Verband der Gründer und Selbstständigen Deutschland e.V.

Verband der Gründer und
Selbstständigen Deutschland e.V.

Bitte installieren: Corona-Warn-App der Bundesregierung ist Chance für Selbstständige

Das ist die Richtige: Corona-Warn-App im Apple Store, Screenshot

Wir stehen so manchen wirtschafts- und arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen der Regierung in Bezug auf (Solo-) Selbstständige kritisch gegenüber. In Bezug auf die heute morgen veröffentlichte Corona-Warn-App der Bundesregierung bzw. des Robert-Koch-Instituts wollen wir uns aber der Regierung anschließen und dich bitten, die App zu installieren.

In diesem Beitrag gehen wir auf einige wichtige Fragen ein, auf die wir in anderen Beiträgen bisher keine Antwort gefunden haben, deren Verständnis aber helfen kann, um die Funktionsweise besser zu verstehen und die App richtig einzusetzen.

 

Nutzung der App kann Selbstständigen helfen, schneller wieder arbeiten zu dürfen

Die Corona-Warn-App dient nicht nur dem Schutz bzw. der schnellen Erkennung von Ansteckungen von dir und deinen Mitbürgern, sondern kann auch helfen, dass andere Maßnahmen der Regierung zum Gesundheitsschutz und die damit verbundenen beruflichen und wirtschaftlichen Einschränkungen schneller beendet werden können.

Noch immer warten viele Selbstständige sehnlich darauf, ihre Arbeit wieder aufnehmen zu können. Die Installation der App kann diesen Selbstständigen helfen. Allerdings setzt das voraus, dass sehr viele Handybesitzer mitmachen, denn nur dann tritt die Schutzwirkung auch wirklich ein (siehe unten).

 

Die richtige App finden und installieren

Es ist gar nicht so einfach, die richtige App zu finden. Bei Suche nach „Corona App“ finden sich auch Apps privater Anbieter sowie aus anderen Ländern.

Am sichersten ist es, die offizielle Corona-App-Website der Bundesregierung zu besuchen und von dort den Links zum Apple- bzw. Google-Store zu folgen. Falls die Seite wie heute morgen kurzzeitig nicht erreichbar sein sollte, so führt auch die Suche nach „corona-warn-app“ im jeweiligen App-Store zum Ziel. Am Logo (vgl. Screenshot oben) erkennst du die App sofort wieder.

 

Das passiert nach der Installation

Die Installation dauerte bei mir nur wenige Sekunden. Man durchläuft einen Dialog, der die Funktionsweise ausführlich erklärt. Entscheidend ist, das Kontaktprotokoll und die Benachrichtigungen zu aktivieren.

Das Kontaktprotokoll ist eine Funktion des Smartphone-Betriebssystems und läuft auch nach dem Beenden der App weiter. Es misst anhand der Bluetooth-Signalstärke, welchen anderen Handys (und damit ihren Benutzern) dein Handy im Laufe des Tages nahe gekommen ist und zeichnet dies auf. Diese Information speichert das Handy 14 Tage lang, dann wird sie automatisch gelöscht.

Die Nähe wird nach unseren Informationen nicht fortlaufend gemessen, sondern im Abstand von 2,5 bis 5 Minuten mehrfach. Denn die Wahrscheinlichkeit einer Infektion steigt, wenn man sich längere Zeit nahe ist.

Es wird nicht die ID der beteiligten Handys aufgezeichnet, sondern nur ein Zufallscode. Es wird auch nicht erfasst, wo du dich räumlich aufgehalten hast. Die Daten werden zunächst nur auf deinem Handy gespeichert.

 

Nach einem positiven Test auf Covid-19

Nach einem positiven Test auf Covid-19 kann die Liste der Zufallcodes vom Infizierten an eine vom Robert-Koch-Institut betriebene zentrale Datenbank gesendet werden, die dann dafür sorgt, dass die Kontaktpersonen per Pushnachricht informiert werden. Deshalb ist es wichtig, neben dem im Hintergrund laufenden Kontaktprotokoll auch zu erlauben, dass die App dir Benachrichtigungen senden darf.

(Es kann übrigens nicht einfach jeder Nutzer eine Infektion melden, dazu ist ein bestimmter Code nötig, den man zusammen mit einem positiven Testergebnis erhält. Dies soll Falschmeldungen durch Trolle verhindern.)

