Verband der Gründer und Selbstständigen Deutschland e.V.

Verband der Gründer und
Selbstständigen Deutschland e.V.

In 12 Minuten erklärt: Unheilige Allianz – Warum DGB und ZDH gemeinsam Solo-Selbstständige angreifen

Michael Wörle ist Geschäftsführer des IFHandwerk e.V (Interessenverband freier und unabhängiger Handwerkerinnen und Handwerker); Foto: MW Unternehmensentwicklung

Zwei mächtige Gegner haben sich zusammengetan, um gemeinsam gegen uns Solo-Selbstständige zu kämpfen: Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) und der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB).

Gestern habe sie in einer gemeinsamen Erklärung in Bezug auf Solo-Selbstständige unter anderem gefordert:

  • Altersvorsorgepflicht auch für Bestands-Selbstständige
  • Prüfung (und damit wohl Rücknahme) der zum 01.01.2019 erfolgten Absenkung der Mindestbeiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung
  • Pflichtmitgliedschaft auch in der gesetzlichen Unfallversicherung
  • Noch rigidere Regeln gegen Scheinselbstständigkeit, mehr Ressourcen für Prüfungen durch Deutsche Rentenversicherung und Zoll
  • Einschränkung der Kleinunternehmerregelung, die zum 01.01.2020 gerade erst ausgeweitet wurde
  • Weitere bürokratische Erschwernisse und Pflichtabgaben für Solo-Selbstständige

 

Die Forderungen sind ein Generalangriff auf alle Solo-Selbstständigen, nicht nur die im Handwerk. Was sie für uns alle konkret bedeuten, hat Andreas Lutz mit Michael Wörle, Geschäftsführer des IFHandwerk e.V. besprochen, der schon viele Jahre Kämpfe mit dem ZDH ausgetragen hat.

Für den ZDH sind wir offensichtlich lästige Wettbewerber, die man leichtfertig kriminalisieren kann. (Wie die Kriminalisierung erfolgt zeigen wir im Rahmen einer Sprachanalyse.)

Die Gewerkschaften, die letztes Jahr noch behaupteten, eine Senkung der Mindestbeiträge auch „gewollt“ zu haben – uns in unserem Kampf aber nicht unterstützt haben –, stellen diese Senkung nun in Frage.

Das gemeinsame Fazit von Andreas und Michael: Wir müssen dieser unheiligen Allianz Einhalt gebieten, sonst werden sie uns immer weiter drangsalieren. Wir sind dabei wie David gegen Goliath, am Ende wird der Goliath hoffentlich am Boden liegen. Dafür brauchen wir jedoch dringend weitere Mitglieder und auch deine Unterstützung – sonst könnte es am Ende ganz anders aussehen.

 

Die Kernaussagen des Gesprächs im 12-minütigen Zusammenschnitt

 

Hier alternativ als Audio:

 

 

Exklusiv für VGSD-Vereinsmitglieder: Vollständiges Video/ Audio (66 Minuten) mit ausführlicher Kommentierung

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Präsentation

PDF der Präsentation, die während der Aufzeichnung gezeigt wurden.

Weitere Tipps zum Thema Selbstständigkeit ohne Meisterbrief findest du in Michael Wörles Ratgeber „Selbstständig ohne Meisterbrief: Was Handwerkskammern gern verschweigen„.

31 Kommentare

  1. Kai-Ulrik Bräutigam schreibt:

    Von den Gewerkschaften kennt man das ja schon. Die sind sowieso inkompetent, was Solo-Selbstständige bzw. Selbstständigkeit an sich angeht. Da haben wir ja den Hubertus Heil, der nichts kann, außer Gewerkschaft.
    Aber dass der ZDH solche Thesen vertritt, ist eigentlich nur mit völligem Kontrollverlust und Realitätsferne zu erklären. Unter Handwerken gibt es doch auch Solo-Selbstständige. Als selbstständiger Handwerker würde ich denen keinen müden Euro geben, um deren Arbeit (ja was für eine überhaupt) zu unterstützen.

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  2. Nicole Y. Jodeleit schreibt:

    Von diesem (langen) Interview/Telko würde eine kurze Zusammenfassung (mit den wesentlichen Aussagen) für alle sichtbar machen.

    Erstens ist es überzeugend, weil man sieht, was der VGSD wirklich tut. Und würde sicherlich auch für einen Mitgliederzuwachs sorgen. Wenn ich nicht schon Mitglied wäre, würde ich spätestens jetzt eintreten. Zweitens sollten alle davon erfahren – es sollte auch teilbar sein. Besonders in den Social Media!

    In den klassischen Medien wird man ansonsten nicht viel darüber lesen, so meine Vermutung.
    Andreas, toller Job, weiter so. Danke.

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    1. Andreas Lutz schreibt:

      Hallo Nicole,
      das ist eine gute Idee und ich teile deine Einschätzung.
      Wir bräuchten aber jemand, der es schneidet, das ist der einzige Engpassfaktor…
      Wer kann helfen? Bitte melden!
      lg Andreas

      Antworten
  3. Heinrich Klausner schreibt:

    Was ist die Gemeinsamkeit von DGB und ZDH?
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    Beide wollen nicht, dass der Erwerbstätige das bekommt was seine Leistung am Markt wert ist. Dies geschieht durch eine Trennung in einen Markt für Produkte und Dienstleistungen einerseits und in einen Arbeitsmarkt anderseits.
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    Der DGB betrachtet sich als Gatekeeper für den Arbeitsmarkt einerseits und der ZDH als Gatekeeper für Produkte und Dienstleistungen anderseits. Beide bilden ein Kartell zum wechselseiten Machterhalt und zur maximalen Margenabschöpfung. Eine Kartellbildung ist natürlich eine dubiose und manchmal sogar strafrechtlich relevante Angelegenheit … es sei denn man versteckt die eigentlichen Ziele hinter einer moralischen Fassade: alle wollen ja nur unser Bestes.
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    Einen Mitarbeiter, den man mässig entlohnt und eher respektlos behandelt, kann man natürlich besser besitzen als jemanden, der die Option hat sich jederzeit selbständig zu machen.
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    Antworten
    1. Hendrik Jung schreibt:

      Vielleicht sollten wir die Monopolkommission informieren und um Überprüfung bitten? Aber DGB und ZDH machen ja „nur“ Vorschläge. Die werden von willfährigen Politikern umgesetzt und die sind dann schuld. „Hätten die Vorschläge ja nicht umsetzen müssen.“ Wahrscheinlich kann man die Monopolkommission erst anrufen, wenn ein entsprechendes Gesetzesvorhaben vorliegt.

