Verband der Gründer und Selbstständigen Deutschland e.V.

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Linke zu Neustarthilfe: „Ich fordere … monatlich 1.200 Euro – und zwar rückwirkend ab dem 1. März 2020“

Wir haben Fachpolitiker von CDU, SPD, FDP, Grünen und Linken um eine Bewertung der „Neustarthilfe“ gebeten. Lest auch unsere ausführliche Darstellung der Neustarthilfe sowie die Stellungnahmen von Verbänden.

Die Abgeordneten der Opposition sehen die Neustarthilfe kritisch. Geantwortet haben in der Reihenfolge des Eingangs: Claudia Müller, die mittelstandspolitische Sprecherin der Grünen, Johannes Vogel der rentenpolitische Sprecher der FDP und Simone Barrientos kulturpolitische Sprecherin der Linken. 

Nicht geantwortet haben bisher leider die Abgeordneten von CDU und SPD, wir haben sie bereits an unsere Bitte erinnert, aber keine Reaktion erhalten. Sie ahnen sicher schon, dass die Neustarthilfe bei den Soloselbstständigen auf wenig Begeisterung stößt. Trotzdem hätten wir uns ihre Einordnung gewünscht und spätestens im Rahmen des Bundestagswahlkampfes müssen wir uns doch über diese Themen ohnehin unterhalten.

 

Linke: „Ich fordere … monatlich 1.200 Euro – und zwar rückwirkend ab dem 1. März 2020“

Simone Barrientos ist kulturpolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion Die Linke, Pressefoto

(Update vom 24.11.20) „Tatsächlich produzieren die Überbrückungshilfen III bürokratischen Irrsinn, Ausschlüsse und eine kopflose Corona-Politik ohne echte Perspektive. Alle Solo-Selbständigen, die weniger als 80 Prozent ihrer regulären Umsätze regelmäßig mit direkt von den Schließungsmaßnahmen betroffenen Unternehmen erzielen, gehen leer aus. So zum Beispiel viele Kolleginnen und Kollegen der Veranstaltungswirtschaft.

Schlimmer noch: Selbst diejenigen, die antragsberechtigt sind, könnten an den bürokratischen Hürden scheitern. Bei den ‘Novemberhilfen’ müssen Antragsteller erst einmal ‚zweifelsfrei nachweisen‘, dass sie ihre Umsätze zu 80 Prozent direkt von den von Corona-Maßnahmen betroffenen Unternehmen erzielen. Unkompliziert geht anders.

Und das alles [hier bezieht sich Frau Barrientos auf die Neustarthilfe] für einen einmaligen Zuschuss von 25 Prozent des durchschnittlichen monatlichen Umsatzes im Jahr 2019. Bei einem Jahresumsatz von 20.000 Euro erhält zum Beispiel ein Solo-Selbstständiger nur maximal 2917 Euro Neustarthilfe. Eine bildende Künstlerin verdient mit ihren Werken nach Auskunft der KSK keine 12.000 Euro im Jahr… Und überhaupt nicht nachvollziehbar ist, warum die Hilfen nicht rückwirkend gelten?

Wie sehr die ganze Kultur-und Veranstaltungsbranche unter den coronabedingten Schließungen schon vor dem Herbst gelitten hat und dass ein akuter Lockdown die Lage weiter verschärft, muss allen Verantwortlichen schon seit Monaten doch klar gewesen sein. Eine November- oder Frühjahrshilfe ist daher zu wenig. Ich fordere einen unbürokratisch ausgezahlten fiktiven Unternehmerlohn in Höhe von monatlich 1.200 Euro – und zwar rückwirkend ab dem 1. März 2020. Wenn die Politik nicht aus dem Krisenmodus kommt, wird für viele Gründer und Selbständige jede Hilfe bald zu spät sein!“

 

FDP: „Erst nur Hartz-IV angeboten – jetzt … quasi noch weniger“

MdB Johannes Vogel ist rentenpolitischer Sprecher der FDP, Foto: Thekla Ehling

(Update vom 19.11.20) „Die sogenannte Neustarthilfe ist das offene Eingeständnis der Bundesregierung, mit ihrer bisherigen Verweigerung bei den Lebenshaltungskosten, also des Unternehmerlohns, falsch gelegen zu haben.