 

App muss nicht geöffnet sein, aber Bluetooth sollte in sozialen Situation aktiviert bleiben

Screenshot der Corona Warn-App nach Installieren und Aktivieren von Kontaktprotokoll und Benachrichtigungen

Nach meinem Verständnis brauchst du nach dem Installieren die App nicht mehr zu öffnen (nutze gerne die Kommentarfunktion, um mich ggf. zu korrigieren). Schaden kann es natürlich nicht, aber wahrscheinlich siehst du nicht viel mehr als den hier abgebildeten Screen, wobei dann anstelle von „Unbekanntes Risiko“ (hoffentlich) angezeigt wird, dass du einen niedrigen Risikostatus hast – ansonsten wärst du ja benachrichtigt worden.

Wichtiger ist darauf zu achten, dass du dein Handy in sozialen Situationen angeschaltet und Bluetooth aktiviert hast. Selbst an Bord eines Flugzeugs ist dies ja erlaubt, um zum Beispiel Musik zu hören. Natürlich kannst du dein Handy jederzeit stumm schalten und vor dem Schlafen auch deine Bluetooth-Funktion deaktivieren.

Wenn du dein Handy in einem „Handysafe“ auflädst, solltest du Bluetooth möglichst abschalten, denn sonst wird die physische Nähe anderer Handy fälschlicherweise als soziale Nähe interpretiert und es kann zu einem falschen Alarm kommen.

 

Über Plexiglas und verschiedene Handymodelle

Gemessen wird die Nähe auch durch (Plexi-)Glas: Wenn du also im Restaurant längere Zeit neben einem Infizierten sitzt, aber durch eine Scheibe getrennt bist, wird dies als Ansteckungsrisiko interpretiert. Auch so könnte es zu einem falschen Alarm kommen, wie ja überhaupt jeder Kontakt nicht gleich eine Ansteckung bedeutet. Entscheidend ist, dass durch die App die Testkapazitäten effektiver eingesetzt werden und Infektionsketten schneller aufgespürt und beendet werden können. Mit der Zeit werden die Betreiber die Logik, nach der Warnungen ausgelöst werden, sicher noch optimieren.

Dass die verschiedenen Handymodelle, vor allem die vielfältigen Android-Modelle unterschiedliche Bauteile verwenden und unterschiedlich starke Signale haben, haben die Hersteller in ihren Algorithmen berücksichtigt, berichtete die Website Teltarif. Sie haben von den Telefongesellschaften eine Liste der meistgenutzten Smartphone-Modelle in Deutschland erhalten, um die Entfernungsschätzung abhängig von der Bluetooth-Signalstärke möglichst genau zu justieren.

Das Fraunhofer Institut IIS hat daraufhin verschiedene Szenarien wie das Sitzen in einem Restaurant, das Fahren in öffentlichen Verkehrsmitteln und das Schlangestehen durchgespielt und geprüft, ob die Abstände auch tatsächlich genau gemessen werden.

 

Lass uns sicher stellen, dass genügend Leute mitmachen

Es wird geschätzt, dass 60 bis 70 Prozent der Bevölkerung die App installieren müssen, damit sie ihre Schutzwirkung entfalten kann. Dabei ist zu bedenken, dass viele Senioren, die ja zur Hochrisikogruppe gehören, über kein Smartphone verfügen, sondern oft oft nur über ein älteres, einfaches Handy verfügen – wenn überhaupt. Hier kann es also Sinn machen, die Eltern oder Großeltern mit einem der oft vorhandenen ausgemusterten Smartphones zu versorgen und sie zu animieren, diese auch regelmäßig aufzuladen und mitzuführen.

Sicher wird in den nächsten Tagen und Wochen die Nutzung der Apps ein wichtiges Thema am Arbeitsplatz, in Familien und bei Telefonaten mit Freunden sein. Bitte hilf mit, vorhandene Bedenken gegen die App oder die Smartphone-Nutzung generell zu entkräften. Auch wenn nicht sicher sein mag, dass die App uns schneller aus der Corona-Krise führt, stellt sie eine Chance dar, die wir unbedingt nutzen sollten.

