Verband der Gründer und Selbstständigen Deutschland e.V.

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Selbstständigen Deutschland e.V.

VGSD-Stellungnahme zu „Novemberhilfe“: Sag uns deine Meinung dazu!

Foto: Adobe Stock, Corona Borealis

Der am Montag beginnende zweite Lockdown soll durch „außerordentliche Wirtschaftshilfen“ begleitet werden, um negative wirtschaftliche Auswirkungen zu reduzieren.

Angela Merkel, Michael Müller und Markus Söder stellten die Maßnahme am Mittwoch vor. Olaf Scholz und Peter Altmaier gingen gestern auf einer Pressekonferenz weiter ins Detail.

Auf Basis dieser Informationen haben wir fünf Forderungen entwickelt, die wir gerne mit dir bzw. euch diskutieren möchten. Sie dienen uns als Grundlage für die Gespräche mit Politikern, Beamten, Verbandsvertretern und Journalisten, die wir intensiv führen und auch bereits begonnen haben.

Sag uns bitte mithilfe der Kommentarfunktion am Ende der Seite deine Meinung zu diesen Punkten. Bitte gib die Nummer der Forderung und ggf. den Buchstaben des Arguments mit an (z.B. „2c“), damit wir sofort wissen, worauf du dich beziehst. Je kürzer und lösungsorientierter dein Hinweis, um so besser können wir ihn wahrscheinlich berücksichtigen. Vielen Dank für deine Mühe vorab!

 

Übersicht über Forderungen

  1. Zugang zur Überbrückungshilfe erleichtern, z.B. durch Zulassung auch von Buchhaltern entsprechend §6 (4) Steuerberatungsgesetz
  2. Bezugszeitraum weniger willkürlich gestalten, z.B. 1/12 des Vorjahreswertes
  3. Regelung mindestens in Bezug auf Soloselbstständige nicht nach Branchen- sondern nach betriebswirtschaftlichen Kennzahlen ausrichten (Höhe Umsatzeinbruch)
  4. Gefahr eines Windhundrennens um 10 Milliarden Euro verhindern: Der vorgesehene Betrag könnte zu knapp sein, wenn man den Umsatz als Bezugsgröße nimmt
  5. Den betroffenen Soloselbstständigen mehr Planungssicherheit geben und Transformation ermöglichen mit fiktiven Unternehmerlohn

 

Unsere Forderungen und Argumente im Detail

Zur Erläuterung haben wir im Folgenden zu jeder Forderung die wichtigsten Argumente, Pros und Cons als Unterpunkte hinzugefügt. Sie sind durchnummeriert, damit ihr euch in euren Kommentaren darauf direkt beziehen könnt:

 

1) Zugang zur Überbrückungshilfe erleichtern

z.B. durch Zulassung auch von Buchhaltern entsprechend §6 (4) Steuerberatungsgesetz

  • (a) Betrugsverhinderung bleibt erhalten durch Vieraugenprinzip, Haftung der Buchhalter, fachliche Kompetenz, usw.
  • (b) Erhöhung der Kapazität und damit schnellere Bearbeitung der Anträge
  • (c) Mehr Wettbewerb, geringere Kosten, auch für den Staat!
  • (d) Zugang zur Antragsstellung: 20 Prozent der Betroffenen berichten, keinen Steuerberater zu haben/finden, der Antrag für sie stellt
  • (e) Buchhalter kennen die Zahlen der Mandanten oft besser als Steuerberater, die sich erst einarbeiten müssen

 

2) Bezugszeitraum weniger willkürlich gestalten

z.B. 1/12 des Vorjahreswertes

  • (a) Einzelner Monat als Bezugsmonat hängt insbesondere bei Soloselbstständigen stark von Zufällen ab (z.B. Zeitpunkt der Rechnungsstellung)
  • (b) Gefahr, dass Teil der Betroffenen erneut komplett leer ausgeht
  • (c) In anderen europäischen Staaten hat man Vorjahr oder Durschnitt mehrerer Jahre genommen

 

3) Regelung mindestens in Bezug auf Soloselbstständige nicht nach Branchen- sondern nach betriebswirtschaftlichen Kennzahlen ausrichten

also z.B. nach Höhe nach Umsatzeinbruchs

  • (a) Es ist von überragender Bedeutung, dass nicht nur die geschlossenen Betriebe (z.B. Fitnessstudio, Veranstalter) entschädigt werden, sondern auch die mittelbar Betroffenen (z.B. selbstständige Fitnessinstruktoren, Veranstaltungsdienstleister, Künstler, Caterer).
  • (b) Es wird aber extrem schwer sein, diese indirekten Effekte branchenmäßig abzugrenzen und entsprechende Listen zu erstellen. Das gilt schon auf der ersten Ebene (Beispiel: Anbieter von Seminarveranstaltungen) und erst recht auf tieferen Stufen der Wertschöpfungskette.
  • (c) Betroffen sind nicht nur von den Veranstaltern unterbeauftragten Unternehmen, sondern auch parallel vom Endkunden beauftragte (z.B. Dolmetscher) und komplementäre Dienstleister (z.B. Taxifahrer).
  • (d) Schon allein die Prüfung der Zugehörigkeit zu einer Branche ist mit sehr hohem bürokratischem Aufwand und Streitpotenzial verbunden.

 

4) Gefahr eines Windhundrennens um 10 Milliarden Euro verhindern

Der vorgesehene Betrag könnte zu knapp sein, wenn man den Umsatz als Bezugsgröße nimmt

  • (a) Hier habe ich keine fertige Lösung, möchte aber wichtige Fragen aufwerfen, die man unter Beteiligung von Betriebswirten und Praktikern, die mit den unterschiedlichen Unternehmensgrößen vertraut sind (!), ganz genau an konkreten Beispielen durchkalkulieren sollte.
  • (b) Bei Soloselbstständigen mit zumeist geringen fixen und variablen Kosten ist der Umsatz-/Honorarausfall als Bezugsgröße zumeist sinnvoll.
  • (c) Gegenbeispiel sind Geschäftsmodelle mit hohen variablen / durchlaufenden Kosten, die dann im November gar nicht anfallen werden.
  • (d) Meine Hauptsorge ist, dass die 10 Milliarden Euro angesichts dessen nicht ausreichen könnten.
  • (e) Es gilt auf jeden Fall zu verhindern, dass eine Ungleichbehandlung stattfindet dadurch, dass die Mittel nach dem Windhundverfahren vergeben werden und dann viele leer ausgehen!

 

5) Den betroffenen Soloselbstständigen mehr Planungssicherheit geben und Transformation ermöglichen

… und zwar durch Einführung eines fiktiven Unternehmerlohns

  • (a) Beispiel: Die von Veranstaltungsverboten betroffenen Unternehmen erleben nicht nur im November einen Lockdown, sondern seit Jahresanfang und sind ohne konkrete zeitliche Perspektive, wann sie wieder tätig werden können, was ihr dringendster Wunsch ist.
  • (b) Die November-Hilfe ist neben Soforthilfe, Überbrückungshilfe I, II und III bereits das fünfte Hilfspaket, das vierte, das über einen Steuerberater beantragt werden muss, aus Sicht von Soloselbstständigen waren die bisherigen Hilfen nicht wirksam. Das Misstrauen ist groß.
  • (c) Ein Unternehmerlohn nach Vorbild von Baden-Württemberg wäre für den Staat wahrscheinlich billiger, zumal die 1.180 Euro (wir wünschen uns einen höheren Betrag von mindestens 1.500 Euro, wie in anderen EU-Staaten übrig) ja versteuert und verbeitragt werden müssen.
  • (d) Er führt zugleich zu einer höheren Zufriedenheit der Betroffenen in den entsprechenden Bundesländern, weil er verlässlich und berechenbar ist und vergleichsweise unbürokratisch vergeben wird.
  • (e) Er mag in großen Städten nicht ausreichen, um auch nur die Miete zu bezahlen, würde aber vielen Betroffenen einen Hartz IV-Antrag ersparen.
  • (f) Sollte trotzdem Hartz IV beantragt werden müssen, sollte der Unterehmerlohn nicht oder nur teilweise darauf angerechnet werden, denn es besteht gegenüber nur eingeschränkt erwerbstätigen Hartz IV-Empfängern ein erhöhter Bedarf, um  Akquise, Schulungen, Erschließung neuer Einnahmequellen unbürokratisch zu finanzieren und sich schnell aus dem Leistungsbezug herauszuarbeiten.

Wir hoffen ihr könnt unsere Forderungen und ihre Hintergründe gut nachvollziehen und freuen uns auf euer Feedback unten!

 

Jetzt anschauen und Überblick verschaffen:

Andreas Lutz, Foto: Thomas Dreier

Experten-Telko

„Neustart- und Novemberhilfe: Wer bekommt wieviel und wann?“

mit Andreas Lutz am Donnerstag, 19.11.2020

Zum Mitschnitt (wahlweise Audio oder Video)

 

284 Kommentare

  1. Lonnie Wimmer schreibt:

    Hallo zusammen,

    Ich finde die Forderungen übersichtlich und nachvollziehabr – ausserdem hoffe ich immernoch darauf, das erstmal die avisierte Hilfe auch irgendwann mal bei den Antragsstellern ankommt – vom Überbrückungsgeld 2.0 hört und sieht man bis jetzt nichts!

    Daumendrücken und klatschen alleine wird uns nicht helfen!
    Viele Grüße
    Lonnie

    Antworten
    1. Heino Schütten schreibt:

      Das schreibt mein Steuerberater dazu:
      Die Voraussetzungen für die Überbrückungshilfe II sind ein Umsatzeinbruch von mind. 50% in zwei beliebigen, direkt aufeinanderfolgenden Monaten im Zeitraum April bis August 2020 im Vergleich zu den entsprechenden Vorjahresmonaten 2019 ODER ein Rückgang von durchschnittlich mind. 30% im gesamten Zeitraum April bis August 2020 im Vergleich zu den Vorjahresmonaten April bis August 2019.

      Überbrückungshilfe gibt es für jeden einzelnen Monat September bis Dezember 2020 mit mind. 30% Umsatzeinbruch gegenüber dem entsprechenden Vorjahresmonat.

      Antworten
      1. Michael Pauen schreibt:

        Zur Berechnung des Umsatzeinbruchs (2) habe ich persönlich schon allein das Problem, dass er unabhängig von der Anzahl Mitarbeiter ist.
        Ich habe im Lauf des letzten Jahres Mitarbeiter eingestellt und kontinuierlich den Umsatz gesteigert. Ich entwickle Software u.a. für die Gastronomie. Lockdown 1 brachte 60% Umsatzeinbruch schon im März (weil jeder mit dem Lockdown rechnete) im Vergleich zum Februar. Im Vergleich zum Vorjahr war es aber kaum Umsatzrückgang.

        Antworten
        1. Andreas Beer schreibt:

          Aus diesem und anderen Gründen halte ich die Orientierung am Umsatz für fragwürdig. Wer nun weniger Umsätze hat, hat in der Regel aber auch weniger Kosten. Zum Beispiel weniger Kosten für Dienstleister, Materialeinkauf, Verbrauchsmaterialien, Energie, etc.

          Bei Erstattung von Umsatzanteilen gäbe es deshalb vermutlich ein sehr ungerechtes Rennen um das Geld. Wären die Einen damit einen Mehrerlös im Vergleich zu Vorcoronazeiten hätten, würden anderen – so wie Dir – das kaum etwas bringen. Insbesondere für Unternehmer, die in der Gründungsphase der ersten Jahre sind.

          Es wäre m.E. sinnvoller den Gewinneinbruch im Vergleich zum Vorjahr zum Maßstab zu nehmen.

          Antworten
          1. Karl-Heinz Stumpf schreibt:

            Hallo, Andreas!
            Ich halte die Umsatzentwicklung als Basis für die Zuschüsse auch für Blödsinn: 2019 hatte ich als Personalberater Honorarumsätze (Vermittlungsprovisionen), mit denen ich geringe Kosten verrechnen musste, also ca. 90 % versteuerbare Einnahmen waren. 2020 habe ich Honorareinnahmen, von denen ich ca. 80 % an meine freien Mitarbeiter weiterleiten muss, also ca. nur 10-20 % vom Honorar (Umsatz) versteuerbare Einnahmen sind. Meine versteuerbaren Einnahmen sind um über 60 % gesunken, obwohl mein Umsatz gegenüber 2019 fast konstant ist. => Zumindest könnte man die Umsatzsteuerbasis (Einzahlungen – Auszahlungen) als Bewertungskriterium nehmen. Dann würde mein enormer Einnahmenrückgang sichtbar. An der Umsatzentwicklung kann man das überhaupt nicht erkennen!
            …weiter hoffend auf die „Erleuchtung“ der Politiker!
            Karl-Heinz

    2. Stefan Maas schreibt:

      Finde die Vorschläge auch sehr gut recherchiert und nachvollziehbar. Vor allem auch der Vergleich, wie es im Ausland gehandhabt wird,

      Antworten
    3. Imke Johanne Spöring schreibt:

      Danke für die interessanten Beiträge. Die Punkte finde ich stichhaltig und möchte hinzufügen:
      Ich vermisse in allem, was gesagt und geschrieben wurde, eine übergreifende Gerechtigkeit. Diesen Betrag von 10 Mrd. finde ich irgendwie aus der Luft gegriffen – insofern kann ich die Befürchtung teilen, dass das Geld überhaupt nicht reicht. Ich selber habe es zweimal erlebt, dass meine Anträge abgelehnt wurden, weil der Topf ausgeschöpft war. Ein andermal hatte ich „abgesahnt“, und meine Kolleg*innen gingen leer aus. Fühlte sich nicht viel besser an, und es sorgt für Konkurrenzgefühle unter uns Freiberufler*innen. Die Nennung der Summe sollte nach Bedarf kalkuliert werden, und zwar für ALLE, die gerade auf dem Trockenen sitzen. Es darf keine Berufsgruppe ausgeschlossen werden, es darf keine Beschränkung der Beträge geben nach dem Motto „Wer zuletzt kommt,…“ – das würde meinem Bild von sozialer Gerechtigkeit näher kommen.
      Was ich bisher erlebt habe, lässt mich schäumen vor Wut. Ich werde ins Berufsverbot geschickt (Sängerin und Chorleiterin), und wie ich überleben soll, das interessiert den so genannten Sozialstaat nicht.
      Ich persönlich hätte auch SEHR gerne mal eine transparente, sprich einsehbare Abrechnung der Bundesregierung über die Verteilung der 10 Mrd. Euro. In den Leitungs-Teams meiner beruflichen Gruppen ist das Gang und Gäbe, und die Leitung hat sich gegenüber dem Fußvolk für die Verteilung zu rechtfertigen. 9,5 Mrd. für Adidas und die Lufthansa, der Rest für uns, die ja nicht systemrelevant sind? Ich möchte es wissen!

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  2. Antworten
    1. Antworten
      1. Roland Müller schreibt:

        Das unterstütze ich ebenfalls. Als soloselbstständiger Kreativer habe ich übers Geschäftsjahr diverse Projekt-Peaks. Es wäre reiner Zufall, wenn ein solcher in den November fiele. 1/12 des 2019er Umsatzes wäre die einzig faire Lösung.

        Antworten
        1. Kai Altenfelder schreibt:

          Sieht hier genauso aus. Akquisitions-Phasen, Projektverschiebungen, Rechnungsstellung usw, kein Monat ist wie der andere. Aus der Sicht wäre für mich persönlich ein Durchschnitt der letzten drei Jahre am sinnvollsten, mindestens aber die 1/12-Regelung des Vorjahres.

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          1. Lisa Duhme schreibt:

            Ich schließe mich diesen Fakten, die hier in dieser Kommunikationskette beschrieben werden an. Ich arbeite im Bereich Texten/Lektorat/Korrektorat/Übersetzung und habe ganz unterschiedliche Monatsumsätze. Ebenso ergeht es einem sehr großen Personenkreis unter uns Soloselbstständigen. Dieser Sachverhalt wird wie vieles andere (z.B. Soforthilfe und Überbrückungsgeld nur nutzbar für Betriebsausgaben) bei „Hilfen“ nie berücksichtigt.

      2. VGSD-Redaktionsteam schreibt:

        Danke für den Hinweis. Wir haben den FAQ und den Hinweis zur Berechnung des Umsatzes in unseren Beitrag https://www.vgsd.de/?p=39820 aufgenommen, der zusammenfasst, was über die neue Hilfe bekannt ist.

        Antworten
        1. Lucia Fischer schreibt:

          Ihr habt Euch wieder voll angestrengt, vielen Dank dafür. Die Zeitraumregelung und auch die Branchenregelung sind nicht ausreichend. Gerade im IT-Bereich sind Projekt und Bezahlung oft weit auseinander. Bedeutet, dass mindestens der Durchschnitt aus drei Monaten ermittelt und verwendet werden sollte. Und zudem denke ich, dass dies wieder die gleiche leere Versprechung ist wie schon Überbrückungsgeld, Soforthilfe und erleichterter HartzIV-Bezug. Ich erwarte hier gar nichts mehr.

          Antworten
    2. Claudia Dahnelt schreibt:

      Das unterstütze ich auch. Ein 1/12 der Umsatzes von 2019 kann man mit der Einkommenssteuererklärung nachweisen. Ein Beweis, dass man gewerblich/freiberuflich tätig ist. Kein Betrug. Kein Aufwand/keine Kosten mit einem Steuerberater, der das bestätigen muss. Den ich auch erst finden müsste, denn ich mache meine Steuererklärung selbst.

      Antworten
    3. Hilke Menz schreibt:

      Die Wahlmöglichkeit besteht aber danach nur für Soloselbständige. Unsere Firma (Messe- und Veranstaltungsbau) hatte z.B. im Oktober 2019 hohe Einnahmen und im November 2019 wenig Einnahmen. Wenn der Bezugsmonat also der November 2019 wäre, würden wir nichts erhalten! Gerade bei Branchen mit stark schwankenden Einnahmen muss der Schnitt von mehreren Monaten zugrunde gelegt werden. Man will sich ja überhaupt nicht „bereichern“, aber alles andere ist schlicht unfair. Bereits beauftragte Veranstaltungen für November 2020, die wieder ein kleines bisschen Hoffnung auf Einnahmen gaben, wurden kurzfristig abgesagt und wieder gucken wir in die Röhre. Ohne jegliche Perspektive auf eine Finanzhilfe gehen bei uns kurzfristig alle Lichter aus und die Mitarbeiter nachhause. Das fängt auch das Überbrückungsgeld II nicht auf, das nicht einmal reicht, um die laufenden Kosten wie Miete zu decken.

      Antworten
  3. David Eickelberg schreibt:

    Ich bin zu 100% bei den Anmekrungen und Fragen, die sich aufgrund der „Novemberhilfe“ ergeben – tolle Arbeit, vielen Dank! Eine Ergänzung habe ich: Warum lässt man die „Berechtigung“ der eigentlichen Zuwendung als auch die „fachliche Prüfung“ derselben nicht durch die Finanzämter machen? Dort liegen alle unsere Daten und Umsätze vor, und niemand braucht erneut irgendwelche Aufstellungen erarbeiten und / oder Nachweise erbringen! Wenn wir wieder alle auf Steuerberater angewiesen sind, wird der „Genehmigungsstau“ in diesem Fall endlos!

    Antworten
    1. Martina Mettner schreibt:

      Ich schließe mich an. Da ich meine Buchhaltung selbst mache, ist die Beauftragung eines Sachverständigen auf jeden Fall ein erheblicher zusätzlicher Kostenfaktor.
      Zumindest für die Soloselbstständigen könnte das Finanzamt in Anspruch genommen werden.

      Antworten
    2. Hans Hoefer schreibt:

      Weil es mit Sicherheit mehr Steuerberater, als Finanzbehörden, gibt, wird es so vorgenommen werden, denke ich mir.
      Und darum wird so eine größere Arbeitsteilung erreicht und es stauen sich die Anträge nicht alle bei den Finanzbehörden.

      Antworten
    3. Hubert Bauer schreibt:

      Tja, David, dann wären die Steuerberater + Co. ja raus, das geht doch nicht. Es kann doch nicht sein, dass bei solchen Programmen niemand mitverdient bzw. nicht Zugangshürden errichtet werden, mit denen die Mittelverwendung verhindert bzw. eingeschränkt wird. Ein so unkompliziertes und schnelles Programm wie die erste Corona-Soforthilfe wird es nie wieder geben. Es wird alle Verantwortlichen erschreckt haben, das es a) reibungslos funktionierte und b) auch nutzvoll war. Der ganze schöne teure hochqualifizierte Beamtenapparat darf doch nicht dazu benutzt werden, sinnvoll und effizient und kostenschonend zu sein! Ein bisschen mehr Realismus, bitte!

      Antworten
    4. Kathrin Hentzschel schreibt:

      Stimmt, guter Hinweis! Warum nicht übers Finanzamt? Zudem habe ich weder Buchhalter noch Steuerberater, hätte also erst einmal diese Hürde zu nehmen. Eine*n Steuerberater *in kann man ja auch nicht ratzfatz aus dem Hut zaubern.
      Ansonsten: Danke für den wie immer tollen Einsatz für uns alle!

      Antworten
    5. maren schreibt:

      Ja. Mein Steuerbrater ist gut ausgelastet. Zusätzlich Mehraufwand wg MwSt. Absenkung … und komplizierte Überbrückungsgeldanträge on top
      Deshalb haben wir die 2 Runde Überbrückungsgeld auch (noch) nicht beantragt

      Antworten
    6. Ines Kollar schreibt:

      Dem möchte ich mich auch anschließen!
      Zu 1
      4x im Jahr übermittel ich mein Einkommen für die Umsatzsteuer-Voranmeldung, per Elster an das Finanzamt.
      Das könnte doch als Nachweis auch reichen. Viele Kollegen, mich eingeschlossen, können sich zurzeit keinen Steuerberater leisten…
      Zu 2
      Bezugszeitraum 1/12 wäre sinnvoll, da Soloselbstständige sehr schwankende Einnahmen erzielen.

      Antworten
    7. Silke Tolk schreibt:

      Als freischaffende Künstlerin bin ich ebenso in der Situation, keinen Steuerberater hinter mir zu haben, der für mich den „Bedarf“ errechnet. Das Finanzmat ist tatsächlich die Institution, welche zu der finanziellen Situation des Soloselbständigen genauste Angaben machen kann, zumal, wenn die Einnahmen und Ausgaben über viele Jahre etwa ein gleiches Niveau hatten…
      Auch kann man die Höhe der Unterstützung nicht an bestimmten Monaten festmachen, sondern muss auf jeden Fall ein „Mittel“ errechnen, weil es auch z.b. bei mir Monate gibt, in denen ich fast gar keine Einnahmen habe, sodass die betrieblichen Ausgaben auch nicht unbedingt jeden Monat gleich hoch ausfallen. In der Regel sind die Monate Oktober, November, Januar und Februar ganz verdienstschwach.

      Antworten
      1. Susanne Schwerin schreibt:

        Und deswegen soll jetzt de Steuerzahler für die ohnehin umsatzschwachen bzw den Monat ohne Umsatz November nun auf einmal Geld auskehren und zahlen, welches im November eh nie erzielt wurde???? Unglaublich. Reine Mitnahme-Wünsche hier grossenteils

        Antworten
    8. Chris schreibt:

      Hallo, mir hat das Bundesfinanzministerium am Freitag via Insta geschrieben, dass ich und meine Kunden für die November Hilfe und ggf. Überbrückungshilfe II + III bitte noch keinen Stb. oder ähnlichen engagieren soll… Macht ja Hoffnung 🙂

      Antworten
  4. MH schreibt:

    Rückerstattung der Steuerjahre 2018/19. KfW Kredite mit 0%.
    Equal Payment für gleiche Arbeit und erforderliche Investitionen subventionieren durch Streichung überflüssiger Auslandssubventionen. Steuerrecht reformieren.

    Antworten
    1. Antworten
  5. Lola Maria Amekor schreibt:

    Ich finde auch, dass für Soloselbständige die Begrenzung auf die Branche schwierig ist. ICh bin Dozentin im Gesundheitsbereich, also ich gehe in die Pflegeheime und Krankenhäuser und führe Seminare und Trainings durch. Bei den Infektionszahlen hatte ich schon im Oktober erste Absagen zum Beispiel aus Cottbus, weil Cottbus ein HOTspot war. Für November werden mindestens die Hälfte meiner EInkünfte wegfallen, die ich eigentlich für den Dezember brauche, da bei mir ab Mitte Dezember keine Seminare mehr gebucht werden.

    Herzlche Grüße und vielen Dank für EUre Arbeit

    Antworten
    1. Maren schreibt:

      ich unterrichte Bildungsurlaubskurse.
      Ist bei mir das gleiche Problem.
      November / Dezember (bis Weihnachten ) ist Hauptsaison… da klotze ich normalerweise ran. Und dann erstmal Flaute bis März…

      Antworten
  6. Alex schreibt:

    Hallo Andreas,
    die Forderungen sind gut und richtig. Ich erkenne Euer Engagement sehr wohl an und bitte Euch weiterzumachen.
    Allerdings habe ich den Glauben daran, dass diese Regierung uns helfen will, mittlerweile zu Grabe getragen. Im Gegenteil: ich fühle mich betrogen, weil die Regierung öffentlich immer verkündet, wie ach so toll sie uns hilft und defacto aber nichts tut für uns.
    Ich habe jedesmal meine Steuerberaterin um Hilfe gebeten mit dem Resultat, dass ich leider nichts bekomme, weil ich ja keine hohen laufenden Geschäftsausgaben habe.
    Ich erwarte also von dieser Regierung rein gar nichts Positives mehr und kümmere mich darum, selbst zu überleben.
    VG Alex

    Antworten
  7. Petra Greve schreibt:

    Vielen Dank für eure Arbeit, alle Punkte find ich richtig. Vielleicht könnten in einem klitzekleinen Nebensatz ebenfalls die Berater*innen/Supervisor*innen genannt werden. Unsre Berufsgruppe ist ebenfalls betroffen.

    Viele Grüße Petra

    Antworten
    1. Thomas Klug schreibt:

      Ich finde das sollte nicht nur im Nebensatz erwähnt werden. Berater, Moderatoren, Supervisoren, etc. die aufgrund ihrer Themen auf Präsenzveranstaltungen angewisen sind ebenfalls betroffen. Wird die Liste der bezugsberechtigenten Gruppen noch erstellt oder besteht die shcon. Bitte um die nachgelieferten Vorschläge noch erweitern!
      Vielen Dnak für euren Einsatz!!!

      Antworten
      1. Sven Aden schreibt:

        Hallo,
        das möchte ich unterstützen. Mein Hauptauftraggeber, eine Bundesbehörde, hat letzte Woche sämtliche Teamentwicklungsworkshops und Führungstrainings bis Jahresende storniert, Online arbeiten die leider gar nicht.
        Damit stehe ich mindestens bis Jahresende plötzlich ohne bezahlte Aufträge da.

        Also: Coaches, Moderator*innenen, Supervisor*innen, Trainer*innen gehören unbedingt dazu!

        Antworten
  8. Werner Schünemann schreibt:

    Das wichtigste ist die Bürokratie. Angeblich 60 seidige Antragsformulare gehen garnicht. Wenn jeder Antragsteller erst einen Steuerberater etc braucht wird es Monate dauern bis Geld ausgezahlt wird. Schnelle Auszahlung basierend auf einseitigem Antrag mit Steuerberater später. Was ist mit Betrieben die erst dieses Jahr angefangen haben und trotz Krise es geschafft haben zu öffnen? Der Lockdown wird nicht nur einen Monat betragen – das ist Augenwischerei – also muss auch wieder eine schnelle Mietübernahmen vereinbart werden.

    Antworten
  9. Sabrina samol schreibt:

    Ich finde der Punkt Unternehmerlohn sollte sich nicht nur auf Soloselbstständige beziehen

    Antworten
    1. Martina Schürmann schreibt:

      Er sollte endlich auch für die Kapitalgesellschaften bzw. deren Geschäftsführer, die als Soloselbstständige bisher kaum Unterstützung erhalten haben.

      Antworten
  10. Helmut Bähr schreibt:

    Aspekt 1):
    Es muss genau definiert werden, was als „Umsatz Monat November“ definiert wird.
    Bin Unternehmensberater und der Umsatz eines spezifischen Monats ist das Resultat meiner
    Beratungsleistung entweder des Vormonats, oder des „Vorvormonats“ – je nachdem wann meine Mandanten die Rechnungen bezahlen.
    Also: A) Zählt der Umsatz laut Buchhaltung für November (dann sind die Umsätze der Vormonate berücksichtigt, eventuell auch einige Leistungen aus November, wenn die Rechnung zum Monatsanfang gestellt wird und der Kunde sofort zahlt).
    Oder: B) Werden nur die Umsätze berücksichtigt, die für Leistungen im November berechnet werden – unabhängig davon ob die Kunden die Rechnungen im November, Dezember oder Januar bezahlen.
    Die Berechnungsbasis muss eindeutig sein!!!

    Aspekt 2):
    Werden pauschal die Umsätze aus November des Vorjahres mit 75% subventioniert – ohne Berücksichtigung der Umsätze im November in 2020 – oder wird nur die Differenz 11.2019 minus 11.2020 bezuschusst?
    In jedem Fall muss aber – siehe oben – die Berechnungsbasis klar sein!!!

    Aspekt 3):
    Es müssen ALLE Soloselbstständigen/ Freiberufler unterstützt werden – es darf KEINE Gruppe ausgeschlossen werden!!!

    Antworten
    1. Maren schreibt:

      Es wäre zu klären, ob das Leistungsdatum oder der Zahlungseingang zugrunde gelegt wird.

      Mein Bildungsurlaubskurse sind vorab zu bezahlen -bis spätestens Kursbeginn. Im November hatte ich letztes Jahr 2 Kurse, Rechnung gehen 2 Wochen im Voraus raus… damit ist der Zahlungseingang zT schon im Oktober.

      Ich habe habe auch Kurse über 8 Wochen. Zahlungseingang auch hier weit vor Leistungsdatum.

      Antworten
  11. Eduard Weber schreibt:

    Ich finde, dass man den Vergleich mit der gesamten „COVID-Periode“ anstreben sollte. Dass heißt, die Hilfe sollte davon abhängen, wie stark sich der Umsatz insgesamt seit dem ersten Lock-Down bis zum Zeitpunkt der Antragsstellung verringert hat. So kann man einen größeren Zeitraum betrachten und die Mittel gerechter verteilen. In der aktuellen Situation, wenn man gerade in den Bezugsmonaten alte Rechnungen beglichen bekommen hat, steht man dumm da, denn die anderen Monaten seit Februar könnten wesentlich schlimmer aussehen.

    Antworten
    1. Kai Altenfelder schreibt:

      Genau den Fall habe ich auch. Das erste Halbjahr 2019 lief bei mir schlecht an, mit dem Resultat, dass die selbst eingebrochenen Umsätze 2020 zu hoch waren, um Anspruch auf Unterstützung zu haben.

      Antworten
      1. Hubert Bauer schreibt:

        Wir sind in 2019 mit der Firma und privat von Berlin nach NRW umgezogen – der Umsatzeffekt ist analog. Als Werbeartikelanbieter sind wir darüber hinaus auf mehreren Ebenen betroffen: Es fallen Messen und Veranstaltungen aus, unseren Kunden bleiben die Umsätze weg, damit wird an Werbematerialien gespart, die Hauptsaison (ab September bis Dezember) fällt quasi aus. Wären wir jetzt nicht in Eigentum, sondern noch in gemieteten Räumen im teuren Berlin, wäre spätestens jetzt Zeit für die Reißleine.

        Antworten
  12. Nicole schreibt:

    Anträge für 75% Umsatzeinbusse, die ausserordentliche Wirtschaftshilfe genannte werden und damit eigentlich nicht das gleiche wie Überbrückungsgeld 2 sein können, sind noch nicht vorhanden. Alles sehr unübersichtlich. Auch ich finde keinen Steuerberater, der dies prüft, meine Buchhalterin könnte das mit einem Klick. Deswegen begrüße ich die Forderungen.

    Antworten
  13. Alexandra Graßler schreibt:

    zu 1)
    jemanden hier vorzuschalten ist eine große Hürde, die ich z.B. nicht überspringen kann. Hab weder einen Buchhalter noch einen Steuerberater und gehöre damit zu den Soloselbständigen, die auch alles selbst machen.

    Ich bin seit 25 Jahren selbständig, mache meine Steuer selbst und unterrichte u.a. Rechnungswesen. Doch all das nützt mir nichts, weil ich die Unterstützung nicht mal selbst beantragen kann. Daher ist meine Ansicht, dass nur dann eine echte Hilfe ist, wenn jeder Selbständige die Hilfe auch selbst beantragen kann.

