Wahlprüfstein: Rentenversicherungs- versus Altersvorsorgepflicht / jetzt mit Video-Zusammenfassung

Update: Kurzinterview zum Wahlprüfstein

(07.09.17) Inzwischen hat exali.de eine Serie von Kurzinterviews mit dem VGSD-Vorsitzenden Andreas Lutz zu unseren Wahlprüfsteinen geführt und veröffentlicht diese nach und nach bis zur Bundestagswahl. Die bereits veröffentlichten findet ihr in unserer Übersicht.

Gegenüber früheren Videos hat sich dieses Mal einiges geändert: Rechts im Bild werden die wichtigsten Positionen der Parteien noch einmal schriftlich dargestellt. Das ganze Video bekommt dadurch noch mehr „Tempo“.

Hier also das ganz neue Video zum Thema „Altersvorsorge- oder Rentenversicherungspflicht?“:

 

 

Wahlprüfstein: Rechtsunsicherheit durch Scheinselbstständigkeit

 

Bist du noch unsicher, wen du im September wählen sollst? Wir zeigen, wie die verschiedenen Parteien zu Themen stehen, die für Freelancer relevant sind. Foto: Lydia Geissler – Fotolia

Bist du noch unsicher, wen du im September wählen sollst? Wir zeigen, wie die verschiedenen Parteien zu Themen stehen, die für Freelancer relevant sind. Foto: Lydia Geissler – Fotolia

Wir haben den Parteien, die aller Voraussicht nach im nächsten Bundestag vertreten sein werden, neun Fragen gestellt (zur Übersicht).

Die zweite gehört zum Themenkomplex Sozialversicherung und befasst sich mit der Altersvorsorge:

Rentenversicherungs- versus Altersvorsorgepflicht: Planen Sie die Einführung solcher Pflichten für Selbstständige? Falls ja: In welcher Form, ab welchem Jahrgang und in welcher Höhe? Wie verhindern Sie eine Überforderung von Selbstständigen mit geringem und mittlerem Einkommen? Wie schaffen Sie Rechtssicherheit für die Mehrheit derer, die verantwortungsvoll vorgesorgt haben und dazu bereits langfristige Verpflichtungen eingegangen sind?

 

Die Antwort der CDU/CSU:

Das Logo von CDU/CSU.„Die Weiterentwicklung der Rente nach 2030 soll in einem partei- und fraktionsübergreifenden gesellschaftlichen Konsens unter Einbeziehung der Tarifpartner geregelt werden. Zu diesem Zweck setzen wir eine Rentenkommission ein, die bis Ende 2019 Vorschläge erarbeiten soll. Die gesetzliche Rente soll zentraler Pfeiler der Altersvorsorge bleiben. Daneben sind Betriebsrenten und die private Vorsorge ebenfalls von großer Bedeutung für eine nachhaltige und gute Altersversorgung. Unser Ziel bleibt es weiterhin, Altersarmut zu vermeiden. Sollte sich vor dem Jahr 2030 aufgrund der Empfehlungen der Kommission Handlungsbedarf bei der betrieblichen oder privaten Vorsorge ergeben, werden wir die notwendigen Maßnahmen ergreifen.

Die Kopplung der sozialen Absicherung an abhängige Beschäftigung stößt an ihre Grenzen, wenn der Anteil der Selbstständigen ohne eigene Beschäftigte an den Erwerbstätigen immer weiter steigt. Nicht nur abhängig Beschäftigte sind schutzbedürftig, sondern vielfach auch Selbstständige ohne eigene Beschäftigte (Solo-Selbstständige). Deshalb muss gerade für diese Personengruppe eine soziale Absicherung entwickelt werden. Dabei sollen sie etwa in der Rente zwischen der gesetzlichen Rentenversicherung und anderen Vorsorgearten wählen können. Wir werden Lösungen entwickeln, die auf bereits heute selbstständig Tätige Rücksicht nehmen, die finanzielle Situation von kleinen Einkommen nicht weiter verschärfen und Selbstständige in der Existenzgründungsphase nicht überfordern.“

 

Die SPD hat unsere erste und unsere zweite Frage zusammen beantwortet. In der ersten Frage ging es um Rechtsunsicherheit.

