Verband der Gründer und Selbstständigen Deutschland e.V.

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Selbstständigen Deutschland e.V.

Dialog-Auftakt zu Arbeit 4.0 findet ohne Selbstständige statt – bitte kommentieren!

Seit 11 Uhr heute morgen läuft die BMAS-Auftaktveranstaltung „Arbeiten 4.0“- Du kannst ihr per Livestream folgen und Deine Meinung direkt auf der Website, per Twitter oder Facebook sagen.

Veranstalterin ist Arbeitsministerin Andrea Nahles, die gerade einen Gesetzesentwurf zum Thema Scheinselbstständigkeit für Mai angekündigt hat und ganz offensichtlich einen zweiten Anlauf zur Einführung einer Altersvorsorgepflicht für Soloselbstständige starten will. (Weitere Infos)

Arbeiten40AuftaktRichtig spannend wird es um 13:30 Uhr, wenn darüber diskutiert wird, ob das Silicon Valley (vertreten durch den Deutschland-Chef von Uber) = Raubtierkapitalismus die soziale Marktwirtschaft herausfordert. Um 14:45 Uhr diskutiert Staatssekretär Thormen Albrecht dann u.a. mit einem IG-Metall-Funktionär über „Neue Werte – neue Arbeit“.

Selbstständige sucht man auf den Diskussionspodien vergeblich. Schade, denn „Arbeiten 4.0“ soll Auftaktveranstaltung sein für einen breiten Dialog darüber, wie wir arbeiten wollen und welche Gestaltungschancen es gibt.

Bitte unterstütze unsere Anliegen und fordere auf der Arbeiten 4.0-Website die Einbindung von Selbstständigen in den Dialog oder fordere (auf konstruktive Weise) die Auseinandersetzung mit anderen Anliegen von Selbstständigen.

Update: Beliebteste Kommentare

Innerhalb von nur einer Stunde nach Veröffentlichung des obigen Beitrags sah die Übersicht der beliebtesten Kommentare auf der Dialogseite der Bundesregierung wie folgt aus:

Beliebteste Kommentare Auftaktveranstaltung Arbeiten 4.0

Momentaufnahme der beliebtesten Kommentare auf der arbeitenviernull.de-Seite

 

Die Beliebtheit richtet sich nach der Anzahl der kleinen „Herzchen“, die man in der Kommentarliste vergeben kann. Eine Gesamtliste der Kommentare sortiert nach Beliebtheit findet ihr hier. Es ist uns damit schon jetzt gelungen, die Diskussion zu beleben und um den Aspekt der Selbstständigkeit zu bereichern.