    Antworten
    1. Antworten
      1. Nicole schreibt:

        Ruth, es geht nicht um die Kosten, sondern darum, dass hier Selbsständige seit 25 Jahren oder auch Jahrzehnten alles an Buchhaltung selber machen. „Scheinbar“ so professionell, dass nie Unterstützung gebraucht wird.
        Wenn jetzt Alexandra loslaufen muss und sich einen Steuerberater suchen muss, dann ist das nicht nur Geldaufwand (woher nehmen, wenn es gerade schlecht läuft?), sondern auch ein erheblicher Zeitaufwand.
        Daher wäre es doch sinnvoll, wenn der Antrag erstmal angenommen wird, wenn man ihn selber gestellt hat. Wenn dann die Überprüfungsphase kommt, dann könnte man doch (entspannter) das Finanzamt wiederum einschalten, das einem bestätigt, dass man korrekte Angaben hat. Das wäre für Solo-Selbstständige, die nur mit dem Finanzamt zu tun haben, eine echte Hilfe, dass sie sich dann in diesem Fall auch direkt ans Finanzamt zur Bestätigung der Richtigkeit wenden können.
        Wer einen Steuerberater oder Buchhalter (guter Vorschlag) hat, sollte den auch zu Rate ziehen können bzw. müssen. Dann verteilt sich auch der Aufwand für das Finanzamt.

        Antworten
        1. Alexandra Graßler schreibt:

          Danke für deine Einschätzung, die in die gleiche Richtung geht! Allein mit den abgegeben Umsatzsteuer Voranmeldungen hätte man eine einfache Nachweis Möglichkeit.

          Antworten
    2. Hubert Bauer schreibt:

      In dieser Situation sind wir auch. Warum soll ich jemanden für die Verwaltungsarbeit bezahlen, wenn ich das selbst kann (hab ich ja mal gelernt), besser mache (meine schlechten Erfahrungen mit mehreren Steuerbüros rechtfertigen diese Feststellung), mit weniger Zeitaufwand (dto.) und natürlich sehr viel billiger (ca. 600 EUR pro Jahr für die Software statt 6-7.000 EUR für das Steuerbüro). Also gibt´s es für uns keinen Zugang zu den Programmen. Unbürokratisch ist meiner Ansicht nach was anderes.

      Antworten
      1. Kaiser schreibt:

        Hallo Herr Bauer,
        So ergeht es mir genauso. Wir werden dadurch zur Kontrolle gezwungen, ganz einfach. Die meisten haben auch aus Bequemlichkeit einen Steuerberater. Steuerberater übermitteln überwiegend über das Elsterprogramm, das ist so gewünscht. Wer keinen Steuerberater hat, bekommt inzwischen Probleme mit dem Elsterprogramm bei der Übermittlung. Übermittlung kommen nicht an oder werden falsch übertragen. Das nennt man Willkür. So möchte man Selbstständige vom Markt bewegen. Über Dritte läßt es sich eben besser kontrollieren.
        Gruß
        Martina Kaiser

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    3. Thomas Schneider schreibt:

      Moin Alexandra, ich bin zu 100% deiner Meinung. Ich bin seit 20 Jahren mit einem Schankanlagenservice selbständig, mache meine Buchhaltung und meine Steuererklärungen von Beginn an selbst, hatte gerade eine Betriebsprüfung des Finanzamtes, die ohne Beanstandungen verlief. Somit fühle auch ich mich in der Lage diesen Antrag auf November Almosen zu stellen.

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      1. Tessa schreibt:

        Hallo Thomas?

        Almosen erbetteln? Nein. rechte geltend machen! Erstattungsanspruch.
        Min. Scholz formulierte die aktuelle Überbrückungshilfe übrigens als ENTSCHÄDIGUNG für Umsatzausfälle/-einschränkungen. -> Was ist mit den Monaten ab März 2020? Das könnte ggf. nachträglich eingefordert werden, mit Hilfe einer Kanzlei, im Zusammenstehen der Selbständigen.

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        1. Maren schreibt:

          Gute Frage. Gibt es Schadensersatz / J+Kompoensation für die Umsatzeinbußen ab März?

          Die Politik verlangt Solidarität bei der Bekämpfung…. ABER verhält sich bisher komplett unsolidarisch gegenüber den selbständigen.

          Was ist eigentlich mit der Grundsicherung?
          Wird die private Altersvorsorge endlich ausgenommen?
          Was ist mit einer vollen Berücksichtigunung der privaten Krankenkassenbeiträge – zumindest in Höhe des Basistarifs? Oder sollen wir uns zwischen Krankenversicherung und Essen entscheiden?

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    4. Søren Thies schreibt:

      Das sehe ich ähnlich. Ich bin seit 25 Jahren freier Musiker und habe noch nie einen Steuerberater oder Buchhalter gebraucht. Das ist übrigens bei sehr vielen Solo-Musikern so. Maßgeblich für mich ist der Umsatzrückgang für das gesamte Jahr 2020 im Vergleich zu z.B. den 3 Jahren davor. Da hätte ich gerne einen Ausgleich oder noch besser einen Unternehmerlohn von 1500,- € als zu versteuernde Einnahme für die gesamte Zeit, in der Kulturveranstaltungen durch die Pandemie verschoben, in der Besucherzahl eingeschränkt oder ganz abgesagt werden müssen. Das wären dann aller Voraussicht nach die Monate März-Dezember 2020 und mindestens das ganze Jahr 2021. Meine Konzerte haben oft einen Planungsvorlauf von 3 bis 4 Jahren. Das bedeutet, dass ich frühestens 2 Jahre nach Ende der Beschränkungen wieder mit normalen Umsätzen für den Konzertbereich rechnen kann. Da mein Beitrag für die Künstlersozialkasse am zu erwartenden Jahresgewinn bemessen wird, verliere ich während der Pandemie auch laufend Rentenansprüche. Zur Überbrückung des Einnahmeausfalls muss ich jetzt darüber hinaus meine private Altersvorsorge reduzieren. Dafür hätte ich auch gerne eine Entschädigung.

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      1. Tessa schreibt:

        Hallo Søren, Min. Scholz formulierte die aktuelle Überbrückungshilfe übrigens als ENTSCHÄDIGUNG für Umsatzausfälle/-einschränkungen. -> Was ist mit den Monaten ab März 2020? Das könnte ggf. nachträglich eingefordert werden, mit Hilfe einer Kanzlei, im Zusammenstehen der Selbständigen.

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    5. Linda M. schreibt:

      Dem muss ich zustimmen. Ich bin Coach / Kommunikationstrainerin und habe seit April 2020 noch 2 X Honorar von Kunden erhalten, seit September bin ich ganz ohne Honorar, keine Anfragen. Habe keine Rücklagen und kann mir keinen Rechtsanwalt leisten. Ich fühle mich vergessen. Bin seit 15 Jahren durchgehend selbständig. Habe Studium, Lebenszeit und viel Mühe investiert und alles kontinuierlich aufgebaut mit Herzblut, Umsicht und Élan. Die einzige Krise war in 2010 zu überstehen. Warum werden wir Freiberufler/ Soloselbständigen so behandelt und vollkommen ignoriert? Das tut weh.

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  14. Hans Kunz schreibt:

    ohne bürokratischeHhürden, Klärung der Sachverhalte der Reihe nach, nämlich
    1) was bleibt eignetlich jetzt von der Soforthilfe!?
    2) was bleibt von der Überbrückungshilfe, denjenigen die dieses Bürokratiemonster ung Steuerbevollmächtigtengeldmaschine überhaupt genutzt haben
    3) inwieweit ist die neueste nutzung gekoppelt an die beiden Vorgänger und in welcher Form soll sie wann angerechnet werden!???????

    Es wäre schön mal eine Hilfsleistung gut zu machen und nicht viele Hilfsleistungen schlecht…..

    Mal erkannbar der Reihe nach, nicht immer den zweiten Schritt vor dem Ersten nur weil grade mal Geld übrig ist……………..

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  15. Christina Lux schreibt:

    Hallo zusammen!
    Danke, das klingt alles sehr schlüssig. Gerade bei Saisonbetrieben oder auch Kulturschaffenden/Künstlern ist die Vorjahresmonatsregelung völlig neben der Realität. Das war sie schon bei der Soforthilfe. Denn Tourneen finden immer nur zu bestimmten Zeiten statt und dann ist Pause. Wenn das zusammen fällt schaut man in die Röhre.

    Aber, wie oben schon erwähnt steht in diesem Text: „Soloselbständige haben das Wahlrecht, als Bezugsrahmen für den Umsatz auch den durchschnittlichen Vorjahresumsatz 2019 zugrunde zu legen.“ Und: Die Überbrückungshilfe würde verrechnet. Das wäre sehr wichtig. Unternehmerlohn ist nach wie vor ein wichtiger Punkt. Bei der NRW Überbrückungshilfe Phase 2 werden bereits 1000,- Euro monatlich gewährt.

    Problematisch wird es für die, die im Jahr 2019 ein schwaches Jahr hatten. Sei es aus Krankheitsgründen oder Schaffenspausen, aber im 2020 eigentlich gut gebucht waren. Wie wird hier geholfen?

    Gruß
    Christina Lux

    https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Standardartikel/Themen/Schlaglichter/Corona-Schutzschild/2020-10-29-neue-corona-hilfen.html?fbclid=IwAR3hDw9WXcw07od-XBGTsWZ-HFzuK84lxxO_qFkng4QXbZxF2iW1MsPzExA

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  17. Christian K schreibt:

    Meine Damen und Herren, ich lese hier nur, dass alle ihre Selbstständigkeit abgeben wollen und sich durch den Staat tragen lassen wollen. Ich erwarte von jedem der Selbstständig ist, dass er sich mit den Fakten auseinander setzt und sich allumfassend informiert, was sein Unternehmen betrifft. So habe ich es gemacht und bin zu der Erkenntniss gekommen, dass die Bundesregierung zum einen sich absolut Verfassungswidrig verhält und zum anderen die Maßnahmen in keinem Zusammenhang stehen! Anstelle hier nach Pflastern zu suchen und sich um Details zu streiten, sollten sich alle, die unter den Maßnahmen leiden, rechtlich Unterstützung suchen und nicht einfach alles akzeptieren.

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    1. Silke schreibt:

      Endlich😊
      Bei den ganzen sonstigen Kommentaren geht es wieder nur drum Staatsknete abzuholen.
      Natürlich ist das wichtig.
      Aber viel wichtiger ist es zu fordern diese ganzen überzogenen und unsinnigen Maßnahmen aufzugeben.
      Unternehmer-stehen-auf und andere fordern das.
      Warum hier nicht?

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    2. Hans Hoefer schreibt:

      Das wird ja auch schon vielfach gemacht – wie man dieser Tage lesen kann, in meiner Branche vornehmlich durch den DEHOGA.
      Aber, wie man eben auch erkennen muss, sind unsere vordersten und somit entscheidungsfähigen Regierungs-Vertreter regelrechte sture Esel. Denn sie wiederholen immer und immer wieder, das alles freizeitmäßige geschlossen werden muss, um die weitere Virusverbreitung einzudämmen.
      Jedoch wird genau andersherum der sprichwörtliche „Schuh“ daraus:
      gerade jetzt, im tristen und wahrscheinlich verregneten November, treibt man die Menschen somit in die privaten Räumlichkeiten, wo die Hygriene-Maßnahmen, mit Sicherheit, nicht eingehalten werden und z. B. das regelmäßige Stoßlüften schnell einmal vergessen werden wird.
      Und darum wäre es, um ein vielfaches, förderlicher, um die Zahlen, der täglichen Neu-Infizierten, reduzieren zu können, wenn man den Menschen die Bereiche offen lassen würde, die sich, mit ihren Hygiene-Konzepten, in den vergangenen Monaten, als nachweislich sicher erwiesen haben: Gastronomie, Kinos und bestimmte Sport-Betriebe.
      Vor allem würde dies auch langfristig sinnvoller sein, denn wie lange will und kann unser Staat diese Fördergelder, an die direkt betroffenen und jetzt geschlossenen Unternehmen und deren Zulieferer-Betriebe und andere angehörige Unternehmen denn zahlen?
      Es ist eine ganz einfache Gleichung, die hier, von den entscheidungsfähigen Politikern, am Mittwoch komplett vergessen, übersehen oder warum auch immer außer Acht gelassen worden ist:
      Je mehr freizeitmäßige Betriebe geschlossen werden = desto mehr werden die Menschen in privaten Räumlichkeiten sich treffen und dort veranstalten.
      Und weil die aktuellen hohen Infizierten-Zahlen eben vornehmlich aus den Feiern und andersartigen Treffen, im privaten Bereich, entstanden sind, muss man den Menschen die Möglichkeit geben, sich unter den gesicherten Hygiene-Konzepten, der entsprechenden Branchen, wie z. B. in der Gastronomie, treffen zu können, weil nur hier diese Maßnahmen auch kontrolliert und somit eingehalten werden.

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      1. Christian K schreibt:

        Entschuldigen Sie bitte, aber ihr Antwort ist das gleiche „Geschwätz“ wie man es vom Stammtisch oder den „öffentlich rechtlichen“ hört. Das Fokussieren auf Neuinfektionen ist nicht aussagefähig, sondern wie auch Herr Streek es schon gesagt hat, die eigentliche Auslastung der Intensivbetten und da ist ÜBERHAUPT keine Gefahr in Sicht.

        Solange Pflegekräfte und Bestattungsunternehmen in Kurzarbeit geschickt werden, solange wir in dem gesamten Jahr eine Untersterblichkeit haben, solange mir die Medien etwas von einer Gefahr erzählen wollen, ohne dass ich Sie sehe, solange sollten wir aufhören das dumme Geschwätz nachzureden. Es sollten eigentlich alle ernsthaft vorerkrankten Personen und ältere Menschen geschützt werden, aber im Gegenteil, wird diese Gruppe vernachlässtig indem Sie in den Altersheimen allein gelassen werden und Menschen die dringend eine OP oder Behandlung benötigen, im Stich gelassen.

        Es sollten endlich alle Unternehmer Verantwortung tragen, solange Sie noch Unternehmen sind und auf die Missstände aufweisen. Ich habe noch nie so eine Unfähigkeit gesehen wie in diesem Jahr und wir alle reden schon seit Jahren über das Missmanagement der Regierung, der Länder und fast allen Politikern. Kein großes Thema in der Vergangenheit wurde doch mit Verstand behandelt und alle reden davon, dass man nichts mehr Wählen kann. Seit wann ist das aktuelle Handeln denn besser, als das der vergangenen Jahre?

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    3. Tessa schreibt:

      Hallo, hier ein Vorschlag:

      Konkret: https://fragdenstaat.de/ nutzen und Anfragen stellen: zu Rechtmäßigkeit, Verhältnismäßigkeit, Notwendigkeit, Datengrundlage, Zweckmäßigkeit der Verordnungen zur Beschränkung der beruflichen Tätigkeiten (= Schranken-Regelungen des Grundgesetzes (GG)).

      Fehlen die finanziellen Mittel für entsprechende Anwälte, könnte eine geeignete Kanzlei (oder mehrere) pro bono formulieren helfen.

      Die meisten Urteile, in denen solche Verfügungen „gekippt“ wurden (z. B. Beherbergungsverbot), sind mit Verstößen gegen die Schrankenregelungen des GG begründet worden! Ich sehe hier also gute Chancen für die Selbständigen.

      Min. Scholz formulierte die aktuelle Überbrückungshilfe übrigens als ENTSCHÄDIGUNG für Umsatzausfälle/-einschränkungen. -> Was ist mit den Monaten ab März 2020? Das könnte ggf. nachträglich eingefordert werden, mit Hilfe einer Kanzlei, im Zusammenstehen der Selbständigen.

      Auch „Kleine Anfragen“ über das Parlament (könnte bei den Parteien angeregt werden) sind eine Möglichkeit. Dann muss bspw. der wissenschaftl. Dienst des Bundestages eine fundierte Antwort ausarbeiten. Damit kämen wir dann weiter.

      M. E. sollte geprüft werden (fragdenstaat.de nutzen und „Kleine Anfragen“ im Parlament über Parteien anregen), inwieweit die polit. Verantwortlichen ihrer Pflicht zum Bevölkerungsschutz, zu Daseinsvorsorge, Seuchen. u. Katastrophenschutz – nicht – nachgekommen sind. Der Pandemieplan des RKI von 2012 spielt das zu erwartende (!) Szenario eines Sars-x-Virus durch. Wurde entsprechend vorgesorgt (bspw. Atemschutzmasken für die Bevölkerung, sodass das wirtschaftliche Leben hätte weiterlaufen können, med. Schutzkleidung + Fachpersonal)? Nein.
      Mit diesem Mangel wurden (Frühjahr) und werden (Herbst) zum Großteil auch die berufseinschränkenden Maßnahmen begründet.
      -> Sollen die Selbständigen den Preis dafür zahlen?
      Zdf zoom zeigt auch eine aktuelle Bestandsbeschreibung zum Zustand des Katastrophenschutzes.

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    4. Maren schreibt:

      Dann wären Sammelklagen sinnvoll!
      Gibt es sowas?
      Ich höre das von Gastronomen, bin selber aber in der Erwachsenenbildung…

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  18. Birgit Oesterle schreibt:

    Vielen, vielen Dank für eure Arbeit, die ich in allen Punkten unterstütze. Bitte unbedingt weitermachen.
    Das Thema Unternehmerlohn wurde gestern von den Herren eigentlich nicht erwähnt und da sollte jetzt unbedingt etwas passieren.
    Ich glaube, das wäre für viele von uns die bessere Lösung?

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  19. Thomas Schultheiß schreibt:

    Ich stimme im Wesentlichen zu. Wenn man den Umsatz als Grundlage nimmt, ist der einzelne Monat nicht glücklich gewählt. Wer im Sommer den stärksten Umsatz hat ist in den A… gekniffen. Warum nicht 1/12 des Jahresumsatzes von 2019 auf der Basis der Umsatzsteuererkärung für 2019. Die liegt bei den FA vor. Soloselbst. haben die Daten für EKSt über die E/Ü Rechnung auch schon gemeldet. Die Feststellungsbescheide liegen in der Regel schon vor. Wo dieses nicht der Fall ist sollten Steuerberater und Buchhalter tätig werden.

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  20. Antworten
  21. Marcus M. schreibt:

    leider gibt es Bereiche, die gar nicht berücksichtigt werden: ich habe mich zum 1.12.19 als Berater und Trainer selbständig gemacht. Gründungen nach Okt. 19 waren bisher ausgenommen – völlige Willkür, als ob Gründungen zum Jahresbeginn nicht auch von irgendwas leben müssen. Es fing recht gut an, aber dann hatte ich ab Mitte März 20 zu 100% Umsatzeinbruch für mehrere Wochen bevor es langsam wieder anfing und ich fürchte das es dieses Mal auch wieder so kommt. Bisher Hilfen beantragt aber nichts bekommen. Mein Gewinn/Umsatz letztes Jahr war 0€, da hilft auch keine Regel mit Jahresmittelwert oder was auch immer. Hier würde nur ein Unternehmerlohn helfen auf Basis z.B. der Mittelwerte Jan-März und Aug-Okt. 2020. Mal sehen was kommt.

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    1. Dr. Thierry Dietrich schreibt:

      Ich antworte mal mit ein paar Fragen, denn Unternehmer sollten gelernt haben, SELBST zu denken, sonst sind sie nämlich eben eines NICHT: Selbständig!

      Wie kommt es, dass mich der „Unternehmerlohn“ an ein „bedingungsloses Grundeinkommen“ erinnert?

      Ist ein bedingungsloses Grundeinkommen und ein Unternehmerlohn eine Maßnahme der freien Marktwirtschaft oder eher eines planwirtschaftlichen Sozialismus?

      Ist somit ein Unternehmerlohn überhaupt mit Unternehmertun, mit Selbständigkeit und freie Marktwirtschaft vereinbar?

      Von wem kommt denn der Unternehmerlohn oder die 10 Mrd. „Stütze“, über die hier diskutiert wird? Vom Staat sicher nicht, denn der erwirtschaftet NICHTS, schon vergessen? Von Bill Gates, der durch die C-Krise über 20 Mrd. verdient hat, von Jeff Bezos, der über 30 Mrd. durch die Krise verdient hat oder durch die Arzneimittelindustrie, die durch Impfstoffe Hunderte Mrd. verdient ganz sicher nicht! Es sind Steuerschulden, die hier ausbezahlt werden! UNSER Geld wird uns als Akt der Gnade durch den Staat an uns selbst ausbezahlt und wir sollen darum betteln und dankbar sein! Diese Schulden und die übrigen Schulden, die die aktuellen Regierungen Billionen-weise in den letzten Monaten aufgetürmt haben, werden wir über Jahre selbst und unsere Kinder noch zurückzahlen müssen.

      Der Staat hält uns eine Möhre hin (10 Mrd.), nachdem ER unsere Wirtschaft an die Wand gefahren hat, und wir diskutieren hier nur darüber, wie diese Möhre auf uns alle verteilt werden soll? ECHT JETZT?

      Ist DAS das Unternehmertum Deutschlands? DANN haben wir wahrhaftig FERTIG!

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    2. Susi seevetal schreibt:

      Nein nein nein!!! Gegründet erst die Selbständigkeit 12/19 als das Virus ausbrach. Davor noch nichts geleistet für die Gesellschaft. Dann Einbruch, März 2019, als das Virus hier umgriff. Bis dahin war noch keinerlei Leistung erbracht worden, keine Steuern nachhaltig die letzten Jahre als erfolgreicher Unternehmer gezahlt worden. Dafür gibt es KEINE Unterstützungen analog eines nie erzielten Umsatzes und nie der Gemeinschaft erbrachten Steierleustung!!! Das ist reine Trittbrettfahrerei und Abzocken. Unterstützungen in Corona NUR für unternehmerisch Tätige, die nachweislich erfolgreich waren und 15 Jahre nachhaltig als Selbständige Einkommensteuern in spürbarer Höhe zahlten, aber ALLERMINDENsTESNS über 10-12 Jahre!! Hier selbst als Selbständige seit 15 Jahren HOHE steuern gezahlt! Alles andere mit Gründungsdaten 10/19 bis 2/20 sind reine Traumtänzer mit Wunsch nach staatlichen reinenMitnahmeeeffekten, die noch nichts für die Gemeinschaft zuvor geleistet hatten. Auch nicht beihilfeförderungswüdrig: Branchentätige wie Zauberer, Coaches welcher Art auch immer, Trainer welcher Trainings auch immer, Heilpraktiker Hellseher etc

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      1. Heide Seggermann schreibt:

        Das ist ja wohl etwas engstirnig, wenn alle Trainer, die die Yuppies in Fitnesstudios anleiten, Honorarkräfte an Schulen jedweder Art die “ yuppieelterngeplagten“ Nachhilfeschüler nicht mehr zu Höchstleistung bringen, an Kunst-und Musikschulen nicht mehr die Kinder der reichen Unternehmer oder denen die sich dafür halten , lehren, als Gesundheitsdienstleister, Honorarkräfte in Vereinen, Volkshochschulen, Selbsthilfegruppen, Physiopraxen (Rehasport-und Funktionstrainning) Nichtsnutze wären, ihre Arbeit einfach an den Nagel hängen würden, weil sie ja angeblich nicht wichtig, nicht unternehmerisch tätig oder „förderungswürdig“ wären, warum sind dann alle Institutionen so froh, von der Arbeit dieser Honorarkräfte zu leben, die den Laden am Leben halten, sich Jahrzehntelang nicht auf Staatskosten durchs Leben schlagen und keinem zur Last fallen und womöglich noch, weil sie als Frauen Teilzeit arbeiten und die schönste Steuerlast zur Belohnung in Steuerklasse „5“ tragen sollen, dürfen, müssen?????Die Antwort liegt auf der Hand. Alle freuen sich über diese Honorarkräfte, weil es ja die eigenen Ausgaben für Beschäftigte auf Null senkt, die Verantwortung ist man los. Vielleicht sollten wir alle einmal noch viel länger unsere Arbeit nach Corona ruhen lassen, dann können die oben Genannten ja sehen, wo sie die Lehrkräfte herbekommen, die den statusgeprägten Kindern ihre Nachmittage versüssen oder beim“ Bauch Beine Po „oder “ Yoga für Manager “ die fundierte Anleitung liefern. Übrigens machen auch Heilpraktiker eine ordentliche Ausbildung und haben manchmal 3 medizinische Ausbildungen zuvor absolviert(weil sie wollen und sich weiterbilden) und mehr Ahnung als studierte Radiologen. Ein Studium allein bedeutet nicht das Allwissen gepachtet zu Haben. Bitte nicht so von oben herab, das steht keinem, der davon keine Ahnung hat, gut zu Gesicht…Ich hoffe hiermit vielen im Gesundheitswesen Tätigen, freischaffenden Lehrkräften aller „Art“und anderen „Clowns“ aus der Seele gesprochen zu haben. Zum Glück wissen wir nicht „beihilfeförderungswürdigen“ Nichtsnutze, warum wir diese Jobs machen, wir lieben sie und wollen nicht reich werden, wir machen es oft uneigennützg zum Wohle der Gesellschaft . Weil wir Menschen sind und keine Gelddruckmaschinen. Die Frage ist , macht Geld glücklich oder der Sinn fürs Gemeinwohl? Na ich entscheide mich für Letzteres, verzichte im Nebenerwerb auf Novemberhilfe und bleib mit dem Mors zu Hause. An mir verdient jetzt halt keiner Geld, ich darf ja auch gerade keines verdienen. Was wären die vielen unter Euch nur ohne uns????????

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  22. Thomas Stock schreibt:

    Sehr gut!
    Einen Ergänzungsvorschlag habe ich noch. Die Beantragung sollte OHNE Einschaltung eines Steuerberaters möglich sein. KOSTEN SPAREN IST DAS GEBOT DER STUNDE !

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    1. F.Müller schreibt:

      Glauben Sie doch nicht,dass wir Steuerberater glücklich mit dieser Aufgabe sind. Der Staat drückt uns diese Aufgabe als „Prüforgan“ aufs Auge,er weis,dass wir dann die Haftung übernehmen müssen. Bei den Anträgen auf Soforthilfen hat sich schon herausgestellt,dass in einer Vielzahl von Anträgen wissentlich oder auch unwissentlich Falschangaben zu millionenschweren unberechtigten Auszahlungen führten. Viele meiner Kollegen weigern sich daher entsprechende Aufträge anzunehmen. Kurzer Vermerk zu den Kosten- im Netz kursieren Honorargrößenordnungen,die meiner Ansicht nur dazu dienen den Steuerberater als raffgierigen Coronanutznießer darzustellen ! Seien sie versichert, kein Steuerberater reißt sich aus vorgenannten Gründen um diese unselige Mehrarbeit.

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      1. Ludwig schreibt:

        Um das Infektionsgeschehen im Griff zu halten, haben Kunst- und Kulturwirtschaft (neben Gastronomie und anderen) seit März mitgezogen – zum Wohl der Gesellschaft unter zum Teil völliger Aufopferung. Erst lange Zeit Lockdown, dann unter aus wirtschaftlicher Sicht ruinösen Auflagen (z.B. Konzertsäle mit 20% Auslastung…).
        Anstatt dass die Mitglieder der Gesellschaft sich nun für den Einsatz dieser Branchen erkenntlich und solidarisch zeigen und denen was zurückgeben, wollen gerade die Steuerberater (die bei dieser Rechtslage so vielen helfen könnten) nun nicht helfen. Dass Sie sich nicht um diese Aufträge reißen scheint mir verständlich, aber so viele Kollegen die aufgrund der Verordnung nun mal einen Steuerberater brauchen, werden schlichtweg offen abgelehnt. Solidarität ist in Deutschland eben doch eine Einbahnstraße.

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        1. Ssus Seevtal schreibt:

          @Ludwig

          Das ist absolut fehl gedeutet in mehrfacher Hinsicht!

          Die Gesellschaft ist alles andere als nicht bereit, der Kulturwirtschaft Anerkennung zu zollen und etwas zu leisten! Ganz im Gegenteil! Wir sind ENTSETZT, dass wir nicht (mehr) in Konzerte dürfen, wo es KEINE Ansteckungen gegeben hat durch die super Hygiene-Auflagen, während demgegenüber unbeeinträchtigt muslimkmische oder christliche Grosshochzeiten /Gottesdienste und Partys ohne jeglichen Abstand und Hygiene unbelastet weiter stattfinden dürfen zur aktiven Verbreitung des Virus, ungestört bleiben!! Ein politischer Skandal sondergleichen!

          Die „Gesellschaft“ ist mehr als bereit, das erfolgreiche Engagement der Kulturszene zu würdigen und würde. MEHR ALS GERNE in Konzerte wie zb der NDT-Radioühilharmonke, Elphi, andere Etc gehen, wo absolut NKX passiert an Virenverbreitung – es ist nur von den politisch Oberen ersichtlich unerwünscht das Kulturleben des Landes der Dichter und Denker! Dafür offenbar erwünscht das Gruppenknutschen in Gottesdiensten und Hochzeiten welcher Konfession auch immer, das Bolzen Knutschen und Gedränge der Schüler, die reine Virenschleudern sind bekanntlich, der unsägliche ÖPNV mit der optimalst-Vernreitung von Viren, und dann nicht mal gegen das zuhauf vorzufindende Tragen von Mund-Nasen-Bedeckungen UNTER den Basen als bartschutz aggressiv-Verhalten gegen die Gesellschaft. Politiker, die solche Verordnungen an der Legislative vorbei per Order di mufti antidemokratisch und den Parlamentarismus zerstorend wollend, ganz gleich ob von CDU oder SPD, probleren, gehören in dem Wald geschickt, ohne jegliche Bezüge!

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  23. Susanne Kremeier schreibt:

    Hallo, im Prinzip finde ich alle Forderungen gut. Es wäre mir noch wichtig, weiterhin darauf hinzuweisen, dass unsere Rücklagen die Renten darstellen. Wenn hier wieder davon ausgegangen wird, dass nur diejenigen Unterstützung bekommen, die alle anderen finanziellen Quellen erschöpft haben (Dispo, Anlagen etc) haben viele von uns wieder kein Anrecht auf Unterstützung. Der Politiker, der hier nonchalant sagte, das wäre ‚unternehmerisches Risiko‘ hätte das gerne auch Lufthansa und Co sagen dürfen. Desweiteren wäre ein längerfristigere Steuerstundung sinnvoll. Wenn wir jetzt ohne Einnahmen die Steuern für die letzten guten Monate zahlen müssen haben wir nichts mehr zum Leben übrig. Danke für Euren Einsatz!

    Antworten
    1. Hans Hoefer schreibt:

      Für die längerfristige Steuerstundung bin auch ich ganz besonders sehr dafür!

      Denn am Montag, als ich meinen Steuerberater besucht habe, teilte mir dieser mit, das es sinnvoller wäre, erst die Ust.-VA für das dritte Quartal, zum 10. November (ich bin Quartals-Abrechner, mit einem Monat Dauerfristverlängerung) zu überweisen, als die rückständigen und bis zum 04.01.2021 gestundeten Beträge, aus dem ersten und zweiten Quartal, auszugleichen.
      Das wäre alles gut und leicht möglich, wenn dieser urplötzlich anstehende Lockdown nicht u. a. die gesamte Gastronomie-Branche, bis auf Abhol-Essen, stilllegen würde.
      Denn könnte meine Branche, wie auch andere betroffene Bereich, regulär weiter Umsätze generieren, dann könnten wir die gestundeten und aktuell anstehenden Steuerbeträge auch ausgleichen – aber wen wir mit einem Berufsverbot belegt werden, dann ist das Zahlen, von Steuerbeträgen, absolut nicht möglich.