32 Kommentare

  1. Hans schreibt:

    Installiert, allerdings lässt sich auf den älteren iPhones nicht installieren. In meinen Fall trifft es dann meine Eltern als Risikogruppe. Die Recyclen meine alten Smartphones, weil Sie sonst kein Bedarf an einem Smartphone haben. Nehme an bei anderen werden es vielleicht die Kids sein. Wie viele können dann überhaupt die App nutzen, obwohl Sie es wollen? Für eine so wichtige Sache brauche ich keine 100 % DSGVO Compliance. Oder kommt nun die Kaufprämie für Smartphones?
    https://twitter.com/destatis/status/1272784233816305665

    Antworten
    1. Karl-Josef Jochim schreibt:

      Hallo Hans, genau getroffen. Meine Frau nutzt ein iPhone 6 – da geht die App auch nicht. Man, die ist wütend. Es hat geheißen, iPhones funktionieren damit. Bin auch enttäuscht. Nur deshalb ein neues Handy kaufen – nein!
      Da muss eine Nachjustierung her, Zugang auch für ältere Modelle!!!
      kjj

      Antworten
      1. Andreas Lutz schreibt:

        Richtig, auf iPhone6 und älter läuft sie nicht… Da hilft dann also die Weitergabe an die (Groß-)Eltern nichts.

        Antworten
    2. Andreas Lutz schreibt:

      Finde ich auch ein starkes Stück, wenn man bei so einer App nicht ausreichend auf die Abwärtskompatibilität achtet. Ich nehme an, dass es daran hakt, dass die Abstandsmessung per Bluetooth und damit das Kontaktprotokoll bei älteren Modellen im Hintergrund nicht stromsparend mitläuft. Ich weiß nicht, ab welchem Modell der entsprechende Chip mitverbaut wurde.

      Antworten
      1. Christoph schreibt:

        Vielleicht trägt folgende Recherche etwas zur Klärung bei:

        iPhone: Erst ab der iOS Version 13.5 kann, aufgrund der neuen Schnittstelle, eine App programmiert werden, die, auch nachdem die App in den Hintergrund verschoben wurde oder das iPhone in den Ruhezustand geht, noch weiter aktiv bleiben kann.
        Dass ältere Geräte als das iPhone 6s nicht mehr auf 13.5 aktualisiert werden können, hängt auch mit der damals verwendeten Hardware zusammen.
        Außerdem wurde die für die Schnittstelle notwendige Bluetooth-Version erst im iPhone 6s eingeführt.

        Bei Android-Phones verhält es sich etwas anders, da kann Google die Schnittstelle scheinbar bis zu Android 6 (Marshmallow) zurück über Sicherheits-Patches einspielen. Allerdings soll es auch bei Geräten die so alte Android Versionen verwenden nötig sein, dass die installierte Bluetooth-Version mindestens 4.2 ist.

        Langer Rede kurzer Sinn, ab einem gewissen Alter der Geräte ist es technisch einfach nicht machbar.

        Es macht also keinen Sinn, irgend jemandem die Schuld dafür geben zu wollen.

        Antworten
        1. Hans schreibt:

          Hallo Christoph, eine gute System-Architektur, die den Anspruch hat “die beste der Welt zu sein“ muss einer breiten Masse zugänglich sein. Nachhaltigkeit der Hardware gehört genauso dazu. Steve Job wurde für solche Aussagen als Snob und überheblich verschrien. Es ist immer ein Kompromiss aus verschiedenen Anforderungen. Die Oma mit einer kleinen Rente sollte das System genauso nutzen können wie der Schüler, dessen Eltern unter Kurzarbeit leiden. Oder vielleicht das Kind einer Künstlerfamilie, wo die Eltern keine Einnahmen oder Hilfen bekommen. Was passiert, wenn die App nun zur sozialen Spaltung führt. Dürfen dann irgendwann nur Leute mit einem 300 Euro (plus) Smartphone auf die Straße? Bei einer Familie wären es dann schon 900 – 1200 Euro Smartphone Anschaffung mitten in der Krise. Und das wieder von einem wirtschaftsliberalen, der noch wie ein Öko denkt. War es nicht ein Gedanke von Bauhaus, das wohnen günstig und doch modern zu gestalten? Bluetooth ist nur eine von vielen möglichen Schnittstellen. Bei einem guten Design sollte es kein Problem sein, die codierten Daten im Notfall anderes zu übertragen.
          .
          Natürlich finde ich die Software gut und es hat nichts mit Schuld zu tun. Die Frage nach Funktionalität und zugänglich sollte jede Software-Architektur begleiten. Firmen dürfen so denken, der Staat muss die Aufgabe für die Masse gut, sicher und günstig erledigen. Die Frage, ob die Staatsmittel sinnvoll verwendet werden, ist jedoch berechtigt und keine böse Kritik. Oder die Telekom bietet ein Corona App Handy zu Selbstkosten an ,-).

