird. Für alle andere Fälle gilt das unbedenkliche Honorar als positive Kriterium.

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      1. hans schreibt:

        Betriebsräte handeln für uns den Preis ggf. nach oben. Wäre mal was Neues, als ihr seid zu teuer! Ich hatte schon erlebt, dass die Umsatzsteuer als ein Teil des Verdienstes angesehen wurde. Falls sich die Gewerkschaften wirklich grob mit der Kalkulation beschäftigen wollen, kann ich es nur begrüßen. Betriebswirtschaftliche Grundkenntnisse vermisse ich bei vielen Betriebsräten.
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        Allerdings hallte ich allgemeine Tariftabellen für zu komplex. Dann sollte die öffentliche Hand genau so viel wie ein High Tec Unternehmen für die gleiche Leistung zahlen. Ich nehme an, dass viele IT-Freiberufler in einer Gehaltsverhandlung als Angestellter nur eine außertarifliche Lösung akzeptieren würden.
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        Tariftabellen für Selbstständige sind ein zu großer Eingriff in die Vertragsfreiheit der Selbstständigen (https://de.wikipedia.org/wiki/Vertragsfreiheit). Ein oder zwei Stundensätze als Kriterium finde ich sinnvoll.

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  2. oskar schreibt:

    Der Sozialbereich wird von wenigen staatlichen, kirchlichen und anderen Wohlfahrtsorganisationen dominiert. Der Gedanken an einheitliche Tariftabellen ist dort wesentlich einfacher. Wie ist dort der Wunsch nach echter Selbstständigkeit? Bei Gesprächen im Bekanntenkreis ist dort die Selbstständigkeit eher als Notlösung angesehen (statistisch nicht repräsentativ). Die Beamtenstelle mit Studium ist der Traum vieler.
    Schwieriger ist es für branchenübergreifende Selbstständige (Projektmanager, Software, Ingenieure, Einkauf, HR, Marketing etc.). Die Lösung sollte einfach sein, keine Branchen oder Standorte aufgrund starrer Tariftabellen gegeneinander ausbooten. Eine Honorarordnung für eine bestimmte Berufsgruppe würde wohl gegen EU-Recht verstoßen. Komisch, dass Anwälte, Notare, Ärzte, Steuerberater, usw. bislang nicht als rechtswidrig eingestuft wurden.

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  3. Heinrich Klausner schreibt:

    Hallo Andreas,
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    Zunächst vielen Dank für Deine Bemühungen.
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    Den besprochenen Inhalt sehe ich ehrlich gesagt sehr kritisch.
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    Für mich hört es sich so an, als würde man den Selbständigen einen Arbeitsvertrag mit gewerkschaftlicher „Vertretung“ überstülpen und rein äußerlich als selbständige Tätigkeit bezeichnen. Das wäre dann wortwörtlich Scheinselbständigkeit.
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    Gefährlich ist es die Grundannahme zu schlucken, dass es sich bei selbständiger Tätigkeit um die gleiche Tätigkeit wie bei Angestellten handelt.
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    Bei echter Selbständigkeit ist das Wesen dieser Erwerbsart ganz anders: der Selbständige ist ein Residual Claimant – und zwar egal, ob es sich um einen Dienst- oder Werksvertag handelt.
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  4. N. R. (aka Lisa) schreibt:

    Es muss als Selbstständiger auch weiterhin möglich sein, nicht nach einem Stunden- oder Tagessatz abzurechnen, sondern seinen individuellen Preis mit jedem Kunden individuell auszuhandeln. Darüber möchte ich auch keine Rechenschaft ablegen, schon gar nicht gegenüber irgendeiner Behörde. Und ich möchte auch keinem Kunden sagen (müssen), dass ich in der Hälfte bzw. einem Drittel der Zeit dieselbe Arbeit schaffe wie seine Angestellten. Wenn man diese Arbeit nach dem Stundensatz der Angestellten umrechnet, wäre mein Honorar „zu niedrig“. Wenn ich mir selbst ein Tool programmiere, um die Arbeit, für die andere Angestellte oder Selbstständige 8 Stunden benötige, in 1 Stunde zu erledigen, möchte ich das keinesfalls offenlegen, dass ich nur 1 Stunde dafür benötige, auch wenn ich dem Kunden nicht das Äquivalent von 8 Stunden, sondern nur das von 4 berechne. Nein, ich will meine Kalkulation nicht offenlegen. Ich berechne einen Preis, den ich am Markt durchsetze. Die Preise differieren auch durchaus zwischen den Kunden, manche zahlen vielleicht das Doppelte, weil sie oder die Arbeit besonders unangenehm sind. Ich will unangenehme Kunden und Aufträge ablehnen können und keinen Einheitspreis anbieten oder gar erklären müssen.
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    Ich will die gesamten Umstände, meine Arbeitszeiten (zu unorthodoxen Zeiten) und den Umfang (!) meiner eigenen Tätitgkeit selbst festlegen und (nur) für meine eigenen Fehler geradestehen. Deswegen bin ich selbstständig. Wenn ich dafür bereit bin, eine etwas schlechtere Bezahlung zu akzeptieren, weil mir diese Möglichkeiten weitaus wichtiger sind, muss auch das möglich sein. Ich möchte das bitte selbst entscheiden und auch verantworten.

