Verband der Gründer und Selbstständigen Deutschland e.V.

Verband der Gründer und
Selbstständigen Deutschland e.V.

SPD-Selbstständige diskutieren u.a. mit VGSD über Sozialversicherungspflicht und Mindesthonorare

160520_AGS_Veranstaltung_Muc_ Honorare_Kreative_160616

Einladungsflyer zur Veranstaltung (zum Vergrößern bitte anklicken) – der Eintritt ist frei

Am 16.06.2016 um 19 Uhr lädt die Münchener Sektion der Arbeitsgemeinschaft Selbständige (AGS) in der SPD zu der Diskussionsveranstaltung „Selbständige Kreative: REICHT’S DIR?!“ – Die Veranstaltung findet im Kreativquartiert am Leonrodplatz, Halle 10, Schwere-Reiter-Str. 2 statt (Wegbeschreibung).

Auch wenn Du kein Kreativer bist: Schau Dir die folgenden Diskussionsthemen an und schreibe unten gerne als Kommentar Deine Meinung dazu. Denn entsprechende Gesetze betreffen natürlich nicht nur die Kreativen, sondern alle Selbstständigen. Meine Überlegungen zu den folgenden Punkten findest Du ebenfalls unten als Kommentar.

Falls Du aus München oder Umgebung kommst, so bist Du natürlich herzlich zu der Veranstaltung eingeladen – auch damit es zu einer kontroversen und lebendigen Diskussion kommt. Der Eintritt ist frei.

Was ist Deine Meinung zu den folgenden Fragen?

Unter dem Veranstaltungsmotto „Kreativität gibt es nicht zum Nulltarif: Faire Honorare statt Selbstausbeutung!“ sollen folgende Fragen diskutiert werden:

  • Sozialversicherungspflicht für alle
  • Mindesthonorar von 25 Euro
  • Honorartransparenz bei Auftraggebern
  • Qualifikationsnachweis „Selbstständigkeit“: Brauchen wir einen Führerschein für Selbstständige?
  • Qualitätssicherung durch Fachorganisationen, z.B. HWK, IHK, Kammern?

Auf dem Podium werden diskutieren:

  • Jürgen Enninger – Leitung Kompetenzteam Kultur- und Kreativwirtschaft der Landeshauptstadt München
  • Claudia Schlebach – Abteilungsleiterin Unternehmensförderung IHK München und Oberbayern
  • Dr. Andreas Lutz – Vorstandsvorsitzender VGSD e.V.
  • Michael Busch – Vorsitzender Bayerischer Journalisten-Verband e.V.

Als Teilnehmer kannst Du sicherlich Fragen stellen und daduch weitere relevante Themen zur Diskussion bringen. Vielen Dank für Deine Unterstützung vorab!

Der Eintritt ist frei. Anmeldungen bitte an ags@spd-muenchen.de, damit die Veranstalter ungefähr wissen, mit wie vielen Teilnehmern sie rechnen können. Sie freuen sich aber auch über nicht angemeldete und spontane Besucher.

Die Veranstaltung endet pünktlich um 20:45 Uhr, damit alle die das mögen anschließend das Deutschland-Spiel anschauen können. 🙂

 


Jetzt mitzeichnen: Mit unserer Petition setzen wir uns für faire Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge ein. Es ist nicht einzusehen, dass Selbstständige deutlich mehr zahlen als Arbeitgeber und -nehmer zusammen. Eine Gesetzesverschärfung zum 1.1.18 macht eine Reform noch dringlicher.


 

7 Kommentare

  1. Andreas Lutz schreibt:

    Meine spontanen Gedanken zu den Themen – bin neugierig auf Eure Meinung:

    * Sozialversicherungspflicht für alle: Das Für und Wider dazu habe ich ja schon in anderen Beiträgen und bei meiner Roadshow ausführlich diskutiert, da besteht im Verband ein breiter Konsens