„Die bislang fehlende Verpflichtung zur Altersvorsorge für einen Großteil der Selbstständigen führt zu einer Sicherungslücke in diesem Zweig der Sozialversicherung. Selbstständigkeit ist dadurch ein eindeutig identifizierbarer Risikofaktor im Hinblick auf eine drohende Altersarmut. Wir sind daher der Auffassung, dass Selbstständige grundsätzlich Mitglieder der gesetzlichen Rentenversicherung sein sollen. Ausnahmen gelten bei einer Mitgliedschaft in einem bestehenden Versorgungswerk und für Selbstständige, die bereits über eine Altersvorsorge verfügen, die ein mit der gesetzlichen Rentenversicherung vergleichbares Sicherungsniveau tatsächlich gewährleistet.

Für den Übergang in das System einer verpflichtenden Altersvorsorge wollen wir neben der Pflichtversicherung für alle neuen Selbstständigen für die bereits selbstständig Tätigen eine Altersgrenze (z. B. 50 Jahre), unterhalb derer ebenfalls die Verpflichtung greift. Selbstständige oberhalb dieser Altersgrenze können ihre bisherige Altersvorsorge fortführen und sollen nicht automatisch Pflichtmitglieder in der gesetzlichen Rentenversicherung werden, es sei denn, sie beantragen dies von sich aus. Selbstständige, die diese Altersgrenze noch nicht erreicht haben, können eine persönliche Ausnahme erhalten, sofern sie bereits Alterssicherungsansprüche – z.B. aus einer staatlich geförderten „Rürup-Rente“ – erworben haben, die eine ausreichende Absicherung zumindest oberhalb des Grundsicherungsniveaus erwarten lassen. Wir werden zudem prüfen, ob für Selbstständige, die ausreichende Ansprüche unter den Bedingungen der „Rürup-Rente“ erwerben, eine solche Ausnahme auch über die Übergangsregelung hinaus gewährt werden kann.

Im Zuge der Verbesserung der Alterssicherung für Selbstständige ist auch das Verfahren der Statusfeststellung zu überprüfen und ggf. zu überarbeiten.“

 

Die Antwort der Linkspartei:
Das Logo der Linkspartei.„Ein Blick nach Österreich zeigt, dass die Rentenversicherung leistungsfähig und zukunftssicher ist. Dort ist die Rente als Erwerbstätigenversicherung organisiert, in der bis auf sehr wenige alle mit ihrem Erwerbseinkommen bis zur Beitragsbemessungsgrenze versicherungspflichtig sind. Unter anderem durch die breitere Versichertenbasis können erheblich höhere Renten ausgezahlt werden: die durchschnittliche Rente in Österreich lag 2015 bei 1851 Euro monatlich für Männer, 1051 für Frauen, in Deutschland waren es 1056 Euro bei den Männern, 634 Euro bei den Frauen. Und das System ist allen Unkenrufen zum Trotz auch langfristig stabil.

DIE LINKE will die gesetzliche Rentenversicherung zu einer Erwerbstätigenversicherung erweitern, in der alle Erwerbstätigen mit
ihrem jeweiligen Erwerbseinkommen versicherungspflichtig sind. Zunächst geht es uns darum, vor allem Selbstständige ohne
ausreichende Altersvorsorge in die gesetzliche Rentenversicherung (GRV) aufzunehmen, aber auch alle anderen Selbstständigen,
Beamte, PolitikerInnen usw. werden in die GRV aufgenommen.