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    1. Simon Bolivar schreibt:

      Stimme ich voll zu. Leider denken die meisten Auftraggeber und Agenturen ausschließlich in Stunden und nicht in Festpreise. Festpreise sind im Übrigen ein guter Schutz gegen Scheinselbstständigkeit. Hier gibt es lt. DRV das unternehmerische Risiko. Meine Ideen dienen nur als Vereinfachungshinweis. Es ist ausschließlich Reaktion auf den Spaghetticode oder ein Big Ball of Mud der zunehmenden Planwirtschaft.

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  5. Gronau Pierre schreibt:

    wenn Festpreise/Werksverträge nicht angewendet werden, denke ich das die Suche nach einem relativen Honorar zu mühselig und interpretationsbehaftet sich darstellt, daher mein einfacher Vorschlag: wenn ein definierter Stundensatz überschritten wird (exemplarisch > 50 €) und die KV und eventuell die RV nachgewiesen wird, wird man frei

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  6. BernhardE schreibt:

    Ich finde die Idee mit dem Stundensatz gut, aber nur wenn die Umsetzung einfach und klar ist.
    -> Z.b. Allgemein: „Jeder mit einem Stundensatz von > 80 € kann nicht scheinselbstständig sein.“

    Schlecht fände ich es, wenn es Tabellen gäbe nach der Art ein Architekt muss > 90 bekommen ein Administrator > 70 bekommen usw. Dies würde dann auch bestimmte Werthaltigkeit von Arbeit von Außen bestimmen und somit die selbsttätige Preisgestaltung erschweren. Mit Bezug auf Zitat:
    „Für die Beurteilung der Angemessenheit von Honoraren wären von Gewerkschaften ausgehandelte Tariflöhne sicherlich eine wichtige Orientierung.“
    -> hier ein klares Nein. Ein Selbstständiger ist kein Angestellter und jeder Vergleich mit Tariflöhnern kann nie im richtigen Verhältnis stehen. Das wäre es ein klares Indiz für Scheinselbstständigkeit.

    Vermehrt auf Festpreise bzw. Paketpreise zu setzen würde ich am besten finden und würde Selbstständigkeit klar über einen Auftrag definieren. Leider haben die Auftraggeber da kein Ohr dafür. Das liegt aber nur daran, weil immer schon in Stunden verrechnet wurde. Es müsste also von der Politik die Empfehlung kommen: Holt Angebote ein, macht Aufträge, Festpreise, Paketpreise.
    -> Auch hier kann man Risiken über die Auftragsgestaltung (Angebot) auf das Niveau eines „Stundenlöhners“ senken und für beide Seiten (Auftraggeber und -nehmer) interessante Vertragsgestaltung finden.

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  7. tim schreibt:

    Im agilen Umfeld ist eine Abrechnung in Story Points denkbar. Scrum Planung und Retrospektive können sehr gut als Festpreis abrechnet werden. Hier sind die Auftraggeber zu sehr im Angestelltenmodell verfangen. Das unternehmerische Risiko besteht in der Abarbeitung des Story Points. Schaffe ich es einem halben, oder in zwei Tagen. Zusatzleistung wie vor Ort Service oder Wartungsverträge könnten zusätzlich angeboten werden. Falls die DRV das kritisch findet, wäre ja jeder Handwerker, der keine Gesellschaft hat, scheinselbstständig. Agiler Festpreis wird kleinteilig funktionieren, wenn es wirklich gewünscht ist. Ansonsten eine einfache und klare Stundensatz Lösung (Bspw. Größer 40 Euro > ist eindeutig selbstständig). Relativerer Stundensatz halte ich für zu aufwendig. Weil es bereits große regionale und branchenspezifische Preisunterschiede innerhalb der gleiche Leistung gibt. Ein Mittelständler auf dem Land zahlt vielleicht schlechter als eine Bank in Frankfurt. Dennoch kann der Gewinn auf dem Land höher sein! Mehr Gewinn bedeutet mehr Steuern für Klima, Bildung und Innovation.

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    1. tim schreibt:

      Selbst wenn im Ausland eine Selbstständigkeit schwierig wird. Ziehe ich eine Festanstellung im Ausland der Anstellung in Deutschland vor. In meinen Bereich ist Deutschland zu träge. Die Politik beschäftigt sich laufend mit sich selbst als endlich Lösungen für die Zukunft zu schaffen (Klima, Innovationen, Bildungen, Wirtschaft). Kompromisse wie die Reform der Werkverträge haben mehr gelähmt als die Zukunft gefördert. Hat die Reform den Schwachen nachweislich genützt?

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  8. karl schreibt:

    ier ein Beitrag der Welt. Das relative Einkommen in München müsste demnach fast doppelt so hoch sein wie in Chemnitz. Was zählt den dann bei einem Selbstständigen? Der Geschäftssitz des Auftragsnehmer oder Auftraggebers? Oder was zählt bei Auftragsarbeiten ohne Präsenz beim Kunden? Jemand aus München dürfte demnach nur in München Aufträge annehmen können. Generell wird bei den Tariftabellen oder in den Diskussionen die Mobilität der Selbstständigen vergessen. Tabellen sind zu kompliziert und verstoßen meiner Meinung nach gegen die Vertragsfreiheit. Ich schließe mich den o. g. Vorschlägen mit einem oder zwei Stundensätze zur Orientierung an. Vielleicht sollten die Gewerkschaften für den relativen Mindestlohn kämpfen! Ob diese Zahlen im Artikel stimmen, darüber lässt sich streiten. Dem Kern der Aussage stimme ich zu. Meiner Meinung nach gibt es bundesweit große Unterschiede zwischen Land und Großstadt. https://www.welt.de/wirtschaft/karriere/plus199866264/Einkommen-Die-wahren-Unterbezahlten-leben-im-Westen.html

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