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  4. Heinrich Klausner schreibt:

    Aus der gemeinsamen Erklärung von DGB und ZDH geht hervor, dass sie 10.000 neue Planstellen für den Zoll fordern. Wenn ein Zollbeamter ca. EUR 80.000,- im Jahr kostet, geht fast eine Milliarde EUR für Personalkosten dieser Überwachungsmassnahmen drauf.
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    Das ist ein hoher Preis, den man den Steuerzahlenden zur Aufrechterhaltung feudaler Erwerbsstrukturen auferlegt.

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  5. Andre schreibt:

    Ja, ein kurzer Zusammenschnitt mit den größten Aufregern und dann auf YouTube und verlinken wie wahnsinnig. Das Thema hat das Zeug dazu viral zu gehen.

    Wenn das nicht zu verhindern sein wird, wandere ich doch noch mit Kind und Kegel aus. Es ist unerträglich und an der Grenze zur Illegalität (Kartell).

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  6. Gerald Baumann schreibt:

    DGB und ZDH haben auch erkannt, dass es ins Endspiel um die Altersvorsorge-Pflicht geht. Sie stellen jetzt einfach Maximalforderungen in der Hoffnung, am Ende möglichst viel zu gewinnen. Es geht nicht um gute Altersvorsorge für Selbstständigen. Ziel ist einfach und ausschließlich die eigenen Pfründe auszuweiten. Das Geld der Selbstständigen soll ihre Renten, ihre Krankenversicherungen, ihre Unfallversicherung, ihre Verwaltungs-Arbeitsplätze per staatlicher Umverteilung alimentieren. Es gelten in diesem Spiel keine Ehrlichkeit, Wahrheit, Argumente oder Fairness. Deshalb sind wir alle natürlich Scheinselbständige, Lohn-Dumper, Sozialversicherungs-Betrüger, Schwarzarbeiter und wahrscheinlich noch schlimmeres. Sie werden keine Möglichkeit auslassen, ihre Propaganda zu verbreiten. Willkommen in den vereinigten sozialistischen Republiken der Umverteiler in der deutschen schein-demokratischen Parteien-Herrschaft.
    Wir als VGSD sollten versuchen, mit gleichen Münze zurückzuzahlen. Dieses Papier würde dazu führen, dass ich als Bürger gar keinen Handwerker mehr bekomme, meine Putzfrau entweder wieder schwarz beschäftigen muss oder nicht mehr bezahlen kann und am Ende im Laufe der Zeit 20% mehr für Handwerksleistungen bezahlen muss. Das wird gefordert und das sollten wir mit maximaler Lautstärke verkünden.

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  7. Heinrich Klausner schreibt:

    Man betrachtet uns als Cash-Cow, die zuerst steuerlich ausgemolken, dann verleumdet und schließlich zur „eigenen Sicherheit“ (wir sind ja selbst zu dumm dafür) ökonomisch geschlachtet wird.
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    @Gerald Baumann:
    „Es gelten in diesem Spiel keine Ehrlichkeit, Wahrheit, Argumente oder Fairness. Deshalb sind wir alle natürlich Scheinselbständige, Lohn-Dumper, Sozialversicherungs-Betrüger, Schwarzarbeiter und wahrscheinlich noch schlimmeres.“
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    Das trifft den Nagel auf den Kopf. Unser Fehler war es auf Ehrlickeit, Wahrheit, Fairness, Rechtstaatlichkeit und sogar ökonomischer Vernuft der relevanten Akteure zu vertrauen. Heute kann ich sagen, dass wir auf ganzer Linie verarscht werden.
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    Antworten
  8. Kai Köster schreibt:

    @Gerald: Gebe dir Recht, DGB und ZDH argumentieren unredlich (und zwar mit einer Frechheit, dass mir auch die Galle hochkocht). Und offenbar sind sie gewohnt, dass sie damit durchkommen.
    Mit gleicher Münze zurückzahlen ist bei solchen Schwergewichten nicht so einfach. Hier kämpft David gegen Goliath. Vielleicht ist es gerade wie vom VGSD gewohnt eine faktenorientierte, sachliche Diskussion, die den Goliath ins Wanken bringt. „Des Kaisers neue Kleider“ ist da vielleicht die richtige Metapher.
    Mit der gemeinsamen Erklärung habe sie ja nun wirklich ihre Maske fallen lassen. Das mit der GKV zeigt es ja deutlich: Nachdem der VGSD die Arbeit gemacht hat, waren DGB und ver.di beleidigt, dass sie nicht für die Senkung der Mindestbeiträge gelobt wurden, sie hätten das doch auch seit Jahrzehnten gewollt. Nur getan haben sie nichts dafür und jetzt stellen sie das Erreichte in einem zweifelhaften Bündnis nur ein Jahr später wieder in Frage…
    Diese Widersprüche müssen wir immer wieder deutlich machen.
    Das kostet natürlich viel Zeit, Geld, Ressourcen, Energie.
    Wir alle sollten deshalb den VGSD stärken, beitreten, und im Rahmen der zeitlichen Möglichkeiten aktiv mitarbeiten.

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  9. William Wallace schreibt:

    Vielen Dank Andreas. Der Präsident, des Zentralverbands des Deutschen Handwerks Hans Peter Wollseifer, ist Präsident der Handwerkskammer Köln. Die FDP schlug ihn zur 16. Bundesversammlung vor. Es verstärkt meinen Eindruck, dass Freelancer nur in Berlin und München bei zwei Politkernen gut angesehen sind (Quelle Wikipedia).
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    Als großer Malerbetrieb im Umland von Köln spürt er vielleicht den Druck der kleinen dynamischen Betriebe. Die beliebte Frage an alle Amtsträger, wie ist Herr Wollseifer abgesichert? Die Handwerker (mit Angestellten) in meinem Bekanntenkreis, nutzen fast alle die privaten Möglichkeiten. Gründe sind/waren weniger Bürokratie und hohe Mindestbeiträge (Krankenversicherung).
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    Bei gefährlichen Handwerksberufen (Dachdecker) sind selbstständige Handwerker oft in der günstigen freien Unfallversicherung. Mit Bürotätigkeit bin ich in der gesetzlichen Unfallversicherung. Diese ist wegen des geringen Risikos wesentlich günstiger als die Berufsgenossenschaften von Handwerken und vergleichbare private Unfallversicherungen.
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    Ist den Zwangsmitgliedern der Handwerkskammern bewusst, dass ihnen nun eine gesetzliche Versicherungspflicht in allen Bereichen droht? Wäre es nicht verfassungswidrig, wenn ein Geschäftsführer oder Handwerker mit Angestellten noch in den privaten Systemen bleiben kann? Soll ein aufkommender Wettbewerb (Gründungen) benachteiligt werden? Oder möchten etablierte Handwerksbetriebe Mitarbeiter und günstigere Lohnkosten sichern? Welche Möglichkeiten haben, freie Berufe (Dolmetscher, Übersetzer, Designer, Softwareentwickler, etc.) noch zu gründen? Es gibt für uns keine etablierte Ständevertretung (Anwälte, Ärzte, Apotheker, Steuerberater) noch ein Zunftrecht aus dem Mittelalter.
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    Wird dieser Vorschlag ausschließlich am Bau angewendet, ist es eine Insellösung, die die Sozialpolitiker doch ablehnen. Wie wird, die EU-Kommission und andere EU-Staaten solche Einschnitte in die Gewerbefreiheit und Wettbewerb werten? Einer Bürgerversicherung (Politiker, Beamte) mit einem gerechten Übergang stehe ich offen gegenüber. Allerdings darf dann die Selbstständigkeit (Gewerbefreiheit) nicht mehr vom Sozialrecht verboten werden.

