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Kampf für bessere Corona-Hilfen VGSD-Mitglied David Erler für Werner-Bonhoff-Preis 2022 nominiert

Nominiert: Countertenor David Erler erreichte mit seiner Petition eine breite öffentliche Diskussion über die mangelhaften Ausgestaltung der Corona-Hilfen

Unser aktives Mitglied David Erler wurde für den mit 50.000 Euro höchstdotierten deutschen Wirtschaftspreis nominiert.

Seit 2006 wird der Werner-Bonhoff-Preis an Unternehmer/innen und Selbstständige vergeben, die gegen die überbordende Bürokratie in Deutschland ankämpfen und durch ihr Engagement über ihren eigenen, konkreten Fall hinaus Verbesserungen vorangebracht haben.

Kampf für bessere Corona-Hilfen

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Verbesserungen voranbringen – das wollte auch VGSD-Mitglied David Erler. Wie viele Künstler und Solo-Selbstständige konnte der freiberufliche Sänger angesichts der Corona-Maßnahmen nicht arbeiten – und zunächst keine staatlichen Hilfen beanspruchen. Grund: Die von den Bundes- und Landesregierungen entwickelten Finanzhilfen und Unterstützungen konzentrierten sich im Wesentlichen auf Unternehmen mit Angestellten. Die schwierige Lage freiberuflicher Kunstschaffender und Soloselbstständiger aus anderen Branchen wurde dabei kaum berücksichtigt.

Gleich zu Beginn der Pandemie initiierte der Leipziger daher eine Online-Petition zur Unterstützung faktisch "arbeitslos" gewordener Künstler/innen, die durch die Veranstaltungsverbote direkt betroffen waren – und erweiterte diese schnell auch auf andere Branchen.

300.000 Unterstützer

Erler wurde zum Sprachrohr der Betroffenen und erhielt viel Zuspruch: In kurzer Zeit zeichneten bundesweit knapp 300.000 Unterstützer seine Petition (wir berichteten). Darin forderte er, dass auf die strikten beruflichen Einschränkungen der Bundesregierung mit besseren staatlichen Hilfen reagiert werden müsse, um die Folgen für Solo-Selbstständige wirksam abzufedern.

So durften etwa bei der vom Bund vergebenen Soforthilfe keinerlei "privaten" Kosten der Lebenshaltung bestritten werden, sondern nur laufende Betriebsausgaben, die Soloselbständige meist mangels Mitarbeiter oder separat angemieteter Räume gar nicht haben. Dadurch konnten gerade zu Beginn der Pandemie kaum Hilfen beantragt werden – oder mussten teilweise nachträglich wieder zurückgezahlt werden.
 
David ist aktives VGSD-Vereinsmitglied und hat seine fast 300.000 Mitzeichner unter anderem auf unsere Bundestagspetition sowie unsere Corona-Umfragen hingewiesen – und so entscheidend zu deren Erfolg beigetragen.

Zur ausführlichen Fallbeschreibung der Stiftung

Feierliche Preisverleihung am 15. September in Berlin

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Ob David Erler den begehrten Preis mit nach Hause nimmt, erfahren wir erst bei der Preisverleihung am 15.9.2022, die dieses Mal auf Einladung des Freistaats Bayern in dessen Landesvertretung beim Bund in Berlin stattfindet.

Eine Reihe aktiver VGSD-Mitglieder und viele Verbandskollegen aus der Bundesarbeitsgemeinschaft Selbstständigenverbände (BAGSV) werden wieder bei diesem Klassentreffen wehrhaft Selbstständiger dabei sein. 

Bereits zwei VGSD-Preisträger

Sollte David Erler den Preis erhalten, wäre er bereits das dritte aktive VGSD-Mitglied, dessen Engagement für uns Selbstständige honoriert wird. Wir drücken die Daumen!

Bereits 2013 überzeugte IT-Unternehmer Tim Wessels mit seiner erfolgreichen Petition gegen einkommensunabhängige Mindestbeiträge in der Rentenversicherung die Jury. 2016 sicherte sich Christa Weidner den hochdotierten Preis mit ihrem erfolgreichen Kampf gegen unterstellte Scheinselbstständigkeit ihrer freien Mitarbeiter. VGSD-Mitglied und Mitarbeiterin Vera Dietrich war für ihren Kampf gegen Abmahnmissbrauch 2021 für den Preis nominiert.