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  24. Sigurd Höppner schreibt:

    zu 1) ganz streichen (geht aber nur in Verbindung mit Vorschlag zu 2) )

    zu 2)
    Basis 1/12 des Umsatzes des Vorjahres pro Kalendermonat
    Begründung: Jeder Steuerpflichtige Gewerbetreibende/Firma reicht mit der Steuererklärung eine GuV oder Einnahmeüberschussrechnung auf Jahresbasis ein.
    Wenn auf der letzten vorliegenden Erklärung als Basis agiert wird ist sogar die Hinzuziehung eines Buchhalters für den Antrag hinfällig, da dieser ja schon bei der Steuererklärung tätig war.
    Das 1/12 ist eine zulässige „Glättung“ die das Verfahren vereinfacht und beschleunigt. Saisonale Verzerrungen werden in Kauf genommen, da es sich je länger der Zeitraum der Unterstützung dauert, nivelliert.

    zu 4)
    Ein Windhundrennen wird wohl unvermeidbar sein. Alternative wäre eine nachträgliche Kürzung der Zuschüsse, um den Gesamttopf nicht zu überschreiten. Das wiederum bringt Risiken und Unsicherheit für die Empfänger…

    Evtl. wäre eine Aufteilung nach fixen und variablen Kosten denkbar, wobei die variablen Kosten nicht oder nur pauschal zum Teil berücksichtigt werden würden.
    Dann braucht es aber entweder eine detailliertere Kostenrechnung oder dann doch den Buchhalter aus 1)

    Wäre aus meiner Sicht vertretbar, weil das i.d.R. Produktionsunternehmen beträfe, die sich das leisten könnten. (Nachteil: die Branchenunabhängigkeit ist dann wieder weg)
    Mir fällt dazu nichts Vernünftiges ein….

    zu 5)

    der fiktive Unternehmerlohn kann in dem Zuschuss enthalten sein und evtl. Minimum-Untergrenze gelten. z.B. Zuschuss von 1000€ bei einem fiktiven U-Lohn von 1200€ führt zu einem Zuschuss von 1200€. Ein Zuschuss von 6000€ beinhaltet den fiktiven U-Lohn von 1200€.

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  25. Ulrich Kemper schreibt:

    Was ist eigentlich mit den Soloselbständigen die Ihre steuerlichen Angelegenheiten ohne Steuerberater selbst regeln.
    Ich muss nachweisen lassen, durch StB, was ich im November 2019 umgesetzt habe.
    Sollte jetzt jemand in diesem Monat egal aus welchem Grund auch schlechte Zahlen schreiben, aber in 2020 wieder erheblich bessere, wird dies auch nicht berücksichtigt. Ich hatte mal als Freiberufler von Oktober bis Dezember wegen eines komplizierten Beinbruches außer Krankengeld keine Einkünfte, dies sind aber auch keine betrieblichen Einnahmen. Dann hat man Pech gehabt. Das ganze Procedere führt doch in eine Endlosschleife. Wie soll denn diese Papierflut kurzfristig bewältigt werden?

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  27. Bernd Cierpiol schreibt:

    Eine sehr gute Aufstellung der relevanten Punkte!
    Ich möchte noch vertiefen, dass sogar die Jahresumsätze der im künstlerischen Bereich tätigen Solos außerordentlich stark schwanken.
    Deshalb ist es außerordentlich sinnvoll den Jahresumsatz nach einem mindestens dreijährigen Mittel zu berechnen. Diese Vorgehensweise wird auch zum Beispiel bei der KSK anerkannt, der man seine voraussichtlichen Jahresumsätze melden muss..
    Den Finanzämtern liegen ja alle Zahlen vor. Es wäre kaum eine Lösung einfacher, als diese Zahlen heranzuziehen.

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  28. Manuela Dobrileit schreibt:

    Herzlichen Dank für Eure wertvolle Ausarbeitung. Ein für mich noch wesentlicher Punkt ist die Zukunftsperspektive. Meines Erachtens geht es ja nicht nur um den Umsatz, der jetzt einbricht oder in den vergangenen 6 Monaten gesunken ist, sondern auch darum, dass es zukünftig massiv schwieriger sein wird, aus eigener Kraft den Umsatz wieder hoch zu fahren. Ich wünsche mir daher die spürbare Berücksichtigung dessen z.B. in der dringenden Reformierung des Steuerrechts. Es kann nicht sein, dass unter derartigen Bedingungen einer globalen Krise einfach am Bisherigen festhalten wird. Von deutlicher weniger Umsatz weiterhin nahezu 50% abgeben zu müssen, halte ich in der derzeitigen Situation für absolut unangemessen.

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  29. Hans Hoefer schreibt:

    Zu Punkt 3a:
    Es ist (brand-)wichtig, das auch die indirekten Branchen finanziell gefördert werden.
    Gefördert werden müssen alle Zulieferer, der jetzt geschlossenen Betriebe, egal, ob sie Solo-Selbstständige oder Kleinunternehmer (wie ich) sind.
    Ich betreibe einen Liefer-Service, namens Westerwald-Champignon, mit dem ich, bereits seit 1987, erst auf selbstständiger und mittlerweile auf unternehmerischer Basis, die Gastronomie, mit Gemüse, Zuchtchampigon und Saisonware beliefere. Und darum ist mein Unternehmen zu mindestens 80 – 90 %, von den gastronomischen Schließungen, betroffen, weil ja noch Abhol-Essen erlaubt sein werden.
    Doch je weniger Essen die Gastronomie anbieten darf, desto weniger Waren werde ich an meine gastronomischen Kunden liefern können und desto mehr ist mein, somit zu 100 % von der gastronomischen Tätigkeit, abhängiges Kleinunternehmen, von den angeordneten Schließungen mit betroffen.

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    1. Tessa schreibt:

      Hallo Hans,

      ein gutes Beispiel, das zeigt: Ein Bedingungsloses Grundeinkommen (BGE) wäre unbürokratisch, billiger, schnell, verlässlich und vieles mehr. Es würde jeder Bürgerin/jede*m Bürger ausgezahlt – im Steuerbescheid kann Verrechnung erfolgen.

      Natürlich müsste die Besteuerung angepasst werden. Aber wo anzusetzen wäre, ließe sich durch die vielfältigen fundierten Daten und Studien zur (Ungleich-)Verteilung des Kapitals bemessen.

      Min. Scholz formulierte die aktuelle Überbrückungshilfe übrigens als ENTSCHÄDIGUNG für Umsatzausfälle/-einschränkungen. -> Was ist mit den Monaten ab März 2020? Das könnte ggf. nachträglich eingefordert werden, mit Hilfe einer Kanzlei, im Zusammenstehen der Selbständigen.

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  30. Thomas schreibt:

    Hallo zusammen,
    Danke Euch ! Klingt alles nach Hand und Fuß. Ich hätte 2 Punkte die ich als sehr wichtig erachte: 1.) Es müssen auch andere „2. Personen“ zugelassen werden. Steuerberater sind entweder überlastet oder haben mehr Angst als Mandantenliebe. Vom Faktor Zeit mal ganz abgesehen. Der Beschluß zum Lockdown wird in ein paar Stunden gefasst, für die Fördermittelbeantragung bis zur Auszahlung werden Wochen oder Monate akzeptiert….geht gar nicht.
    2.) Der Unternehmerlohn ! Welche Steuereinnahmen haben Bund und Land von Soloselbständigen und kleinen Einzelfirmen in letzter Zeit abgefasst ? Und jetzt wird nicht mal die Pfändungsfreigrenze eines Alleinstehenden ohne Kinder als Unternehmerlohn akzeptiert. Welch eine Bankrotterklärung des Finanzministers. Hier müssen mindestens 2.000,– bis 2.500,– EUR/mtl. akzeptiert werden. Hey, wir tragen die Verantwortung für uns und unsere ggf. Mitarbeiter bis in die Privatinsolvenz. Und dann „überlegt“ man uns 1.000,– EUR zuzugestehen. Da fehlen mir echt die Worte.
    Bleibt drann, kämpft weiter. Ihr macht das richtig gut !
    Grüße
    Thomas

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  31. Lutz schreibt:

    Hallo, liebes VGSD-Team, auch auf diesem Wege noch einmal ganz herzlichen Dank für Eure tolle Arbeit – die erkennbar Früchte trägt! Ihr habt oben schon beeindruckend viele Details aufgeführt, wobei mir der willkürliche Vergleichszeitpunkt („November“) und die Bemessungsgröße als die wichtigsten erscheinen (Vorschlag: Mittelwert der letzten 36 (min. 12) Monate). Eine Option wäre noch ein rückwirkender(!) pauschaler Unternehmerlohn (z. B. ab März 2020) für diejenigen, die bisher nichts oder wenig erhalten haben. Dazu müsste man natürlich definieren, wer wie viel bekommt. Beispiel (März bis Okt.): 8 x 1.180,- (oder 1.500,-) abzgl. der bereits erhaltene Hilfe oder ähnlich… Eine Steuergröße könnte auch noch sein, ob man Kinder versorgt (dann also ein höherer Betrag). Warum rückwirkend? –> Alles, was jetzt noch kommen mag (selbst wenn es denn endlich „passt“), könnte und wird für viele schon zu spät sein! – Der Schaden ist bei vielen von uns schon von Beginn der Pandemie an bis heute entstanden – allein KV-Beiträge und Altersvorsorge würden schon einen Großteil ausmachen, aber es wäre immerhin eine gewisse Entlastung.

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  32. Andrea Peter schreibt:

    2 komplett, 4 komplett, 5 komplett! Danke für euren Einsatz! Es kann gut sein, dass ich als indirekt Betroffene, die nicht schließen muss, auch betroffen bin, da Kunden ggf. Einbrüche haben werden und somit weniger Aufträge für mich generieren. Das weiß ich aber erst ENDE November, da ich monatsweise abrechne. Es wäre wichtig, dass Beträge für November auch z. B. erst Anfang Dezember beantragt werden können sollten, da nicht alle Solos pro Auftrag abrechnen, sondern eben wie ich monatsweise oder manche vielleicht auch quartalsweise. Da wird es sehr schwierig zu sagen, nehmt nur den November und das am besten gleich am Anfang. Davon ab sollte man überlegen, das mit Rückzahlungen der ersten SH verrechnen zu können, nicht nur mit evtl. künftiger ÜHilfe.

    Antworten
  33. Ralf Weitauer schreibt:

    Ich bin ganz Eurer Meinung!
    Allerdings sollte, wie es auch schon geschrieben haben, die Beantragung ohne Steuerberater oder Buchhalter möglich sein!
    Ich bin seit rund 20 Jahren selbstständig und erledige seitdem meine Buchhaltung selber!
    Mit freundlichen Grüßen
    RalfWeitauer

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  34. Andrea Kaiser schreibt:

    Hallo Andreas,
    Die 5 Punkte erscheinen mir schlüssig und adäquat. Den Hinweis auf die Steuer möchte ich auch aufgreifen. Ob eine Erstattung richtig ist wage ich zu bezweifeln, aber eine Stundung bzw. Steuersenkung für 2019 und 2020 wäre hilfreich. Als Coach und Beraterin kenne ich einige Kollegen, die ihre Steuerrücklagen bereits aufgebraucht haben. Ich habe den Eindruck in der Politik ist noch nicht angekommen, das gerade wir Dienstleister zwar nicht direkt betroffen sind von einem Berufsausübungsverbot, aber die Verunsicherung bei den Kunden ( wirtschaftlich und hinsichtlich der Distanzregeln) so groß ist, dass kaum noch Aufträge erteilt werden. Ich fürchte dieser Zustand wird noch lange – zumindest bis zu ersten Impferfolgen – andauern, denn
    – Personalentwicklungsmassnahmen werden bei wirtschaftlichen Engpässen als erstes gestrichen
    – strategische Workshops oder Beratungen sind in Anbetracht fehlender Planbarkeit gerade kaum gefragt
    – um Kontakthäufigkeit zu verbringen lassen Firmen als erstes keine Externen mehr ins Haus.
    – online Angebot sind in diesem Feld von vielen kleinen Kunden im ländlichen Bereich nicht gerne gesehen, da die Infrastruktur keine stabile Verbindung schafft
    – virtuel fatigue verringert die Bereitschaft auf Onlineformate auszuweichen nochmals.
    – wenn unbedingt Beratung benötigt wird, weichen viele Firmen auf große Beratungen aus, da dort mehr Ausfallsicherheit erwartet wird.
    – Beratung und Coaching ein Hauptberuf ist, von dem Familien leben und nicht nur als Nebenjob vom Ehepartner subventioniert ausgeführt wird.
    Die Branchenkonzentration ist deshalb – aus meiner Sicht – völlig realiltätsfremd. Wenn aber von Branchen die Rede ist, so fürchte ich um die Existenz der Branche der Organisationsberater und Unternehmenscoaches.
    Macht weiter so, denn nur mit Eurem Engagement besteht eine Chance den Politikern die Augen zu öffnen.

    Antworten
    1. Angela schreibt:

      Völlig richtig, was Sie mitteilen. Die potentiellen Auftraggeber/innen sind sehr verunsichert und warten ab. Fraport rechnet damit,daß erst in zwei oder drei Jahren eine Normalisierung eintreten wird.

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  35. Achim Hatzius schreibt:

    5) Hartz4 ist in seiner jetzigen Form als Soforthilfe für Selbständige vollkommen ungeeignet und geht wie die Überbrückungshilfe bisher an der Lebensrealität der betroffenen Selbständigen vorbei:

    (e) Hartz4 stellt für Menschen, die nicht alleine sondern mit ihrem erwebstätigen Partner in einer sogenannten Bedarfsgemeinschaft leben, in der Regel aufgrund des Einkommens des*r Partner*in keine oder nur einen geringe Hilfe dar die in keinem VErhältnis zum Antragsaufwand steht.

    (f) Hartz4 stellt KEINE SOFORTHILFE dar, weil es ein rückzahbarer Zuschuss ist. Sollte dieses Instrument als Soforthilfe für Selbständige neben einem Unternehmerlohn weiter Bestand haben ist für Selbständige, die durch die Infektionsschutzmaßnahmen in den Hartz4 Bezug gezwungen worden sind
    1. die extrem enge Grenze der Zuverdienstmöglichkeit komplett auszusetzen um eine Rückzahlung zu vermeiden.
    2. aufgrund der Struktur der Altersvorsorge bei Selbständigen die Vermögensprüfung komplett auszusetzen.

    Danke + Gruß

    Antworten
  36. JG schreibt:

    zu 3) Es werden zig-Tausende mittelbar betroffene Selbstständige wieder komplett durchs Raster fallen! Keine „November-Hilfe“ und aufgrund der Fixkosten-Definition keine Überbrückungshilfe.
    Bei mir sind 95% der geplanten Veranstaltungen (Schulungen, Supervisionen, Workshops, etc.) für Nov./Dez. bereits gecancelt.
    Vielleicht können wir ja vom Staat eine Spenden-Quittung über die Umsatzausfälle erhalten? „Für den herausragenden finanziellen Beitrag zum Schutz unserer Bevölkerung“ … Ironie off …

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  37. Antworten
  38. Anne schreibt:

    Es gibt so viele individuelle Punkte, die keiner wirklich prüfen kann (Aufwand-Nutzen) und es wäre immer unfair dem einen oder anderen gegenüber, deswegen bin ich für Erstattung der Fixkosten bis zu einer gedeckelten Höhe+Unternehmerlohn.
    Mein Beispiel: Ich habe ein Coworking mit Kinderbetreuung, Events, Kursen und Raumvermietung. Jeder Bereich davon leidet und leidet anders. Ich habe Nov19 eröffnet und seit April20 deutlich weniger Einnahmen.
    Bisher nur die erste Soforthilfe bekommen, die im Mai aufgebraucht war wegen Miete allein. Seitdem nichts an irgendwechen Entschädigungen oder Hilfen. Ich werde auch jetzt sicher wieder durch alle Raster fallen…

    Antworten
  39. Ulrike Lehmann schreibt:

    1(d) Zugang zur Antragsstellung: 20 Prozent der Betroffenen berichten, keinen Steuerberater zu haben/finden, der Antrag für sie stellt
    Das finde ich mager, denn jeder kann einen Steuerberater leicht finden. Wichtig ist, dass man das gut selbst ausfüllen kann wie bei der ersten Corona-Soforthilfe.

    2b: Ich war z.B. teilangestellt im November 19. Ist das anrechenbar oder KO-Kriterium?
    3) Anbieter von Seminarveranstaltungen – ja, bin ich. Bei mir sind alle Präsenzseminare und Vorträge abgesagt worden.
    4) Wäre es nicht einfacher, an jeden Soloselbständigen 2-3000 Euro zu zahlen inkl. Lohn, das wäre etwa ein Monat anteilig zur ersten Soforthilfe von 9000 Euro bei drei Monaten.
    5 e und f) Der Konflikt mit dem Jobcenter ist eklatant.
    Ich musste nach der 1. Soforthilfe im Juli Gelder beim Jobcenter beantragen und darf daher nicht mehr Soforthilfe beantragen. Zudem muss ich mich mit dem Jobcenter streiten, was ich an Ausgaben für die Selbständigkeit machen darf und was nicht. Muss jede etwas größere Anschaffung beantragen. Auch Reisekosten zu Kunden oder Telefonkosten werden verhandelt. Zudem müssen alle Einnahmen zurückgezahlt werden. Eine Teilauszahlung aus der Lebensversicherung galt als Einkommen und wurde negativ angerechnet, ich muss mein eigenes Geld ans Jobcenter zurückzahlen! Daher hätte ich lieber wieder sofort Soforthilfe.

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    1. Unternehmer schreibt:

      In erster Linie sind es wohl diejenigen, die schon seit Jahren sehr gut ohne Steuerberater und ähnliche Kostentreiber auskommen.

      Wieso soll man nur wegen eines läppischen Antrags nun einen Steuerberater bezahlen? Damit wären bei vielen soch schon die zu erwartenden Einnahmen durch die Hilfe wieder aufgefressen, wenn sie denn dan überhaupt ausgezahlt wird und somit NUR Kosten anfallen.

      Nein, das Finanzamt hat alle relevanten Daten über den Jahresumsatz. Dann einfach aus den vergangenen drei Jahren gemittelt rechnen und fertig. Ausnahmen für diejenigen, die kürzer am Markt sind, dann z.B. nur die letzten drei, sechs oder 12 Monate mitteln.

      Antworten
      1. Angela schreibt:

        Ja, die Hilfen sollten direkt von den Finanzämtern bearbeitet und ausgezahlt werden, das wäre unkompliziert, unbürokratisch und würde schnell gehen, denn alle Daten sind dort bekannt, Betrug wäre auch nicht möglich. In England handhabte man es doch so, die Solo-Selbstständigen mußten keinen Antrag stellen und erhielten von den Finanzämtern monatlich bis zu 2.500 engl. Pfund? In der Schweiz sind es ca. 5.500 Schweizer Franken? In Norwegen wurde der Umsatz (vielleicht noch gedeckelt?) des Vorjahres ausgezahlt?

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  40. Thomas von Korvey schreibt:

    zu 1) Zugang zur Überbrückungshilfe erleichtern

    Warum sollen insbesondere Soloselbstständige denn bitte nicht selbst die Anträge stellen dürfen. Mit Betrugsprävention ist das nicht zu begründen, denn wir leben nicht mehr in den 90er Jahren, sondern haben auch im digitalen Umfeld mehr als genug technische Möglichkeiten zur Prävention. Es ist nicht nachvollziehbar, warum jemand der in der Lage ist seine Steuererklärungen selbst zu erstellen und seine gesamte steuerbezogene Kommunikation selbst abzuwickeln hier nicht berechtigt sein soll, einen Antrag zu stellen.
    Hinzu kommt: Wir haben in unserer Gesetzgebung keine Pflicht einen Steuerberater, Buchhalter oder sonst wen zu beauftragen.

    zu3) Regelung mindestens in Bezug auf Soloselbstständige nicht nach Branchen- sondern nach betriebswirtschaftlichen Kennzahlen ausrichten

    Das ist ja im Grunde gut formuliert, aber ich würde mehr auf den Gleichbehandlungsgrundsatz abstellen. Es ist schließlich in der Tat egal, ob jemand Umsatzeinbußen erleidet, weil man seine Branche schließe, er als z.B. Zulieferer mittelbar betroffen ist oder als Hersteller des Zulieferers betroffen ist oder einfach nur, weil aufgrund der Maßnahmen eine Konsumzurückzahltung eintritt.

    zum Unternehmerlohn:
    Es fehlt ein sehr wichtiger Punkt in der Frage der Betragshöhe und zwar die Kosten für Krankenversicherung, Pflegeversicherung und Altersrücklagen. Die 1.180 Euro sind ursprünglich aus der Pfändungsfreigrenze abgeleitet, doch auch diese bezieht sich auf Nettolohn (und der ist bekanntlich NACH Abzug der Sozialabgaben und Steuern).
    Es kann doch nicht sein, dass diese Pfändungsfreigrenze als Maßstab dient. Beispiel:
    1.180 Euro VOR STEUER
    abzgl. 500 Euro KV und PflegeV
    abzgl. 400 Euro ALtersanlage
    Bleibt ein Restbetrag von 280 Euro und damit ein Restbetrag unterhalb des aktuellen ALG II Niveaus.

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    1. Tessa schreibt:

      Hi Thomas,

      Min. Scholz formulierte die aktuelle Überbrückungshilfe übrigens als ENTSCHÄDIGUNG für Umsatzausfälle/-einschränkungen. -> Was ist mit den Monaten ab März 2020? Das könnte ggf. nachträglich eingefordert werden, mit Hilfe einer Kanzlei, im Zusammenstehen der Selbständigen.
      Unternehm:erinnen werden bei Kurzarbeit der Angestellten die Sozialkosten in voller Höhe bezuschusst (vgl. Unternehmer-Unterstützung durch 100%-Sozialkosten-Übernahme durch Agentur für Arbeit bei Kurzarbeit), jetzt: Steuergelder, nicht einmal mehr Versicherungsleistung.

      Das ist eine Ungleichbehandlung und Wettbewerbsverzerrung, Verstoß gegen Grundrechte.

      Antworten
    2. Tessa schreibt:

      Hi Thomas,

      Die aktuelle Überbrückungshilfe wurde von Min. Scholz übrigens als ENTSCHÄDIGUNG für Umsatzausfälle/-einschränkungen formuliert. -> Was ist mit den Monaten ab März 2020? Das könnte ggf. nachträglich eingefordert werden, mit Hilfe einer Kanzlei, im Zusammenstehen der Selbständigen.
      Unternehm:erinnen werden bei Kurzarbeit der Angestellten die Sozialkosten in voller Höhe bezuschusst (vgl. Unternehmer-Unterstützung durch 100%-Sozialkosten-Übernahme durch Agentur für Arbeit bei Kurzarbeit), jetzt: Steuergelder, nicht einmal mehr Versicherungsleistung.

      Das ist eine Ungleichbehandlung und Wettbewerbsverzerrung, Verstoß gegen Grundrechte.

      Antworten
  41. Lutz von Rosenberg Lipinsky schreibt:

    Weitestgehend gut und umfassend – mir fehlt allerdings die Zuverdienstmöglichkeit!! Das wäre – gerade angesichts der vergleichsweise mickrigen Summe von 1180,- €, die immer genannt wird – eine mehr als sinnvolle Massnahme. Und unterschiede sie damit auch von Hartz 4, wo die Miete in voller Höhe übernommen wird, was insgesamt durchaus mehr als den doppelten Betrag ausmachen kann. Nur in diesem Fall könnte man aus dessen Bezug wieder aussteigen. Alternativ könnten dort natürlich ebenfalls die Grenzen für Zuverdienstmöglichkeiten ausgesetzt werden. Viele Aufträge werden erst kurzfristig storniert bzw. neue kommen zustande, wenn die Lage es ermöglicht. Dem sollte man gerecht werden.

    Antworten
  42. K. Rieger schreibt:

    zu 4.d.
    Dieses Geld war schon einmal vorgesehen worden für Sofort-/Überbrückungshilfen. Wenn es jetzt als „neue Hilfe“ angepriesen wird, dann soll auch neues Geld in die Hand genommen werden, damit es für Anspruchsberechtigte reicht. „Der Haushaltsexperte der Unionsfraktion, Eckhardt Rehberg, hat betont, dass für die Überbrückungshilfe für Unternehmen während des Teil-Lockdowns im November keine neuen Schulden nötig sind. Diese zehn Milliarden Euro Überbrückungshilfe seien kein zusätzliches Geld, … . Im zweiten Nachtragshaushalt seien für Überbrückungsprogramme für Unternehmen 25 Milliarden Euro vorgesehen worden. „Davon sind noch gute 20 Milliarden vorhanden“, sagte Rehberg.

    Antworten
  43. Simon Schmeisser schreibt:

    Ich finde die Stellungnahme gut. Ich finde es aber nicht gut, wie diese entsteht. Hier fehlt es mir von Seiten vom VGSD sowohl an der Transparenz, als auch an der Möglichkeit der Mitwirkung.

    Antworten
    1. Matthias R schreibt:

      Hallo Simon,
      ich finde die Vorgehensweise hier SEHR transparent. Und ich habe den Vergleich mit zwei anderen Berufsverbänden, bei denen ich Mitglied bin.
      Es ist sinnvoll, dass Profis vom Verband, die sich intensiv mit den bekannten Bedingungen der Hilfe auseinandergesetzt haben, ein Papier erarbeiten und dann das Feedback der Mitglieder einholen.
      Das Programm für den November soll ja innerhalb weniger Tage von den Politikern zusammengeschustert werden, da geht es um Geschwindigkeit.
      Wie stellst du dir denn vor, dass es laufen sollte? Wahl eines Komitees, das dann im Dezember erstmals tagt? 😉

      Antworten
    2. Andreas Schnelle schreibt:

      Hallo Simon,
      es steht Dir frei, Dich aktiv beim VGSD zu betätigen. Jede helfende Hand wird benötigt. Es gibt genügend Themen, Regionalgruppen bzw. Arbeitskreise, die Dir offen stehen. Einfach einmal bei Max in München anrufen oder mailen.

      VG Andreas

      Antworten
  44. Astrid schreibt:

    #Mee too, den VGSD Vorschlägen stimme ich zu!
    ZUSÄTZLICH mangelt an Abbildung der Lebensrealität von Alleinerziehenden. Nicht nur Umsatzausfall, auch Lebenshaltungskosten sollten abgebildet sein.

    Warum gibt es keinen Aufschlag für alleinerziehende Mütter?
    Kinder müssen mit versorgt werden, das geht über die Düsseldorfer Tabelle kaum. Hauskredite müssen bedient werden. Gerade an dieser „Front“ ist Alltag ohnehin Dauerspannung. VSGD als starker Partner wird gebraucht.

    Explizit frage ich nach Müttern, denn in der Angestellten-Realität gibt es für Frauen sowohl die Glasdecke (keine Beförderungen trotz gleicher Qualifikation wie Männer) auch die FALLTÜR Kind. Wer für Care-Arbeit Auszeit genommen hat, gerade Alleinerziehende, kommt selten wieder in Festanstellung. Wenn, dann mit massivsten Gehaltseinbußen. Viele flüchten in Soloselbstständigkeit, weil hier zumindest die work-life Steuerung nicht vom (leider noch) partriarchalen System abhängt.

    Antworten
  45. AndreaL schreibt:

    Hier meine Meinung zu Euren Forderungen, die meines Erachtens sehr durchdacht sind:

    Punkt 1: Da ich selbst laufende Buchhaltungen erstelle, und daher die Hürden des StbG kenne, passt der Punkt hier, da wir Kennzahlenberechnungen und BWAs erstellen dürfen. Zur Haftung jedoch muss gesagt werden, dass die Haftung in erster Linie der Mandant übernehmen muss, da er die Zahlen liefert. Wenn falsche oder unvollständige Zahlen geliefert werden, kann die Grundlage auch nicht stimmen. Hier schlage ich – machen normalerweise auch Steuerberater so – einen sog. Haftungsausschluss vor.

    Punkt 2: Dieser Punkt ist wesentlich bei der Beurteilung des Zeitraums. Es sollen 75% des Umsatzes letztjährigen Novemberumsatzes bezahlt werden. Hier muss unterschieden werden zwischen Bilanzierern und Gewinnermittlern. Wenn z.B. ein Gewinnermittler im Oktober des Vorjahres wenig Umsatz hatte oder seine Rechnungen sogar erst im November geschrieben hat, und die Zahlungseingänge dann auch noch erst nach 30 Tagen im Dezember erfolgten, schaut diese Person im November 2020 mit der 75%-Regelung buchstäblich „in die Röhre“. Hier muss betrachtet werden, was für November abgerechnet werden konnte und kann, weil da die Leistung erbracht worden ist.
    Bilanzierer erfassen ihren Umsatz grundsätzlich leistungszeitraumbezogen unabhängig von der Zahlung und sind deshalb hier sehr wahrscheinlich im Vorteil. Die könnten hier vor allem deshalb klar im Vorteil sein, wenn sie z.B. aus einer Branche kommen, die in den Wintermonaten grundsätzlich viel Umsatz macht.
    Auch zählt bei den Gewinnermittlern die Umsatzsteuer – man mag es nicht glauben – zum Umsatz. Wird die bei der Bezugsgrundlage mitgerechnet oder nicht? Nicht dass hier wieder irgendwelche Leute deshalb strafrechtlich verfolgt werden, weil sie zu hohe Beträge angegeben haben. Das muss eindeutig geklärt sein!
    Daher tendiere ich dazu, als Bemessungsgrundlage den Monatsdurchschnitt der letzten drei Jahre im Zusammenhang mit der jährlichen Einnahmen-Überschussrechnung bzw. Bilanz, die inzwischen bei den meisten vorliegen und von den Finanzämtern beurteilt sein müssten, heranzuziehen. Damit wäre auch der Zeitaufwand für die Erstellung der Bemessungsgrundlage deutlich geringer.
    Auch sollten die Kosten, die man in seiner Steuererklärung für ein häusliches Arbeitszimmer absetzen kann, erstattet werden. Separate Mietzahlungen für eigens angemietete Büroräume werden ja auch als entschädigungsfähige Kosten anerkannt. Diese Kosten werden eindeutig in einer separarten Zeile in der EÜR aufgeführt.

    Punkt 3: Auch ich sehe negative Folgen jedwedes branchenspezifischen Lockdowns für weitere Branchen, die von diesen Leuten abhängig sind. Mir z.B. sind wegen Corona zwei Kunden aus dem Veranstaltungsbereich im Bereich der Buchhaltung abgesprungen, die ich nicht mehr zurückbekomme. Viele andere Solo Selbstständige haben ihre Auftraggeber verloren, so dass wiederum sie als Auftraggeber für wen auch immer gänzlich ausfallen. Hier sollte die Möglichkeit geschaffen werden, für solche Ausfälle, die man nachweisen kann, Entschädigung zu erhalten. Gerade jetzt wachsen wohl für die wenigsten die Kunden auf den Bäumen.

    Punkt 4: Eine GuV (in einer Bilanz) oder in einer BWA bei einer ordentlichen Buchhaltung werden durchlaufende Kosten entsprechend gebucht, so dass diese eindeutig zuordenbar sind. Variable Kosten würden sich bei einem 3-Jahresdurchschnitt relativieren. Auch könnten so Abschreibungen entsprechend berücksichtigt werden, die oftmals in einer laufenden Buchhaltung nicht monatlich erfasst werden, oder die Kosten dafür würden gleichmäßig verteilt werden, so dass keine plötzlichen Spitzen entstehen, die eine Ungleichbehandlung nach sich ziehen könnten.

    Punkt 5: Für den fiktiven Unternehmerlohn in Höhe von 1.180,- EUR sollte keine Einkommensteuer anfallen. Lt. finanztools beträgt der jährliche einkommensteuerfreie Betrag für 2020 für Ledige 9.408,- EUR. Das sind pro Monat 784,- EUR. Die Differenz zu den 1.180,- EUR beträgt gerade mal 396,- EUR. Für Schadensersatzleistungen, sofern keine Renten, die aus einem Unfall herrühren, muss man meines Wissens auch keine Einkommensteuer abführen. Ich betrachte den Lockdown und die Entschädigung dafür als Schadensersatz. Kann man das nicht so formulieren?
    Wenn trotz Unternehmerlohn Hartz IV beantragt werden muss, warum soll der dann angerechnet werden? D.h. doch, dass dieser Unternehmerlohn eben nicht ausreicht, um die laufenden Kosten zu decken. Ich denke hier nicht an die 75% Umsatzerstattung.

    So, das erst einmal als grobe Stellungnahme. Für weitere Diskussionen gerne auch telefonisch.

    Antworten
  46. Joachim schreibt:

    Hallo Team,

    auch ich finde die Forderungen gerrechtfertig, aber ist es nicht schon wieder so, das die Förderung nur für Fixkosten eingesetzt werden darf?
    Speziell die Krankenversicherungskosten werden wieder nicht berücksichtigt und die sind nicht gerade wenig. Und den Teller Suppe wird einem auch nicht gegönnt.
    Meines Erachtens geht das Ganze schon wieder an der Realität vorbei.

    Antworten
  47. Dagmar Kaufhold-Jäger schreibt:

    Ich stimme allen Punkten zu, sie sind sinnvoll und erstrebenswert. Besonders beim Unternehmerlohn sollten mindestens 500 € netto herauskommen. Alles andere ist doch ein schlechter Scherz und wieder nur „Brotkrumen für eingeforderte Solidarität“. Wir schützen mit unserer Solidarität Bürger, die sicher ihre Löhne und Renten weiter beziehen, wobei diese ein mehrfaches von 500 € betragen.
    Die Auszahlung sollte sicher gegenüber Trittbrettfahrern sein und dennoch so unbürokratisch wie möglich erfolgen.