          Antworten
          1. Christoph schreibt:

            Hallo Hans,
            über die Produkt-Strategie von Apple und anderen Herstellern zu diskutieren ist müßig, die werden dadurch nicht geändert werden.
            Etwas anderes ist die Frage der Nachhaltigkeit die doch sehr zu wünschen übrig lässt. Allerdings muss die Frage erlaubt sein inwieweit die Konsumenten, die sich immer das neueste Gerät kaufen, die Nachhaltigkeit im Blick haben.
            Besonders würde mich aber eine Alternative zu der Bluetooth-Schnittstelle interessieren, was schwebt dir da vor?

          2. Hans schreibt:

            Bei den Summen die hier genannt werden, sehe ich mich moralisch, nicht verpflichte für umsonst zu arbeiten. Außerdem bestraft uns die GroKo mit einem faktischen Berufsverbot (Scheinselbstständigkeit). Persönlich wäre ich mit einer Bürgerversicherung einverstanden, also freiwillig in die DRV einzahlen. Dafür entfällt dann das Statusfeststellungsverfahren.

          3. Viki schreibt:

            Christoph, ich verstehe Hans so. Wenn private Akteure hinweisen, dass eine alte Technik nicht mehr ausreicht, werden sie als Böse oder Kapitalisten dargestellt. Handeln Behörden oder der Staat ähnlich, ist alles gut. Für die großen Herausforderungen, in denen wir uns nun befinden, dürfen Unternehmer aller Größe nicht immer diffamiert werden. Corona ist ein Beschleuniger, der deutlich die „digitale Armut Deutschlands“ aufzeigt.
            .
            Hierzu gehören einige Reformen (vorwiegend im Sozialrecht), die die Freiberuflichkeit rechtssicher ermöglichen. Wie gestern wieder in den Nachrichten deutlich wurde, die Reformen von Sigmar Gabriel oder Andrea Nahles, die den Missbrauch in den Schlachthöfen bekämpfen, sollten greifen nicht. Sei es, ob die Behörden, das Gesetz nicht richtig anwenden können oder die Gesetzgebung zu kompliziert ist. Stattdessen verhindert es Innovationen im Bereich der Digitalisierung.
            .
            Ich benötige Rechtssicherheit, jetzt für das tägliche Brot, später vielleicht mal um VGSD-Kollegen für zwei – drei Monate ohne Probleme zu beschäftigen. Gerne über eine Bürgerversicherung, aber bitte schnell und noch dieses Jahr! Oder sollen wir abwandern? Andere Länder sind wesentlich freundlicher zu IT-Freiberufler. Die Angestelltenverhältnisse sind dort auch spannender!

    3. Antworten
  2. Reinhard schreibt:

    Hier gibt es ausführliche Infos über die App
    https://www.heise.de/news/Fragen-und-Antworten-zur-Corona-Warn-App-der-Bundesregierung-4784570.html

    Und diesen Kommentar dazu fand ich ganz gut.
    https://www.heise.de/forum/heise-online/Kommentare/Corona-Tracking-Wie-Contact-Tracing-Apps-funktionieren-was-davon-zu-halten-ist/Verblueffende-Bedenkentraegerei/posting-36568468/show/

    Vielleich ist diese App die Blaupause für ein „genossenschaftlich“ organisiertes Facebook/Twitter etc.
    RJ

    Antworten
  3. Stefan schreibt:

    „Nach einem positiven Test auf Covid-19 kann die Liste der Zufallcodes vom Infizierten an eine vom Robert-Koch-Institut betriebene zentrale Datenbank gesendet werden, die dann dafür sorgt, dass die Kontaktpersonen per Pushnachricht informiert werden.“

    Hoffentlich nicht, denn damit müsste die zentrale Datenbank wissen, wer (welche Handies) sich hinter den Codes verbirgt.
    Tatsächlich werden die Codes der positiv getesteten Personen regelmäßig von allen (!) teilnehmenden Benutzern heruntergeladen und lokal (!) mit den gespeicherten „Kontakt-Codes“ verglichen.
    Erst dadurch wird ja die Anonymität der Nutzer und Freiwilligkeit der Reaktionen auf den positiven Kontakt sichergestellt.