Grundsätzlich orientieren sich die Beiträge zur Rentenversicherung am jeweiligen Einkommen. Wir werden dabei sicherstellen, dass die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit von Selbstständigen gewahrt bleibt und Liquidität gesichert ist. Es ist eine Minderung der Beitragslasten vorzusehen, wenn es wirtschaftlich nicht gut läuft. Bestehende Ansprüche etwa aus berufsständischen Versorgungswerken bleiben selbstverständlich erhalten, für langfristig laufende private Vorsorgeverträge werden großzügige
Übergangsregelungen geschaffen.“

 

Die Antwort der Grünen:
Das Logo von Bündnis 90/Grüne.„Wir wollen, dass Selbstständige gegen Altersarmut abgesichert sind, ohne sie zu überfordern. Deshalb wollen wir die nicht anderweitig abgesicherten Selbstständigen in die gesetzliche Rentenversicherung einbeziehen, denn das bietet ihnen die Möglichkeit, von einem stabilen Gesamtsystem mit attraktiver Rendite und umfassendem Leistungskatalog zu profitieren. So werden in der Rentenversicherung Zeiten der Kindererziehung und Pflege anerkannt, die Hinterbliebenenrente hilft beim Tod der Partnerin oder des Partners. Wenn die Erwerbstätigkeit aufgrund eines Arbeitsunfalls oder gesundheitlicher Einschränkung nicht mehr oder nur eingeschränkt möglich ist, besteht der Anspruch auf Rehabilitationsleistungen und eine Erwerbsminderungsrente. Mit der grünen Garantierente würde eine 30-jährige Mitgliedschaft in der GRV ausreichen, um eine Rente oberhalb des Grundsicherungsniveaus zu erhalten.

Um eine Überforderung zu vermeiden, sollen die Beiträge oberhalb des Mindestbeitrags einkommensbezogen ausgestaltet werden, zudem sollte die Möglichkeit eröffnet werden, zusätzlich zum Pflichtbeitrag freiwillige Zahlungen zu leisten, um in guten Zeiten Lücken aus schlechten Zeiten zu schließen und es sollte nach Möglichkeiten gesucht werden, Auftraggeberinnen und -geber an den Sozialversicherungsbeiträgen zu beteiligen. Auch muss die Belastung mit Beiträgen zu anderen Sozialversicherungen mit in den Blick genommen werden. In jedem Fall muss es Übergangsregelungen geben, muss auf bereits getroffene Vorsorgeentscheidungen Rücksicht genommen werden.“

 

Die Antwort der FDP:

Das Logo der FDP.„Wir Freie Demokraten wollen Selbstständige zur Altersvorsorge verpflichten und ihnen zugleich ein umfassendes Wahl- und Gestaltungsrecht bei der Vorsorgeform einräumen. Denn zahlreiche Selbstständige haben heute im Alter kein ausreichendes Einkommen. Sie sind auf Leistungen der Grundsicherung angewiesen, für die die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler aufkommen müssen. Um dieser Gefahr vorzubeugen, sollen Selbstständige künftig für eine Basisabsicherung im Alter vorsorgen. Sie soll zu einer Rente führen, die oberhalb des Grundsicherungsniveaus liegt. Alle Selbstständigen, die nicht Pflichtmitglied in einem berufsspezifischen Alterssicherungssystem sind, sollen dabei die Freiheit haben, ihre Vorsorgeform selbst zu wählen. So können sie entscheiden, ob sie privat etwa im Rahmen einer steuerlich geförderten Basisrente oder freiwillig in der gesetzlichen Rentenversicherung für das Alter vorsorgen. Die Pflichtversicherung einzelner Selbstständiger in der gesetzlichen Rentenversicherung wollen wir abschaffen. Neben Rentenversicherungsverträgen sollen auch Fonds, Immobilien und Rückstellungen aus dem Betriebsvermögen anerkannt werden. Zusätzlich zu dieser Wahlfreiheit wollen wir weitreichende Übergangsvorschriften und Karenzzeiten für Gründer schaffen, um größtmögliche Eigenständigkeit, Flexibilität und Freiheit der Selbstständigen zu gewährleisten.“

 

Die Antwort der AfD tragen wir nach, sobald sie uns vorliegt.

 

Welche Partei überzeugt dich mit ihrer Position am meisten? Bitte hinterlasse einen Kommentar!