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  10. Andreas Lutz schreibt:

    Der innovationspolitische Sprecher der FDP, Thomas Sattelberger, hat auf WhatsApp (https://www.linkedin.com/feed/update/urn:li:activity:6636946784008585216/) und Twitter (https://twitter.com/th_sattelberger?ref_src=twsrc%5Egoogle%7Ctwcamp%5Eserp%7Ctwgr%5Eauthor) Folgendes geschrieben und dabei auf diesen Artikel verlinkt:
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    „Generalangriff auf Selbstständige. Ich bin empört. Zwei traditionelle Schwergewichte der Deutschland AG – DGB und Zentralverband des Handwerks – machen sich zu Handlangern des SPD-geführten Arbeitsministeriums. Sie wollen selbständiges Unternehmertum in Deutschland ausmerzen. Hier müssen alle Advokaten moderner Gesellschaft Widerstand leisten. Hier die Mitteilung des Verbands der Gründer und Selbstständigen Deutschland e.V. und seines Vorsitzenden Andreas Lutz“

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    1. Benjamin Martin schreibt:

      Nach wie vor bin ich ein großer Bewunderer von Thomas Sattelberger. Nun wird es Zeit, dass die FDP Wirtschaftsminister Farbe bekennen. Sind Pflichtmitgliedschaften in Kammern noch Zeit gemäß? Arbeiten die Kammern gegen ihre eigenen Mitglieder? Gibt es Statistiken, wie viel Handwerksbetriebe diesem zustimmen? Es scheint, dass die großen und mächtigen Unternehmen den Ton angeben. Demokratisch sind solche Kammern selten. Ich habe keine Zeit und Budget (Anfahrt), um mich in der IHK zu agieren. Der VGSD ist unkomplizierter und per Stram ist München nur einen Klick entfernt.

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  11. Andreas Schnelle schreibt:

    Ihr habt beispielsweise den Friseurberuf genannt. Zum Thema Scheiselbstständigkeit möchte ich anmerken, dass es gerade in diesem Bereich vermehrt die sogenannte Konstellation der Stuhlvermietung gibt, die auch durch die Handwerkskammern den potenziellen Gründern und Gründerinnen als Gründungsidee vorgeschlagen wird.
    Allerdings weiss ich aus Erfahrung, dass diese Gründungsvariante häufig keinen auskömmlichen Gewinn erwirtschaftet, um damit evtl mögliche Zukunfts und Krankheitsrisiken abzufedern.

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    1. Dünnes schreibt:

      Andreas, jeder Unternehmer trägt das Risiko für seine Gründung. Wenn sich eine Idee nicht rechnet, dann sollte man nicht gründen. Davor kann kein Gesetz schützen. Auf dem Land bieten viele junge Friseurmeisterin mobile Dienste an. Für eine überalterte Gesellschaft eine Marktlücke. Eine angestellte Friseurin erklärte mir, dass sie ihr teures Werkzeug (Friseurschere) selbst mitbringen muss. Sie hat von ihrem Arbeitgeber keinen Zuschuss erhalten. Stuhlvermietung ist kritisch zu sehen, allerdings müsste dann der ganze Prozess gesehen werden. Kann der Preis für die Dienstleistung selbst festgelegt werden? Wie wird gezahlt, direkt an den Dienstleister? Welche Verdienstmöglichkeiten hat eine angestellte Friseurmeisterin? Es ist eine Branche nahe oder am Mindestlohn.
      .
      Allerdings müssen Gesetze die Gewerbefreiheit ermöglichen. Angestellte dürfen nicht das wichtigste Kriterium für eine Selbstständigkeit sein. Es gibt Bereiche mit Fachkräftemangel und ein Unternehmen muss hierfür eine gewisse Stabilität erreichen.

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  12. A. Smith schreibt:

    Was bedeutet Tarifbindung im Handwerk? Wird dann eine Handwerkergewerkschaft nebst Arbeitgeberverband gegründet? Oder müssen Handwerksbetriebe die Tarife ihrer größten Kunden übernehmen? In meiner Region klagen Handwerksbetriebe, dass die Azubis nach der Lehre in die Industrie abwandern. Können Handwerksbetriebe höhere Löhne stemmen? Wer verhandelt für die Handwerker die neuen Tarifverträge? Eintritt in einem Arbeitgeberverband sind zusätzliche Kosten für den Betrieb. Was ist mit der Tarifautonomie, wenn die Handwerkskammer diese Aufgabe übernehmen? Wie verhält es sich bei öffentlichen Ausschreibung und EU-Recht? Ein deutscher Handwerker muss Tarif zahlen, ein Unternehmen aus der EU-Nachbarschaft kann günstiger anbieten? Ist den Damen und Herren bewusst, dass Deutschland keine Insel ist?

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  13. Meister Eckhart schreibt:

    Die Argumentation der Kleinunternehmerregelung kann ich nicht nachvollziehen. Als Unternehmen finde ich die Ausweisung der Mehrwertsteuer für sinnvoll. Es handelt sich um einen Vorsteuersatz von 19 % um den ich eine Anschaffung reduzieren darf. Im privaten Bereich halte ich die Kleinunternehmerreglegung für sinnvoll. Diese ermöglicht legalen und Bürokratie reduzierten Nebenerwerb .
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    Chinas Aufschwung beruhte auf den Reformen von Deng Xiaoping. Ihm warbewusst, dass sein Volk fleißig ist, wenn man ihm nur die Möglichkeiten gewährt. Eine Grenze von 20 TSD Euro Umsatz ist mit Material sehr schnell erreicht. Vielleicht vier Bäder, ein oder zwei Sanierung. Zumal bestimmte bessere Materialien nur im Fachhandel für Handwerker erhältlich sind, sollten gute Meisterbetriebe in der Handwerkstradition keine Kleinunternehmer fürchten!

