Verband der Gründer und Selbstständigen Deutschland e.V.

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Selbstständigen Deutschland e.V.

Ergebnisse der Experten-Telko: „Nachhaltigkeit als Chance für mehr Geschäftserfolg – so verbesserst du deine persönliche Gemeinwohl-Bilanz“

Werner Furtner; Foto:privat

Experte: Werner Furtner
Moderatorin: Antje Eichhorn 
Co-Moderatorin: Stefanie Bockwinkel 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Während der Telko beantwortete Werner unter anderem folgende Fragen:

  • Was ist Gemeinwohl-Ökonomie überhaupt?
  • Warum verfolgst du das Konzept der Gemeinwohl-Ökonomie?
  • Kann es sich ein Solo-Selbstständiger überhaupt leisten, in seinem unternehmerischen Alltag das Gemeinwohl zu bedenken?
  • Welche Vorteile hat ein Selbstständiger davon, auf seine Gemeinwohl-Bilanz zu achten? Gilt das auch für Start-ups?
  • Nützt es der Gesellschaft überhaupt etwas, wenn sich ein Einzelkämpfer engagiert?
  • Was kann jeder von uns konkret tun, um die Bilanz zu verbessern?
  • Was sind die ersten Schritte, die wir diesbezüglich gehen können?

 

Das komplette Video

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Wer sich von Werner über das Thema Gemeinwohl-Bilanz beraten lassen möchte, kann über seinen Brancheneintrag Kontakt zu ihm aufnehmen.

2 Kommentare

  1. marc fritzler schreibt:

    Kritische Anmerkungen zur GWÖ
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    Ich war vor zehn Jahren ein großer Fan, ‚hatte Unterstützungserklärung abgegeben (ein Sämchen). Damals war die GWÖ dadurch fortschrittlich, weil sie explizit Ein-Personen-Unternehmen (EPU) angesprochen hat und sehr „sexy“ war.
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    Im Laufe der Jahre ist sie jedoch zunehmend bürokratischer und dogmatischer geworden – manche Anforderungen, die die GWÖ an Unternehmen stellt, kommen aus einem sehr weit links liegenden Lager (ATTAC). Gewerkschafter haben einen deutlichen Einfluss, nicht aber Solos. Mit manchen Forderungen tritt die GWÖ sogar sehr feindlich ggb. Selbststänidgen auf – etwa was Arbeitszeiten und Verdienste anbelangt.
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    In diesen jüngsten Monaten 2020 hat sich gezeigt, dass die GWÖ nichts zur Situation der Selbstständigen (Corana) und den Maßnahmen des Staates zu sagen hat. Traurig.
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    Das verwundert auch nicht, denn die GWÖ betrachtet die Sache sehr einseitig: Unternehmer/Selbstständige haben für die Gemeinschaft alles aufzubringen, dann sind sie „gute“. Was die GWÖ nicht adressiert: Dass auf der anderen Seite auch „die“ Gesellschaft, „der“ Staat in einer Verantwortung ggb. Unternehmern steht (Fairness, Gerechtigkeit) – siehe just unsere Situation derzeit.
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    Doch das interessiert in dieser Szene nur wenige.
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    Die vorliegenden Gemeinwohl-Berichte sind ein Fiasko für die Kommunikation – so etwas liest wirklich niemand. Für ein CSR-Reporting, das Menschen erreichen will, sind sie leider nicht geeignet.
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    Ein weiteres Problem sind die unterschiedlichen, subjektiven Bewertungen durch die GWÖ-Auditoren – ein Manko seit Beginn der GWÖ.
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    TIPPS für Solos, die sich mit CSR/Values beschäftigen wollen:
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    1) Schaut Euch die ethischen Aspekte der GWÖ an, greift sie auf. Da sind durchaus gute Ansätze drin.
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    2) Überlegt Euch aber reiflich, ob Ihr an diesem Prozess (mit Audit) teilnehmen wollt – und es stemmen könnt: So ein Prozess kann schon einmal ein Jahr benötigen (eigene Erfahrungen).
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    3) Wenn Ihr ins Reporting einsteigen wollt: Dann wählt ein anderes Berichtsformat!
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    4) Von respact (Östtereich) gibt es den „CSR Leitfaden für Ein-Personen-Unternehmen“. Der ist zwar schon ein paar Jahre alt – aber immer noch sehr gut für Solos geeignet, die ihr Geschäft nachhaltig(er) gestalten wollen.
    https://www.respact.at/site/de/medien/downloads/database/416.html
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    Ich selber arbeite zum Thema seit 30 Jahren (Reporting und Beratung) und an einer Handreichung, wie Selbstständige sinnvoll und praktikabel ihr Geschäft nachhaltig aufstellen können + Service für VGSD-Mitglieder. Abhängig von der weiteren Entwicklung (Corona) soll das Tool im Sommer fertig werden. Wir werden sehen.
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    Nachhaltiges Glück auf!

    Antworten
  2. Werner Furtner schreibt:

    Danke lieber Marc Fritzler für Ihren / Deinen kritischen Kommentar. Gerne gehe ich auf Ihre / Deine Sichtweisen ein und teile gerne auch meine Blickpunkte und Erfahrungen.

    Zum Dogma: Ihre / Deine Schmerzen kann ich teilweise nachvollziehen. Ich selbst habe in der GWÖ Menschen kennengelernt, die mit dem Zeigefinger deutend dogmatisch unterwegs sind und neben ihrer eigenen Meinung wenig gelten lassen. Von jenen und deren teils extremem Denken halte ich nicht nur in Corona-Zeiten meinen Sicherheits-Abstand ein. Es „menschelt“ halt, wie überall und aus meiner Erfahrung liegt es meist nur an negativen Erfahrungen mit einzelnen Menschen, die uns eine gute Sache madig machen, nicht so sehr an den „Systemen“ an sich. Und das ist nicht GWÖ-spezifisch, sondern passiert in allen gesellschaftlichen, politischen oder unternehmerischen Organisationen.

