Verband der Gründer und Selbstständigen Deutschland e.V.

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Interview mit Tim Wessels zur Verleihung des Bonhoff-Preises

Tim Wessels bedankt sich in seiner Rede für die Verleihung des Bonhoff-Preises

Tim Wessels bedankt sich in seiner Rede für die Verleihung des Bonhoff-Preises

VGSD: Herzlichen Glückwunsch, Du bist Träger des Bonhoff-Preises wider den §§-Dschungel. Wie war denn die Preisverleihung am Donnerstag letzter Woche? Wir konnten ja aufgrund eines lange geplanten Events in München leider nicht mit dabei sein.

Tim Wessels: Die Veranstaltung war sehr schön, sehr aufwändig und festlich. Sie fand in der Landesvertretung Baden-Württenbergs in Berlin statt. Allein schon beeindruckend, mit welchen Gebäuden die Bundesländer in der Hauptstadt vertreten sind.

VGSD: Wie viele Gäste waren denn da?

Tim Wessels: Es waren ungefähr 150 Gäste gekommen, davon 30 über mich. Kristin war da, eine unserer fleißigsten Mitkämpferinnen bei der Petition. Frank Weigelt war für den VGSD gekommen, das hat mich sehr gefreut. Und natürlich auch, dass mein Firmenpartner Lars dabei sein konnte, was sich erst kurzfristig so ergeben hat. Der Rest waren Gäste der Bonhoff-Stiftung, so war zum Beispiel die Preisträgerin des Vorjahrs, Renate Günther-Greene, anwesend.

VGSD: Staatssekretärin Niederfranke vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) hielt die Laudatio auf Dich. Wie hat sie dich geehrt?

Tim Wessels: Ursprünglich wollte ja Ursula von der Leyen die Rede persönlich halten, hatte dann aber kurzfristig abgesagt, was einige Hektik bei mir verursacht hat, denn ich musste die Rede, in der ich mich auf ihre Laudatio beziehen wollte, noch schnell umschreiben. Inhaltlich gab es aber keine Überraschungen. Die Staatssekretärin betonte die wichtige Bedeutung unseres Feedbacks und unserer Kritik an dem Gesetzesvorhanden. Sie begrüßte, dass wir sehr sachorientiert argumentierten. Die Gespräche mit uns seien produktiv gewesen, das habe ihr Ministerin von der Leyen noch einmal ausdrücklich mit auf den Weg gegeben.

VGSD: Hat sie sich auch dazu geäußert, wie es mit der geplanten Rentenversicherungspflicht für Selbstständige weitergeht?

Tim Wessels: Sie hat klargestellt, dass die Rentenpflicht von der Zielsetzung her sinnvoll sei und in ihren Augen kommen müsse. Sie ist also verschoben, nicht verhindert. Sie argumentierte dabei mit dem Straßenverkehr, es gehe ja nun mal nicht ganz ohne Regeln. Nun kamen die Selbstständigen bei der Rentenversicherung viele Jahrzehnte ohne solche Regeln aus und ihre Altersvorsorge ist mindestens so gut wie die von Arbeitsnehmern. Und es geht mir ja nicht darum, die Straßenschilder abzumontieren. Ihre Argumente haben mich also nicht überzeugt. Aber es wurde deutlich: Die Pläne kommen nach der Wahl wieder auf den Tisch, die Rentenversicherungspflicht für Selbstständige ist längst nicht ausgestanden.

VGSD: Hast Du inhaltlich dagegen argumentiert?

Tim Wessels: Ich war schon versucht, in meiner Rede unsere Argumente vorzubringen. Nicht zuletzt weil ja viele Gäste sich noch gar nicht mit der Thematik auseinandergesetzt hatten und gerade erst erfahren hatten, dass ich der Preisträger bin. Aber ich wollte die Preisverleihung nicht zu einer inhaltlichen Auseinandersetzung werden lassen und glaube, dass das auch die richtige Entscheidung war. Egal wie die Bundestagswahl ausgeht, anschließend geht die Auseinandersetzung um die Rentenpflicht weiter. Deshalb ist es wichtig, dass wir eine handlungsfähige Interessenvertretung aufbauen.

Tim Wessels erhält den mit 50.000 Euro dotierten Bonhoff-Preises

Tim Wessels erhält den mit 50.000 Euro dotierten Bonhoff-Preises

VGSD: Du hast ja einen Scheck in Plakatgröße über das Preisgeld in Höhe von 50.000 Euro übergeben bekommen. Hast Du ihn schon eingelöst und was machst Du mit dem Geld?

Tim Wessels: Ich habe mich auch gefragt, ob man tatsächlich mit dem Scheck zur Bank geht (lacht). Tut man nicht, wie ich jetzt weiß, der Scheck wurde vom Kurierdienst wieder abgeholt und das Preisgeld wird überwiesen. Noch habe ich das Geld nicht bekommen und mir auch noch nicht abschließend überlegt, was ich mit den 50.000 Euro genau machen werde. Auf jeden Fall möchte ich von einem Teil des Geldes künftige Aktionen gegen die Pläne für eine Rentenpflicht finanzieren und auch gerne den VGSD unterstützen.

VGSD: Danke für das Interview!

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