14 Kommentare

  1. stefan schreibt:

    Die FDP scheint die praktikabelste Lösung für Deutschland zu haben. Bei SPD u. CSU habe ich die Befürchtung, dass die kurzeitigen Renten Mehreinnahmen durch die Selbständige für weitere Wahlgeschenke (Rente mit 63, Mütterrente) geopfert werden. Grundsätzlich stehe ich auch einer Bürgerversicherung (Politiker, Beamte, Angestellte, Selbständige) offen gegenüber. Allerdings bezweifle ich, dass unsere Politiker Luxemburg oder die Schweiz als Vorbild sehen. Leider gibt es keine Verbindlichkeitserklärung von Wahlprogrammen. Aus diesem Grund bleibt abzuwarten was kommt. Schließlich haben wir noch eine Sektsteuer, für eine kaiserliche Kriegsmarine die 1918 abgeschafft wurde.

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  2. Flavia schreibt:

    Die FDP überzeugt mich am meisten. Aber auch da hängt es davon ab, ob sie dafür sorgen, dass Beitrage nach dem tatsächlichen Einkommen berechnet werden und nicht, wie bei der Krankenversicherung ein fiktives Einkommen, welches irgendeine Partei mal für Selbstständige festgelegt hat. Dann würde viele Selbstständige pleite gehen, denn viele haben es heute schon schwer ihre Krankenkassenbeiträge zu zahlen sofern sie in einer gesetzlichen geblieben sind. Das SPD Konzept macht mir Angst!

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  3. stefan schreibt:

    @Flavia nur die SPD, schau mal bei der Linken rein. Ich finde die Grünen sind noch moderat. Ansonsten stimme ich Dir zu.

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  4. Lisa schreibt:

    Wir fangen ja bereits an, die FDP-Position für das kleienre Übel zu halten.

    NEIN! Wir wollen an sich weder eine Altersvorsorgepflicht noch eine Pflichtversicherung in der gesetzlichen Rentenversicherung! KEINES von beiden. Jeder Selbstständige soll – wie bisher – selbst (!) entscheiden können, wie er vorsorgt. Dazu braucht es keine Verpflichtung! Wir wollen SELBST entscheiden, ohne PFLICHT.

    Jede Vorsorgepflicht und jede Pflichtversicherung wird entweder einen „Mindestbeitrag“ oder einen hochbürokratischen Nachweis der Vorsorge enthalten. Beides ist nicht nur für Gründer, sondern für jeden Selbstständigen kontraproduktiv. Das Einkommen von Selbstständigen ist nun mal nicht stetig, so dass man irgendwelche Beiträge jeden Monat zahlen kann. Die Krankenversicherungspflicht zeigt doch bereits jetzt, wie schwierig das ist: Wenn ein Selbstständiger mal 2 bis 3 Monate keine Einnahmen hat, weil er keine Aufträge hat oder krank ist, muss er gleichbleibend hohe Pflichtbeiträge zur Krankenversicherung (und bald wohl auch für die Altersvorsorge) aufbringen. Das widerspricht dem Sinn einer Selbstständigkeit.

    NEIN! Wir wollen nicht das kleinere Übel. Wir wollen KEINE Pflicht. Und wir wollen nicht, dass die DRV dann mit der Prüfung der Erfüllung der Altersvorsorgeflicht erfüllt (weil sie dafür ja wegen ihrer „bewährten Erfahrungen“ mit dem „bewährten Statusfeststellungsverfahren“ so geeignet ist. Die DRV ist der Bock! Wir wollen sie nicht als Gärtner!

    Gruß
    Lisa

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    1. Wera schreibt:

      Hier kann ich Lisa nur zustimmen und sehe das ganz genauso. Wir sind nicht selbstständig, um jemandem auf der Tasche zu liegen, sondern um selbstständig zu entscheiden. Das sagt schon das Wort an sich.

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    2. Reiner schreibt:

      Lisa, Sie haben es erfasst – es geht um Planwirtschaft zur Enteignung noch der letzten Hose. Das letzt Hemd dürfen wir vorläufig noch behalten.