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    1. Ute schreibt:

      Meister, die nun etwas erhöhte umsatzgrenze von 22000€ für Kleinunternehmer bezieht sich auf einJAHR, nicht auf einen MONAT

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  14. Hans Peter Krämer schreibt:

    DA wird man wieder von den vermeintlichen Gößen deutscher Verbände etwas nachgeplappert, ohne darüber nachgedacht zu haben, ob das überhaupt funktionieren kann. Wer sich auf der aktuellen Seite von http://www.sozial-und-fair.com im Abschnitt „Ist-Zustand – Oder: Warum das mit der Rentenversicherungspflicht für Gewerbetreibende und Selbständige so nichts werden kann“ der aktuell gültigen, deutschen Gesetzgebung betrachtet, kann an den Tabellen dort sehen, dass die Einführung der Rentenversicherungspflicht für Selbständige hauptsächlich durch die aktuell gültige Gesetzgebung schon seit 30 Jahren ausdrücklich verhindert wird. Am Fallbeispiel eines allein arbeitenden, verheirateten Selbständigen mit zwei Kindern ist zu sehen, dass bis zu einem monatlichen Einkommen von 6.000,00 Euro vor Steuern überhaupt keine mathematische Möglichkeit für Beiträge zu einer Altersvorsorge besteht. Gleichzeitig werden damit die unsachlichen Ausführungen des DGB und des ZDH zum Mindestbeitrag zur Krankenversicherung widerlegt und entpuppen sich als billige Drohung.

    Würde auf der Basis der aktuell gültigen Gesetzgebung die Rentenverischerungpflicht für Gewerbetreibende und Selbständige eingeführt, wird die Kosten für Hartz IV automatisch weiter erhöhen. Viele Kommunen gehen auch ohne das oft genug schon am Stock. Und im unteren Einkommensbereich nur zu einer Flut von Mahnbescheiden, Zwangsvollstreckungen und Insolvenzverfahren führen.

    Vielleicht ist es aber auch genau das, was sich die politischen Hintermänner tatsächlich wünschen.

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  15. Jens Wagner schreibt:

    Hab mal eine Nacht drüber geschlafen, um das „Dokument“ unter weiteren Gesichtspunkten zu betrachten und komme zu dem Ergebnis, dass es – wie sie oft – eher ein Kettenrasseln von Bigplayern ist, die hier pauschale Aussagen veröffentlichen, ohne diese mit Fakten und objektiven Untersuchungen zu unterlegen.
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    Folgende Punkte möchte ich mal erwähnen:
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    1. Das ist kein Pauschalangriff a la Hubertus Heil auf alle Soloselbständigen, sondern hier wird explizit nur auf die Soloselbständigen (Solos) im Handwerk abgezielt. Trotzdem besteht die Gefahr, dass eine Ausweitung der Diskussion auf alle Solos zu einer weiteren Verunsachlichung führen kann.
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    2. Hat schon mal jemand auf das Datum des PDFs geachtet? Im Text ist kein Datum genannt, veröffentlicht wurde es letzten Donnerstag, also am 20.02.2020. Das PDF-File trägt aber das Datum 2019-12-20, ist also schon 2 Monate älter. Warum? Wurde da von langer Hand etwas vorbereitet, vielleicht sogar in Abstimmung mit dem BMAS? Hubertus Heil wollte bereits Ende 2019 mit seinem Gesetzesentwurf zur Altersvorsorgepflicht für alle Solos um die Ecke kommen. Das verzögert sich jetzt aber. Soll mit dieser gemeinsamen Erklärung jetzt schon mal Marketing betrieben werden, um dem bevorstehenden Gesetzentwurf von Heil in den Sattel zu helfen?
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    3. Die existierenden Dumpingpreise im Handwerk alleine auf die starke Zunahme von Solos zurückzuführen, ist an den Haaren herbeigezogen. Das Problem ist so alt wie die Tatsache, dass Handwerker aus dem EU-Ausland grenzüberschreitend in Deutschland ihre Leistung verkaufen können. Das beste Beispiel habe ich in der Familie, denn mein Bruder (Gas- und Wasserinstallateur, 40 Mitarbeiter) hat dieses Problem des zunehmenden Wettbewerbs schon vor 15 Jahren beklagt. Ein weiteres Problem ist der zunehmende Wettbewerb aus eigenen Reihen, denn aus einem insolventen Handwerksbetrieb sind meistens 2 neue Betriebe hervorgegangen, die über den niedrigeren Preis in den Markt wollten. Inzwischen hat mein Neffe den Betrieb übernommen und schafft es, sich durch Spezialisierung und Besetzung von Marktnischen zu behaupten und kommt damit aus dem Preisdruck raus.
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    Mein aktueller Projekteinsatzort Frankfurt bestätigt meinen Eindruck der Europäisierung. Frankfurt ist eine Dauergroßbaustelle und in meinem Hotel sehe ich morgens am Frühstücksbufett viele Baukolonnen. Selten kommen Sie aus Deutschland, es sei denn sie bieten eine spezialisierte Leistung.
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    4. Das Argument der zunehmenden Onlineportale für Handwerksleistungen (Beispiel MyHammer) ist an den Haaren herbeigezogen. Ja, sicherlich gibt es hier auch schwarze Schafe, die ihre Leistung ohne Gewährleistung gegen Cash anbieten. Aber ich kenne auch Handwerksmeister, die auf die Ausschreibungen der privaten Auftraggeber reagieren und ihre Leistung anbieten. Sie haben erkannt, dass es hier einen Bedarf gibt und sie mit dem Portal eine Chance haben, auf diesem Wege mit dem Endkunden ins Gespräch zu kommen. Ich selbst habe alleine über die Bewertungen in diesem Portal einen zuverlässigen Dachdeckermeister in meinem Stadtviertel gefunden. Da muss ich mir doch an dieser Stelle die Frage stellen, warum bieten die Handwerkskammern nicht derartige Onlineportale an? Standard ist da lediglich die einfache Handwerkersuche.
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    5. Die Problem der Schwarzarbeit alleine kann sicherlich nicht mit der Zunahme von Solos erklärt werden, denn die Schwarzarbeit hat es schon immer und zu jeder Zeit gegeben. Auch das Problem der fehlenden Fachkräfte würde nicht mit der Eindämmung von Solos gelöst werden. Solos sind soloselbständig aus Überzeugung und damit durchaus verantwortungsbewusste Unternehmer. Der Fachkräftemangel hat ganz andere Ursachen, denn es ist über viele Jahre versäumt worden, den Bedarf rechtzeitig und vorausschauend zu decken und entsprechende Berufsbilder im Handwerk zu schaffen, die anders sind als das übliche „Schrauberimage“. Das wäre Aufgabe der Handwerkskammern gewesen.
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    Aus meiner Sicht wollen ZDH und DGB mit diesem Rundumschlag nur davon ablenken, aktuelle Marktrends nicht erkannt zu haben, um damit weiter an ihren alten Zöpfen zu flechten.