Erst 8 Monate nach Krisenbeginn sehen Union und SPD eine Zahlung vor, die einem Unternehmerlohn ähnlich ist – aber das sind dann jetzt faktisch nur 714 Euro im Monat.

Das kommt viel zu spät und ist schlicht und ergreifend deutlich zu wenig. Stellt man diese Summe dem Arbeitslosengeld II gegenüber, auf das viele betroffene Selbstständige aufgrund der Vermögensprüfung nach wie vor und trotz aller Behauptungen, gerade keinen Anspruch erheben können, dürften die 714 monatlich sogar unter Grundsicherungs-Niveau liegen.

Während für Angestellte extra die Regeln in der Krise verändert wurden und diese jetzt verlängert werden, damit niemand aufs Jobcenter muss, hat die Bundesregierung den vielen Selbstständigen erst nur Hartz-IV angeboten – jetzt bietet sie quasi noch weniger. Das ist eklatant unfair und mit Blick auf den Vorlauf geradezu grotesk.“

Update: Johannes Vogel hat am 25.11.20 einen Entschließungsantrag der FDP-Fraktion  in den Bundestag eingebracht und darin eine Aufstockung der Neustarthilfe für Selbstständige gefordert (vgl. auch Bericht des Redaktionsnetzwerk Deutschland).

 

Grüne: „Unsinnig, dass … nicht das funktionierende Modell aus Baden-Württemberg übernommen“

Claudia Müller ist Mittelstandsbeauftragte der Grünen, Foto: Arne Jerschal

(Beitrag vom 16.11.20) „Die Neustarthilfe ist mit heißer Nadel leider schlecht gestrickt – und viel zu wenig. Es ist unsinnig, dass die Bundesregierung nicht das funktionierende Modell aus Baden-Württemberg übernommen hat, wo Selbstständige einen Unternehmerlohn von 1.180 Euro geltend machen können.

Zusätzlich spart Minister Scholz durch die Ausgestaltung: Denn nur wer keine Überbrückungshilfen beantragt, bekommt maximal 714 Euro pro Monat. Es braucht endlich Hilfen wie in Baden-Württemberg, sowie zusätzlich die Erstattung von Kosten für die Krankenversicherung – und das auch rückwirkend!

Endlich werden auch Selbstständige im Nebenerwerb berücksichtig, wenn sie mehr als 50 Prozent ihres Einkommens aus der selbstständigen Tätigkeit beziehen. Doch das heilt nicht die Tatsache, dass es einfach viel zu wenig ist. Selbst wenn die Neustarthilfe auf Hartz IV nicht angerechnet wird – damit werden bestehende Ungerechtigkeiten nicht beendet, eher neue geschaffen.“

 

Jetzt anschauen und Überblick verschaffen:

Andreas Lutz, Foto: Thomas Dreier

Experten-Telko

„Neustart- und Novemberhilfe: Wer bekommt wieviel und wann?“

mit Andreas Lutz am Donnerstag, 19.11.2020

Zum Mitschnitt (wahlweise Audio oder Video)

 

18 Kommentare

  1. Antworten
  2. Peter schreibt:

    Leider bleibt der Einsatz der Grünen auf Bundesebene stecken, zumindest in Hessen – da stellen die Grünen mit Tarek Al-Wazir den Wirtschaftsminister und stellvertretenden Ministerpäsidenten – offenbart sich, dass sich die politischen Bekundungen nicht in politischem Handeln widerspiegeln. Im Gegensatz zu Baden-Würrtemberg – dort wird der Unternehmerlohn gezahlt. Ich werde die Grünen in Hessen nicht mehr wählen!!!

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    1. Franz Segel schreibt:

      Sehe ich auch so: Wenn die Grünen es ernst meinten, hätten sie ein poltisches Zeichen setzten können in Hessen: Je mehr Länder die derzeitige Politik der Bundesregierung korrigieren und dies auch glaubwürdig tun, indem sie handeln und nicht nur Lippenbekenntnisse abgeben wie Herr Al-Wazir, desto mehr würde auf gesellschaftlicher Ebene Druck aufgebaut, eine bundeseinheitliche Lösung in Form eines Unternehmerlohns zu etablieren. Leider sind es nur Baden-Würrtemberg und Nordrhein-Westfalten, die eine faire Lösung auf den Weg gebracht haben.
      Ideal und Wirklichkeit gehen bei den Grünen – zumindest in Hessen, denn dort sind sie in politischer Verantwortung – auseinander.