Drei weitere Wettbewerber

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Neben unserem Verbandsmitglied hat die Jury in diesem Jahr drei weitere Kandidaten für den Preis nominiert: Die Neurologin Dr. Kyra Ludwig aus Zittau, den Landwirt Michael Sailer aus dem bayerischen Tapfheim und den Woll-Unternehmer Marco Scheel aus Teplitz in Mecklenburg-Vorpommern.

Wollunternehmer kämpft für Umbau auf eigenem Boden

Marco Scheel

Nominiert für seinen Kampf gegen die Baubehörden: Marco Scheel

Jungunternehmer Marco Scheel ist erneut für den Preis nominiert (das war er schon einmal im letzten Jahr). Sein Unternehmen produziert in Teplitz (Mecklenburg-Vorpommern) nachhaltige Funktionskleidung aus Wolle von Pommernschafen. Um die Produktion auszuweiten, plante er, ein Stallgebäude auf seinem eigenen Grundstück – das sich im Außenbereich befindet – unter Erhaltung der Bausubstanz zu sanieren und für seine Produktion um zu nutzen.
Nachdem er jedoch mit seinem Vorhaben auf erhebliche Hürden in der Verwaltung stieß, machte Scheel seinem Ärger über die in seinen Augen unsinnige Verwaltungspraxis öffentlich Luft. Seine „Wutrede“ in der NDR-Nordreportage löste eine bundesweite Debatte aus, viele erkannten sich im Textilunternehmer und in seinem Kampf gegen eine schablonenhafte Rechtsanwendung wieder. Ende 2021 erhielt Scheel die Baugenehmigung für die geplante Umnutzung.
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Kassenärztin gegen Abrechnungswahnsinn

Kyra Ludwig

Nominiert für den Werner-Bonhoff-Preis 2022: Dr. Kyra Ludwig.

Die Neurologin Dr. Kyra Ludwig stritt mehrere Jahre lang mit der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen (KVS) über die Rechtmäßigkeit von Honorarrückforderungen der KVS in Höhe von insgesamt nahezu 250.000 Euro, was die Ärztin an den Rand ihrer Existenz brachte.

Mit ihrem Fall machte sie Missstände im Abrechnungswesen für Kassenärzte sichtbar. Budgetierungen, starre Zahlen und schablonenhafte Abrechnungsvorgaben von ärztlichen Leistungen stehen im Konflikt mit ärztlicher Fürsorge bei hohem Patientenaufkommen gerade im ländlichen Raum.
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Kunst statt Propaganda

Markus Sailer

Fassadengemälde im Landkreis Donau-Ries: Streitthema zwischen dem Nominierten Markus Sailer und der Verwaltung.

Heftigen Streit gibt es zwischen dem Landwirt Michael Sailer und dem Landratsamt Donau-Ries. Grund ist ein Wandbild, das eine Künstlerin im Auftrag Sailers im Jahr 2020 an der Fassade seiner Getreidehalle anfertigte. Das Motiv zeigt links einen von Pferden gezogenen Pflug sowie rechts einen modernen Traktor. Aufgrund des Schriftzuges „Das schönste Wappen auf der Welt, das ist der Pflug im Ackerfeld“ ordnete das Landratsamt das Werk als „Propaganda“ ein und ordnete seine Beseitigung aus verkehrsrechtlichen Gründen an. Dagegen setzt sich Sailer nun gerichtlich zur Wehr.
Zur ausführlichen Fallbeschreibung

Bewirb dich für den Bonhoff-Preis 2023

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Bist auch du als Selbstständige/r in größerem Maße mit Bürokratie, Zwangsabgaben und Rechtsunsicherheit konfrontiert und setzt du dich aktiv dagegen zur Wehr?

Dann bewerbe dich schon jetzt (bis spätestens 31.12.2022) für den Bonhoff-Preis 2023 und dokumentiere dazu deinen Kampf mit der Bürokratie in der Fallsammlung der Bonhoff-Stiftung.

Oder engagiere dich aktiv für dein Anliegen im VGSD und schaffe so die Grundlage für deine Bewerbung. So bewirbst du dich bei der Bonhoff-Stiftung.

Kommentare Zuletzt kommentiert: 27. Juni 2022

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