    Laut Pressekonferenz heute (ich glaube Aussage vom Telekom-Mann) wird das Downloaden der Listen nicht zu dem Download-Kontingent der Telefon-Tarife hinzugezählt, ist also kostenlos.

    Antworten
    1. Antworten
  4. Antworten
  5. Antworten
  6. Antworten
    1. Christoph schreibt:

      Nicht zu vergessen, die 2,5 – 3,5 Mio laufenden Kosten für den Betrieb in der Telekom-Cloud.
      Möglicherweise war das als Konjunkturpaket für die Telekom gedacht.
      Müssten solche Aufträge eigentlich nicht EU-weit ausgeschrieben werden?

      Antworten
      1. Viki schreibt:

        Lt. Artikel sind die laufenden Kosten schon in den 43 Mio berücksichtigt.

        Antworten
        1. Christoph schreibt:

          Hallo Viki,
          die im Tagesspiegel angegebenen 43 + 2 Mio sind offensichtlich nur die laufenden Kosten für Wartung, Pflege und Betrieb. Lt. Handelsblatt belaufen sich die Entwicklungskosten alleine auf rd. 20 Mio. Von dort hatte ich auch die oben erwähnten laufenden Kosten pro Monat.
          Ist aber auch nicht wirklich wichtig, in Summe läuft es mehr oder weniger auf dasselbe raus.

          Antworten
  7. Stefan Neudeck schreibt:

    über den praktischen Nutzen und das Für und Wider die App möchte ich mich an dieser Stelle nicht auslassen. Das wird an anderer Stelle hinreichend diskutiert.

    Den Aufruf des Verbandes der Selbstständigen, den Ihr teilt, halte ich jedoch für sehr bedenklich:

    Zur Legitimation bei Arbeitgebern, Kunden, Auftraggebern … ist die App gerade NICHT gedacht, weil das die wichtige Voraussetzung der Freiwilligkeit durch mehr oder weniger subtilen Druck untergräbt.

    Menschen, die die App – aus welchen Gründen auch immer – nicht installieren wollen oder können, werden unzweifelhaft diskriminiert und der Forderung „Job gegen App“ Tür und Tor geöffnet.

    Nicht umsonst gibt es seitens des Gesetzgebers Überlegungen, den entstehenden indirekten Zwang, der durch die Gewährung von Vorteilen entsteht – per Gesetz zu unterbinden.

    Die App enthält Gesundheitsdaten, die zu Recht einen besonders hohen Schutz genießen und Arbeitgeber, Kunden etc. nichts angehen. Von daher: Wehret den Anfängen!

    Antworten
    1. Christoph schreibt:

      Soweit ich das gestern mitbekommen habe, finden diese Überlegungen bei der Opposition statt und werden von der Bundesregierung, namentlich BM Justiz, als nicht erforderlich abgetan.

      Antworten
    2. Hans schreibt:

      Richtig die Grünen planen so was. Was ich für die Zukunft nicht schlecht finde. Rechtssicherheit (z. B. Scheinselbstständigkeit) ist immer zu begrüßen. Es geht in erster Linie um Trackingdaten. Erkrankungen werden nur bei der Erkrankung in Form der TAN bekannt geben. Beim Einkauf, beim Sport wird das System anyom sein. Allerdings wird ein Arbeitgeber, Kunde, etc die Erkrankung bei Quartäre sowieso mitbekommen. Was ich bei dieser Krankheit als nicht schlimm erachte. Es kann jeden treffen egal, wie er aufpasst. Wenn es auch Punkte zum Kritisieren gibt, es wurde mehr richtig als falsch gemacht. Ich hoffe auf dem Wumms in der Rechtssicherheit (Scheinselbstständigkeit) für neue Aufträge.