    Antworten
  48. Jutta Illert schreibt:

    Viele gute Anmerkungen zu eurer Initiative habt ihr schon erhalten. Da unterlasse ich es jetzt noch etwas hinzuzufügen. Wichtig ist mir an dieser Stelle mich bei euch für eure tolle und engagierte Lobbyarbeit zu bedanken. Das Ergebnis, das ihr bisher schon erreicht habt, ist beeindruckend. TOLLE ARBEIT !!! Danke an das ganze VGSD Team und: Weiter so!

    Antworten
  49. Lutz Loebel schreibt:

    Zu 1.

    Insbesondere für kleinere und mittlere Selbständige / Freiberufler könnte darüber nachgedacht werden, die Kosten für den Einreicher (Steuerberater, Wirtschaftsprüfer usw.) bei einem Betrag X zu deckeln.

    Zu 2.

    Der November 2019 als alleinige Bezugsgröße ist mitunter völlig unbrauchbar, völlig richtig. Ich halte den Durchschnitt der vergangenen 3 Jahre (2017 – 2019) für eine gute und faire Bemessungsgröße. Aus diesem Durchschnittswert dann 1/12, daraus 75 %. Da es nicht beim November als Lockdown-Monat bleiben wird, wird das unter Umständen auch knapp (je nach Lebens-Situation eben), in vielen Fällen aber zumindest für ein Durchatmen sorgen.

    Zu 3.

    Ich wäre glücklich, wenn neben den Veranstaltern und Künstlern, die in den vergangenen Wochen sehr viel mediale Aufmerksamkeit bekamen (und denen es von ganzem Herzen gegönnt ist!), künftig auch vermehrt andere Berufsstände genannt werden. Ich breche an dieser Stelle mal eine Lanze für (Wirtschafts-)Trainer, Coaches und Berater aller Branchen. Spätestens, wenn es wirtschaftlich wieder bergauf geht, werden diese Berufe gebraucht. Insofern sind wir so etwas ähnliches wie „systemrelevant“.

    Zu 4.

    Das sehe ich ähnlich knapp. Schade, dass der Bund von den 9 Mrd. € „Kredit“ an die Lusthansa keinen einzigen Cent wiedersehen wird. Hier wären sie zweifelsohne besser angelegt.

    Zu 5.

    Ich würde zum Thema „Planungssicherheit“ ergänzen wollen: wir wollen eine Zusage, dass die Hexenjagd, die derzeit auf Empfänger der Soforthilfe 1+2 (Land + Bund) veranstaltet wird, nicht wiederholt und die erste sofort eingestellt wird. Wenn das nicht aufhört, wird kein vernünftiger Mensch einen Antrag auf „Fiktiven Unternehmerlohn“ stellen, da er damit rechnen muss, das Geld aufgrund erneut ständig wechselnder Antrags-Bedingungen zurückzahlen zu müssen und/oder als Straftäter verfolgt zu werden.

    Antworten
  50. Katharina Schmidt schreibt:

    Ersteinmal vielen Dank für eure Engagement in diesen schwierigen Zeiten!

    Was meiner Meinung nach als ein wichtiger Punkt fehlt, wird – in einem der vorherigen Artikel von euch auch schon ausgeführt (https://www.vgsd.de/muessen-mehr-als-8-000-soforthilfe-bezieher-mit-staatsanwaltschaftlichen-ermittlungen-rechnen-betroffene-bitte-melden) – vielen Antragstellern z.Z. Subventionsbetrug vorgeworfen und nicht nur die gezahlten Hilfen zurückverlangt, sondern es stehen auch noch hohe Strafen und Freiheitsentzug bis zu 5 Jahren im Raum:

    Wer ein fehlerhaftes Formular abgeschickt hat, aus welchem Grund auch immer, macht sich bereits des Subventionsbetrugs schuldig. Ob ein Selbständiger Geld bekommen hat oder ob der Antrag abgelehnt worden ist, spielt dabei keine Rolle. Eine sogenannte „leichtfertige Tatbegehung“ reicht dafür aus. Sprich: Jeder, der nach Ansicht von Staatsanwälten beim Ausfüllen des Antrags nicht die erforderliche Sorgfalt hat walten lassen oder sonst irgendeinen Fehler begangen hat, hat hier ein echtes Problem.

    Wer von euch traut sich nach diesen Vorkommnissen noch, einen solchen Antrag zu stellen?

    Antworten
  51. Hendrik Odendahl schreibt:

    Zu 2) Bezugsraum weniger willkürlich gestalten

    Bitte berücksichtigen, daß es Selbständige gibt, die erst im Laufe des Jahres begonnen haben. Ich war selbst bis Juni angestellt und ab Juli selbständig. Regelmäßige Einkünfte ab November. Insofern wäre der November als Bezugsraum für mich z.B. günstiger

    Antworten
  52. Michael Reinold schreibt:

    Hallo Andreas,
    zuerst mal vielen Dank für Eure Hilfe!

    Zu Punkt 2):
    Als hauptsächlich im Messebau tätiger Grafiker (Aufplanung, Gestaltung, Konstruktion usw.) hatte ich monatlich stark schwankende Umsätze. Willkürlich einen bestimmten Vorjahresmonat als Berechnungsgrundlage heranzuziehen würde also am tatsächlichen Bedarf vorbeigehen. Dies betrifft alle saison-abhängigen Berufe und Gewerke. Eine Vergleichs-Berechnung über einen längeren Zeitraum (z.B. Umsatz 1-10/’19 und 1-10/’20) oder wie in 2c) genannt wäre fairer – nicht zuletzt auch für den Bund.

    Wie sieht es mit einer evtl. Anrechnung der Soforthilfe(n) aus?

    Antworten
  53. Stefan E. schreibt:

    Warum eigentlich diese Bittsteller Mentalität?

    Es wurde bewusst ein Schaden verursacht, um weiteren Schaden von ANDEREN abzuwenden. Es kann demzufolge nicht weniger als voller Schadensersatz gezahlt werden. Das beinhaltet natürlich nicht nur die Kosten, sondern selbstverständlich auch den Unternehmerlohn, geplante Gewinne und auch Steigerungsprognosen. Das muss die eigentliche Forderung sein.
    Nur weil Gastro-, Veranstaltungsbranche und Soloselbständige solche desorganisierten Pussykatzen sind, die keine Lobbyarbeit machen, traut sich die Politik das. Kann sich jemand ähnliches mit der Autoindustrie vorstellen? Die schafft es sogar mit selbstgemachten Krisen Geld aus Corona zu schlagen.

    Antworten
    1. Lukas schreibt:

      Wichtig wäre, dass mit der Antragstellung auf Soforthilfe eine rechtliche Überprüfung eines Schadenersatzes nicht verwirkt wird.

      Ansonsten hilft mir eine Klage, die voraussichtlich 3-5 Jahre bis zur Rechtswirksamkeit braucht, nicht beim Füllen des Magens.

      Ich selbst bin glücklicherweise (noch) nicht betroffen und drücke euch allen die Daumen, ob mit oder ohne staatliche Unterstützung über die Runden zu kommen.

      Antworten
    2. Tessa schreibt:

      Hallo Stefan,

      da ich nicht immer neu meinen Kommentar auch noch als Antwort posten will, bitte ich Dich, über die Suchfunktion zu gehen (Tessa). Ich stimme Dir bzgl. des Unverständnisses (Bittsteller-Formulierungen) zu und rege Argumentation auf (Grund-) Rechtsbasis an. Konkrete Vorschläge gibt’s auch.

      Antworten
  54. Ludger Wiedemeier schreibt:

    Forderung nr. 6 – § 206 abs. 1 Satz 1 Nr. 2 Sozialgesetzbuch V
    Während sich im Frühjahr diesen jahres Steuern und krankenkassenbeiträge noch senken ließen sind jetzt 6 Monate vergangen und die Krankenkasse verlangt jetzt nach dem nächsten Einkommensnachweis. Das heisst den von 2019. Um dann für 2019 vermutlich noch nachzuberechnen und für 2020 nachträglich den gleichen Krankenkassenbeitrag zu fordern.
    Diese Nachforderungsmöglichkeit muss gestrichen werden. Sonst haben wir zwar Corona überstanden, bekommen dann aber im April 2021 Besuch von einer SEK Einheit, weil wir die nachträglichen Forderungen der Krankenkasse nicht bezahlen konnten.

    Antworten
    1. AndreaL schreibt:

      Man kann den aktuellen Beitrag zur gesetzlichen Krankenkasse auf den Mindestbeitrag reduzieren lassen, wenn man nachweisen kann, dass man einen Umsatzeinbruch in 2020 von 25% gegenüber des Umsatzes für die letzte Beitragsbemessungsgrundlage hat. Um sich nicht der Willkür der Krankenkasse auszusetzen, sollte man vorher beim zuständigen Finanzamt mit dieser Begründung des Umsatzeinbruchs (eine aktuelle BWA reicht hier aus) eine Senkung der Einkommensteuervorauszahlungen auf 0,00 EUR beantragen. Den Bescheid erhält man meistens sehr schnell. Vor allem jetzt dürfte es unproblematisch sein. Diesen Nullbescheid leitet man unverzüglich an die gesetzlichen Krankenkassen weiter, die dann den Beitrag sofort – bis hin zum Mindestsatz – reduzieren müssen.

      Antworten
  55. Mark schreibt:

    Im Grundsatz ist es ein kleiner Schritt in die richtige Richtung!

    Aber es wird noch keine echte Hilfe sein, denn der Kreis der Begünstigten ist zu klein.
    Auf mich bezogen sieht die Lage so aus: Ich habe Mitte 2019 gegründet, die ersten Monate eine hervoragende Auftragslage gehabt, dann Saisonal bedingt eine etwas ruhigere Phase. In der Zeit habe ich meine Produkte entsprechend der Kundenwünsche überarbeitet. Anfang März zog die Nachfrage an und es kam 2 Wochen später der Shutdown.
    Ich habe reagiert, in IT investiert, um online mein Geschäft aufrecht zu erhalten, in Marketing investiert und mein Produktportfolio verändert. Ab Juni kamen einzelne Aufträge, aber ich mußte die Preise temporär deutlich anpassen und alle Spesen selbst tragen.

    Meine neue Produktkategorie war die richtige Entscheidung- der Markt entwicklet sich trotz Corona relativ gut. Meine ursprünglichen Produkte werden auch wieder mehr angefragt.

    Letztendlich habe ich ab 8 Monate von Rücklagen gelebt, habe keinerlei Unterstützung bekommen, meine Bank hat mir sogar den Dispo gestrichen und da ich zwischen drin nicht in der Lage war Unterhalt zu zahlen, hatte bzw. habe ich den Gerichtsvollzieher im Nacken.

    Als fair würde ich empfinden, den Umsatz der ersten 3-6 Monate nach Gründung heran zuziehen und daraus eine Unterstützung zu berechnen, die wenigstens zu dem Ausgleich führt, den auch ein Festangestellter durch Kurzarbeitergeld erhält.

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  56. Sarah Raimann schreibt:

    Hallo,
    danke für euer Engagement!

    Zu 5 c) und e): ein gewisses Mindesteinkommen (bei uns zur Zeit 900€ / Monat) bewirkt Anspruch auf Wohngeld, Kinderzuschlag und Hilfen nach BuT. Alles unkomplizierter und weniger abschreckend als HartzIV, und kann einfach weiterlaufen, wenn langsam wieder Aufträge reinkommen. Somit ist ein minimales gesichertes Einkommen auch das Ticket in diesen „softeren“ Bereich der sozialen Unterstützung, der ansonsten verschlossen bleibt. Bei uns ein nicht zu unterschätzender Faktor derzeit!

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    1. Martin F. schreibt:

      Danke für diesen wichtigen Hinweis und die Argumente! Ich unterstütze Ihren Beitrag vollumfänglich.
      Für unsere Situation wäre der Unternehmerlohn auch eine Befreiung! Die Harzt-IV-Prozedur ist so lähmend und destruktiv! Der Unternehmerlohn hat den großen Vorteil, aus dieser bevormundenden einengenden Jobcenter-Mühle rauszukommen. Und ermöglicht Zugang zu alternativen Hilfen wie Wohngeld.

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  57. Antworten
  58. AH schreibt:

    Toll, wie Ihr Euch wieder und wieder in dieses Thema reinhängt. Die Pressekonferenz mit Altmaier war schon ein erster Schritt, aber damit ist noch lange nichts entschieden.

    Forderung 2a) kann ich nur unterstreichen. November 2019 als Bezugszeitraum – das ist eher eine willkürliche Wahl. Die Rechnungstellung hängt so oft von Zufällen ab, die ich in meinem Bereich z.B. gar nicht beeinflussen kann. Einen Monat kommt viel rein (in normalen Zeiten), es gibt aber auch Monate, in denen ich gar keine Umsätze generiere (projektbektbedingt, nicht weil ich Urlaub mache.)

    Forderung 5c) Ein fiktiver Unternehmerlohn – egal, ob die eine oder andere genannte Summe – wäre einfach schon mal eine Entlastung in Zeiten, in denen man nahezu nichts planen kann, unabhängig davon, ob es für Lebenshaltund und Altersvorsorge reicht. Es ist nicht ganz nachvollziehbar, warum nur in NRW, BaWü und noch einem Bundesland bereits ein fiktiver Unternehmerlohn gezahlt wird (wenn auch aus Landesmitteln) und alle anderen, die kaum betriebliche Kosten haben, fallen sonst auch hier ggf. wieder durchs Raster.

    Wieder nur Antragstellung über StB, WP und ggf. RA sehe ich lediglich als Konjunkturmaßnahme für diese Berufsgruppe, die sich in diesem Jahr vor Arbeit eh schon kaum retten kann. Ich würde vermutlich dann von einer Antragstellung absehen, die Kosten fallen an, ohne dass ich weiß, ob ich überhaupt aus dem Programm etwas bekomme. Das Geld ist dann besser für ein paar Wochen (oder so) Lebenshaltung angelegt…

    Stimme der schon lange erhobenen Forderung auch zu, die Abwicklunt über FA anzustreben, so wird Doppelarbeit und Bürokratie (die auch wieder Kosten verursacht) vermieden.

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    1. Tessa schreibt:

      Ist es nicht eh eine (gesetzlich untersagte) Ungleichbehandlung und Wettbewerbsverzerrung, wenn einzelne Gruppen oder Bundesland-Bewohn:erinnen Einkommens-Kompensation/Förderung erhalten, andere aber nicht?

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  59. Roger Naumer schreibt:

    Die Argumentation kann ich voll und ganz unterstützen.

    Ergänzen möchte ich noch, dass ja auch anfallende Kosten bei Jahresbeiträgen für Versicherungen, Lizenzgebühren, Materialbeschaffung etc. nicht gleichmäßig über das Jahr verteilt sind und diese deshalb im Betrachtungszeitraum in der Regel gar nicht auftauchen.

    Somit hilft auch hier nur die 1/12 Betrachtung.

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  60. Rolf Loschek schreibt:

    Zu 2]
    Formulierung ergänzen um „… oder in Höhe des nachgewiesenen, durch Corona Maßnahmen bedingten Umsatzausfall“ (beispielsweise bei vorliegendem, größeren Auftrag 2020, der coronabedingt nicht abgearbeitet werden kann und gleichzeitig geringen Umsatz im Vorjahr 2019)

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  61. Dr. Stefan Albus schreibt:

    Ich finde wichtig, dass nicht der Rechnungseingang November ausschlaggebend ist, wie es in den Medien jetzt heißt, sondern der von Dezember. Ich persönlich bekomme im November noch Rechnungen aus Oktober bezahlt. Wenn dann im November nichts mehr geht, merke ich das erst später.

    Die Idee mit den 1/12 des Jahres finde ich ausgezeichnet. Bei mir hatte sich im letzten Quartal 2019 eine deutliche Verdiensterhöhung durch eine neue Vereinbarung mit dem Hauptkunden ergeben, so dass der Vergleich mit früheren Quartalen 2019 für mich einen „virtuell“ geringeren Einnahmeverlust ergibt als ich ihn tatsächlich erlitten habe.

    Ich sehe ein, dass die Behörden jahreszeitlichen Schwankungen Rechnung tragen wollen, aber das Geschäft vieler Freiberufler ist einfach viel volatiler.

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    1. AndreaL schreibt:

      Genau deshalb muss zwischen Gewinnermittlern (Freiberufler sind grundsätzlich Gewinnermittler) und Bilanzierern (können auch Soloselbstständige, die ein Gewerbe angemeldet haben mit einem Jahresgewinn über 50.000,- EUR sein) unterschieden werden.
      Bei der Bemessungsgrundlage im Falle der Coronahilfen kann nur der Zeitpunkt der Leistungserbringung gelten und nicht, wann die Zahlungen eingehen oder die Rechnungen gestellt werden. Nur dann werden beide Gruppen vom Grundprinzip her einigermaßen gleich behandelt.
      Wenn man allerdings das durchschnittliche Zwölftel der letzten drei Jahre heranzieht, kann man sich diese Unterscheidung im wesentlichen sparen. Natürlich können diejenigen, die weniger lang als Selbstständige unterwegs sind, nur den Zeitraum zugrundelegen, der die tatsächliche Dauer ihrer Selbstständigkeit umfasst.

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  62. Thomas Grund schreibt:

    Hallo Andreas & VGSD Team
    Pkt 1 (a-e): Egal wer bei der Beantragung mitwirkt, es darf den Antragsteller nichts kosten und muss zügig gehen. Im Zweifel für den Antragsteller. Abrechnung später. Ich bitte euch, besteht auf die Mitwirkung der Finanzämter. Dort sollten in vielen Fällen die Daten vorliegen aus mindestens 2017 (lfd. Jahr minus 3).
    Pkt 2 (c) analog anderer europäischer Länder einen Mehrjahresdurchschnitt zugrunde legen
    Pkt 3 (a-d) alle Soloselbständigen ohne Branchenbezug auf Grundlage betriebswirtschaftlicher Daten (BWA oder GuV/Bilanz). Wie Kennzahlen helfen (ROI?) kann mir vielleicht mal jemand erklären. Da stehe ich gerade etwas auf dem Schlauch.
    Pkt 4 (a-e) Ob 10 Milliarden oder mehr/weniger könnte mit Hilfe der Finanzämter ermittelt werden. Sieh auch Pkt 1 +2
    Pkt 5 (a-f) Unternehmerlohn nach EÜR (wird wohl die Masse sein) war und ist der Gewinn vor Steuern und SozVers. Nur dieser soll und darf in Anrechnung gebracht werden auf Basis historischer Daten u.a. vom Finanzamt.

    Insgesamt wäre es für mich auch ein VGSD Ziel, dass politisch darauf hingewirkt wird, dass das Parlament (Fraktionen, Parteien) seiner Aufgabe nachkommt und wieder die Kontrolle über das Regierungshandeln erlangt. Aktuell wackelt der Schwanz mit dem Hund und wir kommen aus dem Staunen nicht heraus

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  63. Andrea G. Malorny schreibt:

    zu 1) Man findet definitiv keinen Steuerberater, der zusätzlich zu seinen Stamm-Mandanten bereit ist, diese Tätigkeiten zu übernehmen. Wenn man also über viele Jahre seine Steuererklärung selbst gemacht hat, weil man es kann bzw. weil es Kosten spart, dann hat man jetzt große Nachteile.
    zu 2) Die Vorgehensweise in anderen EU-Ländern ist auf jeden Fall deutlich geeigneter, fairer und weniger zufallsbezogen.
    zu 3) Hier stimme ich mit Euch voll überein.
    zu 4) Der tatsächliche Umsatz-/Honorarausfall mit einer festen Bezugsgröße (z.B. ein Durchschnitt der Vorjahresmonate September bis Dezember) macht m.E. am meisten Sinn.
    zu 5) Der sog. fiktive Unternehmerlohn stellt m.E. eine gute Lösung dar, weil er klar formuliert an die Unternehmenstätigkeit anknüpft und nicht Assoziationen von SGB II wie Bildungsmangel, Sanktionsmöglichkeiten, Jobben-Gehen („Jobcenter“) und ähnliche mit dem Sozialgesetzbuch verbundene Vorurteile, Pauschalisierungen usw. weckt. Für unternehmerische Tätigkeit wurde das SBG II („Hartz IV“) NICHT geschrieben. Ein Hinweis auf den Sozialstaat und seine Errungenschaften sind bei Selbstständigen vollkommen fehl am Platz! – Allerdings muss hier deutlich kommuniziert werden, dass der Unternehmerlohn klar über den sog. „Bedarfen“ nach SGB II liegen muss, denn die „Bedarfe“ von Selbstständigen sind eben nicht mit den im SGB II definierten „Bedarfen“ vergleichbar, sondern deutlich höher. Hier muss finanzieller Spielraum sein für z.B. Kosten der Akquise, Investitionen in Technik und Weiterbildung usw. – Ich finde allein schon die Bezeichnung „Unternehmerlohn“ sehr viel positiver und viel passender als irgendeine „soziale“ Regelung.

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    1. Tessa schreibt:

      „Für unternehmerische Tätigkeit wurde das SBG II („Hartz IV“) NICHT geschrieben.“ – ist auch Dauerargument der DEHOGA.

      Das ist ein treffender Punkt.

      Klärt der VGSD das? z. B. über fragdenstaat.de?

      Antworten
    2. AndreaL schreibt:

      Wenn man z.B. die Jahre 2017 – 2019 als Bemessungsgrundlage für die Berechnung des Zwölftels heranziehen würde, würde man sich alle weiteren Kosten für Steuerberater oder Buchhalter sparen, sofern die Bescheide vom Finanzamt für diese Jahre bereits vorliegen, was sie eigentlich müssten. Denn dann hat eine offizielle Behörde, nämlich das Finanzamt, den Umsatz für die Bemessungsgrundlage bereits abgesegnet, den man dann nur noch addiert und durch 36 teilt. Dadurch entfällt das leidige Haftungsthema für Antragsteller, Buchhalter oder Steuerberater. Alles geht sehr viel schneller. Und man kann seinem Antrag den Steuerbescheid, der sich auf den erzielten Umsatz bzw. Gewinn bezieht, beilegen und gut ist’s. Und wenn die dann wieder alle möglichen Steuerfahndungsbehörden aktivieren, können die gleich in ihrem „eigenen Haus“ anfangen aufzuräumen, nämlich im Finanzamt.

      Antworten
  64. Bernd schreibt:

    Gute Forderungen, die halt im Rahmen dessen bleiben, was ein Verband fordern kann.

    Ich hoffe jedoch, dass möglichst viele klagen gegen einzelne Maßnahmen.
    Einige sind ja schon von Gerichten kassiert wurden und ich vermute stark, es könnte wieder so sein.
    Der Staat muss ja nachweisen (können), dass Maßnahmen
    * einen legitimen öffentlichen Zweck verfolgt

    Passt

    * geeignet, erforderlich und verhältnismäßig im engeren Sinn („angemessen“) ist.

    Da wird es ja schon eng.
    Ich hoffe, Dieter Hallervorden geht wirklich in den zivilen Widerstand und Gastronomen, Kulturwerker etc klagen klagen klagen.

    Antworten
    1. Tessa schreibt:

      Lasst uns gemeinsam klagen! Zumindest vorerst unsere Forderungen so formulieren, dass die Politik:erinnen es kommen sehen, dass wir sonst klagen – und nun endlich vorher „korrigieren“.

      Wir könnten fragdenstaat.de nutzen und „Kleine Anfragen“ im Parlament über Parteien anregen, so klären, inwieweit die polit. Verantwortlichen ihrer Pflicht zum Bevölkerungsschutz, zu Daseinsvorsorge, Seuchen. u. Katastrophenschutz – nicht – nachgekommen sind. Der Pandemieplan des RKI von 2012 spielt das zu erwartende (!) Szenario eines Sars-x-Virus durch. Wurde entsprechend vorgesorgt (bspw. Atemschutzmasken für die Bevölkerung, sodass das wirtschaftliche Leben hätte weiterlaufen können, med. Schutzkleidung + Fachpersonal)? Nein.
      Mit diesem Mangel wurden (Frühjahr) und werden (Herbst) zum Großteil auch die berufseinschränkenden Maßnahmen begründet.
      -> Sollen die Selbständigen den Preis dafür zahlen?
      Min. Scholz formulierte die aktuelle Überbrückungshilfe übrigens als ENTSCHÄDIGUNG für Umsatzausfälle/-einschränkungen. -> Was ist mit den Monaten ab März 2020?

      Antworten
  65. Alexandra Barone schreibt:

    Punkt 2 a)
    Nicht nur den November 2019 als Bezugsmonat nehmen, da viele es auch
    Unternehmen/Soloselbstständige gibt, die im Januar 2020 gegründet haben.

    Antworten
  66. Linda Mieleck schreibt:

    Zur derzeitigen Planung habe ich keine Zusätze. Ich finde es aber nach wie vor ein Unding, dass jetzt, wo auch bei den entsprechenden Stellen nach genug Druck endlich genug Einsicht darüber gefunden wurde, dass eine wie auch immer genannter Unternehmerlohn nötig ist, dieser nicht auch rückwirkend in die Soforthilfe integriert wird. Denn was jetzt notwendig ist, war es damals auch schon.

    Antworten
  67. Markus Schaible schreibt:

    Für mich ist 5c am wichtigsten.

    Bin erst seit 2017 mit meiner freiberuflichen Unternehmensnachfolge Beratung am Markt und daher nach wie vor start-up (noch kein Break-even). Daher sind Referenzen auf die Vergangenheit für mich nicht hilfreich, auch wenn die Umsätze (von niedrigem NIveau) jährlich zweistellig gewachsen sind.

    Aktuell haben meine potentiellen Mandanten selbst keine Planungsgrundlage.
    Diejenigen, die Hilfe bei Finanz- und Liquidätsfragen brauchen, können oder wollen eine qualifizierte Beratung nicht bezahlen.

    Kämpfe mit sehr schlechter Zahlungmoral meiner bisherigen Kunden. 🙁

    Antworten
  68. Jörg Lentz schreibt:

    Hallo VGSD,

    vielen Dank für euren Einsatz.

    Insbesondere auf folgenden Punkt möchte ich hinweisen: ich bin in der Veranstaltungsbranche tätig und habe schon im Frühjahr eine nicht selbständige Teilzeitbeschäftigung aufnehmen müssen, da sämtliche Hilfspakete bisher an mir vorbei gelaufen sind. Für die Hilfspakete 2-4 war ich deswegen nicht mehr anspruchsberechtigt, weil meine Selbständigkeit nach 20 Jahren vom Haupterwerb zum Nebenerwerb gewechselt ist. Bitte achtet darauf, dass
    a) die Klausel „Nebenerwerb“ fällt oder
    b) der Zeitraum für die Beurteilung „Nebenerwerb/Haupterwerb“ auf 2019 ausgedehnt wird.

    Vielleicht könnt ihr den werten Herrn Ministern mal deutlich sagen, dass mir und vielen Kollegen aktuell für 7 Monate Lockdowns nicht einmal 1000,- Euro zugestanden wurden. Solidarität ist keine Einbahnstrasse!

    Antworten
    1. Barbara Brosch schreibt:

      Danke, lieber Lutz, dass Du auch das Thema Nebenerwerb ansprichst.
      Ich habe bei der Soforthilfe deshalb NICHTS bekommen, wurde dann bei Hartz IV abgelehnt, weil eine LV mich mit Vermögen über 60.000 € versorgte und dann kommt noch dazu, dass ich auch als rentenempfängerin absolut keinen Anspruch auf Soforthilfe hatte.

      Antworten
  69. Barbara Brosch schreibt:

    Bitte sorgt ganz dringend !!!!! mit dafür, dass die Nebenberuflichen und die Rentnerinnen und Rentner auch Anspruch auf die Novemberhilfen haben.
    Gerne kann meine Mini-Rente gegengerechnet werden, aber ganz „vergessen“ zu werden, verkennt völlig die Situation von uns uns kleinen Rentenempfängerinnen!
    Mir sind als soloselbstständige Seminar- und Reiseleiterin in diesem Jahr alle Einnahmen weggebrochen.

    Antworten
    1. Tessa schreibt:

      Hallo Barbara, ich denke, dass Du freiberufliche Tätigkeit (hier sind die Hilfen gegenzurechnen) und Angestelltentätigkeit (so habe ich den Nebenerwerb verstanden) trennen solltest.

      Die Hilfen sind ja wegen der prozentualen Einbußen geschaffen worden, ohne dass Rücklagen zur Kompensation aufgebraucht werden müssten. Wie auch, diese waren unverschuldet.

      Antworten
  70. Mark schreibt:

    Die Forderungen sind aus meiner Sicht inhaltlich durchweg zu unterstützen!

    Ich würde mir allerdings wünschen, dass die Forderung nach einem Unternehmerlohn für Solo-Selbstständige/Freiberufler/Künstler deutlich prominenter positioniert, eindringlicher begründet und am besten gefettet wird! Der Unternehmerlohn MUSS kommen! Belgien, Frankreich, Spanien, Großbritannien und andere Länder machen es vor – und das reiche Deutschland kann das nicht? (Wohl eher: will es nicht!)

    Der Unternehmerlohn für o. g. Gruppen sollte (ähnlich dem Kurzarbeitergeld für Angestellte) fest gesetzlich verankert werden (plus weiterer Erleichterungen wie andere Bemessungsgrenzen für die Sozialversicherungsbeiträge etc.)! Langfristig ist das der einzig gangbare Weg, es ist billiger und deutlich unbürokratischer. Weitere Hilfsgelder wie Überbrückungsgeld/Betriebskosten für Unternehmer mit nachgewiesenem Bedarf bleiben unbenommen und müssen zusätzlich beantragbar sein.

    Bis zu einer Gesetzesverabschiedung eines möglichen Unternehmerlohns dürfte allerdings einige Zeit vergehen und es dürften einige Gegner überzeugt und Hürden genommen werden müssen. Bis dahin sollte kurzfristig unbedingt a) aufgrund der unregelmäßigen Rechnungsstellung vieler Selbstständiger pro Monat 1/12 des Durchschnitts des Vorjahreseinkommens und b) unbedingt ein längerer Zeitraum der Betrachtung, am besten 3 Jahre, angesetzt werden. Denn: Unternehmerischer Erfolg und somit auch Umsätze/Einnahmen schwanken bei selbstständiger Arbeit in vielen Branchen auch von Jahr zu Jahr mitunter stark: mein Umsatz 2018 lag trotz gleichen Einsatzes von Zeit und Arbeitsleistung fast 30 (!) Prozent höher als 2019 (Herr „Zufall“ lässt grüßen). Über 3 Jahre würde sich so also ein deutlich realistischeres Bild zeigen. Ggf. Günstiger-Prüfung/Wahlmöglichkeit integrieren, also gucken, ob die Betrachtung des letzten oder der letzten 3 Jahre besser für den Betroffenen ist.

    Mir erschließt sich übrigens wirklich nicht, wie nach dem Gespräch mit Herrn Altmaier SCHON WIEDER so ein unausgegorener, willkürlicher, unlogischer und unfairer Mist rauskommen kann. Denken die im Wirtschaft- und Finanzministerium denn gar nicht nach? Sind all die gut abgesicherten „Experten“ dort völlig desinteressiert, einfach nur unfähig oder ständig betrunken? Was ist da los? Die absolute Unsinnigkeit (und vielfach Unmöglichkeit der Beantragung) vieler Regelungen im Zusammenhang mit den sogenannten Wirtschaftshilfen kann ein Zehnähriger mühelos erkennen. Ich bin mittlerweile sprachlos und gehe von einer bewussten politischen Agenda contra Soloselbstständigkeit und Kunst/Kultur aus. Anders ist diese erneute „Fehlkonstruktion“ nicht mehr zu erklären. Es drängen sich mir Begriffe wie „Verhöhnung“ und „Bösartigkeit“ auf.

    Sei es drum, die Forderungen des VGSD können hoffentlich etwas zum Guten bewirken. Der Kampf geht weiter!

    Antworten
    1. Tessa schreibt:

      Danke, Mark!

      „Der Unternehmerlohn für o. g. Gruppen sollte (ähnlich dem Kurzarbeitergeld für Angestellte) fest gesetzlich verankert werden (plus weiterer Erleichterungen wie andere Bemessungsgrenzen für die Sozialversicherungsbeiträge etc.)!“

      – insbesondere, weil es noch immer kein „Mindest-Honorar“ gibt, das nicht unterschritten werden darf, endlich aber einen Mindest-Lohn.

      A propos „noch ein langer Weg“ und „Kampf“ – ich denke an VERDI, dort können auch Selbständige Mitglied sein: Ob wir nicht gemeinsam, mit jurist. Unterstützung, unsere Stimme erheben sollten? Es gibt auch noch den verband der Freien Berufe, die DEHOGA und so viele andere passende Organisationen.