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    2. Ludwig E. schreibt:

      Die Gefahr, Verhandlungsmasse im Superwahljahr 2021 zu sein, ist sehr groß. Ich schätze die Fachpolitiker/innen von Grünen und FDP im Bund sehr. Die FDP ist nicht besser, der Wirtschaftsminister Volker Wissing hat bei den Werkverträgen (Scheinselbstständigkeit) von Andrea Nahles kein Veto im Bundesrat eingelegt. Die Aussagen zu Hilfen gerade am Anfang der Pandemie waren sehr kalt, vom Unternehmerlohn ganz zu schweigen.
      .
      Persönlich eine große Enttäuschung, hatte ich doch 2015 auf die FDP Rheinland-Pfalz gehofft und eine starke Stimme für Gründungen und Unternehmertum gewählt. Selbst große Konzerne wie der größte Arbeitgeber in Rheinland-Pfalz, die BASF, wünschen sich für IT-Freelance entsprechende Änderungen. Müsste eine angebliche Wirtschaftspartei bei diesem Thema Scheinselbstständigkeit nicht lauter werden?
      .
      Der Generalsekretär Volker Wissing hingegen beharrt auf Veto beim Infektionsschutzgesetz, um am Rand der Coronaleugner zu fischen. Sind wir für die FDP nur willige Helfer zum Weg zur Macht? Zur erträumten Ampel? Wäre eine schlecht regierende Jamaikakollation schlechter als Olaf Scholz und Hubertus Heil? Der Gewerkschaftler Hubertus Heil wirkt auf mich sehr kalt und überheblich und hat bestimmt kein Herz für uns! Lust zum Wählen habe ich gar keine mehr! Allerdings möchte ich meinem Kind kein intolerantes rechts Land hinterlassen.

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      1. Barbara schreibt:

        Ja, was Sie ansprechen in Bezug auf den Eindruck „Verhandlungsmasse“ zu sein, das teile ich. Und auch Ihr Dilemma, nicht mehr zu wissen, welche Partei ich noch wählen soll. Der rechte Rand kommt für mich nicht infrage und von vielen anderen Parteien bin ich nachhaltig ernüchtert. Eigentlich hätte ich gern die Grünen gewählt. Aber ich lebe in Hessen und erlebe gerade, dass sie die Vorgaben der Bundesregierung letztlich mittragen. Damit kann ich die Forderungen der Grünen hinsichtlich Unternehmerlohn nicht mehr ernst nehmen.

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  3. Marc Jacquemin schreibt:

    Fairnisshalber muß man sagen, dass sich auch hier in Hessen etliche der Grünen ins Zeug gelegt haben, damit es bessere Soforthilfen für die Selbstständigen gibt. Viele Informationen, Petitionen etc. habe ich über Grüne mitbekommen und zumindest an der Basis gab es viel Verständnis und einen guten Austausch. Teilweise gab es richtig gute Initiativen. Das Wirtschaftsministerium hatte mir noch geschrieben, dass sich Al-Wazir mehrfach bei Altmaier dafür eingesetzt hat, einen Unternehmerlohn wie in BaWü zu zahlen. Leider hat man sich trotzdem ganz oben dafür entschieden, dass vieles nicht aus Landesmitteln finanziert wird. Es gab aber z.B. das Arbeitsstipendium der hessischen Kulturstiftung, welches ursprünglich nur KSK Mitglieder beantragen konnten und später dann sogar alle Künstler*innen. Das Verfahren war recht unbürokratisch aufgebaut und die Hilfen schnell ausgezahlt. Ich hätte mir gewünscht, man hätte dieses Verfahren auf alle betroffenen Selbstständigen ausgeweitet und für einen längeren Zeitraum. Ich bezweifle auch gar nicht, dass es in der Basis der CDU und SPD etliche gibt, die mit dem, wie Scholz, und Altmaier seit Monaten gegenüber den Selbstständigen agieren nicht einverstanden sind.