      Für die Politik sind Selbständigen kontraproduktiv, ja gefährlich -Kreativität ist das Gift für jede Planwirtschaft.
      Und Politik ist nichts anderes als Planwirtschaft. Oder machen die Damen und Herren Volksvertreter etwas anderes als planen… Zuckerbrot hier, Peitsche dort

      Zum Thema:
      Selbständige sind Arbeitende. Punkt.

      Solange die KV, AV und RV nicht derart umgestaltet wird, daß ein jeder Bürger eine Mindestversorgung im KV-/AV- und Rentenversicherungsfall erhält, ist jede Diskussion müßig.

      Gleichzeitig müßte das Einkommenssteuerrecht grundlegend geändert werden. Grundlegend dahin, daß mit wenigen und sehr niedrigen Steuersätzen unter Abschaffung aller Ausnahmen eine Einkommensabschöpfung nur in dem Rahmen stattfindet, daß die lebenswichtigen Staats- und Gemeinwohlfunktionen finanziert werden – und jede darüberhinausgehende Versorgung unter Nennung des zusätzlichen Steuerbedarfes vom Volk ratifiziert wird.

      Der Leistungspflicht der KV-/AV-/Rentenversicherung kann dann die bürgerweite Einzahlung prozentual gleichbelastender Beiträge gegenüber gestellt werden -allerdings ohne jede Bemessungsgrenze und ohne Berufsausnahmen.

      Diese Beitragspflicht ist an die Lebensgrundsicherung zu koppeln – wird ein Einkommen generiert, welches durch diese Beitragszahlungen unter die Grundsicherung absinken würde -dann ist der Staat als Sozialgemeinschaft eintrittspflichtig. Auch hier gilt, der Einkommenssteuerbescheid entscheidet – und keinesfalls der Zwang sich irgendeiner Behörde zu offenbaren.

      Alle Programme der pol. Parteien dienen nur einem Zweck -dem Abkochen der BürgerInnen im Gesamten und dem Enteignen jedweder Sachwerte, hier und jetzt der Selbständigen. Keine Sorge, es wird jeder mal bedient.

      Generationenvertrag, Alterssicherungsgesetz, Betriebsrentenstärkungsgesetz…. es wird über Begriffe diskutiert, ohne die Bedeutung zu hinterfragen.

      Beispiel Generationenvertrag:
      Es gab und gibt keinen Generationenvertrag. Nach dem Krieg waren die „Rentenempfänger“ naturgemäß nicht nennenswert vorhanden -mangels Rentnern in der Quantität und mangels Qualität bezüglich des Leistungsanspruches.
      Bis Anfang der achziger Jahre besaß die Rentenkasse ein Vermögen von mehr als 300 MRD DM. Angespart durch die Renteneinzahlungen der Nachkriegsgeneration -also nix von wegen Generationenvertrag.
      Dann kam Kohl, später Schröder, dann wohl (IM) Erika. Die Bundesklanzlerin, hervorgegangen wie Phönix aus der Asche der lupenreinen Planwirtschaft.

      Diese Vertreter haben die Rentenkassen geplündert und der zuvor einzahlenden Nachkriegsgeneration in den Allerwertesten geschoben -sei es als Frühestverrentung, oder zweckentfremdet für allerlei soziales Manna-.
      Jedenfalls in einer Höhe, daß für die nun notwendigen Renten keinerlei Kohle mehr übrig war.
      Also verschuldete sich der „Staat“ gleich noch in Billionenhöhe -auch diese Kohle ist verfrühstückt.

      Meine Elterngeneration waren also die, die den Sozialstaat geplündert haben -aber wir sind heute keinen Deut besser.

      Als die Kohle der Sozialversicherungen verheizt war, da brauchte es neuen Forderungsbegriffe. Den Generationenvertrag -da verbietet sich per se´ jedes hinterfragen, die Rürup-Rente, und und und.