      Antworten
  71. Annett Haubold schreibt:

    1) Zugang zur Überbrückungshilfe erleichtern:

    Wenn sollte im Falle eines Soloselbstständigen als Nachweis einfach auch ein Steuerbescheid aus dem Vorjahr reichen, wenn man nicht noch eine externe Person mit Kosten beauftragen möchte.

    2) Bezugszeitraum weniger willkürlich gestalten:
    Hier ist der Vorschlag einen Durchschnittlichen Umsatz oder „Verdienst“ aus 2019 zu nehmen gut denkbar. Das berücksichtig auch saisonale Schwankungen.

    3) Regelung mindestens in Bezug auf Soloselbstständige nicht nach Branchen- sondern nach betriebswirtschaftlichen Kennzahlen ausrichten:

    Grundsätzlich sollte das für alle in Deutschland Betroffenen gelten (also dern Betrieb geschlossen wird, oder deren Ausübung des Berufs nicht möglich ist, wegen Schliessungen der entsprechenden Einrichtungen) Branche egal.

    4) Gefahr eines Windhundrennens um 10 Milliarden Euro verhindern: bei Soloselbständigen kann man Umsatz als „Verdienst“ sehen. Wenn man annimmt, dass dies zu viel wird, dann kann man die durchschnittlichen Fixkosten der Lebenshaltung (Miete, Versicherungen, etc.) ansetzen.

    5) Den betroffenen Soloselbstständigen mehr Planungssicherheit geben und Transformation ermöglichen
    Unternehmerlohn ist grundsätzlich eine gute Idee, wie man in den Bundesländern sieht, die es bereits machen. Hier wird die Durchsetzung seitens der Politik geblockt werden, das zeigen die neuerlichen Diskussionen.

    Antworten
  72. Peter schreibt:

    Für mich ist Punkt 1 am kritischsten.

    Als Solo-Selbständiger, der seine Buchhaltung & Steuer-Erklärung immer selbst gemacht hat, ist es eine ziemliche Hürde, dass die Novemberhilfe nur über einen Steuerberater beantragt werden kann.

    Ich habe bei mir in der Gegend mal nachgefragt und die meisten Steuerberater lehnten es ab, für „Nicht-Kunden“ einen Antrag zu stellen. Die wenigen, die das machen wollten, verlangten horrende Summen dafür.

    Für mich ist der Weg zur Überbrückungs- / Novemberhilfe hier also bereits versperrt.

    Also mein Vorschlag: Macht das über das Finanzamt, die sowieso schon meine Daten über die Steuererklärung 2019 haben.
    Oder bietet einen günstigen Internetservice (egal ob staatlich oder privatwirtschaftlich), worüber der Antrag online von Fachkräften überprüft und eingereicht wird.

    Antworten
  73. Mark schreibt:

    Ergänzung: Natürlich sind Wirtschaftshilfen nur für den neuen Lockdown im November auch ein Hohn!

    Was ist mit den Monaten davor – seit dem 1. Lockdown? Bei mir ist das Einkommen seitdem zu fast 100 % eingebrochen. Ich lebe wie viele seit März von Ersparnissen/Rücklagen. Bisher bin ich anbsolut leer ausgegangen (kein Hartz 4-Anspruch wegen Bedarfsgemeinschaft, keine 9.00 EUR, weil nur für Betriebskosten, kein Anspruch auf Überbrückungshilfen usw.). Ein Trauerspiel!

    Es muss also unbedingt auch RÜCKWIRKEND eine unbürokratische und faire Entschädigung her!

    Antworten
  74. Mark schreibt:

    Ergänzung: Natürlich sind Wirtschaftshilfen nur für den neuen Lockdown im November auch ein Hohn!

    Was ist mit den Monaten davor – seit dem 1. Lockdown? Bei mir ist das Einkommen seitdem zu fast 100 % eingebrochen. Ich lebe wie viele seit März von Ersparnissen/Rücklagen. Bisher bin ich anbsolut leer ausgegangen (kein Hartz 4-Anspruch wegen Bedarfsgemeinschaft, keine 9.000 EUR, weil nur für Betriebskosten, kein Anspruch auf Überbrückungshilfen usw.). Ein Trauerspiel!

    Es muss also unbedingt auch RÜCKWIRKEND eine unbürokratische und faire Entschädigung her!

    Antworten
  75. Marc Schuirmann schreibt:

    1d) gerade Solo-Selbständige machen ihre Buchhaltung und Steuerberatung selber. Sie haben weder einen Buchhalter, noch einen Steuerberater.
    Da ja eh gedacht ist, den Soloselbständigen die Wahl zu lassen, den Durchschnittsumsatz des ganzen Jahres 2019 zu ermitteln statt nur den Monat November… wäre es nicht sinnvoll wenn einfach die Finanzämter im System nachsehen und mit dem Antrag abgleichen? Die kennen doch eh die Umsatzsteuererklärung und die meisten Soloselbständigen haben sicher schon die Einkommensteuererklärung für 2019 abgegeben.
    Bei der Soforthilfe wurden in NRW auch die Steuernummern und die Kontoverbindungen von den Finanzämtern abgeglichen, um Missbrauch zu verhindern (NACHDEM die ersten Betrugsfälle aufkamen).

    2a) korrekt, es gibt tausende Gründe, warum man gerade im November unter oder über dem Durchschnitt liegen kann. Stichworte: Urlaub, Krankheit, Saison, Projekte, Elternzeit, Pflege Angehörige.
    2b) Den Durchschnitt des ganzen Jahres zu nehmen macht mehr Sinn, hätte auch schon bei der Überbrückungshilfe Sinn gemacht, da war ja das gleiche Problem.
    2c) Vergleich GBR, da passt auch wieder das Argument oben, die Finanzämter einen Abgleich mit dem Antrag durchführen zu lassen.

    3d) Das wird ein CHAOS geben und jede Menge Neiddebatten, wenn das Wirtschaftsministerium eine Positiv-Liste erstellt. Die haben ja nicht mal im Ansatz einen Überblick, wie kleinteilig alles miteinander verzahnt ist, gerade bei Solo-Selbständigen.
    Im Endeffekt läuft es nachher auf Einzelfallentscheidungen hinaus, in denen jeder Fall auf Plausibilität geprüft werden muss, ob der Umsatzausfall tatsächlich mit dem Lockdown in Verbindung steht. Schon haben wir das nächste Bürokratiemonster.
    Z.B. eine Wäscherei hat 90% Aufträge von lokalen Hotels, die nächste Wäscherei vielleicht nur 10%.

    4b) Stimme zu. Viele von uns Solo-Selbständigen haben keine nennenswerten Betriebskosten, da wir lediglich unser Fachwissen und unsere eigene Arbeitsleistung „verkaufen“.
    4d) Scholz hat ja gesagt, er habe noch jede Menge „Munition“. Von den bisher 50 Mrd. EUR Soforthilfen und 25 Mrd. EUR Überbrückungshilfen sind bis heute ja gerade mal 13,8 Mrd. Soforthilfe und 1,2 – 1,8 Mrd. (sehe immer unterschiedliche Zahlen dazu) Überbrückungshilfe aufgewendet worden.

    5a) Für die komplette Veranstaltungswirtschaft hat sich durch den neuen Lockdown gar nichts geändert, da sie schon seit März im Lockdown stecken. Die haben auch nichts davon, wenn der Lockdown im Dezember wieder aufgehoben wird, da sie noch Monate hinaus keinen Umsatz erwirtschaften können.
    5b) Bei uns in der Facebook-Gruppe IG NRW-Soforthilfe sind 3500 Selbständige aus NRW versammelt, das Misstrauen ist gewaltig, viele befürchten diese November-Not-Hilfe später auch wieder zurück zahlen zu müssen. Viele fürchten, die Bedingungen werden wieder nachträglich verschlechtert oder würden eher in Insolvenz gehen, als noch mal so einen Nervenkrieg wie mit der Soforthilfe zu beginnen. Die Nerven liegen blank.
    Es fetzen sich sogar die Friseure mit den Nagelstudios, Fußpflegern etc. weil die einen in Lockdown gehen, während die Friseure geöffnet haben dürfen. Diese undurchdachte Willkür führt zu noch mehr Misstrauen.
    5c/e) Das würde zumindest viele Selbständige aus der Hartz IV Falle herausholen.
    Man gibt als Einzelunternehmer ja seine komplette unternehmerische Freiheit auf, wenn man vom Jobcenter abhängig ist. Dieser Unternehmerlohn sollte dann aber auch rückwirkend kommen, gerne auch mit den schon erhaltenen Soforthilfen abgerechnet werden.
    5d) Wir Solo-Selbständigen warten seit März auf eine vernünftige Lösung zur Deckung unserer privaten Lebenshaltungskosten, mit einem Zuschuss zur Unternehmereigenleistung (oder „fiktiver Unternehmerlohn“) wären denke ich die meisten eher zufrieden, als die Erniedrigung zum Jobcenter geschickt zu werden.
    5f) Nicht nur das, mit ALG-2 kann kein Selbständiger seine private Altervorsorge und Krankenversicherung weiter finanzieren, denn es gibt im Gegensatz zu den Beschäftigten in Kurzarbeit keinerlei Möglichkeit zum „Aufstocken“. Alles über 100 EUR wird abgerechnet mit dem Regelsatz. Bei Investitionen muss eine Genehmigung des Jobcenters vorher eingeholt werden, was die unternehmerische Freiheit komplett einschränkt.
    Hartz IV reicht gerade so zum Überleben, aber verhindert gleichzeitig, dass man sich selber aus der Hilfsbedürftigkeit heraus arbeiten kann mit seinem Unternehmen.
    ALG-2 sollte für jene offen bleiben, die auch mit dem „Unternehmerlohn“ nicht ausreichend versorgt sind, z.B. bei hohen Mieten in Großstädten. Dann sollte wenigstens die Miete übernommen werden, ohne Anrechnung des „Unternehmerlohns“.

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    1. Tessa schreibt:

      Hallo Marc, zu Deinem Kommentar, „Erniedrigung zum Jobcenter geschickt zu werden“ und dass man seine unternehmer. Freiheit (auch die persönliche ist laut Grundgesetz garantiert, ebenso wie die freie Berufswahl u. a. m.) aufgeben müsse, sich nicht mehr selbst herausarbeiten könne – ich stimme dem zu und bin hier so aktiv, damit wir diese Gesetze und Regelungen (H4 basiert ganz wesentlich auf der breiten „Ermächtigung“ der Verwaltung mit weitgehendem „Ermessen“) gemeinsam infrage stellen. Für uns selbst, aber auch für alle anderen, die darin gefangen sind.
      Wir haben gesehen, wie die Gerichte aktuell eine Verwaltungsanordnung (Ermächtigung + Ermessen) nach der anderen revidiert haben, da diese gegen das Grundgesetz (Schrankenregelungen ) verstoßen. M. E. ist es bei der Hartz-4-Willkür ebenso.
      Diverse Studien der BA selbst haben belegt, dass H4 nicht geeignet ist, Menschen aus der „Hilfebedürftigkeit“ und nachhaltig in den „Arbeitsmarkt“ zu bringen.
      Einschränkungen der Grundrechte (z. B. Freiheit) und resultierende Maßnahmen sind aber, wie auch die „Corona-Verordnungen“, sehr eng und nur zielgerichtet, begründet, notwendig, angemessen, zeitlich begrenzt, transparent, auf verlässlichen überprüfbaren Daten fußend etc. überhaupt zulässig.
      Das waren schon – siehe die „gekippten“ Coronaanordnungen – die aktuellen Verfügungen nicht.
      Befreien wir uns von unfairen Gesetzen und nutzen wir die Gunst der Stunde, um auf die parlamentarische Revision und Ausarbeitung fairer neuer Gesetze zu bestehen!
      Jammern allein hilft nicht weiter. Aber die Diskussion hier ist doch ein guter Schritt.

      Antworten
  76. Marc Jacquemin schreibt:

    Man wird das Gefühl nicht los, dass es mit jeder neu verkündeten „Wirtschaftshilfe“ immer schlimmer wird. Wie soviele andere hielt ich als Bezugszeitraum November 2019 als schlechten Scherz. Nein, die meinen das Ernst. Wieder soll also die Veranstaltungsbranche von Hilfen ausgeschlossen werden. Welche großen Events oder Messen finden im November statt? Welche großen Open-Air Konzerte oder Festivals? Wenn dann gibt es sicherlich nochmals zahlreiche Events in der Vorweihnachtszeit, aber nicht im November. Der Bezugszeitraum sollte sich meiner Meinung nach aus den letzten 3 oder 5 Jahren errechnen. Umsatz der letzten 3 Jahre durch 36 Monate teilen und schon hat man einen wesentlich aussagekräftigeren Durchschnittsmonat. Es könnte doch so einfach sein: Auszahlung eines Unternehmerlohns durch die Finanzämter. So ist dies nur wieder ein großes Geschäft für die Steuerberater*innen. Die Öffentlichkeit glaubt natürlich angesichts der vielen Hilfspakete, dass uns Selbstständigen das Geld nur so hinterher geworfen wird. Viel bekommen nicht mit, dass die Gelder gar nicht abgerufen werden können. Ich denke, man wird den Druck noch weiter erhöhen müssen, auch dass rückwirkend für einige Monate in 2019 noch Hilfen gewährt werden. #AlarmstufeRot hat diese Forderung auf Ihrer Demo am Mittwoch wiederholt. Es gibt ein sehr gutes Statement des Musikers Till Brönner, welches gerade fleißig online geteilt wird: https://youtu.be/eyzst65GIS8.
    Ebenfalls lesenswert der offene Brief zahlreicher Prominenter Künstler*innen an die Bundesregierung:
    https://www.nrwz.de/rottweil/del-core-kebekus-maffay-co-offener-brief-mit-forderungen-an-die-politik/290982

    Liebes VGSD Team, vielen Dank für Euren unermüdlichen Einsatz!

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  77. Hubert Bauer schreibt:

    Vielen Dank für die detaillierte Auseinandersetzung mit dem neuen Hilfsprogramm. Ich habe Eure Ausarbeitung und die Kommentare gelesen, alles sehr klug und sehr engagiert. Vor dem Hintergrund der verschiedenen Selbstbeweihräucherungen von BMF und BMWI („Wir lassen niemanden alleine“, „..mit WUMMS“, etc.) und in Kenntnis des Erfolgs der verschiedenen diesjährigen Programme kann man nur zu der Überzeugung kommen, dass der vorliegende Entwurf ein vollständiger Rohrkrepierer wird. Überbürokratisiert, unterfinanziert und schwerfällig. Das wird niemanden retten und keinen einzigen Arbeitsplatz sichern. Meiner Ansicht nach sollten die betroffenen Unternehmer mit Ihren Angestellten sprechen und sofort alle zum Arbeitsamt schicken! Das ist dann mal ein Statement.
    Zu Euren Verbesserungsvorschlägen möchte ich bemerken, dass Ihr Euch leider nah am Programmentwurf orientiert und nicht an den realen Notwendigkeiten. Der Entwurf an sich ist Mist, die Gestaltung wird durch kosmetische Retuschen nicht besser.
    Zu den Punkten: 1. Der Antrag sollte analog zum Soforthilfeprogramm I frei von jedem Antragsteller selbständig ausfüllbar und einreichbar sein. Die steuerlichen Informationen werden ja mit erhoben, die Sanktionskeule ist enthalten, es spricht nichts dagegen, die Prüfung den zuständigen Finanzämtern zu überlassen. Mit Prüfvermerk geht es dann zur Bewilligungsbehörde.
    2. Die Höhe der Unterstützung sollte sich am Durchschnitt zweier Geschäftsjahre orientieren, wer keine vollständigen Zeiträume belegen kann, gibt eben das an, was vorhanden ist. Es gibt immer Zahlen.
    3. Das Programm sollte für alle, die mindestens zum Stichtag des ersten Soforthilfeprogramms selbstständig waren, zugänglich sein. Die Kriterien des ersten Programms waren sehr vernünftig, ebenso die nachgelagerte Abrechnung der Bedarfe mit Rückzahlungsverpflichtung. Das Rad hätte man nun wirklich nicht neu erfinden müssen.
    4. Bazooka und Wumms sehen anders aus. Wer so rumprotzt, das Geld keine Rolle spielen muss, muss sich auch an seinen Worten messen lassen. Angesichts der Summen, mit denen die Bundesregierung im Frühjahr jongliert hat, ist die Programmausstattung ein Witz. 50 – 100 Mrd. EUR wären richtiger.
    5. Das Programm sollte zeitlich nicht begrenzt sein, die Pandemie kennt kein Enddatum. Tatsächlich wäre es sinnvoller, das die Unterstützung über einen großzügigen Förderzeitraum (wie KUG 24 Monate) geährt wird, mit der monatlichen Anforderung der Förderbeträge und periodischer Prüfung der Notwendigkeit. Für langjährig Soloselbstständige sollte ein angemessener Unternehmerlohn auf Basis des langjährigen Einkommensdurchschnitts (anhand der Steuereklärungen) gewährt werden. Beide Hilfsmaßnahmen mit einer (großzügigen) Bemessungsgrenze.
    Alle Fördermittel sind progressionsrelevant und werden nach Ende des Ausnahmezeitraums über die Steuer wieder eingesammelt.
    Wenn man das gut macht, hält man die betroffenen Betriebe lebendig und bekommt das Geld über sprudelnde Steuereinnahmen wieder zurück.

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    1. Tessa schreibt:

      Hallo Hubert, danke dafür! Ich möchte das weitgehend unterstützen und hinzufügen:

      1) Zugang zur Überbrückungshilfe erleichtern

      e) Es sollte generell über die FA laufen, denen liegen alle Zahlen (Plausibilität) vor, Abschluss-Prüfung mit Steuerbescheid.

      f) Nur „Sonderfälle“, zu denen dem FA noch keine/wenig Daten vorliegen, erhalten Beihilfe zur Prüfung durch Sachverständigen – z. B. sehr junge Unternehmen oder bei Umständen, die die Zahlen verzerren würden (2019: Sabbatical, Eltern-/Pflegezeit, Krankheit o.ä.), Normalvorgang: übers FA.
      2) Bezugszeitraum weniger willkürlich gestalten

      -> GAR NICHT willkürlich gestalten! Gesetzl. verankertes Willkürverbot und Gleichbehandlungsgebot!

      a) Beispiel: Ich rechne regelmäßig für den Vor-Monat ab bzw. nachträglich für Projekte. Es wäre gänzlich verzerrend, selbst auf Re-Datum abzustellen. Es muss ein Durchschnittswert sein, bspw. letzte 3-5 Steuerbescheid-Daten.

      3) Regelung mindestens in Bezug auf Soloselbstständige nicht nach Branchen- sondern nach betriebswirtschaftlichen Kennzahlen ausrichten

      Statt dass Millionenbeträge der Steuergelder in immer neue komplexe und komplizierte Antragsvarianten und -prüfungen gesteckt werden, sollte

      – jeder*m Selbständigen ein BASIS-Unternehmerlohn pro Monat GENERELL ohne Antrag überwiesen werden, z. B. i. H. der Pfändungsfreigrenze (1.180€/Mon.), mit Antrag wird dieser bis zur durchschnittlichen Entnahme der letzten 3-5 Jahre angepasst, zusätzlich die Sozialkosten in voller Höhe erstattet (vgl. Unternehmer-Unterstützung durch 100%-Sozialkosten-Übernahme durch Agentur für Arbeit bei Kurzarbeit)

      – es muss selbstverständlich auf (mehrjährige)BWA abgestellt werden, ist sonst willkürlich (verfassungswidrig, vgl. Urteile zu „Beherbergungsverbot“ usw.)

      – Ausfälle sind (als Folgekosten) in tatsächlicher Höhe zu kompensieren – die Aussetzung/Einstellung des Wirtschaftskreislaufs basierte auf den Vorsorge-Mängeln der verantwortlichen polit. Mandatsträger (höchst unzureichende Seuchen-/Katastrophen/Pandemie-Vorsorge trotz gesetzl. Verpflichtung dazu)

      4) Gefahr eines Windhundrennens um 10 Milliarden Euro verhindern

      – Ausfälle sind (als Folgekosten) in tatsächlicher Höhe zu kompensieren – die Aussetzung/Einstellung des Wirtschaftskreislaufs basierte auf den Vorsorge-Mängeln der verantwortlichen polit. Mandatsträger (höchst unzureichende Seuchen-/Katastrophen/Pandemie-Vorsorge trotz gesetzl. Verpflichtung dazu)

      – Gleichbehandlungsgrundsatz des GG, Verbot von Wettbewerbsverzerrung u. a. m. – bitte lasst Euch nicht auf das Klein-Klein der Argumentation ein, bezieht Euch bitte auf die Grundrechte der Menschen, Bürg:erinnen und Unternehm:erinnen.

      5) Den betroffenen Soloselbstständigen mehr Planungssicherheit geben und Transformation ermöglichen

      … und zwar durch Einführung eines fiktiven Unternehmerlohns

      Bundesverfassungsgericht-Urteil vom 09. Februar 2010 – 1 BvL 1/09, 3/09, 4/09
      https://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/2010/02/ls20100209_1bvl000109.html

      Leitsätze

      1. Das Grundrecht auf Gewährleistung eines menschenwürdigen Existenzminimums aus Art. 1 Abs. 1 GG in Verbindung mit dem Sozialstaatsprinzip des Art. 20 Abs. 1 GG sichert jedem Hilfebedürftigen diejenigen materiellen Voraussetzungen zu, die für seine physische Existenz und für ein Mindestmaß an Teilhabe am gesellschaftlichen, kulturellen und politischen Leben unerlässlich sind.
      2. Dieses Grundrecht aus Art. 1 Abs. 1 GG hat als Gewährleistungsrecht in seiner Verbindung mit Art. 20 Abs. 1 GG neben dem absolut wirkenden Anspruch aus Art. 1 Abs. 1 GG auf Achtung der Würde jedes Einzelnen eigenständige Bedeutung. Es ist dem Grunde nach unverfügbar und muss eingelöst werden, bedarf aber der Konkretisierung und stetigen Aktualisierung durch den Gesetzgeber, der die zu erbringenden Leistungen an dem jeweiligen Entwicklungsstand des Gemeinwesens und den bestehenden Lebensbedingungen auszurichten hat. Dabei steht ihm ein Gestaltungsspielraum zu.

      Eure Argumenation geht davon aus, dass Ihr das bisherige Verfahren (GAR KEIN Unternehm:erinnenlohn) billigt und mittragt. Das ist fatal.

      Noch einmal: Die polit. Mandatsträger haben hinsichtl. der gesetzl. Pflicht zur Pandemie-/Seuche-Katastrophen-Vorsorge versagt, es gab kaum Vorsorge, wissentlich (vgl. RKI-Pandemieplan v. 2012). Die meisten „Einschränkungen“/Verordnungen basierten auf dieser ungenügenden/kaum vorhandenen Vorsorge.

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  78. Eva Ihnenfeldt schreibt:

    Ich wünsche mir, dass die Überprüfung und eventuelle Rückzahlung der verschiedenen Unterstützungsprogramme erfolgt, wenn die Einkommenssteuererklärung 2020 dem Finanzamt vorliegt und mit 2019 verglichen werden kann. Anhand des Umsatzrückgangs kann errechnet werden, wieviel der/die Soloselbstständige bzw. Kleinstunternehmer/In für sich und seine/ihre Familie brauchte, um durch die Zeit zu kommen. Was zu viel gezahlt wurde, wird dann vom Finanzamt zurückgefordert. Das ist das Einfachste – und es ist fair.

    Antworten
  79. Uta Schmitz-Esser schreibt:

    Kommt für mich so nicht in Frage. Ich habe, wie ich schon einmal erwähnte 2019 ehrenamtliche Betreuung einer Verwandten geleistet , im Glauben, ich könne die Verluste in 2020 wieder einspielen. Soziales Denken wird bestraft. Ich habe für 19 kaum Umsatz zu bieten. Anfang 20 lief es dann gut, bis März. Ich würde die Umsätze für Januar Februar 20 bevorzugen. Die wären realistisch.
    Zudem gehöre ich zu den „Anhängigen Branchen“ Mir wird nicht verboten zu arbeiten, wohl aber meinen Kunden.
    Mein STB macht diese Anträge nicht. Buchhalter habe ich keinen. Wozu auch bei Soloselbstständigkeit. Wo sollte ich jetzt einen Buchhalter auftreiben, der mich dann gar nicht kennt oder einen neuen Steuerberater???? Alles Mist so, werde ich überhaupt nichts bekommen.

    Antworten
  80. Tessa schreibt:

    Ich möchte anregen, dass der VGSD auf die Bürgerrechte zurückgreift, auch in der Argumentation.

    Konkret: https://fragdenstaat.de/ nutzen und Anfragen stellen: zu Rechtmäßigkeit, Verhältnismäßigkeit, Notwendigkeit, Datengrundlage, Zweckmäßigkeit der Verordnungen zur Beschränkung der beruflichen Tätigkeiten (= Schranken-Regelungen des Grundgesetzes (GG)).

    Der VGSD hat vielleicht nicht die finanziellen Mittel für entsprechende Anwälte, aber sicher die Vernetzung, sodass eine geeignete Kanzlei (oder mehrere) pro bono formulieren helfen.

    Die meisten Urteile, in denen solche Verfügungen „gekippt“ wurden (z. B. Beherbergungsverbot), sind mit Verstößen gegen die Schrankenregelungen des GG begründet worden! Ich sehe hier also gute Chancen für die Selbständigen.

    Min. Scholz formulierte die aktuelle Überbrückungshilfe übrigens als ENTSCHÄDIGUNG für Umsatzausfälle/-einschränkungen. -> Was ist mit den Monaten ab März 2020? Das könnte ggf. nachträglich eingefordert werden, mit Hilfe einer Kanzlei, im Zusammenstehen der Selbständigen.

    Auch „Kleine Anfragen“ über das Parlament (könnte bei den Parteien angeregt werden) sind eine Möglichkeit. Dann muss bspw. der wissenschaftl. Dienst des Bundestages eine fundierte Antwort ausarbeiten. Damit kämen wir dann weiter.

    Antworten
    1. Tessa schreibt:

      Nachtrag:

      M. E. sollte geprüft werden (fragdenstaat.de nutzen und „Kleine Anfragen“ im Parlament über Parteien anregen), inwieweit die polit. Verantwortlichen ihrer Pflicht zum Bevölkerungsschutz, zu Daseinsvorsorge, Seuchen. u. Katastrophenschutz – nicht – nachgekommen sind. Der Pandemieplan des RKI von 2012 spielt das zu erwartende (!) Szenario eines Sars-x-Virus durch. Wurde entsprechend vorgesorgt (bspw. Atemschutzmasken für die Bevölkerung, sodass das wirtschaftliche Leben hätte weiterlaufen können, med. Schutzkleidung + Fachpersonal)? Nein.
      Mit diesem Mangel wurden (Frühjahr) und wird (Herbst) zum Großteil auch die berufseinschränkenden Maßnahmen begründet.
      -> Sollen die Selbständigen den Preis dafür zahlen?
      Zdf zoom zeigt auch eine aktuelle Zustandsbeschreibung zum Zustand des Katastrophenschutzes.

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  81. Stefan Rambow schreibt:

    was „rückwirkend“ bedeuten soll (welcher Zeitraum) muss geklärt werden.

    und nicht nur wie sich Hartz4, (viele haben ja wg Bedarfsgemeinschaft kein Hartz4 Anspruch)

    sondern auch ALG1 dazu verhält (soll das verrechnet werden? erhhält man seinen ALG1 Anspruch zurück bei rückwirkender Entschädigung)

    warum sind freie Journalisten nicht einbezogen

    und dieses gigantische geschenk an die zunft der steuerberater muß weg, die finanzämter haben doch idR alle Daten

    Antworten
  82. Dachverband freier Würzburger Kulturträger Antje Molz schreibt:

    Definition Soloselbständig: es gibt etliche Multijobber v.a. in den 154 Gewerken der Veranstaltungsbranche und im Kreativbereich mit unvorstellbar vielfältigen Lebensentwürfen und Kombinationen aus bis zu 5 verschiedenen Einkünften aus Selbständigkeit, Gewerbe, Ehrenamt, Vermietung, Midijob, etc.
    Gerade in der Kultur gibt es häufig die Kombination irgendein Teilzeitjob mit Sozialversicherung und hauptberuflicher umsatzarmer kreativer Selbständigkeit. Diese fallen bei der Definition der Soloselbständigkeit wie bei Überbrückungshilfen raus: 51% Einkünfte aus einer vorgegebenen Tätigkeit werden formal wesentlich seltener erfüllt als inhaltlich.
    Aus diesem Grund ist eine Abgrenzung der Berechtigten nur sehr schwer möglich. Unser Vorschlag: wer als Selbstauskunft seine betroffen Tätigkeit(en) als Haupttätigkeit(en) definiert, erhält Unternehmerlohn. Immer noch billiger als Grundsicherung und die Folgekosten von Arbeitslosigkeit über Wiedereingliederung bis Altersarmut.
    Wichtig ist, dass die Formulare auch für Multijobber eindeutig ausfüllbar sind und Ehrenamt auch berücksichtigt wird.

    Unabhängig davon: Freibetrag der Grundsicherung auf 1.000€ anheben bis Dez 2021.

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  83. silke schreibt:

    Vielen Dank für Eure wertvolle Arbeit!
    Ich gehöre zur Kategorie unter 3c) Dolmetscher auf Messen, falle aber wohl hier wieder aus dem Raster, da ich von keiner angeordneten Schließung meiner Betriebsstätte betroffen bin, jedoch infolge der Messeabsagen seit Februar keine Umsätze habe und diese Situation sich Stand heute auf jeden Fall noch bis Ende März 2021 hinziehen wird, vielleicht sogar noch länger. Das bedeutet für mich dann mehr als 1 Jahr keine Einnahmen.

    Die einzelnen Hilfen sind hingegen ein Tropfen auf den heißen Stein und wie bereits von anderen angesprochen, ist ganz wichtig:
    – sie dürfen sich nicht gegenseitig ausschließen bzw. sollte man es zumindest vorher wissen, um abzuwägen, mit welcher Hilfe man besser beraten ist
    – der Antrag über den Steuerberater führt zu unnötigen Kosten und Verzögerungen (meiner hat mich von Juli bis Ende Sept. mit seiner Entscheidung hingehalten, ob er Lust hat, den Antrag zu stellen und mir dann noch die Stunden abgerechnet, die er für das Einlesen ins Thema gebraucht hat), jeder Unternehmer sollte selbst die Möglichkeit haben, den Antrag zu stellen und dann bei der Steuererklärung durch das Finanzamt prüfen zu lassen, ob evtl. eine Überzahlung vorliegt
    – die Betrachtung spezifischer Monate hinsichtlich der Bezugsgrößen wie Umsatz oder Fixkosten ist in vielen Bereichen der Selbsständigkeit überhaupt nicht realistisch, da weder Umsätze noch Fixkosten regelmäßig sind, eine wirkliche Hilfe sollte mindestens auf dem 1/12 Prinzip (Vorjahr) basieren, das wäre fair für alle Betroffenen

    Antworten
    1. Tessa schreibt:

      Hallo Silke,

      danke für Deinen Beitrag.
      Ich wundere mich immer wieder, dass so wenige Menschen sich auf ihre Grundrechte beziehen, stattdessen in die Argumentationen einsteigen (vgl. Abschmettern von Erstattungsanträgen „nach IfSG“, weil dort ausschließlich eine behördl. Anordnung gelten soll – wer von „Allgemeinschließung“ betroffen ist, solle leer ausgehen/keinen Anspruch haben).
      Stellen wir doch diese Gesetze als unzureichend infrage, fordern grundgesetzkonforme gesetze ein bzw. berufen wir uns gleich auf unsere Grundrechte (GG/EU, z. B auf das Recht auf eine gute Verwaltung, auf den Gleichbehandlungsgrundsatz etc.).