    Zu Bürokratie: Ich durfte schon einige ehrenamtliche oder unternehmerischen StartUps anstoßen und begleiten, und konnte stets beobachten: wenn Pionier-Ideen zu pulsierenden Organisation wachsen und „Erwachsen“ werden, verblasst manchmal der Zauber des Anfangs und weicht dem nüchternen Alltag des Aufbaus und manchmal auch ermüdenden Kontroversen über den „richtigen“ Weg. Andererseits, von der ehrenamtlich agierenden GWÖ-Organisation könnte so manches größere Unternehmen mit dreistelligen Mitarbeiterzahlen lernen, wie eigenmotiviertes Engagement und Management geht. Denn was dort im organisatorischen „Backoffice“, in den DACH-Vereinen und Regionalgruppen ehrenamtlich geschafft und geschaffen wird, hat außergewöhnlich hohe Qualität. Und weil der Sinn des Tuns klar ist, ziehen Ehrenamtliche, Berater*innen und Unternehmen in – woanders selten erlebter – Kooperation und Wertschätzung am selben Ende des Strangs. Und vergessen wir dabei nicht, dass sich hier besonders Unternehmen (mittlerweile auch Kommunen) derzeit noch ohne gesetzlichen Zwang freiwillig bilanzieren und auf den Weg machen, nachhaltiger, gemeinwohl-orientierter und generationengerechter zu werden.

    Zu den Audits: Ja, es gibt Schwachstellen, was Audits betrifft, und hier wird gerade kräftig am Qualitäts-Management gearbeitet, denn genau diese externe Evaluierung und Auditierung – die externe Sicht , das „4-, 6- oder mehr-Augen-Prinzip“ – ist der große Unterschied und die Stärke gegenüber allen konventionellen, nur aus Eigensicht erstellten Nachhaltigkeits-Reportings. Wir alle kennen zu viele, nicht verifizierbare „Schönwetter“-Nachhaltigkeitsberichte, die nur die Innensicht spiegeln und deren Substanz wir anzweifeln oder sogar Greenwashing vermuten. Es geht in der Gemeinwohl-Ökonomie um weit mehr als nur um einen Bericht und ein (weiteres) nachhaltiges Label: Die GWÖ bietet mit ihrer Gemeinwohl-Matrix und der Gemeinwohl-Bilanz ein Management-Tool zur Transformation an, das seinesgleichen sucht und viele unternehmerische Probleme lösen und Bedürfnisse der Stakeholder erfüllen hilft. Für Solo- und KMU, ja sogar für Konzernstrukturen.

    Zu den Bilanzberichten: die sollen kein Marketing machen. Es sind „nur“ reine Berichterstattung über nachhaltiges Qualitäts-Management, nicht mehr und nicht weniger. Sie dienen interessierten Bedürfnisgruppen, zusammen mit dem Audit-Testat, als Nachweis eines nachhaltigen und werteorientierten Handelns, ohne Vermischung mit Marketingaussagen. Jeder kann sein bevorzugtes Reporting-Tool verkaufen oder nutzen. Danke an der Stelle für den Link zu respact, auch ein sehr handhabbarer Ansatz. Es bleibt jedem Unternehmen selbst überlassen, zusätzlich zum Bilanzbericht ein kommunikatives und marketing-technisch gut aufgemachtes Reporting-Medium zu veröffentlichen, mit dem Ziel Interessierte als Mitstreiter zu gewinnen. Und auch hier gibt es gut gemachte Beispiele.

    Zu einseitiger Betrachtung: Ich sehe es keineswegs so, dass die GWÖ nur den Unternehmer*innen anlastet, sich um ethische und ökologische Nachhaltigkeit zu kümmern. Die GWÖ ist ebenso auf gesellschaftlicher und politischer Ebene unterwegs. Ich bin der Meinung, dass jeder einzelne gefordert ist, ob privat, geschäftlich, auf kommunaler Ebene, ganz egal. Und auch während Corona war und ist die GWÖ da. Wer mag schaut die zahlreichen Videos, Interviews, Statements dazu auf Youtube und hier auch der Link zum PostCorona-Positionspapier, gerne teilen: https://www.wernerfurtner.de/wp-content/uploads/2020/06/2020-05-Gemeinwohl-Oekonomie-PostCorona-Positionspapier.pdf

    Mein Fazit: Strömungen, die einen vom Kurs abbringen könnten, gibt es immer. Hier braucht es eine starke Hand am Steuer, und die hat man immer nur selbst. Es liegt aus meiner Sicht immer an einem selbst, was man daraus macht. Es geht einfach darum, sich auf den Weg zu machen. Mein Ding ist der Sinn und Zweck des Ganzen: nämlich durch mein unternehmerisches Tun ein besseres Miteinander, Füreinander und Leben zu schaffen, für die Gemeinschaft und für jeden Einzelnen, für mich und meine Familie. Und dafür komme ich nicht mit „Musst Du …“, sondern spreche Empfehlungen und Einladungen aus, mitzumachen, mitzugestalten und zu erleben, mit wie viel mehr Zufriedenheit man seinen Erfolg lenken kann.

    In diesem Sinne, wünsche ich mir gerne den Dialog mit Ihnen / Dir und allen Solo-Selbständigen im VGSD. Ich wünsche allen Mitglieder*innen unternehmerischen und persönlichen Erfolg, Zufriedenheit und Gesundheit.

    Auch von mir ein nachhaltiges Glück auf!

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