Verband der Gründer und Selbstständigen Deutschland e.V.

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Herr Treugut, warum vergibt Vistaprint in der Corona-Krise Preise für Unternehmergeist?

Vistaprint-Deutschland-Chef Georg Treugut beantwortet unsere Fragen, Foto: Vistaprint

Georg Treugut ist Marketingleiter und Country Manager von Vistaprint in Deutschland. Das Unternehmen vergibt den „Leuchtturm-Ideenpreis für Kleinunternehmer“ – gemeinsam mit dem VGSD und weiteren Mitgliedern der Bundesarbeitsgemeinschaft Selbstständigenverbände (BAGSV). Im Mai hatte Vistaprint den VGSD bereits bei einer Mitgliederaktion unterstützt.

 

Herr Treugut, was hat sie bewegt, den Leuchtturm-Ideenpreis ins Leben zu rufen, ausgerechnet jetzt?

Bei Vistaprint dreht sich alles darum, Kleinunternehmern dabei zu helfen, ihre Träume zu verwirklichen. Die Corona-Krise und der damit verbundene Lockdown hat den Traum der Selbständigkeit für viele zum Albtraum gemacht. Viele Unternehmen haben jedoch schnell, ideenreich und mutig reagiert und ihr Geschäftsmodell verändert. Darauf wollen wir die öffentliche Aufmerksamkeit lenken.

Wir finanzieren die Preisgelder aus anteiligen Erlösen, die wir mit dem Verkauf von Mund-Nase-Masken erzielen. Bei mehreren Zoom-Sessions mit den VGSD-Vorständen Andreas Lutz und Claudia Kimich ist dann die Idee eines Kleinunternehmer-Preises entstanden.

 

Mit Leuchtturm-Preis in Krise Inspiration geben

Das Logo des Leuchtturm-Preises

Warum haben Sie für den Preis den Begriff „Leuchtturm“ gewählt?

Der Leuchtturm soll anderen Selbstständigen in dieser schwierigen Situation Beispiele und Orientierung geben. Mit ihm wollen wir beleuchten, wie Unternehmer neue Wege beschreiten, wenn vieles um sie herum zusammenbricht. Sei es, wie sie neue Zielgruppen ansprechen, ungewohnte Absatzwege beschreiten, das Sortiment ergänzen oder sich gänzlich neu erfinden.

 

Wer kann sich um den Preis bewerben?

Bewerben können sich Solo-Selbstständige, Freelancer und kleine Unternehmen. Wir fragen die Teilnehmer, wie ihr Unternehmen von der Corona-Krise getroffen wurde und mit welchen Maßnahmen sie die Krise bewältigt haben oder bewältigen möchten. Außerdem interessiert uns, wofür das Preisgeld aufgewendet werden soll – oder wurde.

 

Kann man sich auch mehrfach bewerben, wenn man viele verschiedene Ideen hat?

Man kann sich grundsätzlich auch mit mehreren Ideen bewerben und diese getrennt über das Formular einreichen. Ich empfehle aber, eher ein Gesamtpaket zu präsentieren, in dem die Summe verschiedener Aktionen den Unternehmergeist unterstreichen.

 

Manchmal muss man etwas ausprobieren und Lehrgeld zahlen

Was, wenn die Idee sich im Nachhinein als Misserfolg herausstellt?

Wir freuen uns natürlich über jede Idee, die Unternehmern hilft, diese Zeit zu überstehen und die eine Inspiration für andere Unternehmer ist. Es gehört aber auch Wagnis zum Unternehmergeist – manchmal muss man etwas auch ausprobieren und zahlt Lehrgeld. Nicht jede gute Idee führt zwingend zum Erfolg. Die 5.000 Euro können die Preisträger unabhängig vom finanziellen Erfolg ihrer Bemühungen behalten.

 

Wann vergeben Sie die Preise und in welcher Höhe?

Insgesamt werden vier Leuchttürme mit einem Preisgeld von je 5.000 Euro vergeben. Die erste Geschäftsidee wurde bereits nach dem Teilnahmeschluss für die erste Runde am 22. Juni ausgezeichnet. Weitere folgen alle zwei Wochen. Wer bei einer Preisverleihung leer ausgeht, bleibt trotzdem auch bei den nachfolgenden im Rennen.

 

Wer entscheidet über die Preisträger?