      Rechnet Euch mal aus, was ein gelernter Arbeitnehmer in seiner Berufszeit in die RV eingezahlt hat. Unter Berücksichtigung einer seriösen Rendite kommen da in 45 Jahren mind. 1.2 MIO EUR zusammen.
      Diese Summe hätte Ömmerken nie als Rente verbraten können – Kohl und Co konnte es sehr wohl.
      Dafür wurden diese Figuren ja auch gewählt -nix für ungut!

      Gewählt zur Erzeugung einer Planwirtschaft, selbstverständlich gestaltet nach dem Floriansprinzip….

      Damit kam die unsägliche Kostenbelastung aller gesellschaftlichen Gruppen, oder bevorzugt die Enteignung des Mittelstandes.
      Wenn ein seriös arbeitender Selbständiger in der Masse gesehen kein auskömmliches Einkommen generieren kann, dann ist was oberfaul im Staate. Im Staate der amazons & googles, der Großkonzerne und der Minijobanbieter.

      Fazit: Unsere Volksvertreter/Richter/Entscheidungsträger etc. gehören analysiert, ihr Verhalten ausgewertet, dokumentiert & veröffentlicht.
      Das Ganze wird verbunden mit freundlichen, friedlichen Vor-Ort-Besuchen, Präsenz ständig und überall.

      Wer täglich von eimem kleinen Grüppchen einen „Schönen Guten Tag“ erhält, auf dem Nachhauseweg ein paar Blümchen gereicht bekommt, der geht doch bestimmt höchst motiviert zur Erfüllung des beeideten Gemeinwohls zur Arbeit in die Politik, oder?
      Wenn dann so zusammengestanden wird, dann ist der Souverän der Politik so nah, dann kan der Souverän auch gleich Politik machen -von der Gemeinde an aufwärts. Denn der Souerän sind wir -das Volk.

      Schon vergessen?

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  5. Andreas Lutz schreibt:

    Ich versuche mal, die Antworten der Parteien aus Perspektive des VGSD zusammenzufassen. Das ist in diesem Fall gar nicht so einfach, denn die Parteien haben (erfreulicherweise) sehr differenziert geantwortet:
    – Union und FDP sind für die Einführung einer Altersvorsorgepflicht mit der Wahlmöglichkeit zwischen Einzahlungen in die GRV oder eine private Altersvorsorge.
    – Die Union möchte eine Rentenkommission einrichten, die bis Ende 2019 Vorschläge erarbeitet.
    – Die FDP wird konkreter: Neben GRV und Basisrente („Rürup-Rente“) sollen auch Fondsanlagen, Immobilien und Rückstellungen im Betriebsvermögen als Alterrückstellung anerkannt werden. Nachgewiesen werden müssten Anlagen in Höhe der Grundsicherung im Alter
    – Freuen dürfen sich auch die bisher rentenversicherungspflichtigen Selbstständigen wie Handwerker und Lehrer. Sie hätten – wenn es nach der FDP geht – künftig dann auch die Wahl, privat vorzusorgen.
    – SPD, Linke und Grüne wollen eine Rentenversicherungspflicht einführen.
    – In ihrem Rentenkonzept hatte Andrea Nahles von einer Altersgrenze von 40 Jahren gesprochen, in der Antwort auf unseren Wahlprüfstein nennt die SPD (beispielhaft) 50 Jahre. Wer jünger ist, muss einkommensabhängig in die GRV einzahlen.
    – Erstmals lesen wir in der SPD-Antwort, dass der Nachweis einer Altersvorsorge in Form von Basisrenten in Höhe der Grundsicherung im Alter für eine Befreiung ausreichen soll, evtl. sogar für künftige Selbstständige. Möglicherweise deutet sich hier eine Kompromisslösung für Koalitionsverhandlungen an?
    – Die Linken verweisen auf das angebliche Erfolgsmodell Österreich (das aber nach allgemeiner Überzeugung nicht nachhaltig finanziert ist und vor schmerzhafte Einschnitten steht). Als einzige Partei sagt sie, dass die Rentenversicherungspflicht nicht nur für bisher nicht obligatorisch versicherte Selbstständige gelten soll, sondern später auch für Beamte und kammerpflichtige Freiberufler.
    – Die Grünen schlagen vor, dass man in guten Zeiten höhere Beiträge zahlen kann, um schlechtere Zeiten auszugleichen. Sie möchten weiter prüfen, ob es nicht doch eine Möglichkeit gibt, Auftraggeber an den Sozialversicherungsbeiträgen zu beteiligen (bisher hat sich dafür keine praktikable/effektive Lösung gefunden).
    – Alle Parteien bekennen sich erfreulicherweise dazu, dass es großzügige Übergangsregelungen und Kulanzzeiten für Grüder geben müsse. Außerdem dürften die Zahlungen die Selbstständigen nicht überfordern. Was das konkret bedeutet, dürfte sich von Partei zu Partei aber erheblich unterscheiden!