    Antworten
    1. Sabine Mahr schreibt:

      Zu Punkt 4: Soweit ich weiß, hat der ZDH es bis heute nicht geschafft, sein Mammutprojekt Handwerker-Portal zum Launch zu bringen. Die scheinen einfach zu doof dafür zu sein – deshalb kann man da nicht suchen.
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      Verbessert mich, falls es inzwischen doch ein gewerkübergreifendes Portal geben sollte. Die letzte Meldung, die ich zu diesem Thema gefunden habe, ist diese hier: https://www.heise.de/newsticker/meldung/Problemkind-Handwerker-Portal-54808.html

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  16. D. S. schreibt:

    Ich habe nicht mehr den Eindruck, dass sich in irgendeiner Form etwas verbessert wie ich es anfangs noch gehofft hatte. Stattdessen zieht sich die Schlinge immer weiter zu, die unternehmerische Freiheit Einzelner wird stetig weiter eingeschränkt. Täglich neue Botschaften, die mir Sorgen machen.
    Letztes Jahr habe ich daher damit begonnen, den Wechsel ins Ausland vorzubereiten. Spätestens 2022 möchte ich alles verlagert haben. Das wollte ich so nicht, aber die gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen lassen für meine Bedürfnisse keine andere Wahl mehr zu.

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  17. Petra Behnke schreibt:

    Also mit der Kleinunternehmerregelung werden sie nicht weiterkommen, da der EU Rat erst in der letzten Woche eine Ausweitung der Kleinunternehmerregelung in der EU und eine Vereinheitlichung beschlossen hat. Diese wird ab 01.01.2025 in Kraft treten. Sie würden sich dann mit ihrer Forderung gegen EU-Recht stellen.
    Warum die ZDH sich so vehement für die Verschlechterung der Bedingungen zur Betreibung eines Unternehmens einsetzt kann ich nicht nachvollziehen. Zu meinen Mandanten zählen auch Handwerker die Soloselbständige sind und gerade in der Phase der Gründung gibt es nicht wenige die sich selbst nur ein kleines Gehalt zahlen um in das Unternehmen zu reinvestieren damit es wächst und sie Arbeitsplätze schaffen können. Die unbedingte Mitgliedschaft in einer BG ist mir auch ein Rätsel. Was interessiert das die Gewerkschaften oder den ZDH. Ein Soloselbständiger ist für sich selbst verantwortlich und sehr viele haben sich selbst gegen Berufs – oder Erwerbsunfähigkeit abgesichert. Warum also eine zweite Versicherung? Und warum die Attacke auf die neue Festsetzung der Mindestbeiträge für die Krankenkasse. Die Mitglieder der DGB sind Angestellte und zahlen nur die Hälfte der Beiträge die eigentlich fällig sind. Ein Selbständiger muss den kompletten Beitrag stemmen und wenn der Mindestbeitrag jetzt heruntergesetzt wurde ist er immer noch nicht einkommensabhängig für die diejenigen die ihn in Anspruch nehmen. Warum sind wir für diese Institutionen ein Feindbild. Aus vielen Soloselbständigen werden irgendwann auch Unternehmen die Arbeitnehmer beschäftigen und warum sollen Soloselbständige die bereits für ihr Alter Vorsorge getroffen haben nunmehr gezwungen werden eine zweite Altersvorsorge zu stemmen. Dies hat mit dem Gleichheitsprinzip in der deutschen Gesetzgebung nichts zu tun.

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  18. Antworten
  19. Norbert schreibt:

    DGB ist einfach:
    Wieso haben die Gewerkschaften soviele Mitglieder verloren?
    Wieso waren die Gewerkschaften nicht bei der Verringerung von Arbeitsplätzen erfolgreich?
    ZDH auch:
    Die Kontrollen von Zoll, Finanzamt, SV-Trägern usw. wurden schon vor langer Zeit wegen Mitgliedsbetrieben des ZDH eingeführt.
    Altersarmut trifft ehemalige Mitarbeiter von Betrieben des ZDH besonders hart.

    Moral predigen ist einfach. Moralisch leben ist viel schwerer.
    Sieht man auch bei anderen als DGB und ZDH.

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  20. Stefan E. schreibt:

    Die gemeinsame Erklärung des ZDH/DGB hat einige Stellen, die ich auch so sehe. Anderes wiederum ist Interessen geleitet. Also warum nicht dort zusammenarbeiten, wo man sich einig ist und sich entspannt an einen Tisch setzen.

    Plattformen sind in der Tat eine Gefahr für alle Kleinfirmen. Sie erleichtern den Marktzugang durch die Markttransparenz. Sie führen aufgrund der vermeintlichen Vergleichbarkeit zu Niedrigstpreisen. Im transparenten (vollkommenen) Markt gehen die Preise bekanntlich auf die sogenannten Grenzkosten zurück. In diesem Fall das eigene Gehalt. Damit führen Plattformen fast automatisch zu prekären Arbeitsverhältnissen bei Anbietern, wenn nicht Sicherungen eingebaut werden. Wenn die Wettbewerbsfähigkeit von Anbietern allein auf nicht bezahlen in die Sozialsysteme beruht, werden diese Kosten wiederum auf die Gemeinschaft abgewälzt. Dass ein Handwerker nicht in Sozialsysteme bezahlen möchte, die dann auch noch seine Nichtbezahlende Konkurrenz mitfinanziert, kann ich verstehen. Der 30 jährige Solo-selbständige sieht vielleicht auch nicht, was er als 65 jähriger benötigt.

    Rentenversicherungspflicht finde ich gut, weil sonst die nicht Abgesicherten der Allgemeinheit zur Last fallen. Natürlich will niemand freiwillig in die marode Deutsche Rentenversicherung einzahlen. Man kann das ja mal den Beamten vorschlagen. Das müsste grundlegend reformiert werden. Angestellt, Beamte, Ständisch Versicherte, Selbständige, usw.
    Krankenversicherungspflicht ist eh schon da. Gründer sollten weiterhin ermäßigte Sätze bekommen. Wir brauche dringend Gründer. Ein Land in dem 70% Beamte werden wollen, ist nicht zukunftssicher.