Update:  Auswahl von Kommentaren, die uns aufgefallen sind

  • Da Selbständige ihre Tätigkeit mit Freude und Leidenschaft leisten, ist für sie mit Erreichen des „Rentenalters“ nicht zwangsläufig Schluss mit Arbeiten. Viele werden weiterhin arbeiten (wollen).
  • #ARBEITENVIERNULL Solo-Selbständig = Eigenverantwortlich = gesündere Menschen, weil die Eigenverantwortung nicht mit der Arbeit endet
  • Als Selbständige schaffe ich es, Familie und Beruf trotz der beruflichen Abwesenheit meines Mannes zu vereinen. Bitte beteiligt uns Selbständige an der Diskussion!
  • Für Kleinstunternehmer mit geringem Einkommen bedeutet die Rentenversicherungspflicht das klare Aus. Sie werden zum Sozialhilfeempfänger.
  • Für Kleinstunternehmer mit geringem Einkommen bedeutet die Rentenversicherungspflicht das klare Aus. Sie werden zum Sozialhilfeempfänger.
  • Als Freelancer seit Jahren alle 6 Monate bereits inquisitorische Befragung durch die KV. Stichwort: Nachweis Familienversicherung. Jetzt das ganze auch noch von den RV-Trägern? NEIN! zur RV-Pflicht.
  • Als Selbstständiger IT Berater habe ich es geschafft Beruf und Familie besser unter einen Hut zu bringen. Beteiligt uns als gleichberechtigte Partner in dieser Diskussion.
  • In Deutschland arbeiten viele Solo-Selbständige. Diesen wird das Leben durch Über-Regulierung und „Über-Schutz“ (GKV, Rente) die Existenz z.T. unmöglich gemacht/ Selbstverwirklichung=Selbständigkeit!
  • Arbeiten als Selbständiger, ohne feste Arbeitszeiten, ohne feste Arbeitsorte, ohne Sicherung und langfristige gesicherte Verträge, nur nach Bedarf und Anforderung des Auftraggebers nimmt immer mehr zu
  • Heutige Selbstständige lassen mit dem Renteneintritsalter nicht Ihre Selbstständigkeit ruhen, denn Sie machen Dinge die Ihnen Spass machen. Deshalb ein klares nein zur RV Pflicht
  • Es wird immer viel darüber geredet, wie wichtig es ist, Arbeit und Freizeit unter einen Hut zu bringen. Darum geht es darum, die Leute zu ermutigen sich selbständig zu machen – und zwar ohne Hürden!
  • Eine RV-Pflicht für Selbständige kommt einer wirtschaftlichen Entmündigung verantwortungsbewust handelnder Individuen gleich. Man kann es auch Entmündigung durch den Nanny-Staat nennen.
  • Die diskriminierende Schutzbedürftigkeit einzelner Berufsgruppen und damit die Zwangsversicherung in der RV von Trainern, Coaches, Seelotsen, Hebammen ist von 1922 und gehört dringend modernisiert
  • Als flexible Teilzeit-Selbständige und Mutter wünsche ich mir entsprechende Flexibilität von der Politik (z.B. bei Abgaben für KV und RV)
  • Wenn den Selbständigen die Planungssicherheit und damit die Zukunftssicherheit genommen wird, fehlen bald noch mehr Arbeits- und Ausbildungsplätze in der Fläche ( in der Kleinstadt, auf dem Dorf).
  • Den Freiberuflern und Einzelunternehmer/innen die Wahl zu lassen, wie sie ihre Altersvorsorge betreiben: Gehört auf die Agenda – dringend!
  • Liebe PolitikerInnen, hört endlich auf, überzeugte Soloselbstständige/Freiberufler/… mit Eurem „Scheinselbstständigkeit-Knüppel“ zu verfolgen, damit keine Zerstörung 4.0 aus der guten Idee wird.
  • Solo-Selbständige bringen den Unternehmen die Flexibilität, die sie für die Umsetzung neuer Technologien benötigen. Ohne sie hinkt Deutschland ständig hinterher.
  • Danke, dass hier bereits einige auf die enormen Gefahren hinweisen, die durch Frau Nahles’ aktuelle SV-Pläne für Solo-Selbstständige drohen. Wollen wir Mut und Eigeninitiative fördern oder ersticken?
  • Ich würde mich freuen, wenn die Politik nicht nur ständig neue Paragraphen schafft, sondern Gesetze ums unternehmerische Tun mal ganz praktisch vereinfacht.
  • Unser umlagefinanziertes Rentensystem wird auch nicht dadurch gerettet, dass man alle Selbständigen per Gesetz zu Mitgliedern macht. Wir brauchen bessere Lösungen.
  • Ich zahle Steuern und Sozialversicherungsbeiträge in diesem Land und deshalb fordere ich als Selbstständige, dass meine Interessen im Rahmen der Veranstaltung vertreten werden!
  • Ich wünsche mir die Einbeziehung aller in die Diskussion: Arbeitgeber, Arbeitnehmer und Selbständige (Freelancer).
  • Schlagworte Freiheit, Flexibilisierung, Selbstverantwortung: immer schon bei Selbständigen. Warum dann wachsende staatliche Restriktion, um diese in die Arbeitnehmerrolle zu zwingen, Beispiel SV?
  • Als neuselbständiger Solounternehmer lernt man schnell die immernoch unendlich große Regelungswut hier in Deutschland kennen. Ich denke, Politik & Verwaltung brauchen eine Kultur des Hinterfragens.
  • Johannes Bungart setzt in Diskussion Schein- und Soloselbstständigkeit gleich. Dafür gibt es Applaus. Finde ich unmöglich.
  • Als Gründungsberaterin zeigen meine Erfahrungen, dass durch die geplanten Maßnahmen sicherlich jeder 3. Gründer sein Unternehmen in Zukunft nicht weiter führen kann. Fr. Nahles trägt die Verantwortung
  • Leider ist das Thema (Solo-) Selbstständigkeit kaum hier vertreten. Aktuell versucht die Politik leider auch alles, den Selbstständigen das Leben schwer zu machen (Stichwort Scheinselbstständigkeit).
  • Digitalisierung und Vernetzung fördert doch den Trend zur Selbstständigkeit. Diese Selbstständigen sind oft mit mehreren Standbeinen und Geschäftsfeldern aktiv und benötigen dringend Berücksichtigung.
  • Schon mal daran gedacht, dass wir rund 4 Mio. Selbständige haben? Ganz schön enttäuschend! Wie gut, dass der Vertreter von “UBER” auftreten kann, der weiß ja wie man Existenzen zerstört.
  • Bewusst und wirklich freiwillig Selbstständige sollten nicht weiter durch überkommene Kriterien der (Schein-)Selbstständigkeit in ihren Möglichkeiten eingeschränkt und existenziell bedroht werden.
  • Arbeiten 4.0: Was waren dann die Vorgängerversionen Arbeiten 3.x, 2.y, …? Angelehnt an Industrie 4.0 sind das Arbeitnehmer-Losgrößen bis herab zu 1 = Freiberufler bzw. Selbständiger – gibt es schon!
  • Was ich hier vermisse sind Kleinselbstständige. Gerade Solounternehmer/innen sind die Vorreiter für flexible Arbeitswelten von morgen. Aber: Wir müssen im Forum “Arbeiten 4.0″ zu Wort kommen können!
  • Ich wünsche mir, dass die Politik Gründer und Selbständige weniger ungerecht behandelt. Wir sind das Rückgrat der Wirtschaft von Morgen, werden aber als Melkkühe gesehen. Bsp. Mindestbeiträge zur KV.
  • Die Selbstständigen-Quote in Dtl pendelt um und bei 10 % der Erwerbstätigen – eine relevante Gruppe, die häufig vom Home-Office unternehmensbezogene Dienstleistungen anbietet = auch Arbeiten 4.0!
  • Ich würde mir wünschen, dass auch Selbstständige und Freiberufler unter den berufenen Experten wären, um auch deren Interessen und Denkanstöße einbringen zu können.
  • Wie werden denn die Selbständigen und kleine IT Unternehmen hier in diesem Forum vertreten?
  • Wer nur auf Startups setzt vergisst das 80 % der Unternehmer Kleinunternehmer sind. Die sind das Rückrat der Wirtschaft / Die Startups der Innovationsmotor
  • Gerade für Arbeit und Famile ist die Gründung eines kleinen Unternehmens als Freiberufler oder Gewerbetreibender die schönste Variante. Leider werden die Hürden für solche Gründungen immer höher
  • Ein breiter, ergebnisoffener Dialog über Arbeit 4.0 – das wäre toll. Warum hat man keine Selbstständigen eingeladen? Stattdessen reden Politiker, Gewerkschaftler und Wissenschaftler untereinander.