    * Mindesthonorar von 25 Euro: Zunächst mal eine schöne Idee. Im Positionspapier zum Thema Scheinselbstständigkeit haben wir ja eine bestimmte Honorarhöhe als e i n mögliches Positivkriterium für echte im Gegensatz zu Scheinselbstständigkeit angeregt, was in die selbe Richtung geht. Ich persönlich halte ein allgemeines Mindesthonorar aber für problematisch, weil es bei Tätigkeiten, die darunter bezahlt werden dann eine selbstständige Betätigung unmöglich machen, während man mit Angestellten diese Leistungen erbringen darf. Was gut gemeint ist, wäre ein weiterer Wettbewerbsnachteil für Soloselbstständige. Mit Sicherheit würde das dann auch einhergehen mit umfangreichen Nachweispflichten, dass man wirklich nicht mehr Zeit aufgewendet hat. Als Autor von zehn Büchern (bei denen man typischerweise erfolgsabhängig bezahlt wird) frage ich mich auch, ob ich unter dieser Regelung jemals zum Buchautor geworden wäre und ob ich so viel Herzblut in die Bücher hätte investieren können, wenn ich mit einem schlanken Stundenbudget hätte schreiben müssen. Gerade bei den ersten Projekten lernt man ja auch noch. Was ist mit einem Künstler, der ein Bild malt und es über eine Gallerie verkauft. Soll der dann Stunden mal 25 Euro plus Umsatzsteuer rechnen und lieber keine Bilder verkaufen als unter Preis? Oder schneller malen? Und was ist mit anderen Selbstständigen, die erfolgsabhängig bezahlt werden wie z.B. Versicherungsmakler?

    * Honorartransparenz bei Auftraggebern: Da wo viele Selbstständige bei großen Unternehmen ähnliche Tätigkeiten machen und ein Durchschnitt ermittelt werden kann, der keine Rückschlüsse auf einen Einzelnen zulässt, halte ich das für denkbar. Kleine Unternehmen mit wenigen Dienstleistern sollte man m.E. ausnehmen, weil das ansonsten das Finden von Dienstleistern noch schwieriger machen, zu endlosen Diskussionen und zu Unzufriedenheit und Unfrieden führen könnte. Die Transparenz wäre bei Veröffentlichung einzelner Honorare auch zum Nachteil des Selbstständigen, der dann vorgehalten bekäme, dass er für andere zu einem günstigeren Preis gearbeitet hat. Es würde schwieriger, bei neuen Kunden mit einem höheren Honorar einzusteigen.

    * Qualifikationsnachweis „Selbstständigkeit“
    Ein Gründungs-Führerschein wäre ja was ganz Neues. Nachdem in den letzten Jahren die Förderung von Gründungsberatung und Gründerseminaren stark eingeschränkt bzw. komplett beendet, die Gründer beim bürokratischen Spießrutenlauf allein gelassen wurden und dadurch häufiger vermeidbare und für sie folgenschwere Fehler gemacht haben, nun also doch die Besinnung darauf, dass eine Internetrecherche nicht reicht. Ich kann dem Gedanken eines Gründer-Führerscheins einiges abgewinnen. Zu fürchten steht aber, dass daraus die IHK und ähnliche Organisationen ein oligopolistisches Geschäftsmodell machen, als Vorsicht!

    * Qualitätssicherung durch Fachorganisationen
    Was hiermit gemeint ist, muss ich bei den Organisatoren der Veranstaltung erst noch erfragen. Denkbar wäre ja eine Qualitätssicherung der Gründungsberatung durch eine Zertifizierung. Dazu passt es aber nicht, wenn man sich überlegt hat, z.B. die KfW-Beraterbörse abzuschaffen, die in Grundzügen eine solche Rolle ja wahrgenommen hat.
    Oder ist eine Qualitätssicherung künstlerischer Arbeit durch Fachorganisationen gemeint? Das halte ich gerade in diesem Bereich für problematisch, denn mit Honoratioren besetzte Fachorganisationen würden möglicherweise Neues und Kreatives verhindern.