    Höhere Kontrollen und Strafen für eine schwammige Materie ist hingegen eines Rechtsstaates nicht würdig. Für mich ist die dauernde Verunsicherung des Markets das größte Übel. Vor allem rückwirkende Strafen sind unkalkulierbar. Damit wird man gedrängt Dinge zu vermeiden, auch wenn man sich eigentlich im Recht wähnt. Vor allem Kunden meiden dies dann. Das klingt erst einmal gut für die Befürworter. Das ist aber ein so scharfes Schwert, dass es dieser Sache in keinem Fall angemessen ist. Wir verkaufen ja keine Drogen, sondern diskutieren nur über Sozialversicherungspflicht. Die Kosten der Sozialversicherungen sind gegen die Verunsicherung fast lächerlich.

    Das sind leider alles dicke Bretter zu bohren. Ein Marodes Sozialsystem ohne Staatsbankrott zu reformieren ist schwer. Zu viele Interessen stehen auf dem Spiel.

    Also würde es dem VGSD helfen, wenn wir nicht in unnötige Konfrontationen gehen, sondern gezielt unsere Interessen wahren.
    In Zeiten großer Umbrüche bestimmen Gründer die Zukunft eines Landes. Wenn wir diese Gründer nicht mehr haben, haben sie eben andere Länder.

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  21. Joachim H. schreibt:

    Diese Knalltüten sollten sich lieber um die Doppelverbetragung zur KV kümmern. Damals 2004 wurde still und heimlich auf einen Schlag 6 Millionen Rentner um 18% ihrer privaten Vorsorge BETROGEN! Und das ganz legal by Rot-Grün. Und Mama Merkel schmetterte einen Antrag der CDU zur Abschaffung hierzu ab. Also SW kannst auch nicht wählen. Ich wundere mich nicht dass rechts und links Außen so an Zulauf gewinnen…

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  22. Helmut M. schreibt:

    Die Kammern in Deutschland bezeichnen sehen sich als alte, beständige Standes- und Interessenvertretungen für ihre Berufsgattungen. Sie verfolgen den fast schon tradierten Anspruch für alle ihre „Mitglieder“ zuständig und weisungsfähig zu sein. Ihre Satzungsgewalt und Vorgaben sind eine Macht. Sie leben von Pflichtmitgliedschaften und Pflichtgebühren. Nichts anderes, und das zeigt das Schreiben sehr deutlich bereits mit dem ersten Satz und seinem zweiten Absatz, sieht der ZDH hier in Gefahr. Immer mehr Solo-Selbstständige schmälern in dieser Sicht inzwischen diesen Machtanspruch und und immer weniger Betragszahler gefährden die Einkünfte der Kammern. Genau mit diesem Blick ist das Schreiben des ZDH verfasst und dessen Aussagen formuliert. Es geht also nicht beziehungsweise nur vorwandig um fehlende Altersvorsorge, Arbeitsschutz oder KK-Beiträge, denn es geht um Pflichtmitgliedschaft und damit Beitragszahlung in die Töpfe der Kammer. Vielleicht sollten wir der Kammer also diese Mitgliedschaft anbieten, sie vom „Solo-Kuchen“ etwas haben lassen und dann ist man auch dort wieder ruhig. Andere Kammern oder Anspruchshalter werden jedoch sicher folgen, da modernes Arbeiten nicht zu solchen Traditionen passt. Einzig der Arbeitsschutz wäre im Fazit ein Anspruch, den eine Kammer somit sinnvoll vertreten dürfte.

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  23. Jürgen Peters schreibt:

    Ich habe das schon einmal erlebt, als die Handwerkskammern juristische Jagd auf die Freelancer-Fotografen machten, damit die Bild-Agenturen ruinierten und die Verlage zwangen, die Fotografen fest anzustellen. Ist etliche Jahre her. Ich erwehrte mich damals dessen, dass ich bildende Kunst studierte – Master of fine Arts heute, und als solcher freiberuflich selbständig blieb und das bin bis heute, unter einem neuen laufenden Angriffsprogramm, wer die Monitoringbereichte des BMWi zur Lage der Kunst- und Kulturberufe liest, also den Block der „kreative industries“. mit insbesondere den Urhebern als „Erste Quelle der Wertschöpfung der Volkswirtschaft“. Auch war ich mal im Berufsverband BBK Landes- und Bundesdelegierter, also Berufsverbandsfunktionär. Nur zur Vorstellung.

    Mein Fazit: Gewerbesteuer: Die ist essenziell für die Kommunen, an gewerbesteuerfreien Tätigkeiten haben die kein Interesse, in meinem Standort in dessen Gründerförderrichtlinien festgeschrieben. Werden grundsätzlich nicht gefördert, es sei denn es sind „kreative Urheber“. Dann die Kassenlage des Bundes, mehr als 50 % der Einkünfte kommen aus Lohn- und Umsatzsteuer. Die Sozialausgaben liegen leicht drüber. Diese Lücke ist zu schließen, also muss alles in die gesetzlichen Kassen um sie zu schließen insbesondere mit Blick auf die kommenden Kosten, mit hohen Anteilen an den teuren Pensionen (im Mittel doppelt so hoch wie die Renten, das wird extrem teuer.