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    1. Carl schreibt:

      Für mich ist der Maßstab für Glaubwürdigkeit, ob man, wenn man in der Verantwortung ist, seinen Überzeugungen entsprechend handelt oder nicht. Es nützt auch nichts, wenn die Basis der Grünen Verständnis zeigt. Al-Wazir hat sich entschieden, die Verantwortung auf Bundesebene zu lassen. Dass er sich anders hätte entscheiden können, zeigt Baden-Würrtemberg. Aber da stehen auch in 5 Monaten Wahlen an. Wobei ich es Winfried Kretschmann nicht unterstellen möchte, dass dies die Motivation für seine Entscheidung, den Unternehmerlohn in Baden-Würrtemberg umzusetzen, ist. Hessen ist auch ein wirtschaftlich starkes Land, man hätte es sich leisten können und es hätte den Druck auf die Bundespolitik erhöht.

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      1. Eva schreibt:

        Voker Wissing (FDP) hat nach seinen eigenen Aussagen das Pulver trocken gehalten. Nach Medienberichten besitzt Rheinland-Pfalz eine Milliarde Rückstellungen für weitere Hilfen. Werden dieses für Lobby Geschenke gebraucht? Oder für ein Konjunkturprogramm für Insolvenzverwalter? In Rheinland-Pfalz sind Wahlen, ob die FDP es noch mal schafft? Da es keine Landessteuer in dem Sinne gibt, können viele die Wettbewerbsverzerrung in Richtung NRW und Baden-Württemberg nicht verstehen.

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    2. Peter schreibt:

      @marc
      Ja, es gab das Arbeitsstipendium der hessischen Kulturstiftung. Aber ganz ehrlich. das ist doch keine Lösung. 2000 € für den Zeitraum der Pandemie und exklusive Zugangsbedingung nur für Künstler. Soweit ich weiß, musste man als Künstler auch zumindest in einer Verwertungsgesellschaft organisiert sein, wenn man nicht in der KSK ist. So ganz ohne Bürokratie ging es nicht. Und ja, es gab eine Ungleichbehandlung, indem eben nur Künstler einen Zugang zu dieser Hilfe hatten!

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    3. Marta schreibt:

      „Das Wirtschaftsministerium hatte mir noch geschrieben, dass sich Al-Wazir mehrfach bei Altmaier dafür eingesetzt hat, einen Unternehmerlohn wie in BaWü zu zahlen. “

      Besonders öffentlichwirksam ist dies leider nicht. Und es ist letzlich so, dass Al-Wazir sich als Wirtschaftsminister hinter der Entscheidung der Bundesregierung versteckt.
      Man kann sein „Enagement“ auch gut daran erkennen, dass man nichts Kritisches von ihm hört, jetzt, da die Neustarthilfe als Unternehmerhohn konzipiert wurde.

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  4. Marta schreibt:

    https://www.frankfurt-live.com/-uumlberbr-uumlckungshilfe-125941.html

    (15.10.2020) A wirtschaft und corona Überbrückungshilfe Al-Wazir: Den Ankündigungen des Bundes müssen diesmal Taten folgen.

    Hessens Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir dringt angesichts der Entwicklung der Corona-Pandemie auf zielgenauere Hilfen des Bundes für Solo-Selbstständige mit geringen betrieblichen Fixkosten und für besonders betroffene Branchen. „Die noch bis Jahresende laufende Überbrückungshilfe ist ein wichtiges Instrument, aber es fallen weiterhin etliche durch die Maschen“, sagte Al-Wazir am Mittwoch. Er reagierte erfreut auf Pressemeldungen, nach denen der Bundeswirtschaftsminister eine Verlängerung der Überbrückungshilfe, Verbesserungen für bestimmte Branchen wie Gastronomie und Veranstaltungsgewerbe sowie Elemente eines Unternehmerlohns plant.

    „Ich hoffe, dass dies zutrifft, es diesmal nicht nur bei der Ankündigung bleibt und der Bundesfinanzminister dies ebenso sieht“, sagte der Minister. „Insbesondere der sogenannte Unternehmerlohn wäre eine wichtige Maßnahme, die Hessen und andere Länder schon lange fordern. Die bisher vom Bund verlangte strikte Beschränkung auf Betriebskosten wird der Realität vieler Solo-Selbstständiger nicht gerecht. Eine Lösung wird umso dringender, je länger die Krise andauert.“

    Und, Herr Al-Wazir? Wie bewerten Sie die Neustarthilfe? Kommt da noch etwas von Ihnen???