7 Kommentare

  1. Andreas Lutz schreibt:

    Johannes Bungart (Geschäftsführer Bundesinnungsverband d. Gebäudereiniger-Handwerks) ist einer der Diskussionsteilnehmer.

    Er setzt Schein- und Soloselbstständige gleich und wirft ihnen vor, keine Verantwortung zu übernehmen: „Scheinselbstständige – heute nennt man die ja Soloselbstständige“

    Für die Verbreitung von Vorurteilen wie diesen gibt es Applaus von den 400 anwesenden Experten…

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  2. Andreas Lutz schreibt:

    Diskussionsteilnehmerin Monika Frech fordert, dass Selbstständige nicht so schnell als Scheinselbstständig abgestempelt werden…

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  3. Andreas Lutz schreibt:

    Dr. Philip Merten (Leiter Personalwesen REWE Group) fordert, dass das Arbeitministerium sich nicht nur als Sachwalter der Arbeitnehmer sieht, sondern auch die Unternehmer und deren berechtigten Bedürfnisse sieht – im Grünbuch kämen sie nur ein, eineinhalb Seiten vor.

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  4. Andreas Lutz schreibt:

    Christoph Keese (Executive Vice President Axel Springer SE) fordert, Deutschland solle als erstes Land einen wegweisenden Gesetzesrahmen entwickeln, der die sich entwickelnden Mischformen aus Selbstständigkeit und Anstellung regelt und sozial absichert.

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  5. Carsten Wiebers, Magdeburg schreibt:

    Habe eben mal das Grünbuch Arbeit 4.0 durchgeblättert.

    Ich finde es absolut grenzwertig, dass wir Selbständigen mit exakt 3 Sätzen auf Seite 57 erwähnt. Irgendwie hat man das Gefühl, dass sich der Autor dieses Abschnittes etwas unwohl fühlt, dass ein weiterer Anstieg der Soloselbständigen prognostiziert wird.

    Im 3. Satz (2. Schritt) soll das derzeitige geltende Recht der Sozialversicherung diese Arbeitsform(en) „einfangen“. Diese Wort muss man sich genüsslich auf der Zunge zergehen lassen.

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  6. J. Bingel schreibt:

    Kleinstunternehmer mit einem Einkommen, das zur Deckung des Lebensunterhalts und Zahlung des Krankenkassenbeitrags gerade ausreichend ist, werden mit der zusätzlichen Einführung einer Rentenversicherungspflicht gezwungen, ihre Tätigkeit aufzugeben und ins Sozialhilfe-System einzuwandern. Wo ist da der Gewinn für den Staat?

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  7. Zwieg Steffi schreibt:

    Wir sind seit über 20 Jahren selbständig. also selbst und ständig am Tun als sogenannte Einzel-Gewerbetreibende, unsere 3 Kinder sind damit groß geworden, möchten dies aber selbst nicht „übernehmen“ als Modell, jeder redet uns rein, ob es die Krankenversicherung, das Finanzamt oder die Verwaltung in Stadt und Land ist, und in der Schule wird Selbständigkeit völlig falsch dargestellt, d.h. die Realität, die unsere Kinder tägl. durch unseren positiven Ansatz erfahren weicht völlig von der Theorie der Bücher und Lehrer ab.

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