Verband der Gründer und Selbstständigen Deutschland e.V.

Verband der Gründer und
Selbstständigen Deutschland e.V.

Schritt für Schritt durch den Antrag auf Neustarthilfe

Um den Antrag auf Neustarthilfe Schritt für Schritt durchzugehen, bitte in der Galerie unter diesem Beitrag auf den ersten Screenshot klicken! – Foto: Adobe Stock, fotogestoeber

(Update vom 25.02.21) Unsere Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Neustarthilfe-Antrag erfreut sich enormer Beliebtheit und wir erhalten viele Anregungen dazu. Gerade haben wir unsere Hinweise zu den einzelnen Antragsschritten nochmals aktualisiert und ergänzt. Danke für euer Feedback und das Weiterempfehlen!

 

(Beitrag vom 21.02.21) Anhand von 42 Screenshots mit kurzen Erläuterungen führen wir dich Schritt für Schritt durch den Antrag auf Neustarthilfe.

Klicke dazu bitte in der Galerie unter diesem Beitrag auf den ersten Thumbnail. Mit den weißen Pfeilen rechts und links kannst du dann vor- und zurückblättern.

Lass dich nicht abschrecken: Ein Großteil des Antrags besteht aus Belehrungen bzw. Erklärungen, die du bestätigen musst. Viele Angaben werden via Elsterportal von deinem Finanzamt übernommen, auch diese musst du einfach bestätigen bzw. nochmals identisch angeben. (Wenn Angaben überholt sind, solltest du sie vorab auf Elster.de richtig stellen: es ist wichtig, dass beim Antrag die Angaben übereinstimmen, da sonst die Hilfe womöglich verweigert wird.)

 

Checkliste: Vor dem eigentlichen Ausfüllen solltest du dir über diese neun Punkte klar werden

  1. Verfüge ich über ein aktuelles Elster-Zertifikat? (Tipp: probeweise beim Corona-Hilfen-Portal einloggen und schauen ob es geht, natürlich ohne den Antrag zu stellen) Vor 2015 ausgestellte Zertifikate können nicht zur Antragstellung verwendet werden und müssen neu beantragt werden (Hilfe bitte „aufklappen“ und Link folgen.)
  2. Sind alle Angaben auf Elster.de noch aktuell – inklusive meiner Kontoverbindung und E-Mail-Adresse?
  3. In welcher Branche bin ich schwerpunktmäßig tätig und wie ist deren GZ-Code (2008) bzw. die dazu korrespondierende genaue Bezeichnung. (Weitere Tipps dazu findest du beim entsprechenden Screenshot unten.)
  4. Will ich wirklich Neustarthilfe beantragen oder ist Überbrückungshilfe III für mich günstiger?
  5. Erfülle ich alle Antragsvoraussetzungen wie Mitarbeiterzahl, Hauptberuflichkeit usw.?
  6. Falls ich zwischen 1.1.2019 und 30.04.2020 gegründet habe bzw. 2019 wegen Krankheit, Pflege oder Elternzeit geringere Einkünfte hatte: Welches Gründungsdatum muss ich angeben und welcher Vergleichszeitraum ist für mich der günstigste?
  7. Was war mein Umsatz aus selbstständiger Tätigkeit (inklusive anderer Einnahmen, die ich ggf. hinzurechnen darf) im Jahr 2019 (bzw. dem abweichenden Vergleichszeitraum)?
  8. Was waren meine Einnahmen aus nichtselbstständiger Tätigkeit (inklusive anderer Einnahmen, die ich ggf. hinzurechnen darf)?
  9. Nach einer Schätzung deines Umsatzes im ersten Halbjahr 2021 wirst du nicht gefragt. Du musst ihn dann im Rahmen der Endabrechnung im zweiten Halbjahr 2021 melden. Solltest du weniger als 10 Prozent Umsatzrückgang gegenüber dem 6-monatigen Vergleichsumsatz erleiden, musst du die Hilfe vollständig zurückbezahlen – und natürlich auch dann, wenn du die Endabrechnung nicht bis zum Jahresende ausfüllst.
  10. Falls du zum Zeitpunkt der Antragstellung z.B. aufgrund bereits vereinnahmter Zahlungen in entsprechender Höhe, sicher bist, im ersten Halbjahr nicht mehr als 10 Prozent Umsatzrückgang zu erleiden, ist ein Antrag wahrscheinlich nicht zulässig. Da die weitere Entwicklung höchst unsicher ist, solltest du in deiner Umsatzschätzung allerdings sehr vorsichtig sein.