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  5. Marc Jacquemin schreibt:

    @Peter
    Von der Verwertungsgesellschaft weiß ich nichts, da bin ich mir nicht so sicher. Ansonsten hatte ich ja geschrieben, dass die Hilfen zu kurz waren und für alle Selbstständigen hätten gelten sollen. Aber der Ansatz war nicht verkehrt.

    @alle
    Bezüglich Al-Wazir und die Grünen in Hessen. Schreibt ihm, ruft ihn an. Ebenso den hessischen Finanzminister. Je mehr es tun, umso besser. Ich engagiere mich seit 8 Monaten mit eigener Petition (http://chng.it/9tqhsDT6) und jede Menge Mails und Anrufe zusammen mit anderen VGSD Mitgliedern aus Hessen. Wir haben da bereits ein größeres Netzwerk aufgebaut. Die Politiker*innen werden die Kommentare hier nicht lesen. Als z.B. Annalena Baerbock einen Auftritt bei Maybrit Ilna hatte, hatte ich kurz zuvor bei ihr im Büro angerufen und hatte direkt ihre Assistentin am Apparat. Dieser habe ich dann lang und breit das Problem erklärt und die Selbstständigen wurden dann abends immerhin erwähnt. Das war vor Monaten, als das Problem im Fernsehen noch gar nicht angesprochen wurde. Jede/r kann das machen und je mehr es machen, umso eher werden wir etwas erreichen. Ich werde noch Leute kontaktieren, die in der SPD einen guten Draht nach oben haben könnten. Wenn die mitbekommen, dass die Selbstständigen die sie kennen hinten runter fallen, können sie vielleicht einen gewissen Druck aufbauen. Ich weiß aus der Vergangenheit, dass sich Engagement für die eigenen Rechte lohnt und das ist auch meine Motivation bei den Soforthilfen. Am Ende wird es einigermaßen passable Hilfen geben. Interessant wird nur sein, wie sehr die Verantwortlichen ihr Gesicht auf dem Weg dahin verlieren werden. Wobei mehr Schaden als jetzt kaum noch möglich ist.

    Antworten
  6. Frauke schreibt:

    https://www.hessen.de/presse/pressemitteilung/al-wazir-fordert-hoehere-corona-hilfen-0

    „Hessens Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir fordert höhere Hilfen für von der Corona-Pandemie betroffene Soloselbstständige. „Nach monatelangen Diskussionen über den Umgang mit von der Pandemie betroffenen Soloselbstständigen ohne nennenswerte betriebliche Fixkosten hat die Bundesregierung jetzt eine Neustarthilfe angekündigt“, sagte Al-Wazir am Montag. „Eine Unterstützung für Soloselbständigen jenseits der Grundsicherung ist ein wichtiger erster Schritt. Sie hilft denjenigen, die seit Monaten wenig oder kaum Einnahmen haben, aber keine nennenswerten Betriebskosten geltend machen können. Allerdings bleibt die Summe von höchstens 5.000 Euro für sieben Monate deutlich hinter dem zurück, was notwendig wäre. Es müsste mindestens die sogenannte Pfändungsfreigrenze gelten, also 1.180 Euro pro Monat. Es wäre gut, wenn vor allem der Bundesfinanzminister sich endlich einen Ruck geben könnte und auch in diesem Bereich den von ihm versprochenen Wumms umsetzt. Wenn er sonst so gerne mit der Bazooka hantiert, sollte er auch den Soloselbstständigen wenigstens eine Wasserpistole gönnen.“

    Ich frage mich, ob Herrn Al-Wazir eigentlich klar ist, dass die Grundsicherung von vielen gar nicht in Anspruch genommen werden kann, aufgrund von Bedarfsgemeinschaft und/oder zu hohen Beträgen für Altersvorsorge. Mich stört diese Unpräzision enorm. Ein erheblicher Teil der Selbständigen wird Stand jetzt außer von der mickrigen Neustarthilfe von keiner der weiteren Hilfsmaßnahmen profitieren. Das ist skandalös. Und ich finde es ein Armutszeugnis, Herr Al-Wazir, dass Sie so dermaßen halbherzig agieren. Nehmen Sie sich mal ein Beispiel an Winfried Kretschmann. Der taucht nicht hinter der Bundespolitik ab. Und Sie, Herr Al-Wazir übernehmen auch noch völlig unreflektiert die Rhethorik von Hubertus Heil, ohne anzuerkennen, dass die meisten Selbständigen auch durch die letzte Masche der Grundsicherung fallen – aufgrund der Regelung Bedarfsgemeinschaft und Vermögensfreigrenze.