      Hier konkret möchte ich Dir einen Auszug aus den Antrags-FAQ posten – vielleicht passt der Steuerberater seine Rechnung an, wenn Du ihn dazu aufforderst, denn er soll/muss ja den für Dich besten Weg finden:

      „Sofern der beantragte Betrag der Überbrückungshilfe nicht höher als 15.000 Euro für drei Monate ist, kann der Steuerberater, Wirtschaftsprüfer oder vereidigte Buchprüfer die Plausibilitätsprüfung der Umsatzabschätzung auf die Prüfung offensichtlicher Widersprüche oder Falschangaben beschränken.“

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  84. Stephan Eckert schreibt:

    2a. Bei E/Ü-Rechnung (haben wohl die meisten Solo-Selbständigen kommt es nicht nur auf den Zeitpunkt der Rechnungsstellung an, sondern nur auf den Zeitpunkt des Zahlungseingangs, welchen ich als Rechnungssteller ja nicht wirklich beeinflussen kann.
    5c). Der fiktive Unternehmerlohn sollte dann aber auch bundeseinheitlich (sowohl in der Höhe wie auch die Bezugszeitpunkte) geregelt sein. Da ja die Soforthilfen und die Überbrückungshilfen nur einen Teil der betrieblichen Kosten decken (sollen), sollte der fiktive Unternehmerlohn (der ja einen Teil der „privaten“ Ausgaben abdecken soll) ebenfalls ab dem Zeitpunkt der (ersten) Soforthilfe (rückwirkend) ausgezahlt werden.

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  85. Alex schreibt:

    Kennt jemand einen Online-Steuerberater der bereit ist gegen eine Gebühr und einer Kopie des Einkommenssteuerbescheids 2019 den Antrag einzureichen?

    Antworten
    1. Tessa schreibt:

      Hallo Alex,

      vielleicht hilft das ein Stückchen weiter:
      Auszug aus den Antrags-FAQ – vielleicht passt der Steuerberater seine Rechnung an, wenn Du ihn dazu aufforderst, denn er soll/muss ja den für Dich besten Weg finden:

      „Sofern der beantragte Betrag der Überbrückungshilfe nicht höher als 15.000 Euro für drei Monate ist, kann der Steuerberater, Wirtschaftsprüfer oder vereidigte Buchprüfer die Plausibilitätsprüfung der Umsatzabschätzung auf die Prüfung offensichtlicher Widersprüche oder Falschangaben beschränken.“

      Antworten
      1. Alex schreibt:

        Danke Tessa, ich meinte jedoch die Hilfe für den Monat November, d.h. Auszahlung von 75% des 1/12 Jahresumsatzes von 2019.

        Antworten
  86. Unternehmer schreibt:

    Ziel muß in jedem Fall sein, einen dem Kurzarbeitergeld ebenbürtigen Unternehmerlohn zu erwirken. Alles andere wäre ungerecht.

    Denn mittlerweile wird das Kurzarbeitergeld aus Steuermitteln gezahlt, nicht mehr aus den Rücklagen aus den Beiträgen der Angestellten. Und die Steuermittel haben die Unternehmer/(Solo-(Selbstständigten genauso miterwirtschaftet, also ebenfalls einen Anspruch darauf.

    Deshlab sollte man nicht allzuviel auf diese „Novemberhilfe“ geben, sondern gleich Nägel mit Köpfen machen. Die Novemberhilfe kann nur Blaupause für die Monate danach sein, denn das dicke Ende kommt ja erst noch. Corona wird auch im gesamten nächsten Jahr noch genauso präsent sein, dass darf man nicht vergessen, auch wenn die Politik gerne was anderes faselt.

    Antworten
    1. Tessa schreibt:

      Ganz genau!

      Die Verlängerung des Kurzarbeitergeldes ist keine Versicherungsleistung mehr, sondern wird aus Steuermitteln gezahlt. Nicht zu vergessen: Den Unternehm:erinnen werden ZUSÄTZLICH 100% der SOZIALKOSTEN hinzubezahlt.

      Das GG verpflichtet zu Gleichbehandlung und verbietet Wettbewerbsverzerrung.

      Antworten
      1. Hartmut Stöckel schreibt:

        Das kann ich auch nur unterstützen – die Ungleichbehandlung stößt mir schon seit langem auf. Gerade auch in den Sozialversicherungen (Gesundheit, Pflege, Alter, Grundsicherung).
        Hier wundere ich mich schon lange, dass niemand mal das Verfasungsgericht zur bestehenden Gesetzgebung anruft (Artikel 3 GG).

        Antworten
        1. Tessa schreibt:

          Hallo Hartmut,

          wärst Du bereit, zunächst einmal hier nachzuhaken? fragdenstaat.de
          Vielleicht findest Du auch Parteiangehörige, um eine „Kleine Anfrage“ im Parlament starten zu können. Dann muss bspw. der wissenschaftl. Dienst des Bundestages eine fundierte Antwort ausarbeiten. Damit kämen wir dann weiter.

          Und zusammen, z. B. mithilfe des VGSD, könnten wir dann an die Gesetzgebenden herantreten, notfalls (gemeinsam) klagen.

          Und wir sollten auch die anderen benachteiligten Gruppen dabei im Auge haben und mit erwähnen.

          Antworten
  87. Stephanie schreibt:

    Vielen Dank für Eure Arbeit und die Stimme, die Ihr den Soloselbständigen und auch mir damit gebt. In den 5 Punkten sind meine Gedanken im Grunde alle enthalten, besonders wichtig finde ich
    zu 1.) einen Zugang auch ohne die hohen Kosten für einen Steuerberater
    zu 2.) einen Vorjahres-Mittelwert, da es sonst an ein Roulette-Spiel erinnert
    zu 3.) wichtig, denn sicher nicht nur ich bin tätig in Bereichen, die nicht nur einer Branche zuzuordnen sind
    zu 4b) empfinde ich auch als sehr sinnvoll
    zu 5.) wichtig wäre es, dass Selbständige, die bereits Hartz IV erhalten, aber durch die niedrige Zuverdienstgrenze keine Chance haben, weitere essentielle Kosten zu decken, nicht unberücksichtigt blieben oder als bereits „versorgt“ angesehen würden.

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  88. thomas mayfried schreibt:

    hallo zusammen,
    zum thema unternehmerlohn waere vielleicht noch zu ergaenzen, dass sich diese diskussion auch rueckwirkend auf die soforthilfe vom april 2020 beziehen sollte.

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    1. Tessa schreibt:

      Hallo Thomas,

      Min. Scholz formulierte die aktuelle Überbrückungshilfe übrigens als ENTSCHÄDIGUNG für Umsatzausfälle/-einschränkungen. -> Was ist mit den Monaten ab März 2020? Das könnte ggf. nachträglich eingefordert werden, mit Hilfe einer Kanzlei, im Zusammenstehen der Selbständigen.

      Auch „Kleine Anfragen“ über das Parlament (könnte bei den Parteien angeregt werden) sind eine Möglichkeit. Dann muss bspw. der wissenschaftl. Dienst des Bundestages eine fundierte Antwort ausarbeiten. Damit kämen wir dann weiter.

      Antworten
  89. Dr. Markus Blaschka schreibt:

    zu 2.: die m.E. einzig sinnvolle Bezugsgröße ist der Mittelwert der letzten 3 Jahresergebnisse. Die Werte sind bekannt, teilweise veröffentlicht, dem Finanzamt bekannt, ebenso dem Steuerberater. Alles andere ist Kaffeesatzleserei. Umsatz ist sowieso die dümmste Bezugsgröße für Hilfen, weil er nichts über das Ergebnis aussagt.

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    1. Unternehmer schreibt:

      Nein, ist er nicht. Denn man kann auch drei Jahre hintereinander Verluste einfahren – trotz sehr hohen Umsatzes. Amazon hat das ja beispielsweise zur Methode erhoben, nach dem Motto „alles an zukünftigen Einnahmen wird schon im Voraus investiert“. Und – wie man sieht – mit größtem Erfolg.

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      1. Martin schreibt:

        Kosten können ja schon über die bisherigen Programme übernommen werden. Die bisherige Kritik der (Solo)-Selbstständigen war doch, dass viele gar keine (Fix)-Kosten haben und deswegen nichts bekommen. Von daher finde ich als Bezugsgröße den zu versteuernden Gewinn tatsächlich auch besser, als den Umsatz.

        Antworten
  90. Michael Kirklies schreibt:

    2) Bezugszeitraum

    Wie bereits festgestellt wurde, sind unsere Umsätze stark schwankend, abhängig natürlich von Auftragslage, aber vor allem auch von Zeitpunkt von Rechnungsstellung und schließlich Zahlungseingang. Ein Umsatzeinbruch zeigt sich üblicherweise erst mit einiger Verzögerung.

    Deshalb kann auch die Auswahl einzelner Monate zum Beleg eines Umsatzeinbruchs nicht zielführend sein. Es scheint sinnvoller, eine Abfolge sinkender Quartalsumsätze (bspw. 3 Quartale) mit einem letzten Quartalsumsatz unter einem festzulegenden Betrag (Einkommensminimum ?) heranzuziehen. Ab diesem Zeitpunkt sollte Unterstützung gewährt werden, bis zumindest der Quartalsumsatz wieder gestiegen ist.

    1) Zugang

    Jedes Unterschreiten eines Quartalsumsatzes unter den festgelegten Betrag kann keine lange Antragsstellung dulden. Es könnte deshalb sinnvoll sein, die Antragstellung direkt am Finanzamt zu ermöglichen, da hier alle notwendigen Daten vorliegen, z.B. alle Umsatzsteuervoranmeldungen. Ein Zugang zu Unterstützung könnte damit noch relativ unaufwendig und unter klarer Vorgabe der oben genannte Kriterien erfolgen.

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  91. Hartmut Stöckel schreibt:

    1) Zugang zur Überbrückungshilfe erleichtern
    Warum immer wieder so kompliziert? Den besten „Einkommens-“ oder auch „Umsatz-Nachweis“ hat doch das Finanzamt schon längst selbst! Da haftet doch jeder bereits mit seinen Angaben und das Finanzamt kann bei Bedarf auch nachforschen. – Dort könnte auch sehr leicht 1/12 des Jahresumsatzes oder auch 1/12 des Jahreseinkommens des Vorjahres sehr leicht entnommen werden.

    Ist doch klar, dass Steuerberater nur dann tätig werden, wenn man seine Buchhaltung dort machen läßt. Und der Kostenfaktor kommt auch noch dazu. Das ist eine weitere typische „Arbeitsbeschaffungsmaßnahme“ für Steuerberater.

    Wer selbst eine ordentliche Buchhaltung führt – ist sowieso vorgeschrieben – liefert auch eine eBilanz ab oder digitale Einnahme-/Überschußrechnung. Und haftet für die Angaben. gegenüber dem Finanzamt.

    Das muss nicht sein.

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  92. Hartmut Stöckel schreibt:

    zu 4) Gefahr eines Windhundrennens um 10 Milliarden Euro verhindern

    Wäre denn nicht generell ein „entgangener Gewinn“ – also so eine Art „Unternehmerlohn“ – sinnvoller? Da müßte dann allerdings hier oder da geklärt werden, was mit nicht abwendbaren Ausgaben (weiterlaufende Mieten, Verträge etc.) geschehen soll, falls diese nicht, wie ursprünglich mal vorgesehen, gesondert ersetzt werden. Die wären ja in einer Art „Unternehmergewinn“ nicht enthalten, fallen aber eben doch an. – Der Ersatz eines entgangenen Gewinns würde aber wenigstens die laufende Lebenshaltung / Lebensplanung nicht zerstören!
    Nebenbei:
    Die Pandemie zeigt einmal mehr, wie wertvoll jetzt ein „bedingtes Grundeinkommen“ in angemessener, menschenwürdiger Form wäre! Das würde viele Probleme erst gar nicht in dieser Form aufkommen lassen und auch noch wesentlich einfacher handhabbar sein. Und alles über bestehende Daten beim Finanzamt jederzeit, auch nachträglich, prüfbar. Gemäß bestehenden Gesetzen.
    ALG2 dagegen ist allenfalls eine Katastrophe zusätzlich …

    Antworten
  93. Martin schreibt:

    Ich bin erstaunt, welche Branchen / berufe sich hier alle zu Wort melden und nach Geld vom Staat rufen. Berater / Coaches, Übersetzer etc. Für die gibt es doch kein „Tätigkeitsverbot“, nur ggf. für den bisherigen Kundenstamm oder einen Teil davon. Aber kann man von den Kollegen dann nicht erwarten, dass man sich neue Kunden sucht? Das sich die Situation im Herbst wieder verschärfen würde, war ungefähr so überraschend wie die Tatsache, dass viele Leute während der Schulferien Urlaub nehmen. Natürlich ist das schwierig und es der zu verteilende Kuchen ist kleiner als vorher, aber teilweise fehlt mir da das Verständnis. Ebenso, wenn jemand seit 5 (oder sogar 10, 15) Jahren als Coach/Trainer/Berater tätig ist, aber keine Rücklagen hat. Zur Vervollständigung der Information: Ich bin selbst Berater und habe 2020 deutlich weniger Umsatz, sehr konstruiert und indirekt vermutlich auch durch Corona. Aber ich habe auch weniger (private) Ausgaben für Urlaub, Essen gehen, Kultur und alles mögliche andere. Und da ich seit 6 Jahren selbstständig bin habe ich auch Zeit gehabt, mir ein ausreichendes Polster aufzubauen, um die Lücken zu stopfen. Alle die direkt betroffen sind oder aufgrund Knowhow etc. einen so engen Fokus auf die Shut-Down-Branchen/Bereiche haben, haben mein vollstes Verständnis und da sind die Forderungen des VGSD auch berechtigt. Wobei ich nicht verstehe, warum der Umsatz die richtige Größenordnung sein soll und nicht der Gewinn, denn die Fixkosten konnte man ja schon über die bisherigen Programme anmelden.

    Antworten
    1. Hartmut Stöckel schreibt:

      Kleiner Hinweis: Nicht jeder, der hier auf Mißstände hinweist oder Forfderungen unterstütz, fordert selbst Hilfsgelder an – nur damit hier keine Mißverständnisse entstehen.
      Wenn ich selbst Glück habe und von den Corona-Folgen weitgehend verschont geblieben bin, dann macht der Einsatz für Andere, die so massiv betroffen sind, trotzdem Sinn.
      Mir selbst geht es auch um die Feststellung, dass unser „Sozialsystem“ alles andere als wirklich sozial ist. Und gerade Selbstständige eine Menge Vernachlässigungen und gesetzliche Nachteile in Kauf nehmen müssen. M. E. ein Fehler in der Politik seit mindestens 20 Jahren, eher mehr.
      Genau das bemerkt man in dieser Zeit ganz besonders – wie vieles, was durch Corona Covid-19 nur besser sichtbar wird.
      Egal welche Branche – der Einkommnesverlust, soweit dieser Pandemie-bedingt ist – sollte schon allen ausgeglichen werden, insbesondere im Selbstständigenbereich. Bei Konzernen kann man noch davon ausgehen, dass eine geringere „Rendite“ durch „Vermögensrücklagen eher zu verkraften sein dürfte. Aber selbst da würde im Zweifel ein „Bedingtes Grundeinkommen“ auch helfen. Eben „Gleichheit vor dem Gesetz“.

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    2. Andrea K. schreibt:

      Ich würde dich bitten, nicht über Branchen zu urteilen, von denen du ganz offensichtlich keine Ahnung hast, oder gar noch ungebetene, in der Realität nicht umsetzbare Ratschläge zu erteilen.
      Ist ja schön und erfreulich für dich, dass du dich in einer solch komfortablen Lage befindest – leider geht es aber längst nicht allen so, und das ist ganz sicher nicht in jedem Fall selbstverschuldet, oder geschäftliches Unvermögen.
      Was ein solcher Verband wie dieser, der viele Berufgsruppen vereint, definitiv NICHT braucht, sind solche UNSOLIDARISCHEN Mitglieder wie du.

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    3. Heide Seggermann schreibt:

      Wenn ich in meinem Job Steuerberaters Stundensätze nehmen könnte , hätte ich auch längst Rücklagen, schön für sie, wenn sie das in 6 Jahren geschafft haben, das ist aber an der Dienstleisterei im Gesundheitswesen (z.B.) gänzlich vorbei und unrealistisch, oder würden Sie ihrer Frau oder sich selber erlauben für eine medizinische Fusspflege für 100,-€ zu zahlen? Das zahlt Ihnen auf dem Dorf auf gut deutsch “ kein Schwein“ . Schön, wenn es Menschen gibt, die hier differenzieren könnenund sich auch für solche Belange einsetzen.

      Antworten
  94. Ralf schreibt:

    Ich möchte erinnern an den Ansatz des Rechtsanwalts der uns hier ein Musterschreiben an die Hand gab um im Sinne des Infektionsschutzgesetzes Forderung auf Entschädigung zu stellen.
    Ich bin in der Veranstaltungsbranche als Soloselbstständiger tätig und habe dies getan.
    Antrag auf Entschädigung gestellt. Nach mehreren MONATEN !!! erhielt ich die Absage.
    Die 9.000 € Soforthilfe habe ich zwar erhalten, bin jedoch unsicher was ich von diesen, längst aufgebrauchten Mitteln ggf. zurückzahlen muss.
    Die Soforthilfe konnte mir helfen meine private Krankenversicherung weiter zu zahlen, die Raten für meinen Sprinter (Transporter) weiter zu bedienen und die noch laufende Hausfinanzierung zu stemmen. Das alles hätte ich allerdings garnicht damit bedienen dürfen.
    Die Überbrückungshilfen haben mangels anzuerkennender Kosten bei mir nicht gegriffen. ALGII ist nicht nur eine Unverschämtheit sondern bei mir ebenfalls keine Hilfe, weil Erwerbsgemeinschaft.
    Was bisher geschah durch Landesinitiative in einigen Bundesländern die bereits Unternehmerlohn zahlen ist lobenswert allerdings auch WETTBEWERBSVERZERRUNG und allein deshalb aus meiner Sicht solange rechtlich fragwürdig wie diese Begünstigung/ Hilfe nicht allen gleichermaßen zukommt.
    Was die Phrasen der Herren Heil und Altmeier aktuell betrifft ist doch an sich ein Eingeständnis, dass eben eine solche Hilfe von Anbeginn des BERUFSVERBOTS tatsächlich allen zugestanden hätte, die im Interesse der Allgemeinheit mit ihrer unternehmerischen Tätigkeit solange zwangspausieren wie es erforderlich ist. ABER eben dann auch nicht auf eigene Kosten sondern genau auf Kosten der Allgemeinheit. Nur so kann dieses solidarische Prinzip funktionieren.
    Es geht hier nicht um einen Monat November. Es geht um deutlich mehr für all jene die ohne eigenes Verschulden nicht mehr arbeiten dürfen.
    Ich meine genau DAS sollte man den Herren mitteilen wenn sie wirklich helfen wollen.
    Und man sollte diese Herren nur vor die Kameras lassen um mitzuteilen was sie tatsächlich geleistet haben und nicht was sie angeblich zu leisten beabsichtigen.

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  95. Michael Luh schreibt:

    zu 1
    Ich verstehe vollkommen, dass man durch die Vorprüfung durch Steuerberater & Co. Missbrauchsprävention betreiben möchte. Aber, wie in vielen anderen Kommentaren bereits zu lesen, hat das Finanzamt doch alle Werte und kann vergleichen. Und wenn sie unbedingt solch eine Vorprüfung haben möchten, dann sollen die Kosten auch zu 100% vom Staat getragen werden. Als Selbstständiger muss ich meine Zahlen doch soweit kennen, dass ich beurteilen kann, ob ich die Zugangskriterien erfülle oder nicht.

    zu 3
    Die Zugangsbeschränkung für bestimmte Branchen ist doch völliger Unsinn und führt nur zu unnötigen Debatten und Streit. Spätestens bei der ESt für 2020 würde das Finanzamt doch sowieso merken, ob der Umsatz signifikant unter dem der Vorjahre liegt. Im Zweifel kann dann noch immer noch ein detaillierter Nachweis gefordert werden.
    Wer für 2019 keine Vergleichswerte bei Antrag vorlegen kann, der muss doch sowieso noch umfangreicher den Nachweis führen.

    zu 5
    Da das Kurzarbeitergeld nun so lange gezahlt werden kann und die Finanzierung aus Staatsmitteln erfolgt, erwarte ich, ehrlich gesagt als jahrelang ehrlich und pünktlich steuerzahlender Soloselbstständiger vom Staat, dass er nun auch mir hilft.
    Mit 1.500 EUR pro Monat (ich nehme zur Not aber auch die 1.180 EUR) kann ich zumindest meine Lebenshaltung in der Basis zahlen. Klar und logisch, dass ich aus meinen Rücklagen den Rest tragen muss – das entspräche der Aufstockung von Arbeitgebern auf das Kurzarbeitergeld. Aber: seit März finanziere ich meine Lebenshaltung fast ausschließlich aus Rücklagen…und das halte ich auch keine Ewigkeiten mehr durch.

    PS Danke, Danke, Danke, dass ihr euch so einsetzt.

    Antworten
  96. Claus W. Geraets/ Consulting schreibt:

    Es ist korrekt nicht starr auf den November des Vorjahres zu blicken, sondern entweder 1/12 d. Vorjahres oder z. B. 1/36 der letzten drei Jahre zu wählen.

    Antworten
  97. Matthias Held schreibt:

    Hallo,
    ich unterschreibe alle Forderungen und deren Präzisierung.
    Vor allem soll geklärt werden wo die Steuerberater/Buchhalter ihre Honorare herkriegen
    – wie viele können sich das schon leisten?
    Von der Aufwendigkeit und Dauer solcher Verfahren gar nicht zu reden….
    Warum schaltet Herr Olaf nicht jetzt die Finanzämter für diese Zwecke ein?

    Danke!!
    Singcerely,
    Matthias Held

    Antworten
  98. Marian Lamp schreibt:

    2C: Wahlrecht bitte nicht nur für Solounternehmer! Jeder muss die Wahl haben, weil nicht nur bei Solounternehmern der Umsatz schwankt!!

    Antworten
  99. Konstanze schreibt:

    Das Thema des „Unternehmerlohns“ halte ich für am wichtigsten, nicht zuletzt auch, um die 2-Klassen-Behandlung von arbeitenden Menschen in diesem Land zu beenden!

    In 5c muss es wohl „wie in anderen EU Ländern“ üblich, nicht übrig, heißen…. oder? 🙈

    Antworten
  100. Norbert schreibt:

    Zu Punkt 1: Man braucht keinen Steuerberater als Einzelfirma. Deshalb kann beim Antrag auch keiner Pflicht sein. Außerdem kostet der Extra-Geld.
    Auch das Finanzamt akzeptiert das.

    Antworten
  101. Norbert schreibt:

    Punkt 4,5: Der Unterschied zwischen Umsatz, Gewinn der Firma, private Entnahmen zum Leben muss deutlich werden. Die Oberen 10.000 haben keine Ahnung.
    Der Unternehmerlohn sollte das BRUTTO, das dem Pfändungsfreibetrag zugrunde liegt, betragen. Irgendjemand hat z. b. hohe Mieten, das ist persönliches Pech.
    Und dann sind da noch Unterhaltszahlungen an Kinder als gesellschaftliches Reizthema.

    Antworten
  102. Raphaela Horvath schreibt:

    Alle 5 Forderungen sind super gut ausformuliert und da habe ich keine Idee dazu … wenn die Misere weiter andauert finde ich die 5. Forderung wichtig, wenn kein anderes Einkommen in Sicht ist, damit wenigstens die Grundlage abgesichert ist.

    Antworten
    1. Raphaela Horvath schreibt:

      Ich habe noch etwas vergessen: Ich möchte mich bei allen maßgeblich Beteiligten vom VGSD danken für ihren unermüdlichen Einsatz und ich bin so froh, dass ich schon im März diesen Jahres Mitglied werden konnte – viele Fortbildungen, viele Informationen und Mut wenn es eng wurde habe ich dafür bekommen.

      Antworten
  103. Andrea K. schreibt:

    1) Den Soloselbständigen selbst die Antragstellung ermöglichen und das Finanzamt, das über einen Großteil der Daten verfügt, zur Wahrung des 4-Augen-Prinzips mit einbeziehen. So wäre eine deutliche Vereinfachung und Beantragung ohne zusätzliche Kosten für die Antragsteller möglich.

    Ich selbst falle als Soloselbständige zusätzlich unter die Kleinunternehmerregelung (aktuelle Umsatzgrenze 22.000 EUR jährlich!), muss für die Steuererklärung beim Finanzamt lediglich eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung abgeben – und für die Beantragung einer Hilfe soll nun ein Buchhalter beauftragt und bezahlt werden? Das steht in keinem Verhältnis zur Umsatzgrenze und nicht ohne Grund vereinfachtem Verfahren für Kleinunternehmer, die i.d.R. fast alles selbst machen (müssen), da sie schlichtweg nicht über die entsprechenden Mittel verfügen, um andere hierfür zu beauftragen.

    Bitte auch die Situation der Kleinunternehmer in die Forderung mit aufnehmen und analog zur Steuererklärung ein vereinfachtes Verfahren fordern.

    3) Dem stimme ich zu, Hilfe für Soloselbständige aller Branchen, weil sich die Beschränkungen entweder direkt, oder indirekt mit beträchtlichen Auftrags- und Umsatzeinbußen auswirken. Hier darf branchenübergreifend kein Unterschied gemacht werden, denn der enorme Rückgang der Einnahmen, wirkt sich entweder sofort und/oder zeitversetzt auf alle Soloselbständigen aus.

    Ich bin hauptsächlich als Übersetzerin und Dolmetscherin (normalerweise auch auf Messen, wenn sie denn stattfinden würden) tätig. Übersetzen ist ein kreativer Beruf, mir wurde aber vor ca. 2 Jahren die Aufnahme in die Künstlersozialkasse (trotz Widerspruch) verwehrt, da ich im Bereich Übersetzen von Fachtexten (und nicht von literarischen Übersetzungen) tätig bin – eine inakzeptable Ungleichbehandlung innerhalb ein und derselben Berufsgruppe. Die Entscheidungsträger bei der KSK haben offensichtlich ebenso wenig Ahnung von der Lebens- und Arbeitsrealität Soloselbständiger wie die Politiker.

    4 b) Die geschäftlichen Fixkosten von Soloselbständigen sind meist gering, nicht aber die allgemeinen Fixkosten (Miete, Krankenversicherung etc.). Es sollte auch ein Unterschied gemacht werden, wie hoch die unbedingt erforderlichen Lebenshaltungskosten in der Region bzw. im individuellen Fall sind.

    Wer beispielsweise mit einem Partner zusammenwohnt, sich die Miete teilen kann und seine Einnahmen nur zur „Aufbesserung“, nicht aber zur Finanzierung des Lebensunterhalts benötigt, befindet sich in einer deutlich anderen Situation als jemand, der/die alleine lebt und die dadurch durchschnittlich automatisch höheren Lebenshaltungskosten einschließlich Miete komplett selbst erwirtschaften muss. Auch das spricht für die Involvierung des Finanzamts, bspw. mit zusätzlichem Nachweis monatlicher unbedingt erforderlicher Fixkosten und einem entsprechenden Mindest-Unterstützungsbetrag.

    5 f) Bitte zusätzlich die Forderung aufnehmen, dass Hartz IV (wenn man bei sämtlichen sonstigen Hilfen durch das Raster fällt) länger als nur auf 6 Monate begrenzt ausgezahlt wird, auch wenn mehr Vermögen als der „Selbstbehalt“ nach SGB II vorhanden ist. Der Grundfreibetrag beträgt hier 150,00 EUR pro Lebensjahr, das entspricht z.B. bei einem/r 45-Jährigen 6.750,00 EUR. Wie soll man mit einem solchen Betrag, der nicht einmal ein halbes Jahr zur Finanzierung eines bescheidenen Lebensunterhalts in einer Großstadt reicht, denn die Selbständigkeit absichern?

    Mein Vorschlag: Ggf. eine Senkung/Halbierung der tatsächlichen Grenze für Rücklagen/Erspartes für den vereinfachten Bezug von Hartz IV für Soloselbständige auf 40.000 EUR oder 30.000 EUR anregen. Derzeit liegt diese Grenze bei 60.000 EUR, der Bezug von Hartz IV ist allerdings auf 6 Monate begrenzt, danach gibt’s gar nichts mehr – ich spreche aus eigener Erfahrung. Im Gegenzug die mögliche Bezugsdauer deutlich verlängern; die Auswirkungen der Covid-19 Pandemie ziehen sich schließlich seit bereits 8 Monaten hin, und ein Ende ist nicht in Sicht…

    Antworten
  104. Elke Konieczek schreibt:

    Ich finde auch, dass ihr mal wieder ganz Arbeit geleistet habt. Gut durchdacht! Ich gehöre noch einem anderen Berufsverband an, der jetzt das erste mal eine Umfrage bei seinen Mitgliedern gestartet hat, ob es angesichts der Lage nicht auch sinnvoll wäre, einmal mit der Politik zu reden. Ganz ehrlich, da seid ihr ganz weit vorne!! Das muss mal gesagt werden.
    Eure Video-Konferenzen sind in der Regel mit qualifizierten Referenten besetzt, die wirklich Ahnung haben. Ich habe jedenfalls in dem 3/4 Jahr meiner Mitgliedschaft bei euch ne Menge gelernt und mitgenommen. Die Video-Konferenz Gestern zur Überbrückungshilfe II hat mir auch sehr geholfen zu entscheiden, ob ich sie beantrage oder nicht. Alles Gute und bleibt gesund:-)
    Fazit: Gehe mit guten Gewissen mit eueren 5 Forderungen!
    Dass die Realisierung der Versprechungen unserer Politiker Altmaier, Scholz, und co. (nicht kleckern, sondern klotzen mit Wums!) zum größten Teil nicht bei uns Soloselbständigen ankommen – dafür seid Ihr als Verband alles andere als verantwortlich.
    Gleichzeitig kann ich die ironischen Worte so Einzelner hier bei den Kommentaren auch verstehen – die Hürden sind groß, Hilfe für Lebenshaltung und co gibt es immer noch nicht, und letztendlich gehe ich auch diesmal davon aus, dass nur ein geringer Teil der Gelder bei den wirklich „Bedürftigen“ (oh Gott wie das klingt) ankommt.
    Trotzdem Leute, hey, nicht aufgeben! Wenn die Großkopferten spätestens Anfang nächsten Jahres merken, dass Milliarden € im Steuersack fehlen – dann kommen sie vielleicht auf die Idee, dass das genau deshalb der Fall ist, weil die, die jahrelang schön ihre Steuern gezahlt haben entweder pleite sind (hoffentlich nicht) oder einfach keine Steuern zahlen können, weil die Einnahmen verschwindend gering sind oder gegen 0 tendieren.

    Antworten
  105. Maren schreibt:

    Ich finde die Forderungen gut!!!

    In der öffentlichen Diskussion geht immer wieder unter, dass es auch viele Menschen gibt die in Erwachsenenbildung tätig sind oder als Trainer Fitnessstudios und so weiter.

    In der Erwachsenenbildung habe ich ein totalen Einkommensausfall, wenn ich meine Kurse nicht durchführen darf
    UND -das wird sehr oft übersehen – bei den Anmeldung gibt es immer eine lange Vorlaufzeit und während des Lockdowns meldet sich kaum jemand für zukünftige Kurse an… dazu kommt die Abstandsregeln. Im Ergebnis hatte ich im Sommer eine Kursauslastung von weniger als 50% des Vorjahres …

    Bei den hohen Kosten werden Überbrückungsgelder für die Anmietung der Seminarräume die ich nutze benötigt, um mit meiner Arbeit noch Geld verdienen zu können.

    für meinen Steuerberater ist unheimlich schwer einzuschätzen welche konkreten fixen Kosten er bei mir ansetzen darf… er beklagt viel Aufwand und unklare bzw zu enge Regeln.

    Das liegt auch daran, das ich für verschiedene Kurse verschiedene Seminarräume langfristig anmiete und nicht wie ein Restaurant monatlich fixe Mietkosten habe.
    Die Regeln für Überbrückungsgeld sind einfach zu kompliziert.

    Mein Umsatz ist in diesem Jahr auf Kleinstunternehmer Niveau eingebrochen… trotzdem muss ich in diesem und auch im nächsten Jahr Mehrwertsteuer abführen.
    Es wäre sehr hilfreich wenn alle deren Umsatz unter diesem Niveau liegt per sofort von der Umsatzsteuer freigestellt werden für mindestens ein Jahr…

    Antworten
  106. Bernhard Fuchs schreibt:

    Zu 1a-d
    Als freiberuflicher Musiker ist Zugang über Steuerberater oder Buchhalter realitätsfern, es müsste für unsere Gruppe eine Regelung geben, wie sie von NRW Ministerium für Kultur und Wissenschaft für die Vergabe von Stipendien (auf geht’s) erfolgt. Mitglied der Künstlersozialkasse oder eines Berufsverbandes, 2 Referenzen ….
    Die Schwelle ist sonst zu hoch.

    Antworten
  107. Flath Bernhard schreibt:

    Hallo, wir sind selbständige Markthändler. Im November haben wir natürlich immer schon ganz gute vorweihnachtliche Märkte und auch die Weihnachtsmärkte laufen schon an. Diese Umsätze fallen coronabedingt alle weg, selbst abgespeckt gibt es jetzt keine Veranstaltungen. Bitte vergesst die mobilen Händler nicht!