      Antworten
  8. Andreas Terveen schreibt:

    Hallo Herr Lutz

    Leider kann ich Ihre Euphorie und ihre begeisterung für diese App nicht teilen. Sie wird den beschriebenen zweck „…Die Corona-Warn-App dient … der schnellen Erkennung von Ansteckungen von dir und deinen Mitbürgern…“ kaum erfüllen können, es sei den, mein Smartphone wäre mit Sensoren ausgestattet, die Atemluft und dergl. analysieren können, um eine Ansteckung festzustellen. So etwas gibt’s bei meinem Smartphone nicht. Auch ein Fingerabdrucksensor, der ggf. etwas Scannen könnte fehlt, ergo: keine Erkennung von Ansteckungen möglich.
    Was die App wohl kann, ist, Smartphones ausfindig machen, die Infos liefern, ob der Besitzer sich angesteckt hat oder nicht.
    Die App bringt mir auch meine Arbeit nicht wieder (und es dürfte vielen anderen Selbstständigen ähnlich gehen), die bekomme ich nur über Aufträge wieder und die gibt es zur Zeit nicht, weil die Kunden keine Schulungsmaßnahmen buchen oder keine solchen Maßnahmen in ihren Räumen durchführen wollen.
    Zudem führt es zu Diskriminierungen derjenigen, die die App nicht haben (warum auch immer).

    Man sollte auch endlich aufhören, gesunde Menschen zu diskriminieren oder zu benachteiligen und anfangen, die Risikogruppen besser zu schützen und infizierte zu behandeln. Wenn man den Zahlen glauben darf, treten Erkrankungen durch / wegen Covid-19 fast überwiegend nur bei Menschen mit Vorerkrankungen und geschwächtem Immunsystem auf. Hat man beides nicht, ist das Risiko gering, trotzdem wurde alle „weggesperrt“ und an der Ausübung ihrer Arbeit gehindert. Das war überflüssig und weitestgehend nutzlos, andere Maßnahmen hätten wahrscheinlich mehr gebracht und sehr viel weniger geschadet.

    Lasst die Gesunden endlich wieder ungehindert ihrer Arbeit nachgehen, sonst liegen viele demnächst nicht nur am Boden (nach 3 Monaten Lockdown) sondern sind am Boden zerstört, Konkurs bzw. Insolvent.

    Antworten
  9. Christoph schreibt:

    Die Aussage im ersten Absatz unter der Überschrift „Nutzung der App kann Selbstständigen helfen, schneller wieder arbeiten zu dürfen“ ist schlicht falsch.
    Die App dient weder dem Schutz noch der Erkennung von Ansteckungen. Sie ermöglicht lediglich die Benachrichtigung von Nutzern, dass sie sich in den letzten 14 Tagen länger als 15 Minuten im Umfeld eines an Covid-19 Erkrankten aufgehalten haben, und dadurch einem potentiellen Ansteckungsrisiko ausgesetzt waren.
    Ob damit Infektionsketten wirksam unterbrochen werden können hängt davon ab, ob der Erkrankte die Information überhaupt in der App erfasst und, was noch viel wichtiger ist, ob die Benachrichtigten verantwortungsvoll mit der Information umgehen.
    -> Das würde nämlich bedeuten, dass sie sich testen lassen (vorausgesetzt, sie können sich überhaupt testen lassen) und bis zum Erhalt eines negativen Ergebnisses selbst in häusliche Quarantäne begeben. Nur dadurch kann ausgeschlossen werden, dass sie nicht weitere Menschen anstecken.

    Angesichts der Bilder von voll besetzten Ferien-Fliegern halte ich die Annahme, dass die Anzahl der App-Nutzer eine positive Auswirkung auf die Arbeitsaufnahme der erwähnten Selbstständigen hat, zumindest für fragwürdig.

