Verband der Gründer und Selbstständigen Deutschland e.V.

Verband der Gründer und
Selbstständigen Deutschland e.V.

Was ist eigentlich ein Hackathon? – Beispiel Rheinland Pfalz: Das waren die Ergebnisse

Kreative Ideen und technisches Know-how sind bei einem Hackathon gern gesehen. Foto: geralt, Pixabay

(Update vom 24.11.20) Am Beispiel eines Hackathons in Rheinland-Pfalz haben wir euch erläutert, wie ein solches Event abläuft. In Pfalz gab es aufgrund der Corona-Krise die zusätzliche Besonderheit, dass alles online in Form von Videokonferenzen durchgeführt werden musste.

Während des 24-stündigen Hackathons wurde in 13 Teams an acht Usecases innerhalb der fünf Challenges Gesundheitswirtschaft, Smart Farming, Smart Mobility, Internet of Things und Handwerk gearbeitet. Den Veranstalter war es wichtig, bodenständige Themen zu wählen, die konkrete Herausforderungen von „echten“ Unternehmen des Bundeslandes zu lösen versuchen.

Auf der Projektwebsite kann man sich die Video-Pitches der Teams anschauen. Hier könnt ihr einen Eindruck gewinnen, was innerhalb kurzer Zeit in solche Hackathon-Teams entstehen kann und euch ein Bild davon machen, welche Teams den Anspruch, die Wirtschaft in Rheinland-Pfalz resilienter zu machen, erfüllt haben.

Achtung Spoiler: Wenn ihr euch erst einmal selbst eure Meinung bilden wollt, welche Teams diese Aufgabe am besten erfüllt haben, dürft ihr hier nicht weiterlesen…

 

Spoiler: Das waren die Siegerteams?

Weil die Teams bei der Punktebewertung sehr nahe beieinander lagen, haben die vier erstplatzierten Teams einen Geldpreis erhalten.

Den ersten Platz (3.000 Euro) belegte das Team „Ba(h)nanenbande“, das eine Challenge im Bereich Smart Mobility bewältigte. Den zweiten Preis (2.500 Euro) gewann das Team „Tool Track“ (Digitales Handwerk). Den dritten Preis teilten sich das „Team Agrifical“ und das „Team Vinishko“ (je 2.500 Euro, Smart Farming).

Was die Veranstalter besonders freut: Einige Teams haben bereits angekündigt, an Ihrer Idee gemeinsam mit den Usecase-„Gebern“ weiterzuarbeiten. Wir gratulieren den Gewinnern und allen Teilnehmern zu einer spannenden Erfahrung. Weitere Infos findet ihr der Pressemitteilung des rheinland-pfälzischen Wirtschaftsministeriums.

 

Wie mit einem Hackathon Ideen für die Zukunft der Wirtschaft gesucht werden – am Beispiel Rheinland-Pfalz

(Beitrag vom 09.11.20) Was aussieht wie ein elektronischer Marathon mit lauter Zockern, ist in echt eine Veranstaltung, bei der Ideen entwickelt, Innovationen gestartet und Kontakte geknüpft werden: Ein Hackathon ist nicht nur eine Konferenz für Soft- und Hardware-Entwickler, sondern auch für Experten aus den unterschiedlichsten Branchen. So gibt es zum Beispiel auch Hackathons in den Bereichen soziale Arbeit, Diversity, Inclusion, Lokaljournalismus, Politik und vielen mehr.

Von 13. bis 15. November startet das Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau Rheinland-Pfalz (MWVLW) einen Online-Hackathon, um „Ideen für die Zukunft der Wirtschaft in Rheinland-Pfalz“ zu suchen. Gemeinsam mit weiteren Partnern aus der Wirtschaft soll eine landesweite Plattform zur gezielten Unterstützung neuer und kreativer Ideen initiiert werden. Startups, (Jung-)Unternehmen aus der kreativen Ecke und KMUs werden dabei gehört und gefördert, auch damit alle gut durch die Corona-Krise kommen. Besonders im Fokus steht dabei der Austausch zwischen Startups, KMUs und Wissenschaft, damit der Innovationsstandort Rheinland-Pfalz digitalisiert gestärkt aus der Krise hervorgehen kann.

 

Was bringt Selbstständigen die Teilnahme am Hackathon?