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  6. Walter schreibt:

    Ist es wirklich notwendig eine rechtsextreme Partei wie die AfD zu befragen? Das verleiht ihr nur einen seriösen Anstriche.

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    1. Hans schreibt:

      @Walter ich finde es gut das der VGSD alle Parteien befragt, die im Bundestag vermutlich sitzen werden. Ich teile weder eine sehr linke noch eine sehr rechte Position. Es entspricht der Fairness eines unabhängigen Verbandes. Was entlarvt den mehr als Konzeptlosigkeit ca. sechs Wochen vor der Wahl? Bislang hat die AFD zu keinem Wahlprüfstein was geliefert!

      Extrem Rechts und extrem Links haben in der Geschichte immer gern verstaatlich und dies nicht nur in Deutschland.

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  7. staphcame303@angelic.com schreibt:

    Ich denke, die FDP das beste Programm für ältere Menschen angeboten ha

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  8. Ulrich schreibt:

    Die beste Antwort kommt erstaunlicherweise von den Linken. Wir brauchen eine Altersvorsorge, in die alle Berufsgruppen auch die Beamten einzahlen. Die BRD ist eines der wenigen Länder europaweit, wo jede Berufsgruppe ihr eigenes Altersvorsorge -Süppchen kocht. Mal exorbitant wie bei den Beamtenpensionen, oft dürftig wie bei der DRV. Was passiert denn, wenn Selbständige es nicht schaffen, freiwillig ausreichend fürs Alter vorzusorgen, sollen die dann im Alter Grundsicherung auf Kosten aller erhalten?
    Ich rede hier nicht der gängigen Praxis der DRV das Wort, die aufgrund von immer mehr Mini- und schlechtbezahlten Jobs auch weiterhin ihre Schatullen füllen will und in deren Augen Selbständige erst mal willkommene Melkkühe sind, die der „Willkür“ bei der Statusfeststellung unterliegen.
    Nur eine gemeinsame Versicherung für alle Berufsgruppen ist eine sinnvolle Basis für die Zukunft. Das wird aber wohl an der Beamtenlobby im Parlament scheitern.

    Antworten
    1. helmut schreibt:

      Grüne u. SPD fordern eine Bürgerversicherung. Selbständige hatten es in DDR keinen leichten Stand.

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    2. Michaela Barthel schreibt:

      Ja, das finde ich gut. ich finde die Masse an RV-Möglichkeiten ist eine riesige Verschwendung an Verwaltungskraft. Eine Rente sollte für jeden die 1000 Euro sichern. Eine Mindestlebensarbeitszeit dann natürlich deutlich mehr und keine Rentner- oder Pensionärs-klasse«! Nach dem Ausscheiden aus dem Arbeitsleben sollen alle vom Staat gleich wertvoll behandelt werden. Wer mehr will und kann und sollte, aus dem reichen Angebot privater Angebote schöpfen – je nach dem, in welcher Lebensphase mehr möglich ist und so aufsatteln.

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  9. Alexander Richter schreibt:

    Am liebsten wäre mir wenn alles so bleibt wie es bisher ist bzgl. der Rentenversicherung, d.h. absolut freiwillig. Welche von den kleineren Parteien setzt sich dafür ein?

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