    Antworten
  108. Ulrike Holtzem schreibt:

    Mein Steuerberater hat mir bisher gesagt, dass die Überbrückungshilfe bei mir nicht greift, weil ich kaum Fixkosten habe! Ich werde vorsaussischtlich im November eine Umsatzeinbruch gegenüber November 2019 von 85 % haben. Wird das nun durch die mneuen Regelungen anders? Ich verstehe es noch nicht …

    Antworten
  109. Thomas Grigoleit schreibt:

    Das ist alles sehr lehrreich. Allerdings auch in der Gefahr, gründlich und früh in Details sich zu verstricken. Der Unternehmerlohn vereinfacht doch als Erste Hilfe die Lage für viele Betroffene. Damit schafft man Zeit und Vertrauen für alles weitere, dann wirklich im Detail. Punkt fünf (Unternehmerlohn) wünschte ich mir viel präsenter. Und nach oben als Punkt eins.

    Antworten
  110. Guido Krenz schreibt:

    Als erstes muss verhindert werden das wir teile der ersten Corona Hilfe im März und April zurück zahlen müssen ,Das hängt wie ein Damoklesschwert über die Köpfe der Betroffenen. Als zweites sollten wir die Solidarität der nicht Betroffenen einfordern. Soll heißen das es nicht in Ordnung ist das die meisten Berufszweige überhaupt nicht betroffen sind obwohl hier auch Kontakte bestehen und natürlich auch die Beamten keinerlei Einbußen durch die Situation haben werden.
    Deshalb mein Vorschlag warum wird der ohnehin längst nicht mehr sinnvolle, Soli jetzt nicht umgeschichtet und zwar von Anfang der Pandemie bis Ende der Pandemie um aus diesem Topf ein monatliches Gehalt für die Soloselbständigen zu zahlen. Hierüber könnte der Bundestag schnell und unkompliziert abstimmen. Diese Geld wäre hier im Moment sinnvoller eingesetzt.

    Grüße Guido Krenz

    Antworten
  111. Anne Ueckermann schreibt:

    Eure 5 Punkte sind prima.
    Für mich löst der Unternehmerlohn das Problem am besten, deshalb Lösung Nr. 1.

    Kurze Info zur ALG II oder Harz IV oder Grundsicherung (meint immer das gleiche nach SGB II): Ich habe nachgelesen. Es gibt eine „Weisung“ der BRegierung an die Sachbearbeiter in den LKreisen: Danach wird die Grundsicherung für Solounternehmer höchstens 6 Monate gezahlt, danach erfolgt wieder die Vermögensprüfung, übrigens durch Addierung des Privat- u. Geschäftsvermögens. Nach 6 Monaten Zahlung Grundsicherung sind die Sachbearbeiter angewiesen, nurmehr Darlehn (!!) in Form von Grundsicherung rauszugeben.

    Antworten
  112. Claudia B schreibt:

    Vielen Dank! Ihr macht echt einen tollen Job! Ich danke euch, dass ihr den Durchblick behaltet und euch konsequent für uns einsetzt. Bitte macht weiter so!
    Ich bin Trainerin und Coach. Mittlerweile fallen alle meine Aufträge weg, weil sie abgesagt werden.
    Klar habe ich auf online umgesattelt und kreiere mittlerweile dort auch neue Themen. Nur werden dort auch die Seminare abgesagt. Die politischen Entscheidung und Entwicklungen sind für mich eine Farce. Daher bin ich froh, dass es den VGSD gibt. Go for it! Dankeschön:)

    Antworten
  113. Angela schreibt:

    Zu den Punkten: 1. Der Antrag sollte analog zum Soforthilfeprogramm I frei von jedem Antragsteller selbständig ausfüllbar und einreichbar sein und von den Finanzämter direkt bearbeitet und ausgezahlt werden. Dort sind die Daten und Zahlen vorhanden. So käme die Hilfe schnell an, was notwendig ist. Viele habe keinen Steuerberater, machen die Steuererklärung selbst und finden jetzt keinen Steuerberater, der noch einen Antrag stellt (Überlastung! Deshalb wurde ja einmal wohl der Antragszeitraum verlängert?) Viele können sich die entstehenden Kosten, egal ob Steuerberater oder Buchhalter, nicht leisten und es ist ja nicht sicher, daß sie die Hilfen erhalten.
    2. Nicht nur November 2019 sollte zu Grunde gelegt werden, evtl. der Umsatz von ganz 2019 und dann 1/12 wie von VGSD vorgeschlagen.
    3. ja, sehe ich auch so
    4. der genannte Betrag muß unter Umständen erhöht werden
    5. Einführung des fiktiven Unternehmerlohns/Kurzarbeitergeld für Solo-Selbstständige ist mehr ins Gespräch gekommen und könnte wirklich helfen, könnte auch rückwirkend angerechnet werden und sollte auch unbürokratisch ausgezahlt werden – über die Finanzämter. In England mußten die Solo-Selbstständigen keinen Antrag stellen,so konnte man lesen, und erhielten monatlich bis zu 2.500 engl. Pfund vom Finanzamt ausgezahlt.
    6. Bitte noch zusätzlich darauf hinweisen, daß es außerdem möglich sein muß, daß günstige Darlehen beantragt werden können. Das mit den Krediten in Bezug auf die Corona Pandemie ist in den Bundesländern sehr unterschiedlich geregelt, auch sehr unterschiedliche Bedingungen und unterschiedliche Höhe der Zinsen. Wichtig wäre, daß die Kredite über die jeweilige Landesbank beantragt werden können, denn es gibt viele Erfahrungen damit, daß die Hausbanken erst ab ca. 2,5 Millionen Euro interessiert sind? Aber soviel wird ein Selbstständiger nicht benötigen. Vorschlag für Kredit wäre: 10 Jahre Laufzeit, günstige Zinsen oder zinslos (was wohl Sachsen machte), Umfang 5000,- bis 50.000,- Euro, zwei Jahre zins- und tilgungsfrei,dann Abzahlung über 13 Jahre, also insgesamt 15 Jahre Laufzeit mit der Möglichkeit von zusätzlichen Sondertilgungen. Es wird wohl nur klappen, wenn es über die Landesbanken geht. Ich habe direkte Informationen von vielen Kollegen/innen, bei denen die Hausbank nur KfW Kredite beantragt, aber keine Kredite, die von den Bundesländern stammen (wie beispielsweise Niedersachsen Schnellkredit). Fraport rechnet damit, daß es zwei bis drei Jahre bis zur Normalisierung dauern wird. Diese Zeit gilt es zu überstehen, danach wird es hoffentlich wieder anlaufen.

    Antworten
  114. Anja E. schreibt:

    Aus meiner Sicht wäre es fair aus den Steuerzahlungen der letzten 5 Jahre den Verdienstes zu ermitteln, sodass Soloselbstständige bei Bedarf Kurzarbeitergeld beantragen könnten.

    Antworten
    1. Gerald Bauer schreibt:

      Auch nicht fair, hatte Krebs 2017/2018/2019 langsam aufgerappelt, man sieht hier eindeutig das Politik die Vielfalt an Fällen völlig unterschätzt!

      Antworten
  115. Marion Wagner-Dee schreibt:

    Zu 1
    Als soloselbstständige freischaffende Künstlerin bin ich bisher durch alle Raster gefallen, da ich keine Betriebsausgaben habe. Und bei dieser Novemberhilfe gehe ich wohl wieder leer aus, da ich mir inzwischen nicht mal mehr einen Steuerberater leisten kann. Mein Umsatzeinbruch wäre wohl hoch genug. Im Oktober 2019 lag der gut über 3.000€ im Oktober 2020 bei exakt 45€… der November wird wohl ähnlich verlaufen….
    Wer also zu arm ist einen Steuerberater zu bezahlen (ca. 800€) geht mal wieder leer aus. Und dieses Geld wird ja fällig für den Antrag, egal ob nachher überhaupt Geld fließt, oder der Topf schon leer ist.

    Antworten
  116. Gerald Bauer schreibt:

    2.b Wie sollen diese Hilfen bei Hartz4 verrechnet werden? Nur der November gegen verrechnet, oder alle 6 Monate oder sind das pauschale Fixkosten die gar nicht abgezogen werden dürfen???

    Antworten
  117. Susanne Wittelsbürger schreibt:

    Meine Anmerkungen passen nicht so direkt zu den aufgeführten Punkten:

    Zum einen machte es mich stutzig, dass von „bis zu 75%“ die Rede ist. Vermutlich gibt es wieder irgendwelche Sachen, die gegen gerechnet werden und hinterher kommt nichts bei raus …

    Zum anderen habe ich einen Kunden, der die gut gehende Messebaufirma, bei der er jahrelang gearbeitet hat, zum 1.1.20 übernommen hat. Rechtlich gesehen ist das eine Neugründung. Hier soll wohl der Oktober 20 als Berechnungsgrundlage genommen werden. Da der Messebau auch im Herbst tot war, sind 75% von fast nix immer noch nix.

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  118. Andreas Terveen schreibt:

    zu 1. Erleichterung des Zugangs
    Eine wirkliche Erleichterung wäre erst dann gegeben, wennn der unsäglich Zwang, sich einen Steuerberater, Wirtschaftsprüfer oder Buchhalter nehmen (und bezahlen zu müssen – von was denn bitte bezahlen??? Kommt kein Geld stehe ich mit noch mehr Miesen da!!). Mal abgesehen davon, ob man überhaupt an einen kommt, der noch Zeit – ich erledige meine Buchhaltung seit über 20 Jahren selbst (als Soloselbstständiger) ich benötige keinen gehilfen, der bestätigt, das ich die Zahlen korrekt eingetragen habe. Und falls eine Kontrollinstanz erforderlich ist: Wie ich schon bei den unsäglichen Unterstützungsmaßnahmen geschrieben hatte: Das Finanzamt hat alle Zahlen und kann alle Zahlen ohne Probleme bestätigen, Mißbrauch über die Steuernummer bzw. UST-Identifikationsnummer nebst Rückfrage beim Antragsteller nahezu unmöglich!! Kein zusätzlicher finanzieller AUfwand notwendig, den wir auf ALG II angewiesenen eh nicht mehr stemmen können.
    Jeder verspricht ständig, das Hilfe unbürokratisch, d.h. ohne bürokratische Hürden erfolgt, um dann sofort eine 10m hohe Mauer an Hürden aufzubauen und nachträglich Strafanträge zu stellen (es ist von 8.000) die Rede. Die Damen und Herren mögen bitte endlich aufhören, uns für dumm zu verkaufen!! Es braucht zur Durchführung dieser Soforthilfe keine zusätzlichen Instanzen, das geht übers Finanzamt schnell und kostenneutral.

    Und dann nehme man einfach das Schweizer Modell – Durchschnitt des Gewinns / Ertrages der letzten 3 Jahre geteilt durch 12 und man hat einen monatlichen Satz (Konjunkturschwangen berücksichtigt) und alles ist paletti

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    1. Antworten
    2. Gerald Bauer schreibt:

      Der Steuerberaterkosten werden erstattet für diese Beantragung, genau wie bei Überbrückungshilfe II, mein Steuerberater stellte erst Rechnung nach Geldeingang!

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    3. Angela schreibt:

      Danke für die Vorschläge! Über die Finanzämter ginge es doch und bürokratisch und direkt und schnell, was doch notwendig ist. Und Betrug würde auch verhindert, da dort die Zahlen und Informationen seit Jahren vorliegen. Man sollte keine weiteren bürokratischen Hürden aufbauen, sondern den Weg über die Finanzämter gehen.

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  119. Peter Heubüschl schreibt:

    Ich bin als Soloselbständiger bisher bei jeder Hilfe leer ausgegangen. Die Soforthilfe muss ich zurückzahlen, weil ich keine dieser Betriebskosten habe. Trotzdem hatte ich sie beantragt, weil ich das Produkt nicht richtig verstanden habe. Ich ging davon aus, dass es auch zum Ausgleich von Verlusten dienen soll. An die Lebenshaltungskosten wurde dabei nicht gedacht. Bei der Überbrückungshilfe hatte ich im Vergleich zum Vorjahr keinen 60 % Umsatzrückgang, sondern nur 40 %. Das war aber reiner Zufall, weil ich schwache Monate im Vorjahr hatte. Somit ist der coronabedingte Rückgang nicht nachzuweisen und diese Förderungsbedingung falsch. Es steht mir aufgrund dieser Bedingunen auch der Unternehmerlohn in Baden- Württemberg nicht zu, der meines Wissen bei ca. 550 Euro beginnt Dann fahre mit Alg 2 besser. Alg 2 hat neben den bekannten Hürden den grossen Nachteil, dass man es zurückzahlen muss, wenn man den Freibetrag überschreitet. Daher passiert es mir immer wieder, dass ich denke „hoffentlich nehme ich nicht zu viel ein“. Diese Gedanken sind selbstverständlich unternehmerisch fatal. Daher bin ich für ein bedingungsloses Grundeinkommen für Soloselbständige, so lange die Coronakrise herrscht. Die Höhe sollte bei 1500 Euro liegen. PS: Sollte diese Angaben einem Facktencheck nicht bestehen. bitte ich das zu entschuldigen.

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    1. Angela schreibt:

      Danke für die Schilderung. Genau dieses „hoffentlich nimmt man nicht zuviel ein“ ist Gift für jede unternehmerische Tätigkeit und zeigt meiner Meinung nach, daß das Modell Hartz IV nicht für das Berufsmodell der Solo-Selbstständigen und kleinen Unternehmen passt – sie sind nicht arbeitssuchend, sondern sie wollen Ihr Geschäft weiter erfolgreich betreiben und viele haben jetzt sowas wie ein „Berufsverbot“. Der fiktive Unternehmerlohn/Kurzarbeitergeld für Selbstständige – auch rückwirkend anrechenbar – könnte eine Hilfe sei. Herr Altmaier scheint dafür offen zu sein, nachdem, was man immer wieder hört, die gesamte Opposition im Bundestag sowieso, Herr Olaf Scholz müßte wohl noch überzeugt werden. Wie können wir das erreichen? Er kann doch nicht wollen, daß ein so wichtiger und lebendiger wirtschaftlicher Bereich wie der der Solo-Selbstständigen wegbricht?

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  120. Jürgen Ortlieb schreibt:

    Auch wenn es mich nicht selbst betrifft, möchte ich hier, wie viele andere, betonen, dass es viele Betroffene ohne Steuerberater gibt. ZUMINDEST für die „Novemberhilfe“ sollte hier die Möglichkeit eingeräumt werden, sich den entsprechenden Umsatz vom Finanzamt bestätigen zu lassen und die Hilfe dann selbst – oder (gegen eine GERINGE Gebühr?) vom Finanzamt – zu beantragen.

    Darüber hinaus ist natürlich noch die Anrechnung auf H4 ein großes Thema. Da die Auszahlung über die Überbrückungshilfe erfolgt und für diese KLAR GEREGELT ist, dass keine Anrechnung auf H4 erfolgt, wäre es schon wünschenswert, dass hier nicht wieder eine „Ausnahmeregelung“ geschaffen wird.

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    1. Dörte WETZEL schreibt:

      Genau dieses Anliegen wollte ich auch vortragen! Wenn man jetzt von dem wenigen Geld noch einen Steuerberater bezahlen muss, obwohl ja die Steuerklärung von 2018 auch zum Vergleich herangezogen werden kann oder man anhand seiner Kontoauszüge ja seine Einnahmen nachweisen kann, wäre eine vereinfachte Beantragung ganz toll.

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  121. KNOPP,CORNELIA schreibt:

    Vielen lieben Dank dem Verein für seine unermüdliche Mühe!Für mich als Soloselbständige(seit 22 Jahren als Kosmetikerin ohne Angestellte)wäre mehrere Punkte wichtig,vor allem aber 5c und d.Ich musste wie alle Kosmetikerinnen im März schliessen,geöffnet habe ich im Juni,da bereits vor der angeordneten Schliessung mehrere Kunden nicht kamen aus Angst vor Ansteckung und im Juni kamen auch weniger.Es sind überwiegend ältere Kunden,einige haben auch gesundheitliche Probleme.So brach für mich der Umsatz vollkommen ein.Ich beantragte meinem kleinen Unternehmen angepasste Soforthilfe,die ich auch bekam,aber nicht verwenden konnte,weil sie nur die Betriebskosten abdeckt,die bei mir gering sind.Da ich sonst wie jeder Unternehmer auch,meine Lebensunterhaltungskosten von meinen Einnahmen bestreite,fehlten mir mehr als 3 Monate das Geld!Hartz 4 ist für mich keine Option!Mir wurde mit der Wende der Boden unter der beruflichen Zukunft weggezogen,schwanger gekündigt(obwohl es laut Gesetz verboten war),Arbeit weg,Betriebe platt gemacht,keine Perspektive mehr!Was hab ich nicht alles probiert,nichts war von Dauer,überall wurde man nur herumgeschubst,ausgenutzt und für ein Äppel und ein Ei bezahlt!Ein Chef sagte mir,mit 35 sei ich ihm zu alt!!!Deshalb habe ich umgelernt und mich nach einem Probejahr selbständig gemacht,ich wollte endlich eine Perspektive haben!Mit dem Euro kam der nächste Einbruch,die Kundenzahl ging zurück,jedes Jahr mehr.Hier im Osten,in Sachsen,wo alle von der Wende betroffen waren,brauchten die Leute das Geld.Kosmetik ist Luxus!Nun kommt Corona und ich darf nicht arbeiten!Erst 3 Monate,jetzt wieder einen,für mich wäre der Unternehmerlohn die beste Option,denn die Kleinsten fallen sowieso immer durchs Raster!Die Soforthilfe wird ja bei Vielen zurückgefordert,also von was soll ich existieren???Sparen konnte ich nicht,ich hab mich aus eigener Kraft und mit eigenen Mitteln selbständig gemacht und finanziert.Warum geht es woanders und bei uns nicht?Ich fühle mich ver…… von der Regierung!Weshalb bekommen Kulturschaffende 1180 € und andere Branchen nicht?Ich wäre auch mit weniger zufrieden,wenn es mir 100%nützlich wäre,sprich,ich kann davon leben!22 Jahre Selbständigkeit einfach aufgeben,meine treuen Kunden einfach hängen lassen?Dafür habe ich nicht die ganzen Jahre gearbeitet!

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    1. Ludwig schreibt:

      Da sind Sie etwas lückenhaft informiert. Kulturschaffende bekommen in Ostdeutschland genauso viel wie Sie – nichts. Die 1180€ gibt es für Unternehmer in zwei westdeutschen Bundesländern (in einem davon wurden die meines Wissens inzwischen aber gestrichen), sonst nirgendwo.

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    2. Angela schreibt:

      Danke für Ihren Bericht und Hochachtung dafür, daß Sie nie aufgegeben haben! Nur ganz kurz eine Korrektur: In den Bundesländern wird vieles unterschiedlich geregelt. Ich bin in Niedersachsen und da erhalten Kulturschaffende keine 1.180,- Euro im Monat. Ich weiß da von keiner Regelung. Ich meine, in Baden-Württemberg und in NRW wurde ein Betrag gezahlt, bis zu 1.180,- Euro im Monat in Ba-Wü und ca. 2000,- und dann nochmals 3000,- Euro (?), die auch für Lebenshaltungskosten verwendet werden dürfen (?) in NRW und in Bayern wird jetzt etwa angekündigt. Derartige Dinge sind mir aber z. Bsp.für Niedersachsen nicht bekannt und auch für andere Bundesländer nicht. Hamburg hat meines Wissens noch eigene Hilfen ausgeschüttet. Aber niemand kann doch etwas dafür, wo er/sie arbeitet. Die unterschiedliche Ausgestaltung der Hilfen in den einzelnen Bundesländern wird auch als sehr ungerecht empfunden.

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  122. Petra Nöding schreibt:

    Ich möchte ausdrücklich die Forderungen zu 3 b) und c) unterstützen. Die Branchenzuweisung muss sofort aufgehoben werden. Wir als Beratungsunternehmen und Seminaranbieter sind voll betroffen, da die Unternehmen, die Teilnehmende entsenden z.T.schließen müssen oder Reiseverbote aussprechen. Somit kommen die Seminare nicht zustande.

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  123. Jens Wagner schreibt:

    Ich höre aus dem Kreis meiner Kollegen immer wieder, dass die Beauftragung des Steuerberaters verbunden mit dem Verlust der Kosten im Falle einer Ablehnung des Antrages regelmäßig ein Hemmschuh ist.
    Wenn denn unserer Regierung daran gelegen ist, den prüfenden Dritten zur Vermeidung von Betrug davor zu schalten, dann sollten
    a) die Kosten für den prüfenden Dritten unabhängig vom Ergebnis der Antragstellung immer voll übernommen werden,
    b) zur Vermeidung von Selbstbedienung des prüfenden Dritten Mindest- und Maxinalvergütungssätze abhängig von der Antragssumme eingeführt werden (ggf. zusätzlich gestaffelt nach Bestandsmandant oder Neukunde wg. des höhren Arbeitsaufwands,
    c) den Antragstellern die Möglichkeit eingeräumt werden, die relevanten Daten über das Portal bereits vorzuerfassen, so dass der prüfende Dritte weniger Aufwand hat und am Ende seiner Prüfung die Freigabe zur Übermittlung des Antrages erteilen kann.

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    1. Angela schreibt:

      Ja, das wäre das Mindeste, aber nach den Berichten, die ich höre, würde das allein schon deshalb im Moment nicht funktionieren, weil Steuerberater nur noch die Mandate annehmen, die sie bereits seit Jahren haben, es gibt keine freie Kapazität mehr. Und egal, ob Steuerberater oder Buchhalter, die betroffenen Solo-Selbbstständigen haben wegen der Corona Pandemie hohe Umsatzeinbußen oder sogar Berufsverbot, da kann das Risiko, daß hohe Honorare bezahlt werden müssen und man evtl.die Hilfen nicht oder nur zum Teil erhält, nicht eingegangen werden. Man könnte es über die Finanzämter abwickeln, meinetwegen auch gegen eine geringe Gebühr, so gige es schnell, unbürokratisch und Betrug wäre auch ausgeschlosse, weil die Finanzämter die Daten haben. Andere EU-Länder machen es so ud sid erfolgreich damit. So England mit den 2.500 englischen Pfund, die ohne, daß jemand einen Antrag stellen mußte, ausgezahlt wurden. Deutschland ist wohl der größte Zahler in der EU, man soll auch den anderen Ländern helfen, aber man darf die eigenen Steuerzahler in Deutschland dabei nicht vernachlässigen.

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  124. Ingrid Lohr schreibt:

    Hallo Andreas, hallo Max. Erst mal einen großen Dank für Eure tolle Arbeit! Eure 5 Punkte treffen genau die Schmerzstellen. Als selbständige Reiseleiterin für Wanderreisen habe ich keine Fixkosten und daher auch nix von der Überbrückungshilfe. Da ist Punkt 5 schon mal die erste Hürde. Aber auch die anderen Punkte sind genauso wichtig – Auch Punkt 2 trifft auf mich zu: im November 2019 hatte ich keine Einkünfte. Ist halt nicht Reisesaison. Normalerweise spare ich April-OKT Gelder für den Winter an. Einkünfte dieses Jahr 0€. Also auch kein Ansparen. Punkt 3 – Reiseleiter haben keine große Lobby, werden daher auch bisher nicht berücksichtigt. Und selbst wenn diese Punkte alle zu meinen Gunsten gelöst würden: Wenn das Geld nicht reicht, hilft es auch nix. Der einzige Punkt der für mich wenig bis keine Relevanz hat, ist Punkt 1, denn ich habe einen Steuerberater…. 😉

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  125. Ludwig Angerhöfer schreibt:

    Zu Punkt 1 :
    Die Regelung mit dem Steuerberater muss weg! Auch mit dem Buchhalter ist niemandem geholfen.
    Bitte setzten Sie sich vor allem dafür ein.
    In meiner Branche (Konzertmusiker und Musiklehrer bzw. Honorarverträge an Musikschulen) machen die meisten von uns ihre Steuererklärungen selbst, denn
    a) zum einen verdienen viele von uns nicht so viel, dass wir uns mal eben einen Steuerberater der locker eine 3- (wenn nicht 4-stellige) Summe kostet leisten können (bei 12.000 € Jahreseinkommen sind 1000 € schon ein großer Anteil)
    b) wollen oder könne viele Steuerberater zur Zeit keine neuen Klienten aufnehmen, vor allem wollen sie unsere Branche nicht berichten viele Kollegen die es versucht haben
    c) sind unsere Steuererklärungen meist eher übersichtlich (außer evtl. Reisekosten und einer Instrumentenüberholung aller 1-2 Jahre wenige bis keine durchlaufenden Kosten).
    Eine Beantragung über den Steuerberater wäre damit für mich und den Großteil meiner Kollegen ein sachfremdes Ausschlusskriterium bei der Verteilung der Hilfen. Bisher scheinen die Überbrückungshilfen vor allem ein Konjunkturprogramm für Steuerberater/Buchprüfer zu sein, nicht aber für die wirklich betroffenen.
    Zu Punkt 5: Fixkosten für die bisherigen Überbrückungshilfe haben wir fast keine, die Instrumente sind gekauft statt geleast und den Konzertsaal stellt der Veranstalter zur Verfügung. Ohne Unternehmerlohn stehen wir vor dem Ruin.

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  126. Claudia Drenda schreibt:

    Zu 5f:
    Vielen Dank für die Forderungen! Nur ein winziger Änderungsvorschlag. Wie wäre es, in 5f statt „gegenüber nur eingeschränkt erwerbstätigen Hartz IV-Empfängern“ einfach nur „derzeit“ o.ä. zu schreiben?
    Begründung:
    Sich von (anderen) Hartz IV Berechtigten abzugrenzen und ihnen weniger Bedarf zu unterstellen, finde ich gegenwirksam. Wie unverhofft man selbst einer sein kann, sollte gerade klar sein. Dass man leicht handlungsunfähig wird, so wie es gestaltet ist, stimmt leider und sollte nicht das Problem ständig stigmatisierter Anderer sein.
    Nicht alle Hartz IV Berechtigten sind “nur eingeschränkt erwerbstätig“, es gibt sehr schlechte Bezahlung, und selbst für eingeschränkt Erwerbstätige sind sinnvolle Schulungen und die Erschließung neuer Einnahmequellen genauso wichtig wie für uns.
    Können wir diese Forderung nicht stellen, ohne uns abzugrenzen?

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  127. Dr. Clemens Kappes schreibt:

    Die Forderungen sind z.T. schon nicht mehr aktuell. So soll es nach Infos des Handelsblattes möglich sein, statt des einzelnen Referenzmonats auch einen Durchschnittswert aus den Jahreseinnahmen zu bilden.

    Ein anderes Problem bleibt auch bei Euch immer noch unterbelichtet bzw. wurde auch in der Vergangenheit noch gar nicht in die Forderungen einbezogen. Es wird bei allen Berechnungen so getan, als seien die Ausgaben gg. 2019 gleich geblieben. Das ist völlig weltfremd und ein Systemfehler:
    Der wesentliche Posten bei mir als Berater: Ich musste rein Coronabedingt Investitionen von 12.000 Euro stemmen, die sonst nicht angefallen wären. Außerdem haben sich die Mieten für Büroräume bei mir mehr als verdoppelt.
    Was auch immer unberücksichtigt bleibt: Viele Selbständige gelten als Soloselbständige und werden einzeln „gezählt“, obwohl sie z.T. viele externe MA auf Honorarbasis haben, deren Existenzgrundlage ebenso wegbricht, wenn ich keine Einnahmen generieren kann.

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  128. Detlef Balzer schreibt:

    Meine Meinung:

    1. Zugang zu den Hilfen über die Finanzämter! Warum? Diese haben alles Daten vorliegen. Selbst die Kategorisierung der Gewerbeanmeldungen. Hierzu braucht es nur die Steuernummer plus ID-Nr. des Beantragenden. Alles save, keine zusätzlichen Kosten für StB u. ä. Über Elster, welches online nur mit Sicherheitszertifikat funktioniert, Anträge stellen! Solo-Selbstständige nutzen mittlerweile oft Anbieter wie Lexware etc. Dazu braucht es keine Buchhalter; warum so kompliziert?

    2. Jahresdurchschnitt, wer im letzten Jahr wenig oder kaum Umsätze hatte (StartUps o. ä.), Orientierung an den Pfändungsfreigrenzen der InSo-Pfändungstabelle.

    3. Solo-Selbstständige im allgemeinen sind nach wie vor betroffen. Die Corona-Soforthilfe aus April war des Namens nach ein schlechter Scherz; Stichwort Grundsicherung

    4. Aus dem Coronatopf SoloSelbstständige sind doch noch 23 Mrd. € übrig?!

    5. Aus eigener Erfahrung: Es gibt kein Hartz IV für Solo Selbstständige, wenn sie die Soforthilfe bekommen haben. Das eine schliesst das andere aus! Zudem ist Hartz IV ein Bürokratiemoloch; es geht um schnelle Hilfe! Dann soll man es Hartz XX nennen für diejenigen, die ein Gewerbe angemeldet haben. Des weiteren sind die Fachbereiche ebenso chronisch unterbesetzt.

    „Nicht das Erzählte reicht, sondern nur das Erreichte zählt!“

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  129. Cornelia Koller schreibt:

    Hallo und erstmal vielen Dank für Euer Engagement.

    1.
    Mein Steuerberater hatte den Antrag abgelehnt, es lohne sich nicht, sein Honorar wäre teurer als das, was ich erhalten würde. Dankeschön. 🙁

    2.
    Der Bezugszeitraum muss bitte dringend auch bei den Überbrückungshilfen angepasst werden. Schön wäre auch hier ein Jahresdurchschnitt, da viele Freiberufler projektbezogen arbeiten. Meine Umsätze gingen drastisch zurück, dennoch konnte ich mit der Gegenüberstellung des Vorjahresmonats keine Hilfen beantragen.

    3. Ich bin indirekt betroffen, da ich als Graphic Recorder an Veranstaltungen hänge. Wenn meine Zahlen über Jahre konstant waren und sie deutlich eingebrochen sind durch Absagen der Veranstaltungen – wie sollte ich das anders belegen als anhand der Umsatzzahlen?

    4.
    Erlebt mit den Förderungen für die Beratung. Es darf nicht sein, dass wieder die Töpfe leer sind. Es ist eine unglaubliche Wettbewerbsverzerrung wie der länderspezifische Unternehmerlohn auch!

    Vielen Dank und viele Grüße
    Cornelia

    Antworten
  130. Ute J. schreibt:

    Ich denke, mir geht es wie vielen anderen der hier Kommentierenden: Diese Novemberhilfe ist explizit für diejenigen gedacht, die durch den kommenden Lockdown direkt betroffen sind.

    Mittelbar bin ich zwar davon betroffen, dass es keine Veranstaltungen zu besuchen gibt, um zu akquirieren oder dort aufzutreten, etc.pp…. Jedoch generiere ich mit meiner Beratung bisher kein Geschäft in den Kunst-Kultur-Tourismus-Gastronomie…-Branchen.
    De facto hat sich seit März nicht viel verändert, da meine Kunden, hautpsächlich KMU in IT, Finanzdienstleistung, prod. Gewerbe, nachdem sie erstmal alle Mitarbeitenden in Kurzarbeit geschickt haben, weiterhin das Geld fest zusammenhalten und nicht für Externe ausgeben. Sie wissen ja nicht, ob, wann und wie sie selbst oder eben auch ihre Kunden aus der aktuellen Krise auftauchen.

    Und mein zweites bescheidenes Geschäft als Gästeführerin hat ab Ende Oktober sowieso keine Buchungen mehr, die extra ausfallen können. Der Kern zwischen April und Oktober ist ein Totalausfall.

    Viele, auch fundamentale Fragen in der Pandemiebekämfung sind in den letzten 8+ Monaten nicht geklärt worden, die diversen Hilfen sind politisch motiviert entstanden. Ich schätze Eure Bemühungen, Andreas, sehr, aber bis die Hausaufgaben in der Politik alle gemacht sind, können die meisten von uns nicht warten.

    Von daher konstatiere ich, dass Soloselbständige wie ich, die eine direkte Betroffenheit vom November-Lockdown nicht nachweisen können, auch weiterhin selbst zusehen müssen, wie wir über die Runden kommen. Ich drücke uns allen die Daumen und wünsche die richtigen Ideen.

