Wie geht es weiter bei Scheinselbstständigkeit und Statusfeststellung? Im VGSD-Expertentalk gaben Dr. Joachim Wenzel und Sozialrechtsanwältin Kathi Klafke einen Überblick über die aktuelle Rechtslage und die geplanten Reformen. Du konntest erfahren, ob du vom Verdacht auf Scheinselbstständigkeit betroffen sein könntest, wann Nachzahlungen drohen und welche Schritte dir helfen können, mehr Rechtssicherheit zu erlangen.
Zu Beginn ordnete Joachim Wenzel die wichtigsten Begriffe, den rechtlichen Rahmen und die Problemstellung ein. Dabei räumte er auch mit verbreiteten Annahmen auf: Vergangene Betriebsprüfungen bieten keine Garantie für die Zukunft.
Auch wenn Verträge bereits früher geprüft oder über Jahre hinweg akzeptiert wurden, kann eine spätere Bewertung zu einem anderen Ergebnis kommen. Ebenso wenig entscheidend ist, ob Selbstständige viele oder wenige Auftraggeber haben oder ihre Tätigkeit haupt- oder nebenberuflich ausüben. Geprüft wird immer der einzelne Vertrag und die konkrete Ausgestaltung des jeweiligen Auftragsverhältnisses.
Anschließend erläuterten die Referenten aktuelle Reformpläne, politische Entwicklungen in Berlin, Übergangsregelungen und die jüngste Rechtsprechung. Kathi Klafke stellte insbesondere die wegweisenden Klarstellungen des Bundessozialgerichts aus dem November 2025 vor und erklärte, welche Auswirkungen diese für Lehrende und Bildungsanbieter haben. Außerdem zeigte sie auf, wann Nachzahlungspflichten drohen, welche Bedeutung die sogenannte Zustimmungserklärung für mehr Rechtssicherheit haben kann und wie Betroffene im Streitfall mit der Deutschen Rentenversicherung vorgehen sollten.
Die Erläuterung des brisanten Themas und die vielen praxisnahen Hinweise kamen bei den Teilnehmenden sehr gut an – der Talk wurde hervorragend bewertet!
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Diese Fragen wurden beantwortet
- Was bedeutet die aktuelle Übergangsregelung (§ 127 SGB IV) konkret für Bildungsanbieter und selbstständig Lehrende – und wie lange bietet sie noch Schutz vor Nachzahlungen?
- Das Bundessozialgericht hat im November 2025 wichtige Klarstellungen getroffen. Welche Folgen hat dieses Urteil für Bildungseinrichtungen und Honorarkräfte in der Praxis?
- Welche Rolle spielt die sogenannte Zustimmungserklärung – und in welchen Fällen kann sie tatsächlich mehr Rechtssicherheit schaffen?
- Seit März 2025 können unter bestimmten Voraussetzungen veränderte Nachzahlungspflichten bestehen: Wer ist aktuell besonders gefährdet und wie hoch können die Risiken ausfallen?
- Die Reform der Statusfeststellung ist bereits im Gesetzgebungsprozess: Welche Änderungen sind geplant – und wird die frühere Regelung aus dem Jahr 1999 tatsächlich wieder eingeführt?
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