    Die Lobby des Mittelstandes und der Teilberufe ist gegenüber der Lobby der „Großen Leitkonzerne“ kaum wahrzunehmen und politisch auch unwichtig, denn dieser Bereich wurde schon ab 2000 -in den privaten Förderbereich verschoben. Erst ab 2020 wurde begönnen, Innovationstätigkeit steuerlich zu fördern als einer der ganz wenigen OECD-Staaten, die das nicht taten, auch hier konzentriert auf die Leitbranchen und – unternehmen. Leitmotto „das regelt der Markt“ Festgeschrieben in den BMWi-Monitoringberichten als Folger der Wirtschaftsministerkonferenz 2009 zur Lage dieser Berufsgruppe, ermittelt erstmals 1975, Endbericht 2007, fpr die „kreative industries“. Kernaussage: politisch beachtlich sind nur Dienstleister der gewerblichen Erwerbswirtschaft. Wer seinen Einkommen aus dem Privatkundenmarkt, von gemeinwohlgebundenen Institutionen usw, erhält, findet im politischen Konzept gar nicht statt. (neu zugewiesen dem Bereich Hobby und Altruismus). Damit läuft auch der Urhrberrechtsschutz politisch gewollt leer. Und natürlich wird dabei auch quereinsteigende Konkurrenz beseitigt, sofern man sie nicht selber integriert, der Rest bleibt sich selbst überlassen, und wer untergeht, ist eben selber schuld und hat das Maul zu halten, son meine Aktenlage. Für die Großen Leitsysteme wie als Bedrohung durch die „hidden Champions“ als Marktführer aus dem Mittelstand. Begründung: statistisch nicht ausreichend erfassbar. Und sozialrechtlich (KSVG) den abhängigen beschäftigten pauschalisierend gleichgestellt, in der willkürenden Amtsbewertung der Sozialleistungsträger, dagegen wurde die steuerrechtliche Bewertung zurückgestellt, als berufliche Statusdefinitionen wie auch zur Förderung. Samt dem Zuweisungsthema „Scheinselbständigkeit“. Diese Frage gab es schon seit 1983 – Einführung des KSVG, da noch nicht so ausgeprägt wie heute, keiner spaech drüber, geklagt dagegen wurde auch nicht. (Ursache auch der Verbands- und Sammelklageverbot in meinem Sektor). Damit fand das Thema politisch nicht statt, so die alten Statusberichte von 1975 und 2007 als darin Mängelanzeigen. Bis heute ungelöst. Ich kenne das Problem also schon viel länger, und nun wuchert es durch alle Brachen. Ihr wundert Euch, ich nicht. Schlüssel auch die Ideologie, dass die Individualrechte im Nachrang stehen vor dem Gemeinwohl der kollektiven Konsensgesellschaft. Hier aller politischen Farben, die das haben kann.

    Die Vermeidung der Förderkosten aus Haushaltsgründen trägt ebenso dazu bei das politische Konzept des „Billiglohnmarktes“, der Rest wird „dem Markt überlassen“, da hat dann also die Olitik auch nichts zu regel außer den, dass alle sozialversichert sein müssen, und die Vertreibung der „Freien“ in die abhängige Betätigung gerade auch von Teilzeit- und Leiharbeit natürlich die Honorare deutlich für die Kunden senkt.

    Und wer sich hier opportunistisch anpasst und das damit selber fördert, oder da als „Bittsteller“ agiert, um wahrgenommen und beachtet zu werden, fördert eher diese Struktur. Das deutliche „Sichtbar werden“ gerade als Leistungsträger ist entscheidend, die zu respektieren und zu beachten sind. Das allerdings stört die in dem o.g. „linearisierte“ Politik. Und ick kann jedem, der da ein Problem hat, nur die umfassende Akteneinsicht nahelegen, denn was da intern passiert reicht von verdeckten psychiatrischen Bewertungen des „Kunden“ ohne Rechts- und Sachgrundlage bis hin zzu internen poltischen Handlungsanweisungen, wie im Einzelfall zu verfahren ist, um Amtshaftungen zu vermeiden. Die rechtzssicherheit ist damit „Geschichte“, das belegen diese Fälle, darunter auch mein eigwner. Und das EU-Recht wird dann auch nicht ungesetzt. Das ist inzwischen auch von anderen Interessenverbänden moniert, empfholen und kritisiert.

    Es geht hierbei real vorrang ums Geld, um Euer Geld. Und die poltische Vorgehensweise, Keitik daran zu deckeln. „Den rest regelt der Markt“, als Gweneralleitschaft der laufenden Marktwirtschaftsideologie als „kollektive Generalnorm“ analog, beides durchmischt sich. Aus beiden Blickwinkeln sind die Interessen der einzelnen Rechtsträger und Gründer nicht wirklich interessant und eher hinderlich, „sofern man damit nicht Geld machen kann“ (ich zitierte internes „Amtsdeutsch“ aus den Akten). Für wen ist auch klar. Hier regiert der Markt ganz unmissverständlich, und die Umsätze des Mittelstandes gegenüber den geförderten Strukturen als Individualfall zu gering, um „volkswirtschaftlich bedeutsam zu sein“, argumentierte der Bundesrechnungshof schon 2006 als Grund zur weitgehenden Einstellung der Kunst- und Kulturförderung aus öffentlichen Geldern. Und der Status als „Dienstleister“ hat die Statusstelle als „Erste Quelle der Wertschöpfung“ ebenfalls abgeschafft de jure im Verfahren. Hohles Gerede insoweit.

    Ich freue mich über alles und jeden, der hier „Flagge“ zeigt. Das hat bisher gefehlt, sonst wäre es soweit nie gekommen, das nur nebenbei. Und wir sind keine Bettler bei der Politik, die um Anerkennung buhlen müssen. Der „kreative indistrie“ alleine ist nach der Autoindustrie, dem Maschinenbau die drittstärkkste volkswirtschaftliche Wirtchaftsgruppe, bestätigt vom BMWi, dessen Zahlen. Mit einer zuglich extrem hohen Zahl von Klein- und Kleinstbetrieben usw. ist also darnach bewertet „volkswirtschaftlich unbedeutend“. Poltisch also nicht wirklich interessant. Und bei der Politik sind viele Politiker auch Juristen, auch Richter, denen man mit dem „Rechtssprech“ begegnen muss, um sich verständlich zu machen, worum es überhaupt geht, auch wissenschaftlich bestätigt. Das kotzt jeden an, aber auch ich musste mich darauf einlassen, sonst kommt man nicht weiter, so meine Berufsergfahrung. Und für rechtsänderung ist Eure statiatische bedeutung wesentlich sonst „stehe Ihr außerhalb der poltischen Sichtbarkeit“ und findet auch als relevanter Markt nicht statt. Und das berletzt nach vRichtermeinung auch keine regel, wurde mir gesagt „denn in seiner freizei9t kann ja jeder soviel herumnachen sovjvielo er will, und „sichtbar“ wird man dann erst beim Finanzamt aus der Steuererklärung. Als wenn man „ein Produkt“ ist, „mit dem Geld machbar ist“.