Das ist der Infoflyer mit dem das MWVLW um die Teilnahme am Hackathon kommendes Wochenende wirbt. Foto: MWVLW

Gemäß dem Ablauf eines Marathons geht es bei einem Hackathon darum, viel am Stück zu schaffen und im besten Fall: bis zum Ende zu kommen. Es werden also zum Beispiel Softwares entwickelt, Websites erstellt oder Algorithmen programmiert. Gerade Selbstständigen bietet ein Hackathon neue Chancen. Der Austausch mit anderen Kreativen kann dazu anregen, das eigene Geschäftsmodell an die Anforderungen der Corona-Krise anzupassen oder bestimmte Prozesse zu digitalisieren.

Soloselbstständige wissen genau, was die Probleme in der Krise sind – und haben häufig auch viele Ideen im Kopf, wie sie ihr jeweiliges Geschäftsmodell in der Krise weiterführen möchten und können. Bei einem Hackathon ist es ein Leichtes, richtige Ansprechpartner für Diskussionen und die Realisierung zu finden.

 

Kreative Ergebnisse eines Hackathons: „Der Karmakurier“

Was genau kommt denn nun am Ende eines Hackathons raus? Zumindest beim Hackathon, den die Bundesregierung im März diesen Jahres veranstaltete, gab es viele Ergebnisse, die auf der Internetseite Project Together nachgelesen werden können. Ein Beispielprojekt ist der sogenannte „Karmakurier“, eine Online-Plattform. Mittels der Plattform sollen Solidarität und Hilfsbereitschaft in der Gesellschaft gesteigert werden. Realisiert wird das Ganze, indem sich Helfer und Hilfesuchende melden, um auf der Plattform zusammengebracht zu werden. Dabei erhalten jeweils beide sogenannte Karmapunkte, die gespendet werden können. Das Ziel ist es, durch diese Punktesystem Solidarität zu quantifizieren und einen Überblick darüber zu erhalten, in welcher Kommune welche Unterstützung wann gebraucht wird.

 

Genauer Ablauf des Hackathons in Rheinland-Pfalz

Der geplante Hackathon in Rheinland-Pfalz wird coronakonform als Online-Veranstaltung durchgeführt. Dazu werden die beiden Open-Source-Tools Mattermost und BigBlueButton verwendet. BigBlueButton wird auch von einigen VGSD-Regionalgruppen zum Beispiel für Online-Stammtische genutzt. Mattermost dagegen verfügt über verschiedene Channels und Direkt-Chats, somit kann auch zu zweit privat kommuniziert werden.

Damit die sogenannten Usecases, also die zu bearbeitenden Fragenstellungen, nach dem Hackathon-Wochenende nicht liegen bleiben, wurden real drängende Herausforderungen von Firmen als Usecases ausgegeben. Beispiele für solche Usecases sind bereits online auf der Website von RLP ausgeschrieben. Folglich haben die Unternehmen großes Interesse daran, dass die geplanten Lösungen nach dem Hackathon noch weiter ausgearbeitet werden – zum Teil von den Firmen selbst, aber auch gerne weiter in Kooperation mit dem operierenden Team des Hackathons. Mentoren und Teilnehmer beschäftigen sich beim Hackathon mit verschiedenen Usecases und arbeiten in kleineren Teams an Lösungen. Für die besten Lösungen werden Preisgelder ausgesetzt.

Weitere Infos zu den Anmeldeformalitäten – eine Anmeldung ist immer noch möglich- und zum virtuellen Hackathon in Rheinland-Pfalz findest du in diesem YouTube-Video und auf der Website des Projekts.

1 Kommentar

  1. Rolands Eck schreibt:

    Schade vier Tage ist für die Vorbereitung zu wenig. Wie vieles in Rheinland-Pfalz orientiert sich alles nur noch an die Pfalz und Rhein-Hessen. Die Tageszeitungen im Norden berichten erst seit 2 Tagen darüber. Der moderne agile Softwareentwickler schätz die Erholung in der einzig artigen Landschaft von Rheinland-Pfalz.
    .
    Wenn schon Landesmittel verwendet werden, sollten alle Landesteile die gleiche Chance bekommen. Im Vergleich zum nahen NRW gibt es in Rheinland-Pfalz noch einiges aufzuholen (Unternehmerlohn, Start-up Förderung etc.). Ich kann leider dem FDP-Generalsekträr Wissing wenig abgewinnen. Innovationspolitiker wie Thomas Sattelberger oder Johannes Vogel würden den Vorstand der FDP für Selbstständige glaubwürdiger erscheinen lassen.

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.