    Antworten
  7. Marc Jacquemin schreibt:

    Wer von Euch auf Facebook ist, kann das doch gerne mal auf Al-Wazirs FB-Seite bei den Kommentaren anmerken. Ich denke, ich werde ihn auch nochmal anschreiben und darauf hinweisen, wobei ich davon ausgehe, dass er es weiß. Ansonsten meldet Euch doch bei den Grünen aus Eurem Wahlkreis und sagt denen, dass Ihr die Ungleichbehandlung der Selbstständigen in Hessen und BaWü nicht versteht, bzw. nicht akzeptiert. Wenn jede/r betroffene Selbstständige/r im VGSD zusätzlich eine e-Mail an Al-Wazir schreibt, dann kämen da vielleicht auch ein paar zusammen. Und am besten heute noch eine Mail an ARD und ZDF, dass sie morgen bei Veröffentlichung der Bedingungen der Novemberhilfen bitte objektiv über das Ganze berichten und nicht einfach nur Pressetexte der Bundesregierung wiedergeben. Wenn die keiner darauf hinweist, dass auch die neuerlichen Hilfen den meisten von uns nichts nützen, dann werden sie auch nicht darüber berichten.
    Anbei noch ein Artikel aus oe24, auch wenn dies eine Art österreichische Bildzeitung zu sein scheint:
    https://www.oe24.at/newsfeed/corona-oekonom-deutsche-selbststaendigen-hilfe-buerokratiemonster/454665603

    Antworten
  8. Frauke schreibt:

    @Marc Jaquemin
    Ja, das werde ich auch machen, die Grünen aus meinem Wahlkreis zu kontaktieren.
    Und Al-Wazir werde ich anschreiben. Ich werde berichten, was dabei raus gekommen ist!

    Antworten
  9. Marc Jacquemin schreibt:

    @Frauke
    Super!

    Ich habe eben ARD und ZDF angeschrieben und gebeten, dass sie morgen bitte kritisch über die Novemberhilfen (und Neustarthilfen) berichten. Wir werden sehen, wie die Berichterstattung zum Start der Hilfen morgen Abend sein wird.

    Antworten
    1. Frauke schreibt:

      @Marc Jaquemin

      Welche E-Mail-Adressen hast du genommen, um ARD und ZDF zu kontaktieren?
      Ich habe diese beiden gefunden:
      presseservice@DasErste.de
      Zuschauerservice@zdf-service.de

      An Maybritt-Illner hatte ich vor Monaten schon mal geschrieben und bekam keine Reaktion.
      Aber vielleicht bringen die übergeordneten E-Mail-Adressen mehr Resonanz!

      Toll, dass du so nachhakst. Es stimmt, wenn wir alle aktiv werden, haben wir die Chance, etwas in Gang zu bringen!

      Antworten
  10. Marc Jacquemin schreibt:

    @Frauke
    Ich habe erst beim Zuschauertelefon vom ZDF angerufen und nach der e-Mail Adresse vom heute journal gefragt. Die wollten sie mir nicht geben (was ich verstehen kann). Die ZDF Mitarbeiterin sagte mir aber, ich solle eine e-Mail an Zuschauerservice@zdf-service.de mit Betreff: „Bitte um Weiterleitung an die heute journal Redaktion / Thema“ schreiben. Das hatte ich gemacht und ist denke ich auch angekommen.
    Bei der ARD habe ich auf der Seite der Tagesschau das Kontaktformular ausgefüllt. Nachteil hierbei ist, dass man nur 1000 Zeichen hat. Ich mußte meine ursprüngliche e-Mail also in 2 Teile splitten. Ich hatte auch überlegt, an die e-mail Adresse vom Presseservice zu schreiben, war mir allerdings unsicher, ob das weitergeleitet wird. Vielleicht rufe ich nachher nochmal bei der Nummer der Tagesschau an:
    https://www.tagesschau.de/hilfe/kontakt/
    Wenn sich dort ein paar von uns melden, wird man sicherlich differenzierter über die neuerlichen Hilfen berichten.

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