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Brankos Brennglas Mein alternativer Jahresrückblick

Wo Branko Trebsche kritisch hinblickt, wächst kein Gras mehr: Unser Mitglied kommentiert in seinen Glossen bissig, ironisch und provokativ aktuelle Ereignisse, die uns Selbstständige betreffen. Er vertritt dabei seine persönliche Meinung, nicht die des Verbands. Vor seinem Brennglas ist kein Politiker, keine Nachricht und keine neue Regelung sicher.

Branko Trebsche kommentiert bissig, ironisch und provokativ

Brankos aktuelle Themen

  • Branko hat bis Mitte 2021 die Entwicklung der Überbrückungshilfe verfolgt und sieht in den ständigen Änderungen einen Versuch, die Selbstständigen in den Wahnsinn zu treiben.
  • Er vergleicht die Behandlung von Selbstständigen mit der von Arbeitnehmern und Aktionären.
  • Er schreibt seine Meinung über Verschwörungstheoretiker, äh Science Fiction-Autoren.
  • Und kommt trotzdem zu einem positiven Ausblick auf 2022.

Rest In Peace 2021!

Wie schön, dass 2021 nun endlich in Frieden ruht. Es war ein ungewöhnliches und verwirrendes Jahr, das zahlreiche Nachwirkungen haben wird. Auch für uns Selbstständige hielt 2021 noch viele unangenehme Überraschungen bereit, mit denen wir umgehen mußten.

Nie wieder sollte ein neues Jahr in der Pandemie so optimistisch beginnen wie 2021. Das war doch ein guter Grund, 2022 gleich mal das Böllern an Silvester zu verbieten. Warum hätten die Kämpfer gegen die Selbstständigkeit (Bundesregierung) auch einen optimistischen Start ins Jahr 2022 erlauben sollen? Dafür gab es doch wirklich keinen Grund.

Am 06.01. feierte sich dann die USA, die Mutter aller Demokratien, mit einem Tag der offenen Tür im Kongress selbst. Es war ein Fest mit vielen Kostümen, Waffen – und Toten. Währenddessen durften Deutschlands Sternsinger ihre Ställe nicht verlassen, und mussten sich weiter von Eselsmilch ernähren.

Erschöpft waren auch viele Selbstständige im Land. Die gewährten Überbrückungshilfen reichten gerade mal für schmackhaftes Wasser und Brot. Und egal ob hier oder bei anderen Hilfen für Selbstständige, war es besonders wichtig, die Regelungen ständig zu verändern. Man hatte in 2020 herausgefunden, dass dies ein guter Weg war, Selbstständige in den Wahnsinn zu treiben und idealerweise zur Aufgabe zu zwingen. Und so schuf man zahlreiche Mechanismen, die Auszahlung der nicht-stattlichen Hilfen immer weiter hinauszuzögern.

Das Leben schreibt die verrücktesten Geschichten

Als man hätte merken können, dass man es vielleicht ein klein wenig übertreibt, war aber schon die Wahlkampfzeit angebrochen. Es war ja sooo verrückt und überraschend - Frau Bearbock wurde die Kanzlerkandidatin der Grünen! Für einen kurzen Moment waren wir so naiv zu glauben, dass wir einen anderen Arbeitsminister bekommen könnten. Nur Verschwörungstheoretiker glaubten noch daran, dass die Grünen den Einzug in das Kanzleramt versaubeuteln könnten. Und wieder geschah etwas Verrücktes - Sie versaubeutelten es!

Wie zum Beweis, dass nur das Leben selbst die verrücktesten Geschichten schreibt, brannten Teile von Amerika, gab es keine Zuschauer bei Olympia, eroberten die Taliban Afghanistan, ersoff das Aartal im Regen und bat ein schreiender Mob um Einlass in den Reichstag.

Kurzarbeitergeld und Dividenden

Es war einfach viel zu viel zu tun, als dass es möglich gewesen wäre, sich um die noch verblieben Selbstständigen zu kümmern. Wichtiger war es, Kurzarbeitergeld aus Steuermitteln zu finanzieren, das die Konzerne dann froh gelaunt gleich an ihre Aktionäre in Form von Dividenden weiter verteilten. Trotz querliegender Schiffe, Corona und Chipmangel sollte der gemeine Aktionär einen friedvollen und auskömmlichen Jahreswechsel feiern dürfen.

Bei vielen Selbstständigen nahm der Grad der Erschöpfung derweil weiter zu. Einige waren neidisch auf Arbeitnehmer und Aktionäre. Viele blieben fassungslos zurück, weil sie noch immer nicht verstanden, was so schlimm daran sein soll, Verantwortung für sich und sein eigenes Leben zu übernehmen. Als Belohnung und als Zeichen des Verständnisses, gab es zum Ende des Jahres noch mal eine Überbrückungshilfe plus.

Das wäre jedem Empfänger sicher ein schönes Feuerwerk wert gewesen, aber das war ja zum Jahreswechsel verboten. Also machten wir uns an die Arbeit und sammelten weiter Wasser und Brot, wie andere Klopapier. Und diejenigen, die sich und ihr Geschäft wieder stabilisieren konnten, freuen sich darauf, einen stattlichen Anteil an diesem Erfolg in Form von Steuern für das Kalenderjahr 2021 in 2022 abführen zu dürfen.

Viel Aufmerksamkeit für Science Fiction Autoren

Ganz anders ergeht es Impfgegnern und Verschwörungstheoretikern sowie all denen, die Wissenschaft und Aufklärung ablehnen. Sie ziehen weiter durch die Straßen, erhalten mehr Aufmerksamkeit als sie verdienen und verpulvern unser sauer verdientes Steuergeld durch zahlreich notwendige Polizeieinsätze. Deswegen ist mein Vorschlag, nicht mehr von Verschwörungstheoretikern zu sprechen, sondern von Science Fiction-Autoren. So bringen wir dem/der Theoretiker/in auf vorsichtige Weise zumindest das Wort "Wissenschaft" nahe.

Science Fiction ist auch, dass Deutschland ein Selbstständigen-freundliches Land ist. Soll nämlich ein Science Fiction-Autor behauptet haben. Haha...

Bleiben wir optimistisch

Nun, es ist wie es ist. Das Jahr 2021 hat sich seinen Abgang auf den Friedhof der Geschichte redlich verdient. Selten war es so wahrscheinlich wie dieses Mal, dass das folgende Kalenderjahr besser wird. Das sollte sogar der überschwenglichste Pessimist einsehen dürfen.

Bleiben wir also weiter optimististisch, aktiv, engagiert und lassen uns den Spaß an unserer Selbstständigkeit von den reichlich vorhandenen Miesepetern nicht verderben. Lasst uns 2022 zum Jahr der Selbstständigen machen.

Auf ein erfolgreiches und glückliches 2022!

Branko

Kommentare Zuletzt kommentiert: 11. Januar 2022

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