Wir haben eine Jury aus Vistaprint und verschiedenen Verbänden. Der VGSD wird durch dessen stellvertretende Vorsitzende Claudia Kimich und den Online-Marketing-Experten Jonas Fartaczek vertreten. Außerdem haben wir Jury-Mitglieder vom Verband der Übersetzer und Dolmetscher (BDÜ), von der Interessengemeinschaft der selbstständigen DienstleisterInnen in der Veranstaltungswirtschaft (ISDV), der Allianz deutscher Designer (AGD) sowie den Freien Lektorinnen und Lektoren (VFLL).

 

Mehr als 600 Bewerbungen: wie kann man aus ihnen herausstechen?

Der erste Gewinner steht bereits fest, ein Scheck über 5.000 Euro wurde überreicht. Weitere Infos, Foto: Vistaprint

Es haben sich ja schon in der ersten Runde sehr viele Selbstständige um den Preis beworben. Haben Sie mit einem solchen Ansturm gerechnet und wie gehen Sie damit um?

Wir waren natürlich sehr erfreut, auf welches große Interesse der Leuchtturmpreis bei den Betroffenen stößt. Bisher haben sich mehr als 600 Selbstständige um den Preis beworben. Die Anzahl, vor allem aber auch die Qualität der Bewerbungen übertrifft unsere Erwartungen. Damit stehen wir vor der großen Herausforderung, nun entscheiden zu müssen, wer jeweils den Preis erhalten soll.

Wir stellen den Jurymitgliedern alle Bewerbungen ohne personenbezogene Daten zur Verfügung, so dass sich jede/r im Vorfeld ein Bild von ihnen machen kann. Jedes Jurymitglied kann Nominierungen aussprechen, über die kurz nach Zwischenteilnahmeschluss diskutiert und abgestimmt wird. Das ist schon einige Arbeit und wir sind den Jury-Mitgliedern für ihren ehrenamtlichen Einsatz sehr dankbar.

 

Welche Auswahlkriterien spielen dabei eine wichtige Rolle?

Die Jurymitglieder bewerten u.a. Kreativität und Lösungsorientierung der Ideen und Maßnahmen, aber auch die Flexibilität und Risikobereitschaft, die die Selbstständigen unter Beweis gestellt haben. Die Gewichtung dieser Kriterien wählt jedes Jurymitglied aus der persönlichen Erfahrung. Besonders wichtig ist uns die Übertragbarkeit und damit der Vorbildcharakter für andere Selbstständige und Kleinunternehmer.

 

Können Sie schon Muster erkennen, welche Strategien die teilnehmenden Selbstständigen besonders häufig genutzt haben, um aus der Krise zu kommen?

Unter den Bewerbungen sehen wir häufig, dass Unternehmen auf Lieferungen umstellen oder Ihr Angebot auf Online umstellen – bis hin zur Hundeschule. Viele erweitern auch Ihr Angebot und suchen sich neue Zielgruppen.

Wir lesen auf der anderen Seite auch sehr viel über Krisen. Ein Preisgeld würde hier das nackte Überleben in der Zeit ohne Kundschaft sichern. Das schmerzt in jedem Einzelfall und wir hoffen, dass die gekürten Preisträger für diese Unternehmer eine Inspiration sein können.

 

Was macht Vistaprint genau?

Wie verhindern Sie, dass ein Verbandsvertreter eigene Mitglieder bevorzugt?

Wir fragen in der Bewerbung keinen Verbandsbezug oder ein Kundenverhältnis zu Vistaprint ab. Alle Bewerbungen werden neutral gesichtet.

Innerhalb der Jury haben wir uns auf Transparenz verständigt. Gute Ideen sollten weder Vorteile noch Nachteile durch einen persönlichen Bezug zur Jury haben. Nach Durchsicht aller Nominierungen werden die Jurymitglieder gebeten, einen möglichen Interessenkonflikt offenzulegen und sich dann auch den Fragen der anderen Jurymitgliedern kritisch zu stellen.

 

Viele kennen Vistaprint von Ihren fantasievollen Visitenkarten. Was macht ihr Unternehmen genau?

Vistaprint wurde 1995 gegründet und ist heute in mehr als 20 Ländern aktiv. Dank unseres patentierten Druckverfahrens kann das Unternehmen kleine Auflagen in hochwertiger Qualität kostengünstig drucken.

Als Marketingpartner und Online-Druckdienstleister haben wir uns auf Marketingmaterialien für Selbständige und Kleinunternehmen spezialisiert. Wir bieten Beratung, Design und Druck aus einer Hand und unterstützen auch im Bereich des digitalen Marketings. Umfangreiche Grafik-Tools und Designservices ermöglichen es den Kunden, ihre Werbematerialien selbst zu gestalten. So verhilft Vistaprint kleinen Unternehmen zum professionellen Markenauftritt.

 

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