Für Selbstständige gibt es keine verlässlichen Zahlen zur Burnout-Häufigkeit. Allgemeine Zahlen der AOK zeigen jedoch, dass die Fehlzeiten aufgrund von Burnout zwischen 2019 und 2023 um 35 Prozent gestiegen sind. Bei Selbstständigen ist die Erfassung schwieriger, weil sie in der Regel keine Krankheitsbescheinigung für sich selbst einreichen müssen.
Gleichzeitig arbeiten Selbstständige häufig lange: Die Bundesagentur für Arbeitsmedizin und Arbeitssicherheit nennt durchschnittlich 43 Wochenstunden für abhängig Beschäftigte, 48,5 Stunden für Solo-Selbstständige und 52,7 Stunden für Selbstständige mit Beschäftigten. Die tatsächliche Arbeitszeit könnte bei Selbstständigen sogar höher liegen, da sie diese leicht unterschätzen.
Selbstständigkeit kann einerseits vor Burnout schützen, weil du deine Arbeit selbst gestalten und etwas tun kannst, das dir Freude und Sinn gibt. Andererseits ist die Gefahr der Selbstausbeutung groß. Leidenschaft, finanzielle oder existenzielle Zwänge, Verantwortung für Mitarbeitende und fehlende Grenzen zwischen Arbeit und Privatleben können dazu führen, dass du dauerhaft zu viel arbeitest.
Um die Belastung zu reduzieren, kann es helfen, deine gesamten beruflichen Tätigkeiten und den tatsächlichen Zeitaufwand aufzuschreiben. Anschließend kannst du überlegen, auf welche Aufgaben du am ehesten verzichten kannst. Das bedeutet häufig, bewusst etwas loszulassen, das dir wichtig ist. In dem Beispiel wurden unter anderem Seminare und einzelne Supervisionen reduziert. Die entscheidende Frage war dabei, ob eine zusätzliche Tätigkeit wichtiger ist als freie Zeit und die eigene Gesundheit.
Du möchtest Kommentare bearbeiten, voten und über Antworten benachrichtigt werden?
Jetzt kostenlos Community-Mitglied werden