    Antworten
  10. K RG schreibt:

    Hallo zusammen,
    danke für euren Einsatz für Finanzhilfen und Erleichterungen für Selbstständige. Ich bin immer wieder sehr froh, dass es euch gibt. Mit dieser Empfehlung zur Installation der Corona-App kann ich allerdings nicht konform gehen.
    Punkt eins sind gravierende Sicherheitsbedenken, siehe z.B. hier: https://www.rnd.de/digital/it-experten-zeigen-sicherheitslucken-bei-corona-warn-app-auf-tuv-sieht-keine-bedenken-GLJJK5XRQE3MCYGLH5NTEOCVFE.html
    Punkt zwei, und der ist für mich essentiell, sehe ich es als Gefahr für uns Selbstständige, wenn wir in vorauseilendem Gehorsam von der Bundesregierung fragwürdige Bedingungen für unsere berufliche Tätigkeit akzeptieren. Nicht die Installation der App, damit wir ggfs. wieder eher arbeiten dürfen, ist die Lösung, sondern ein Hinwirken darauf, dass die Regierung nicht einfach von heute auf morgen zahlreichen Berufsgruppen den Boden unter den Füßen wegreißen darf. Es muss Sicherheit geben, dass so etwas wie bei diesem Lockdown nicht wieder vorkommt und unsere Existenzen bei jeder Form von „Pandemie“ schwuppdiwupp wieder infrage gestellt werden. Wollen wir uns ernsthaft derart einschränken lassen???

    Antworten
    1. Christoph schreibt:

      @K RG
      Hab ich was verpasst?
      Wo kann ich näheres über diese von dir erwähnten „…fragwürdige Bedingungen für unsere berufliche Tätigkeit …“ der Bundesregierung erfahren? Ich meine die Frage ernst!

      Antworten
  11. Roland Schmitz schreibt:

    @Viki Ich verstehe es nicht. In der IT führten die Werkverträge dazu, dass gut verdienende Ingenieure in die Arbeitnehmerüberlassung mussten. Was viele als eine Erniedrigung, ein Unrecht und Berufsverbot empfinden. In der Fleischbranche sollen diese harten und komplizierten Gesetze nicht wirken? Wird vielleicht in den Fleischländern nicht richtig vom Zoll, Gesundheitsämtern und der Arbeitsagentur geprüft? Da sollten die Landesregierungen von Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen oder Schleswig-Holstein schon mal genauer hinschauen. Warum stellt die Presse die Gesetze von Andrea Nahles nicht infrage? Das diese nicht wirken ist nun offensichtlich. Hat die SPD einen besonderen Presseschutz? Der Schaden für den digitalen Standort Deutschland, ist meiner Meinung nach durch die Scheinselbstständigkeit enorm.

    Antworten
  12. rumpelstilzchen schreibt:

    Auf vielen Smartphones funktioniert die Corona-Warn-App des Bundes nicht. Dies liege auch daran, dass manche zu bequem seien, sich ein neues Handy zu kaufen, sagt Staatsministerin Bär.
    .
    Empfinde ich jetzt wie: „Wenn du kein Brot hast, dann kauf Kuchen“. Also wenn ich nicht unter Scheinselbstständigkeit, Auftragsrückgänge oder andere Bürokratie leiden würde, hätte ich Geld, mir das neuste Smartphone zukaufen, ein E-Auto zufahren und auschließlich regionale Biolebensmittel zu kaufen. Ist Armut jetzt bequem?
    https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/kampf-gegen-corona-staatsministerin-baer-daempft-hoffnung-auf-corona-app-nutzung-mit-alten-handys/25934712.html

    Antworten
  13. Thomas Kimmich schreibt:

    Ich finde den Artikel sehr gut.

    Kritik ist immer wichtig, aber eben nicht immer richtig.
    Selbstverständlich wird die App Ansteckungen verhindern: das heimtückische an Corona ist die symptomfreie Inkubationszeit: in dieser Zeit ist man bereits ansteckend. Genau hier setzt das Konzept an und erlaubt schnellstmögliche Erkennung der Kontaktpersonen.
    Es ist technisch leider nicht immer einfach oder auch schiclht nicht möglich für alle vorhandenen Endgeräte etwas zu implementieren. Daraus muss man aber nicht schließen, dass die App ‚blöd‘ ist.
    Ich kann es jedenfalls nicht verstehen, wenn jemand die App mutwillig nicht nutzt.
    iPhone 6s gibts auf ebay für hundert Euro. Das kann sich nicht jeder leisten. Aber sehr viele.

    Echte Probleme haben Gastronomen und andere Selbsständige: bei denen geht es um ganz andere Summen.
    Und die Angehörigen der fast 10.000 Corona Toten in Deutschland. Und die Menschen die in Zukunft noch an Corona sterben werden.