Schau dir am besten zunächst in der Galerie unten den Antragsprozess an, um dich mit den Anforderungen vertraut zu machen. Bei der Beantwortung der obigen Fragen helfen dir unsere Experten-Telko zur Neustarthilfe bzw. unsere Frage & Antwort-Session zur Neustarthilfe.

 

Weitere Hinweise und Tipps willkommen!

Du hast noch weitere Hinweise und Tipps zum Antragsprozess? Nutze dafür gerne die Kommentarfunktion unten!

Alle Angaben ohne Gewähr / Ganz herzlichen Dank an Steuerberater Frank Scheele aus Darmstadt für die Bereitstellung der Screenshots!

Galerie

Der Antrag auf Neustarthilfe beginnt ebenso wie der Direktantrag auf November- und Dezemberhilfe mit dem Elster-Login.
Du musst dein Elster-Zertifikat hochladen und das zugehörige Passwort eingeben.
Falls du über kein gültiges Zertifikat verfügst, muss du auf elster.de ein neues anfordern bzw. dich neu registrieren. Zur Überprüfung deiner Adresse erhältst du ein Dokument per Post. Der Prozess nimmt mehrere Tage (bis etwa eine Woche) in Anspruch.
Mitglieder berichten uns, dass u.U. auch auf elster.de funktionierende Zertifikate zunächst aktualisiert werden müssen, wenn sie schon lange in Gebrauch sind.
Vielleicht hast du auch mehrere Zertifikate, z.B. für dich als Einzelunternehmer und für eine GbR. Hier ist natürlich wichtig, das richtige zu verwenden!
Hier musst du zustimmen, dass dein Elster-Zertifikat auch für das Corona-Hilfen-Portal verwendet und deine Daten weitergegeben werden dürfen.
Hier (vgl. auch folgender Schreenshot) werden dir die weiterzugebeden Daten (Firmenname, Gründungsdatum, Steuernummer/-ID, Registereintrag, Rechtsform, Anschrift, Bankverbindung) angezeigt.
*Wichtig*: Später wirst du teilweise aufgefordert, diese Daten nochmals einzugeben. Abweichungen können zur Ablehnung des Antrags führen. Deshalb hier Angaben prüfen, den Antragsprozess ggf. abbrechen, um die Daten auf Elster.de zu korrigieren.
Wenn alles passt, bestätigst du hier die Weitergabe der Finanzamt-Daten an das Corona-Hilfen-Portal.
Hier gibst du Vor- und Zuname, Geburtsdatum und E-Mail-Adresse ein. Der Firmenname sollte bei Einzelunternehmern mit deinem Vor- und Zunamen übereinstimmen. Die E-Mail-Adresse sollte idealerweise mit der übereinstimmen, die du auch bei Elster.de hinterlegt hast. Achte darauf, dass du dich nicht vertippst, denn an diese Adresse erhältst du eine Bestätigungsmail.
Tipp: Bei Datumsfeldern wie dem für das Geburtsdatum musst du dich im Dialogfenster nicht monatsweise zu deinem Geburtsjahr durchklicken. Wenn du oben auf die Anzeige des aktuellen Monats und Jahrs klickst, werden statt Tagen zunächst Monate, dann Jahre angezeigt.
Da die Kommunikation mit dir ausschließlich per E-Mail erfolgen soll, wird zu deren Prüfung eine Bestätigungsmail an dich versendet.
So sieht die Bestätigungsmail aus. Du musst nun innerhalb von 15 Minuten auf den "Link zur Bestätigung der E-Mail-Adresse" klicken. Solltest du keine E-Mail erhalten haben, prüfe deinen Spamfilter und ob du die E-Mail-Adresse richtig angegeben hast. Fordere sonst im Browser nochmals eine Bestätigungsmail an.
Nach der Bestätigung erhältst du eine zweite E-Mal vom Elster-Portal über die Verwendung des Zertifikats für andere Zwecke. So soll Missbrauch verhindert werden.
Nach erfolgreicher Identifikation über Elster kannst du nun zwischen Neustart-, November- und Dezemberhilfeantrag wählen, denn sie alle werden über das gleiche Portal gestellt.
