Mehr als jede/r Fünfte der Befragten ist betroffen. Das Geschäftsklima hat sich leicht verbessert, bleibt aber deutlich negativ. Unser Vorstandsvorsitzender Andreas Lutz warnt vor zusätzlicher Belastung durch die geplante Rentenversicherungspflicht.
Die Existenzbedrohung unter Solo-Selbstständigen und Kleinstunternehmen hat einen neuen Höchststand erreicht. Das zeigen die aktuellen Daten des Jimdo-ifo Geschäftsklimaindex: Im Juli sahen 21,2 Prozent der Befragten ihre wirtschaftliche Existenz bedroht, nach 20,6 Prozent im April.
Anhaltender Auftragsmangel und zunehmende Finanzierungsengpässe verschärfen die Lage
Der seit Langem hohe Auftragsmangel dürfte wesentlich dazu beitragen, dass sich immer mehr Selbstständige in ihrer Existenz bedroht sehen. Zwar ging der Anteil der Selbstständigen mit Auftragsmangel im dritten Quartal leicht von 48,4 auf 47,3 Prozent zurück. Dennoch berichtete weiterhin fast die Hälfte von zu wenigen Aufträgen. In der Gesamtwirtschaft waren 36,9 Prozent betroffen. Insgesamt sahen sich 63,3 Prozent der Selbstständigen in ihrer Geschäftstätigkeit eingeschränkt, nach 65,6 Prozent im Vorquartal.
Gleichzeitig nahmen die Finanzierungsengpässe deutlich zu. Der Anteil stieg von 6,7 auf 9,9 Prozent und erreichte damit den höchsten Stand seit Beginn der Erhebung im dritten Quartal 2021.
"Dass mehr als jeder Fünfte unter den befragten Selbstständigen seine Existenz bedroht sieht, ist fatal", sagt Matthias Henze, Gründer und CEO von Jimdo. "Das Geschäftsklima ist seit mehr als drei Jahren fast durchgehend negativ, der Auftragsmangel hält sich hartnäckig und nun nehmen auch die Finanzierungsengpässe zu. Neue wirtschaftliche Dynamik braucht eine breite unternehmerische Basis – von Solo-Selbstständigen und Kleinstunternehmen über Start-ups bis zum Mittelstand."
Lage und Erwartungen weniger pessimistisch
Zwar hat sich das Geschäftsklima bei Solo-Selbstständigen und Kleinstunternehmen im Juli zum dritten Mal in Folge leicht verbessert. Es bleibt jedoch deutlich negativ. Der Jimdo-ifo Geschäftsklimaindex stieg auf minus 22,6 Punkte, nach minus 25,9 Punkten im Juni. Sowohl die aktuelle Geschäftslage (Juli: minus 19,5 Punkte, Juni: minus 22,5 Punkte) als auch die Erwartungen (Juli: minus 25,6 Punkte, Juni: minus 29,2 Punkte) wurden weniger negativ bewertet. Auch die Unsicherheit über die weitere Entwicklung nahm leicht ab.
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In der Gesamtwirtschaft hellte sich die Stimmung ebenfalls auf. Der Geschäftsklimaindikator stieg von minus 12,8 auf minus 10,7 Saldenpunkte. "Trotz der unsicheren Lage am Persischen Golf zeigt sich die deutsche Wirtschaft weniger pessimistisch", sagt Katrin Demmelhuber vom ifo Institut.
VGSD warnt vor zusätzlicher Belastung durch Rentenversicherungspflicht
Unser Vorstandsvorsitzender Andreas Lutz warnt angesichts der angespannten wirtschaftlichen Lage vor zusätzlichen Belastungen für Selbstständige. "Wenn die Bundesregierung wie geplant im Herbst eine Rentenversicherungspflicht beschließt, ist das eine erhebliche zusätzliche Belastung – insbesondere für Gründende. Damit dieser Schritt das Gründungsgeschehen nicht abwürgt, muss die Regierung zeitgleich unbedingt auch die Statusfeststellung und die Beitragsbemessung reformieren."
Ergebnisse im Detail (23 Grafiken):
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Zwar hat sich das Geschäftsklima zuletzt leicht gebessert, doch aktuell fühlen sich so viele Selbstständige in ihrer Existenz bedroht wie seit Beginn der Erhebung nicht. Decken sich die Ergebnisse des aktuellen Geschäftsklimaindex mit deinen Erfahrungen? Erzähl davon in den Kommentaren.
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