    Das Leben meiner Mutter wäre es mir wert, mir ein neues Smartphone zukaufen.

    Antworten
    1. Ein Softwareentwickler schreibt:

      Vor Jahren war Teil meiner Architekturprüfung die Endgeräte für eine Softwarearchitektur zu bestimmen. Bei den beteiligten Firmen und Summen sollte eine genauere Analyse kein Problem sein. Die Telekom ist schließlich Mobilfunkbetreiber und verkauft solche Geräte. Sollte die Architekturentscheidung nicht sauber dokumentiert sein, so ist es ein schwerer Planungsfehler auf kosten der Steuerzahler. Die Standards wurden übrigens im deutschsprachigen Raum entwickelt (iSAQB, arc42, etc.).
      .
      Aus technischer Sicht ist die Entscheidung nachzuvollziehen, jedoch ist Software nicht nur ein technisches Thema, sondern es geht immer um den Kunden (Endanwender).
      .
      Smartphones wurden emotional verkauft. Wer über Jahre sein Smartphone gut gepflegt hat, kommt sich nun bevormundet vor. Versteht nicht, warum er ein funktionierendes Gerät verschrotten muss. Über Android wurde gar nicht gesprochen. Eine Referenzliste mit Android-Smartphones, die die Mindestanforderungen erfüllen könnte bestimmt helfen. Gebrauchte Smartphones auf eBay kann gut gehen, muss es aber nicht. Die Telekom verkauft ja so was nicht ganz emotionslos und ohne Gewinn.
      .
      Ich kenne viele Corona-Helden (Krankenschwestern, Hebammen, Erzieherinnen, Arzthelferinnen, Verkäuferinnen, Friseurinnen, Lkw-Fahrer, Lagerarbeiter, etc.) die habe nicht einfach mal so das Budget, um 150 – 400 Euro für die App auszugeben. Manche sind alleinerziehend, andere zahlen Häuser ab, andere haben Angst vor Entlassung oder Kurzarbeit usw. Wer das als bequeme bezeichnet, verkennt die netto Situation der deutschen Haushalte. Nicht jeder ist sehr gut bezahlt in der IT-Branche oder hat vielleicht eine wesentlich bessere Nettoquote aufgrund seines Beamtenverhältnisses. Nicht ohne Grund träumen die meisten Studenten von einer Anstellung als Beamter.
      .
      Wieder mal ein wirtschaftsliberaler, männlich, Nerd mit leichten öko Touch. Wir benötigen dringend Reformen für mehr netto, sowie mehr Attraktivität für Selbstständigkeit (Scheinselbstständigkeit)! Das Argument Schlachter zählt nun nicht mehr bei der Scheinselbstständigkeit. Gerne mit Bürgerversicherung lösen. Meine o. g. Bekannte zahlen Steuern und Sozialabgaben. Sie verstehen die Not der Selbstständigen. Jedoch fühlen sie sich langfristig benachteiligt wenn Selbstständige nach Milliarden Hilfen sich nicht am Sozialsystem angemessen beteiligen. Gleiches gilt natürlich für Politiker und Beamte.

      Antworten
  14. Christoph schreibt:

    Realistisch betrachtet ist für Senioren und andere der einzig „bedingt“ wirksame Schutz vor Ansteckung, sich möglichst weit von Leuten fernzuhalten, die der Meinung sind, sie hätten ein Recht dazu ihre eigenen Bakterien und Viren ungebremst in die Atemluft ihrer Mitmenschen zu schleudern, und sich deshalb weigern eine Maske zu tragen und einen ausreichenden Abstand einzuhalten, wenn sie sich in Menschengruppen aufhalten.
    Wenn die App Alarm schlägt, dann ist es bereits zu spät. Und wo ist da dann der „Schutz“?

    Antworten
    1. Thomas Kimmich schreibt:

      Der Schutz besteht darin die Explosion an Infektionen zu verhindern: das heimtückische und gefährliche von Corona besteht darin, dass man bereits ansteckend ist, wenn man noch gar nicht weiß, dass man infiziert ist.
      Die App kann diese Explosion verhindern, wenn genügend Menschen sie benutzen: indem sofort alle Kontakt Personen informiert werden. Und so nicht weiter Mitmenschen anstecken.

      Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.