Hier sind nochmals die wichtigsten Bedingungen für einen Antrag auf Neustarthilfe aufgeführt: Hauptberufliche Selbstständigkeit, weniger als ein Vollzeit-Mitarbeiter(äquivalent), Gründung vor dem 01.05.2020. Außerdem wirst du darauf hingewiesen, dass Neustarthilfe und Überbrückungshilfe III sich ausschließen!
Hier findest du weitere Hinweise. Besonders wichtig: Du musst eigeninitiativ im zweiten Halbjahr 2021 eine Endabrechnung vornehmen (voraussichtlich wieder über dieses Portal). Falls du das nicht machst, musst du die Förderung komplett zurückbezahlen!
Besonders wichtig hier: Wenn du nicht (nur) Einzelunternehmer bist, sondern (auch) soloselbstständig in einer Ein-Personen-GmbH, UG o.ä., kannst (solltest du ggf.) den Antrag auf Neustarthilfe erst später stellen, wenn der entsprechend angepasste Antragsprozess bereit steht.
Dies sind weitere Hinweise für Antragsteller mit (zusätzlichen) Einkünften aus GbRs, UGs, GmbHs usw.
Zunächst kannst du den Antrag nur als Einzelunternehmer, also als natürliche Person stellen. Hier wirst du danach gefragt, ob du überwiegend gewerblich oder freiberuflich selbstständig tätig bist. Dies hat auf Anspruch und Höhe der Förderung grundsätzlich keinen Einfluss. Deine Angabe sollte aber mit den beim Finanzamt bekannten Daten übereinstimmen, da sie möglicherweise abgeglichen wird.
Hier wirst du nach der Postleitzahl der Betriebsstätte gefragt, auch hier findet möglicherweise ein Abgleich mit den dem Finanzamt bekannten Daten statt.
Nun wirst du nach deiner Branche gefragt, aus der dann der Branchenschlüssel abgeleitet wird. Entscheidend ist die Klassifikation der Wirtschaftszweige des statistischen Bundesamts aus dem Jahr 2008, auch "WZ 2008" genannt. Du musst also wissen, wie deine Branche dort genannt wird. 
Die Klassifikation findet man unter klassifikationsserver.de. Tipp: Suche bei Google nach "WZ-Code" und deiner Berufsbezeichnung in verschiedenen Varianten!
Hier wirst du nach deinem Finanzamt (Stadt) gefragt sowie nach deiner steuerlichen Identifikationsnummer. Diese findest du z.B. auf deinem Einkommensteuerbescheid. Sie besteht aus elf Ziffern.
Hier wirst du nach deiner IBAN gefragt und darauf hingewiesen, dass diese mit der beim Finanzamt hinterlegten übereinstimmen muss.
Hier wirst du nochmals darauf hingewiesen, dass ein Antrag auf Neustarthilfe den auf Überbrückungshilfe III ausschließt.
Wir sehen diesen gegenseitigen Ausschluss kritisch weil Selbstständige, soweit sie überhaupt einen Anspruch auf Neustarthilfe haben, sich de facto zwischen einem Zuschuss zum Lebensunterhalt und einem zu ihren fixen Betriebskosten entscheiden müssen.
Falls du solche Kosten in erheblicher Höhe hast, solltest du den Neustarthilfe-Antrag ggf. an dieser Stelle abbrechen und zunächst prüfen, ob und in welcher Höhe Anspruch auf Überbrückungshilfe III besteht.
Hast du andere Beihilfen in erheblicher Höhe erhalten oder beantragt? Dafür gelten EU-seitig Obergrenzen, die allerdings nur wenige Einzelunternehmer überschreiten dürften. Dies musst du hier versichern.
Hier musst du nun deine Umsätze (= Betriebseinnahmen, nicht Gewinn!)  im Vergleichszeitraum angeben.
Wenn du vor dem 01.01.2019 gegründet hast, ist das das Jahr 2019. 
Bei späterer Gründung hast du die Wahl zwischen mehreren Zeiträumen.
Du musst nun im zweiten Feld auch deine Einnahmen aus nichtselbstständiger Tätigkeit angeben. Das erste Feld betrifft vor allem Künstler.