    Antworten
    1. Antworten
      1. Andreas Lutz schreibt:

        Ich habe die Argumente, die sich in der XING-Diskussion in den beiden ersten Stunden ergeben haben, für mich wie folgt zusammengefasst:

        * Es besteht Einigkeit, dass man sich als Selbstständiger nicht unter Wert verkaufen sollte und fraglich ist, ob 25 Euro/ Stunde überhaupt ausreichen, wenn man Overhead-Kosten wie Büromiete, Sozialversicherung, Urlaub, unternehmerisches Risiko etc. einkalkuliert. Andererseits: Es handelt sich ja um ein *Mindest*honorar.
        * Eine solche Regelung ist für viele Selbstständige unpraktikabel. Nur ein Teil der Selbstständigen wird nach Stunden bezahlt. Was ist mit Werkverträgen, Bezahlung pro Stück oder erfolgsabhängig? Wie rechnet man als Einzelhändler Verkäufe in den eigenen Stundenlohn um? Nicht nur Handelsvertrete müsste man wahrscheinlich außen vor lassen.
        * Wahrscheinlich würde eine solche Regelung sogar aufgrund von EU-Kartellrecht untersagt. Gewerkschaften, die Mindesthonorare für Selbstständige gefordert haben, wurde dies in der Vergangeheit untersagt.
        * Der Aufwand, den man treibt, lässt sich nicht immer einem Auftrag zuordnen. Man hat Lerneffekte oder macht eine Sache besonders sorgfältig, um dann bei künftigen Aufträgen Zeit zu sparen oder Dinge wiederverwenden zu können.
        * Bezüglich der Höhe der Honorare gibt es auch große Unterschiede zwischen den Branchen. Eine Regelung nur für einige Branchen würde aber wohl wie beim Mindestlohn schnell in eine allgemeine, branchenübergreifende Regelung münden.
        * Die Regelung dient womöglich nicht dem Schutz der Selbstständigen, sondern soll den Mindestlohn absichern und führt zu Wettbewerbsnachteilen für Selbstständige. Sie gefährdet die Vertragsfreiheit. „Wir wollen lieber selbst verhandeln.“
        * Zur Bekämpfung eines Missbrauchs gäbe es aber andere Mechanismen, z.B. könne man eine effektive Bezahlung von unter 8,50 Euro bei Selbstständigen als sittenwidrig erklären und so unterbinden.
        * Ein Multiplikator von 3 gegenüber dem Mindestlohn wird als zu hoch empfunden, wenn dann müsste der Multiplikator eher bei 2 liegen, also bei einem Mindesthonorar von 17 Euro.
        * Wenn man z.B. einer Putzfrau künftig 25 Euro/ Stunde zahlen muss, würde das wahrscheinlich zu einem Rückgang der Nachfrage/ Aufträge und parallel zu einer weiteren Zunahme der Schwarzarbeit führen. Oder zur Umwandlung von Selbstständigkeit in schlechter bezahlte sozialversicherungspflichtige Arbeit.
        * Es ist oft der Staat, der Selbstständigen schlechte Honorare bezahlt (z.B. Bundesagentur für Arbeit für selbstständgie Lehrer) oder Vorgaben macht (wie anscheinend bei Tagesmüttern), die zu sehr niedrigen Honoraren führen. Der Staat sollte sich also erst mal selbst an der Nase fassen und die Honorare erhöhen.

        Ich bin gespannt auf die weitere Diskussion, die sicher noch weitere Argumente für die Diskussionsveranstaltung bei der AGS liefern wird. Danke vorab!
        Lg Andreas

        Antworten
  2. Andreas Lutz schreibt:

    Noch ein kleiner Nachtrag: Die Website reichts-dir.de, die auf der Einladung erwähnt wird, geht spätestens am Montag, 23.5. online, dort findest Du dann auch einen Lageplan.

    Antworten
    1. Andreas Lutz schreibt:

      Gerade nachgeschaut: Die Website reichts-dir.de ist jetzt online.

      Antworten
  3. Oliver schreibt:

    Die SPD möchte fünf neue Pflichten diskutieren, jede einzelne davon verursacht Kosten oder Bürokratie für Selbständige und deren Auftraggeber.

    Antworten
  4. josh schreibt:

    Mindestens ein Punkt fehlt hier:
    Abschaffung der unseligen Pflichtmitgliedschaft zur IHK bei gewerblichen Selbstständigen.
    Vollkommener Käse und wird immer noch so gehalten.

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.