    Es braucht eine gewisse Zeit, sich daran zu gewöhnen und damit umgehen zun lernrn. Je schneller je besser., und je effektiver. Dann auch wir haben ja an unsere gewinnerwirtschaftunf pflichtweise als dem gegenüber Vorrangsache zu denken, schon um dem Staat nicht zur Lastz zu fallen. da hat er unsere Balenge zu wahren schon daraus als Vorrangpflicht der hoheitrsrechtlichen Gewalt zum Schutz der öffentlichen Kassen, also zum Gemeinwohl. Also nur Mut, haut auf den Tisch und zeigt Flagge. Denn damit erfüllen wie selber das Staatsgemeinwohl ad personam und Unternehmen, und wer das angreift dann……….. das kommentiert sich selbst. Die soziale Absicherung für alle ist o.K. Aber sie muss effizient und sachgerecht umgesetzt werden. Andere Staaten tun das schon länger. Und schon 1975 kritisierte die Bundesregierung die Kunstberufe, ihre Notwendigkeiten und Belange nicht ausreichend dargelegt zu haben zur Kenntnis des Gesetzgebers, das die Branche braucht. Also seid laut und deutlich, was wir alle brauchen, damit „der Markt“ und das gewinnschaffende Geschäft gut funktioniert. damit auch die entsprechenden Steuern und Abgaben abfallen. Der Gesetzgeber, die Staatsgewalt steht hier uns gegenüber in der gesetzlichen Bringe-und Garantenschuld. Nur muss er wissen was wir brauchen. Ganz klar und eindeutig. Sonst ist er damit auch überfordert und rudert im Nebel. Wie gesagt, wir müssen nicht um dessen Aufmerksamkeit buhlen, sondern ein Pflichtenbuch präsentieren, was benötigt läuft, damit der Laden rund läuft. Und er hat zu liefern. Als dazu Konsensprojekt am Ende zum Nutzen für alle. Hier nicht aus der allgemein pauschalisierenden Kollektivleistung, sondern der Leistungen aller einzelnen Individuen und Leistungsträger – zur Abgrenzung zu den Kollektivsystemen und deren „Gemeinwohlbefehlsarchitekturen“ in aller Deutlichkeit. Es kommt auf die Balance im Markt an. Das lehren schon wie wirtschaftswissenschaftlichen Lehren der Fachschulen selbst des Neoliberalismus und der „Gewinnmaximierung“ nach Milton Friedmann. Das darf man dabei auch nie vergessen. Reine Egoismenkämpfe haben darin auch keinen Platz und führen zu nichts. Wi9rklich stark ist man, wenn man durh sich selbst zugleich Träger auch der Gemeinwohlinteressen ist in solchem Streit, und das gilt in besonderer Weise für alle Urheber jeder Art, der Wissensschaft, also jenen, die als „Quellen der Märkte! wirksam sinf und die es ohne deren Werkschöpfungen gar nicht geben würde, so das BMWi und die Wirtschaftsministerkonferenz selbst. Und eingestanden ist formell, dass man das bisher nicht ausreichend beachten und zur Kenntnis genommen hat. Grund: es fehlen bis heute schon die statistischen Daten, sich überhaupt ein eigenes Bild machen zu können, vielfach ist nicht erkannt und verstanden deswegen, worum es überhaupt geht. Kann man von Juristen und Beamten auch nicht erwarten, das gehört nicht zu deren Geschäftbereichen. Die sind selbst auf Fachgutachter angewiesen.

    Und wer erneut diesem Post kritisiert und löschen möchte – wie schonmal erfolgt, sollte wissen.: ich habe das seit 30 Jahren fortlaufend auf dem Tisch und in in den Akten, und kann heute Bücher drüber schreiben, mit einem riesigen Facharchiv. Ich musste das alles aus vornehmlich extternen Anelogiquellen zusammansuchen, weil es „in der Branche“ nichts gleichwertige gibt, bis heute nicht. Ich wäre auf dem Markt der Erste anscheinend das das sehr umfassend publizieren kann, mal sehen, wann ich Zeit und Lust dazu finde. Vorrang hat hier meine daraus erfolge Schadensersatzsache aus hoheitsrechtlichen unerlaubten Eingriffen in Patentsachenverwertungen als bestätigte Amts- und Staatshaftungssache. Das streitet man de jure nicht auf dem öffentlichen Markt aus, sondern nicht öffentlich intern als Vorrangsache der internen gütlichen Einigung vor öffentlichem Streit. Im dem Zuge wurden auch konkretisierte politische einzelfallbezogene Weisungen entdeckt, die unerlaubtes Vorgehen angeordnet haben „zum Schutz vor der – selbst erkannten festgestellten – Haftung. Auch damit werden Unternehmen bis zerschlagen, ohne dass die Betroffenen das selbst je mitbekommen werden, es sei denn, sie sehen sich mal ihre Akten genau an. Ich fand sogar fremde Leute drin. Peinlich, sowas muss vertuscht werden, keine Frage.

    Also mit Gruss an Löscher: wer das macht, stellt seine eigene Kompetenz und Glaubwürdigkeit in Frage, wenn man selber mit diesen Problem an die Öffentlichkeit geht und sich dann über Zusatzinformationen beschwert, die nicht der eigenen Denkstruktur entsprechen, insbesondere wenn diese Neuheiten keine Theoreme sind, sondern auch de jure Fachsachen von beweisfreiem Bestand. Und wie gesagt, ich unterstütze mit diesem Fachwissen aus erster Klageherrhand wie als ehem. Bundesdelegierter des BBK nur das Bemühen der Gegenwehr, und damit auch das Ziel des VSDG als „streiterfahrener Praktiker“. In unser aller Interesse.

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  24. Angela Detmers schreibt:

    Ich bin seit knapp 30 Jahren freiberuflich als Trainerin (soft skills) in Unternehmen tätig.
    Ich stecke nicht wirklich in dem angesprochenen Thema drin, aber:
    Sind Teile der Forderungen nicht sinnvoll? In meinen Augen ja.
    Rentenbeiträge, Berufsunfähigkeit etc. – das gehört in meinen Augen zur professionellen Daseinsvorsorge als Selbständiger dazu.
    Ich habe selbst einiges davon versäumt, aber das entwertet nicht die Forderungen.

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  25. Andreas Terveen schreibt:

    Ich versuche seit zwei Tagen die 66 Minuten-Fassung der Telko zu laden, bekomme aber immer nur Downloads der 12 Minutenfassung angezeigt.
    Ich bin VollMitglied und sollte daher Zugang zum ausführlichen Video haben, kann das aber nur auf der Webseite anschaun und nicht laden. Ist das Laden evtl. nicht gewünscht und wird das aktiv blockiert oder liegt hier ein Fehler vor??

    2. Problem
    Der Button „Mail“ unter dem Video öffnet meinen Mailclient, setzt einen Betreff-Eintrag und fügt den Seitenlink in die Mail ein, leider fehlt aber die Adfresse des Empfängers. An wen soll die Mail via diesem Button denn gehen??
    An wen kann ich / soll ich / darf ich Hinweise wie diesen hier senden und antwortet da dann auch mal jemand drauf???

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