Hier wird nun die Summe deiner Einkünfte im Vergleichszeitraum gebildet und daraus die Neustarthilfe ermittelt. Diese beträgt, wenn das Jahr 2019 Vergleichszeitraum ist, ein Viertel dieses Jahresumsatzes, maximal aber 7.500 Euro.
Hier wird die Rechnung noch mal genau hergeleitet: 
(a) Der Umsatz im Vergleichszeitraum wird durch die Zahl der Monate geteilt und ergibt den (b) durchschnittlichen Monatsumsatz. Mal 6 ergibt:
(c) 6-monatiger Referenzumsatz und daraus leitet sich dann  (50%, maximal 7.500 Euro) (d) die Neustarthilfe ab
Hier wirst du gewarnt, dass du die Neustarthilfe ganz oder teilweise zurückbezahlen musst, wenn sich bei der Endabrechnung ein geringerer Förderanspruch ergibt, weil du so viel Geld dazu verdient hast, dass sich eine Überkompensation ergibt (vgl. dazu unser Neustarthilfe-Rechner).
Die Endabrechnung muss eigeninitiativ im zweiten Halbjahr 2021 erfolgen, die Rückzahlung dann im ersten Halbjahr 2022.
Nun folgen eine Vielzahl an Erklärungen und Belehrungen. Die wichtigsten musst du explizit bestätigen.
Hier z.B. dass du hauptberuflich selbstständig bist, weniger als ein/en Vollzeit-Mitarbeiter(äquivalent) beschäftigst und vor dem 01.05.2020 gegründet hast.
Darauf wurdest du ja schon am Anfang des Antrags hingewiesen.
Du darfst deine selbstständige Tätigkeit nicht vor dem 30. Juni 2021 bzw. vor der Auszahlung der Hilfe beenden und den Antrag auch nicht mehrfach stellen.
Auf den Antrag auf Gründungszuschuss besteht kein Rechtsanspruch, es handelt sich um eine Kann- bzw. Ermessensleistung. Sie darf beendet werden, wenn die dafür vorgesehenen Mittel erschöpft sind. Angesicht des öffentlichen Drucks auf die Regierung können wir uns das allerdings zurzeit schwer vorstellen.
Hier musst du nochmals bestätigen, dass du eigeninitiativ im zweiten Halbjahr die Endabrechnung vornimmst. Du bestätigst, dass du die Vollzugshinweise gelesen hast und dir klar ist, dass die Neustarthilfe der Einkommens- und Gewerbesteuer unterliegt und dein Finanzamt automatisch über sie informiert wird.
Unter anderem entbindest du hier das Finanzamt gegenüber Bewilligungsstelle und Strafverfolgungsbehörden vom Steuergeheimnis.
Es folgen weitere Einverständniserklärungen, z.B. über die Meldung der Neustarthilfe an das Finanzamt, auf die du zuvor schon hingewiesen wurdest.
Hier erklärst du nochmals, dass du die Antragsvoraussetzungen genau gelesen hast, sie erfüllst und das Formular wahrheitsgemäß ausgefüllt hast.
Die Aufzählung wird auf den folgenden Seiten fortgesetzt.
Hier geht es darum, dass dein Unternehmen nicht schon am 31.12.2019 in Schwierigkeiten (z.B. insolvent) war, es wird auf die entsprechenden Definitionen der EU verwiesen.
Schon leichtfertig falsche Angaben oder das Unterlassen der Mitteilung von Änderungen können zu einer Strafverfolgung wegen Subventionsbetrug führen!
Auf Nachfrage musst du deine Angaben im Antrag belegen können und die ihnen zugrundeliegenden Belege hierzu 10 Jahre aufbewahren!
Nach dem Absenden erhältst du eine E-Mail mit der Bestätigung.
Hier musst du nun nochmals der Verwendung deiner E-Mail-Adresse für die Kommunikation mit der Bewilligungsstelle zustimmen.
Wichtig: Dein Antrag ist erst dann eingereicht, wenn du ihn hier absendest und anschließend Felder mit Fehlermeldungen korrigiert hast!
Wenn du alle Fehlermeldungen bearbeitet hast, diese Meldung erscheint und die Bestätigungsmail eingetroffen ist, ist dein Antrag eingereicht. Herzlichen Glückwunsch!

47 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

  1. Antworten
    Weitere anzeigen