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  131. Peter Badstübner schreibt:

    BUNDESWEITER KULTUR-GENERALSTREIK!
    Lieber Andreas, lieber Max,
    auch von mir großen Dank für euer Engagement in unserer Sache!
    Ich möchte mich auf die Punkte 5 c,d und e eurer Forderungen beziehen. Einzig der fiktive Unternehmerlohn ist eine wirklich angemessene und wirksame Hilfe! Darauf sollten sich die Debatte mit der Politik fokussieren! Da sich die deutsche Regierung – in Gegensatz zu so vielen anderen europäischen Regierungen – noch immer vor dem fiktiven Unternehmerlohn drücken will, schlage ich einen BUNDESWEITEN KULTUR-GENERALSTREIK als möglichen Hebel vor.
    Ich beziehe mich damit auf das aktuelle Video des Jazztrompeters Till Brönner, in dem er seine Verwunderung darüber zum Ausdruck bringt, dass wir Betroffenen angesichts unserer akuten Notlage so zurückhaltend seien. Ich habe Till Brönner via Instagram geantwortet, dass ich mir diese Jacke so nicht anziehen würde. So viele von uns, der VGSD eingeschlossen, haben bereits in den ersten Corona-Wochen so viel unternommen! Auch ich selbst habe es – bislang ohne Erfolg. Wir, die wir keine Lobby, keine Gewerkschaft haben, brauchen die Solidarität derer, die in der Kultur voll beschäftigt geblieben sind, allen voran Fernsehen, Rundfunk, Internet, um unseren Forderungen den nötigen Nachdruck zu verleihen. Ein bundesweiter Kultur-Generalstreik könnte das geeignete Mittel sein. Doch wen sollten wir Solo-Selbstständigen bestreiken – uns selbst? Wenn aber einen Tag oder wenigstens eine Stunde lang die Fernseh- und Internetschirme schwarz und die Rundfunkstationen stumm blieben, wäre das ein Signal, das alle hören, auch die nicht betroffene Bevölkerung, die von uns und unseren derzeitigen Problemen keine oder kaum Kenntnis hat.
    Aufrufe von No-Names bringen nichts, habe ich Dirk Brönner geschrieben und ihn gefragt, ob er ggf. bereit wäre, seinen Namen dafür einzusetzen, die Idee eines bundesweiten Kultur-Generalstreiks unter die Leute zu bringen. Nun frage ich euch, Andreas und Max, und alle VGSD-Mitglieder, ob ihr eine solche Option in Erwägung ziehen und euch dafür starkmachen könntet.
    Lasst uns darauf hinwirken, dass der fiktive Unternehmerlohn von 1.500 € jetzt endlich kommt!
    Nochmals mit Dank und besten Grüßen
    Peter Badstübner, freiberuflicher Schauspieler und Sprecher und Deutschlehrer für Flüchtlinge

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    1. HG. Butzko schreibt:

      Streikmaßnahmen scheinen in der Tat das einzige Mittel zu sein, um Aufmerksamkeit zu bekommen, was ich darum sehr unterstützen würde. Wie und in welcher Form müsste man noch klären.

      Deswegen hatte ich z B in meinem Blog
      (https://www.hgbutzko.de/blog/artikel/article/licht-aus-okt-20.html) folgendes angekündigt:
      „Wenn irgendwann mal wieder von UNION oder SPD eine Anfrage kommt, dass man im Rahmen einer Parteiveranstaltung einen Kabarettisten braucht, der den Ablauf mit satirischen Beiträgen auflockert, dann lehne ich ab. Und wenn das alle Komikerinnen und Komiker machen würden, dann könnten diese Politikdarsteller ja sogar mal am eigenen Leib erleben, wie es ist, wenn es bei ihnen nichts zu lachen gibt.

      Und wenn außerdem auch noch sämtliche Licht- und Tontechniker, die ebenfalls seit Mitte März von der Regierung vertröstet und verarscht werden, das selbe machen, dann würden unsere Volksvertreter sogar auch mal erfahren, wie es ist, übersehen und nicht gehört zu werden.“

      Und inzwischen hatte ich sogar auch schon die erste Gelegenheit, meine Ankündigung in die Tat umzusetzen. Eine Anfrage der Landesvertretung MeckPomm zum „Schnack über Kunst und Kultur“ habe ich beantwortet mit:

      Sehr geehrte Frau Dr Draheim,
      vielen Dank für Ihre Einladung.

      Wie Sie ja wissen, ist Frau Schwesig in der selben Partei wie Bundesfinanzminister Olaf Scholz, der uns Kulturschaffende seit dem 13.03. mit falschen Versprechungen, hohlen Phrasen und unbrauchbaren Hilfskonzepten in die Armut treibt, und da finde ich es schon sehr dreist, dass Sie sich trauen, in solchen Zeiten über Kunst und Kultur „schnacken“ zu wollen.
      Sie sollten nicht schnacken. Sie sollten sich schämen.

      In dem Zusammenhang verweise ich auch auf die Aktion der Berliner Politikerkneipe „Ständige Vertretung“, die Regierungspolitikern Hausverbot erteilt hat.
      Wenn z B auch die deutschen Hotels allen Regierungspolitikern ein Haus- bzw Beherbergungsverbot erteilen würden, wäre auch dies ein starkes Signal.

      Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Es mit unorganisierten Einzelkämpfern zu organisieren ist das Problem.

      Viele Grüße, HG

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  132. Renate Wettach schreibt:

    Der Zwang, einen Steuerberater oder Buchhalter einzuschalten, ist für viele Soloselbstständige, die ihre Buchhaltung etc. aus Kostengründen selbst machen, einfach unerträglich! Sie werden alle durchs Raster fallen, weil sie in einer eh schon prekären Situation jetzt nicht auch noch Dienstleister bezahlen können, nur um einen Antrag zu stellen, den sie locker selber ausfüllen können. Das Finanzamt hat alle Zahlen der Vergangenheit vorliegen. Was soll diese Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für Anwälte und Buchhalter?

    Am schlimmsten finde ich jedoch die Beschränkung des Unterstützungsangebots auf betriebliche Kosten. Bei Angestellten wird das Kurzarbeitergeld ja auch nicht auf die rein betrieblich veranlassten Kosten (wie Fahrgeld oder Betriebskleidung) bezahlt, sondern wird ganz normal vom Bruttogehalt berechnet. Das ist eine unfaire Schlechterstellung von Selbstständigen und verunmöglicht (speziell für Kunstschaffende mit geringen Betriebskosten) eine Hilfe von vornherein. Wovon sollen sie denn ihre Miete und ihr Essen bezahlen? Wenn sich hier nicht bald etwas Sinnvolles tut, werden Millionen von Soloselbstständigen ihre Existenz verlieren.

    Antworten
  133. Franziska Bessau schreibt:

    Die außerordentliche Wirtschaftshilfe sollte ohne eine dritte prüfende Person beantragbar sein. Das Problem – wie bei Überbrückungshilfe auch –
    – Es gibt keinen „schnellen“ Antrag. Zum einen ist das Portal noch nicht so weit, die Bedingunguen und Berechnungen sind unklar und ändern sich im Übrigen seit dem 28.10. schon täglich. https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Pressemitteilungen/Finanzpolitik/2020/10/2020-10-29-PM-neue-corona-hilfe-stark-durch-die-krise.html
    – Ich bin Steuerberaterin und „schnell“ geht bei laufendem Geschäft und eigentlich unserer Hauptgeschäftszeit gar nichts. (Fristverlängerungen über den 28.2. hinaus gibt es trotz Einsatz der Kammern und Verbände noch oder vielleicht auch gar nicht).
    – Ich stelle den Antrag nur für Bestandsmandate, d.h. ehemalige Mandate oder Nicht-Mandate fallen so aus dem Hilfesystem.
    – Der Antrag über Dritte ist unwirtschaftlich, weil wir Zahlen, Fakten uns liefern lassen müssen und wir müssen diese teilweise haarklein prüfen. Es wird zurecht bemängelt, dass diese Kosten so hoch seien. Aber ich habe keinen Antrag unter vier Stunden gestellt. Und habe dabei nicht jede Tätigkeit mit eingerechnt.
    – Aus der ERfahrung mit Ühilfe 1, darf man den Antrag keinesfalls zu früh stellen, da sich die Bedingungen bis zum Schluss ändern (FAQ vom 20 SEptember 2020!)
    – Ühilfe zwei beantrage ich auch nicht schnell, weil jetzt die Sache mit den 75% dazu kommt. noch ein separater Antrag? Oder wird das ein gemeinsamer Antrag? Niemand weiß das. Und bis das Portal überhaupt funktioniert….
    – Die Hilfen über Dritte sind nicht gerecht, weil viele sie nicht stellen können (wenn sie niemanden finden)
    – Es ist auch nicht zielführend zwischen Solo-Selbständigen und anderen Selbständigen zu differenzieren. Den Unterschied macht nur, ob ich als Unternehmerin noch jemanden angestellt habe. Viele miener Mandantinnen haben eine Bürokraft, die sie beschäftigen. Sie leben trotzdem von ihrem Gewinn und setzen ihre Arbeitskraft ein.

    Antworten
  134. Peter Badstübner schreibt:

    In meinem Kommentar von heute, 15.33 Uhr, habe ich im vorletzten Absatz Till Brönner versehentlich Dirk genannt. Till muss es natürlich heißen – sorry!
    Peter Badstübner

    Antworten
  135. Cornelia Knopp schreibt:

    Danke für die Korrektur,da lag ich mit den 1180 € daneben.Sorry!Danke auch euch allen für die intensive Disskussion des Themas,endlich kann man sich ausstauschen und „reden“und merkt,wie Vielen es ebenso wie einem selber geht,Danke auch an Angela für ihr nettes Lob!Es ist echt schlimm,wie mit den vielen Selbständigen umgegangen wird,die es hier ohnehin nicht leicht haben und täglich alles daransetzen und kämpfen,dass der Job läuft!Ich wünsche uns allen hier,dass wir zusammen erreichen,dass sich endlich etwas ändert und unsere Arbeit geschätzt und nicht durch willkürliche Beschlüsse in die Tonne gedrückt wird!

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  136. Georg Karlstetter schreibt:

    Vor allem für Künstler, die live auftreten, ist die Eingrenzung auf November völlig unsinnig. Wenn die Tournee zB im Sommer 2019 stattgefunden hat und 2019 im November kaum Gagen-Umsatz hatte, führt das zu völlig falschem Ergebnis. Eine Berechnung auf Basis des monatlichen Durchschnittseinkommens über das ganze Jahr 2019 wäre m. E. sinnvoll.

    Antworten
  137. Heiko G. schreibt:

    Die Frage ist auch wie wird Nebenerwerb in die Umsatzberechnung November 2020 einbezogen?
    Ich bin selbstständiger Projekt Manager bei großen Sport- und Kulturveranstaltungen, Messen, Roadshows etc.
    Mein Umsatz aus meinem Gewerbe seit März 2020 beträgt exakt 0,00 € durch 100% Absagen von Events seitens Veranstalter, Kunde oder Behörden!
    Da die Soforthilfe ein Strohfeuer war und (wie von der Regierung Bayerns beabsichtigt) nichts zu meinem Lebensunterhalt beigetragen hat arbeite ich seit Mai unregelmäßig als kurzfristig beschäftigter Feldarbeiter um die laufenden Kosten meiner Firma zu decken (ÜHilfe 1 war aufgrund der Steuerberater-Thematik für diese Periode zu aufwändig und teuer, der „vereinfachte“ ALG2 Antrag ein höhnischer Witz…). Meinen Lebensunterhalt bestreite ich seit März aus meiner Altersvorsorge.
    Wenn mir jetzt noch die Einnahmen aus kurzfristiger Beschäftigung als Umsatz für November 2020 angerechnet werden sollten gehe ich wieder nahezu leer aus und frühstücke weiter langsam aber sicher meine Altersvorsorge ab…

    Antworten
  138. Marion Schiffer schreibt:

    Dolmetscher/-innen und Übersetzer/-innen und die Anbieter von Dolmetschtechnik müssen ebenfalls berücksichtigt werden. Sie sind von der Absage größerer Konferenzen, Messen, Tagungen, Kundenveranstaltungen, Werksführungen etc. seit März massiv betroffen – ein Ende dieser Situation mit Neubuchungen ist nicht in Sicht.

    Antworten
  139. Karen Peprah schreibt:

    Ich finde punkte 5 b & c super. Würde noch hinzufügen, dass die Rückzahlungsfrist für die Soforthilfe aus dem März deutlich verlängert wird, da sich diese Krise eindeutig verlängert und eine verfrühte Rückzahlung viele Selbstständige in den Ruin treiben würde.

    Antworten
  140. Harald Meidt schreibt:

    1c
    über mangelnde Geschwindigkeit kann ich nicht klagen, aber gemessen an der „Hilfe“ sind die Kosten des Steuerberaters unverhältnismäßig hoch.

    2a 2b
    Soloselbstständige arbeiten so wie ich oft projektbezogen und unterliegen starken saisonalen Auftragsschwankungen

    3a – 3d
    Das Spektrum der Soloselbstständigen ist zu breitgefächert um sie gerecht in „Schubladen“ stecken zu können

    4b 4e
    dem stimme ich voll zu

    5b
    abgesehen davon, dass die „Hilfen“ nicht ankommen, weil sie an der Realität vorbeigehen ( bei einem geleasten PKW werden nur die Finanzierungskosten = 2% der Rate zu maximal 80% erstattet )
    Noch schlimmer ist, dass man nie weiß wie man sich verhalten soll, die Frist für die Beantragung der einen Hilfe läuft aus, z.B. vereinfachter Zugang zu ALG II, während eine andere „Hilfe“ wir z.B. die Überbrückungshilfe NRW noch diskutiert wurde. Danach stellt sich heraus, dass ALG II beantragt und schnell bewilligt wurde, man ohne ALG II aber in NRW eine Überbrückungshilfe inkl. 1.000€ Unternehmerlohn erhalten hätte. Ich hätte mir und meiner Familie so dieses erniedrigende Hartz IV ersparen können.

    Antworten
  141. Uschi schreibt:

    Ich finde diese Liste für die überbrüclungshilfe nicht gerecht. Ein Punkt gefällt mir überhaupt nicht das man kein Antrag stellen kann wenn man nach dem 31.10 2019 gegründet hat. Aber große Firmen wie die Lufthansa oder ganz neu der neue Flughafen der ja erst jetzt offiziell eröffnet schreit nach finanziellen Hilfen und die kleinen können schauen wie die über die runden kommen. Nicht nachvollziehbar und unverständlich

    Antworten
  142. Heike schreibt:

    Die Forderungsliste finde ich sehr gut. Vorallem Punkt 1. Ich habe auch keinen Steuerberater. Überbrückungshilfe I und jetzt auch II kann ich nicht beantragen, weil ich einfach keinen Steuerberater finde bzw. gefunden habe. Die meisten winken ab und die die nicht abwinken möchten ein unverschämt hohes Honorar in Vorkasse natürlich, obwohl nicht garantiert ist dass das man die Überbrückungshilfe überhaupt erhält. In unserem digitalen Zeitalter werden schon seit Jahren nur noch papierlose umstatzsteuererklärungen etc. vom Finanzamt anerkannt. Buchhaltungstechnisch ordentlich geführte Firmen haben die Ust und Est. 2019 längst beim Finanzamt über Elster gemeldet. Manipulation ist somit eigentlich ausgeschlossen. Warum reichen diese Unterlagen nicht für den Zeitraum November 2019 als Nachweis nicht aus. Ich benötige diese Überbrückungshilfen wirklich als Reisebusunternehmen ist das Wirtschaftsjahr 2020 ein Totalausfall.

    Antworten
  143. Petra schreibt:

    => 1d
    Die Novemberhilfe kann nur wirken, wenn sie ohne Dritten zu beantragen ist.
    Ich habe keinen Steuerberater und auch bisher keinen gefunden, der für mich einen Antrag stellen will.
    Entweder winken die gleich ab (nur für bestehende Mandate) oder wollen als Vorleistung mind. eine sehr hohe 3stellige Summe haben. Dafür ist mir das Risiko zu groß, dass ich doch nichts bekomme und auch noch auf diesen Kosten sitzen bleibe.

    Antworten
  144. Björn schreibt:

    Lieber Andreas,
    vielen Dank für alles und immer.
    Die Forderungen sind gut ausformuliert.
    Ich habe persönliche Anmerkungen zu den Punkten gemacht. Aber Du hast ein besseren und breiteren Überblick, deswegen sehe es bitte nicht als Kritik, es war mein erster Impuls zu jedem Punkt.

    Zu 1)
    Über die Finanzämter, die haben wohl aktuell nicht wirklich Stress, oder? 😉.
    Sie kennen auch die genauen Zahlen.

    Zu 2)
    Entspechend der Einkommensteuer aus dem Durchschnitt der letzten 3Jahre.
    2017+2018+2019/3Jahre/12Monate=
    1Monats-Unternehmerlohn.
    Für jüngere Unternehmen, die vorhandenen Einkommensteuer-Bescheide. Ansonsten für StartUps gibt es so wie so eigene Programme.

    Zu 3)
    Bei Soloselbständigen nur nach Einkommenserklärung. (Den Punkt würde ich sogar weg lassen)

    Zu 4)
    10.000.000.000€ für was?
    außerordentliche Wirtschaftshilfen für wen?
    Überbrückungshilfen nach Umsatz, um Geschäftskosten zu decken.
    Unternehmerlohn nach Einkommen.
    Das kann ja gegengerechnet werden.
    Oder so wie bei der „Soforthilfe“.
    Aber kurz zur Erinnerung: „als Soloselbständiger bzw. Einzelgewerbe treibender hafte ich mit allem“ mein Income wird prinzipiell auch für alles genutzt, natürlich wird es gegen die Aufwendungen gerechnet aber erst mal geht es um den „Unternehmerlohn“.
    Wenn „außerordentliche Wirtschaftshilfen„ Unternehmerlohn bedeutet dann wird es ein kleines Windhunderennen.

    Zu 5)
    Ich denke das wird wie mit dem Soli, einmal untergejubelt und dann ist das so.
    Wenn der Unternehmerlohn durch ist, ist er durch.

    Also wenn der Unternehmer Lohn 1200 oder 1500€ ist dann ist mir Hartz-4 lieber da hätte ich unter dem Strich mehr.

    Antworten
  145. Else Schreiber schreibt:

    Guten Tag liebe Kollegen
    vielen Dank für euren tollen und unermüdlichen Einsatz. Ich finde alle 5 Vorschläge und Einwände richtig und wichtig.
    Zu 2. Als Solo-Selbständige, die auf Messen für die ausstellenden Händler Dienstleistungen erbringt ist es sehr vom Zufall abhängig was für eine Bemessungsgrundlage sich ergibt. 1/12
    vom Jahresumsatz wäre treffsicherer wie jetzt den November 19 als Kalkulationsgrundlage zu nehmen. Bei mir war zb. der November 19 toll und wenn dann die Corona-Maßnahmen im Dezember weiter gültig sind (was ich stark vermute) hätte ich als Grundlage einen schlechten Dezemberumsatz usw…. Zum aufrecht erhalten meiner Selbständigkeit brauche ich mehr Planungssicherheit.
    Auch den Punkt 4 (Windhundrennen) möchte ich nochmals unterstreichen. Ich habe seit vielen Jahren einen guten Steuerberater dennoch bin ich wohl kaum seine wichtigste Klientin. Es wäre schade wenn ich nach 8 Monaten, mit quasi Berufsverbot, keine Entschädigung bekäme weil mein Steuerberater in diesen Zeiten mit Aufträgen überflutet wird.
    Wir drücken Ihnen und uns Soloselbständigen, die ihr Geld mit eigener Leistung verdienen wollen die Daumen
    Else Schreiber

    Antworten
  146. Wolfgang Konerding schreibt:

    Hallo ! Ich bin SOLO-Künstler ! Was mir garnicht hilft, obwohl jetzt wieder im Monat November 2 der sowieso sehr wenigen Auftritte aktuel abgesagt worden sind,
    dass ich als Berechnungsrahmen für meine Überbrückungshilfe die Einnahmen vom Vorjahreszeitraum als Berechnungsgrundlage der Überbrückungshilfe angeben soll.
    Ich habe saisional bedingt im November und Dezember, und auch oft schon im September, sehr wenig Einkünfte(sprich Auftritte) und so ist es absurd mich auf diese Monate zu beziehen. Fair wäre es es auf ein Jahresdurchschnittseinkommen pro Monat zu berechnen und damit auch die echten und wahren Betriebskosten bezahlen zu können.
    Lieben Gruss aus Münster vom Clown fidelidad:
    Solo-Künstler und Solo Selbstständiger
    Wolfgang Konerding

    Antworten
  147. Gerald Bauer schreibt:

    Frage: Wenn die Umsatzausfallhilfe eine Pauschale für Fixkosten bedeutet und es ja gar keinen Unternehmerlohn gibt, dürfte das auch NIE auf HARTZ4 angerechnet werden??? Oder sehe ich das Falsch???

    Antworten
  148. Peter schreibt:

    zu 5 c)
    Wenn ein Unternehmerlohn gezahlt werden soll, dann aber auch bitte rückwirkend, und zwar ab März 2020

    Antworten
  149. Inke schreibt:

    Hallo zusammen,
    zunächst möchte auch ich meine große Anerkennung für Eure Arbeit und Erfolge zum Ausdruck bringen. Ich selbst bin als Soloselbständige wirtschaftlich noch nicht betroffen. Aber mein Lebensgefährte erzielt mit seinem Cateringbetrieb seit März Umsätze, die gerade für ein Taschengeld reichen- wenn überhaupt.

    3 (a) Deshalb möchte ich zu diesem Punkt noch ergänzen, dass z.B. Caterer ihre Betriebe nicht schließen müssen, da kleine Veranstaltungen ja noch erlaubt sind. Erlaubt heißt aber nicht, dass sie stattfinden. Im Ergebnis kommt es einer Schließung gleich – und das schon seit März 2020. Wenn diese Fälle für die Novemberentschädigung überhaupt nicht berücksichtigt werden, ist das wie ein Schlag ins Gesicht – einfach ungerecht. Diese Unternehmer erwirtschaften seit März kein Einkommen mehr, leben also seitdem von ihren Reserven. Bei der Überbrückungshilfe I wurde die Erstattung der Fixkosten bei kleinen Betrieben auf € 3.000,– pro Monat gedeckelt. Im Falle meines Mannes mussten 40% der Fixkosten aus eigener Tasche gezahlt werden. Deshalb würde eine Regelung nach betriebswirtschaftlichen Kennzahlen wirklich Sinn machen.

    5 (f) Zum Thema Hartz IV liegt die Krux meines Erachtens bei der Bewertung der Bedarfsgemeinschaft. Sobald der Partner auch nur ein bisschen mehr verdient, ist man raus, obwohl die Einkünfte des Partners auch nicht zur Deckung aller Ausgaben ausreichend sind.
    Würde hier nur eine Prüfung des Betroffenen stattfinden, könnten Mittel über Hatz IV fließen, ohne das gleich der ganze Haushalt in die Bedürftigkeit rutscht.

    Außerdem stellt sich mir dazu folgende Frage: ich helfe meinem Lebenspartner über Monate finanziell aus. Steuerlich sind wir getrennt veranlagt. Kann ich die Mittel, die ich aus meinem Einkommen für diesen Zweck zur Verfügung gestellt habe, steuerlich absetzen? Wenn nicht, wäre es doch eine doppelte „Strafe“: wir bekommen keine Grundsicherung, aber ich muss auch die Mittel versteuern, die ich zur Verfügung gestellt habe?

    Vielen Dank Euch allen
    Inke

    Antworten
  150. Sophie schreibt:

    „Zum Thema Hartz IV liegt die Krux meines Erachtens bei der Bewertung der Bedarfsgemeinschaft. Sobald der Partner auch nur ein bisschen mehr verdient, ist man raus, obwohl die Einkünfte des Partners auch nicht zur Deckung aller Ausgaben ausreichend sind.
    Würde hier nur eine Prüfung des Betroffenen stattfinden, könnten Mittel über Hatz IV fließen, ohne das gleich der ganze Haushalt in die Bedürftigkeit rutscht.“

    Da stimme ich vollumfänglich zu! Das ist wirklich eine extreme Benachteiligung und Ungerechtigkeit, was Scholz und Heil da fabriziert haben. Durch diese unsägliche Regelung, dass Soloselbständige für den Lebensunterhalt Grundsicherung beantragen müssen, werden gleich zwei Menschen auf das Existenzminimum zurückgeworfen. Ich frage mich manchmal, ob die eigentlich erfassen, welche Folgen ihre Beschlüsse haben! Nicht nur auf individueller Ebene bei im Stich gelassenen Betroffenen, sondern auch auf gesellschaftlicher. Dem sozialen Frieden und gesellschaftlichen Zusammenhalt dient dieses Handeln ganz sicher nicht.

    Antworten
  151. Maja Kirsch schreibt:

    Hallo Zusammen, vielen Dank für Eure wertvolle Arbeit, ich unterstütze alle 5 Forderungen und habe Nichts hinzuzufügen. Viel Kraft, Erfolg und vor allem Gesundheit weiterhin für Euch Alle.

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  152. Heike Kern schreibt:

    Zu Punkt 2) Ich habe ein kleines Yogastudio und arbeite ausserhalb dessen auch noch freiberuflich in Schulen und Kindergärten als Entspannungstrainerin. Das fällt im Moment alles weg. Ich habe unregelmäßiges Einkommen bezogen auf die Monate eines Jahres. Ich kann immer erst am Kursende abrechnen, zum Bsp. mit der AOK. Meine Kurse sind zertifiziert. Die Krankenkassen übernehmen zum großen Teil die Kosten. Also muss ich jetzt warten, dass die Kurse überhaupt weiter laufen dürfen. Es wurde wieder mitten drin unterbrochen. Wann das ist, das steht in den Sternen. Eine komplette Kursserie ist mir dieses Jahr schon weg gefallen. Und wenn diese erst im Januar beendet werden kann, bekomme dafür dieses Jahr gar kein Geld mehr.
    Die Zuwendungs-Zeiträume sind gerade SEHR willkürlich. Bei mir wirkt noch nach, was im Frühjahr ausgefallen ist. Ich habe auch nicht mehr 100 % Teilnehmer, wie die ganzen Jahre vorher. Da hatte ich sogar Wartelisten für die Kurse Und externe Aufträge, die auch nicht immer regelmäßig kommen, habe ich auch nicht mehr. Jetzt darf man ja noch nicht mal mehr draußen was machen mit den Teilnehmern 🙁
    1/12 des Jahresumsatzes ist die bessere Variante

    Zu Punkt 1) Dazu möchte ich noch anmerken, daß ich es unmöglich finde, was die ganze Beantragung kostet. Es gibt Preise bis zu 700 €, die Steuerbrater dafür nehmen mit dem Argument, daß man das ja auch teilweise mit wieder bekommt mit der Überbrückungshilfe.
    Das ist einfach nur frech. Alle diese Leute, die dafür jetzt notwendig sind, profitieren … wie sowieso schon immer …. von der Unterstützung durch den Staat. Und die haben gar keine Einbußen. An Solidarität kann an gar nicht appellieren. Da bekommt man ein müdes Lächeln. Ich habe deshalb im Sommer schon gar nichts beantragt. Ich bin aber verheiratet und das trägt jetzt mein Mann. Nur jetzt muss ich beantragen. Denn unsere Kapazitäten sind ausgeschöpft.
    ALSO UNBEDINGT: Einheitliche Gebühren für die Antragstellung und nicht willkürliche, je nach dem, der den Antrag stellt.

    Zu Unternehmerlohn: Schaut Euch mal die Thüringer Maßnahmen an bezüglich Umsatzeinbuße und Unternehmerlohn!!! Ich bin Thüringerin und die haben das jetzt gut gelöst. Die findet Ihr auf der Seite der Thüringer Staatskanzlei.
    Deshalb beantrag eich jetzt auch noch mal für September bis Dezember. Im Sommer war das noch nicht so gut. Da war es fast wie die Maßnahmen vom Bund. Und die sind nicht durchdacht. Damals nicht und jetzt immer noch nicht.

    So wie es jetzt ist, führt es ganz viele in die SAltersarmut, weil die Rücklagen dafür überall aufgefressen werden. Und die privaten Krankenkassen machen auch keinen Stopp und niemand begrenzt sie. Die Beiträge werden höher und höher. Leider habe ich mich damals als unwissender Ossi von den bequasseln lassen weil ich keine Ahnung von dem ganzen System hatte. Jetzt ist es doppelt schmerzhaft. Ich gehe schon überhaupt nicht mehr zum Arzt, um wenigstens das zurück zu bekommen, was man laut Tarif zurück bekommt, wenn man gar nichts eingereicht hat im Jahr.

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  153. Heike schreibt:

    Übrigens sind Steuerberater jetzt auch mit Einkommenssteuererklärungen beschäftigt und warten nicht grade auf die vielen Antragsteller 🙁

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  156. Thomas Ganskow schreibt:

    Die 10 Mrd., die ja wohl aus nicht abgerufenen Geldern des Jagens in Kreditaufnahme der 1. und 2. „Überbrückungshilfe“ stammen, werden vorne und hinten nicht reichen. Dazu muss man nur mal in die Bilanzen von Veranstaltungs- und Cateringbranche gucken. Da sind dann darin nicht behandelte Gruppen, wie Sportvereine oder die Fitnessbranche, noch gar nicht enthalten. Also entweder massiv nachsteuern und gucken, wo man noch was zusammenkratzt (bei der Rüstung könnte man ja mal einsparen) oder noch einen Nachtragshaushalt auf den Weg bringen.

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  157. Claudia Franck schreibt:

    Punkt 5 – fiktiver Unternehmerlohn – würde viele freiberufliche Künstler retten. Bitte aber unbürokratisch und ohne Buchhalter oder Steuerberater, sone Leute können wir uns nicht leisten. Wenn der UL eh fiktiv ist – warum braucht es dann den Vergleich mit den Vorjahren? Wenns den aber braucht – wozu den Steuerberater oder Buchhalter – der Steuerbescheid, vom Finanzamt abgesegnet, ist doch Information genug. Auch die Meldung an die KSK wäre eine Bezugsgröße. Vor allem aber: keine kurzfristige Stoppelung – noch ein Programm bis Dezember, dann eins bis Februar usw nein Planungssicherheit – wenn auch auf niedrigem Niveau – bis Ende 2021 – so schnell, wie jetzt alles abgesagt werden musste, kann man gar keine neuen Aufträge an Land ziehen, Publikum gewinnen. Und: Mit Hygienemaßnahmen lässt sich z.B. als Theater niemals wirtschaftlcih arbeiten. Also brauchen wir längerfristig Unterstützung, und zwar stetige und verläßliche.

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  158. Flath Bernhard schreibt:

    Halte die Punkte 3a und 3c für wichtig. Alle mobilen Händler und Kunsthandwerker, die zumindest auf ein Weihnachtsgeschäft gehofft haben, stehen nun völlig ohne Umsatz da. Und haben die Lager voll mit vorfinanzierter Ware, die beim nächsten Weihnachtsmarkt vielleicht nicht mehr verkaufbar ist.

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  159. Eric schreibt:

    Der Unternehmerlohn ist für Solo-Selbständige (ich bin Werbefotograf, mir fehlen ca. 60% des Jahresumsatzes) erste Priorität. Rückwirkend!!! Was erwartet eine Regierung, wenn man einen wichtigen Wirtschaftszweig acht Monate im Regen stehen lässt und dann sagt, sie hätten an die Solos gedacht aber wollen keine Lebenskosten abdecken? Noch mehr heiße Luft verkraftet die Wirtschaft nicht. Luft kann man nicht essen.

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  160. Roland schreibt:

    ZDF Corona Spezial – Gast Herr Altmaier zum Thema Novemberhilfe.
    Laut den Aussagen ist das Geld nur für Gastronomen und nicht für Soloselbständige aus anderen Branchen gedacht. Begründung: Diese Unternehmen (Gastronomie + Hotel) mussten leider Ihren Betrieb für die Allgemeinheit schließen, deshalb müssen wir helfen.

    WAS IST MIT DEN BETRIEBEN UND KULTURSCHAFFENDEN DIE SEIT MÄRZ NICHT MEHR ARBEITEN DÜRFEN?

    Es gibt auch keine 75 % vom Umsatz sondern 75 % von der Differenz Einnahmen/Ausgaben also vom Gewinn? Beispiel: 100.000 € Umsatz – 50.000 € Wareneinsatz = 50.000 €
    – Personalkosten 20.000 € = 30.000 € davon 75 % = 22.500 € Es sind Mieten und andere Fixkosten von der Summe noch zu zahlen… da bleibt nicht viel über. Also wieder viel heiße Luft !!!!

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    1. Gerald Bauer schreibt:

      Sollte das jetzt wieder wie im März geschehen, das man über alle Kanäle verbreitet hat man hilft Soloselbständigen, immer und immer wieder, 2 Tage danach kam 9 MRD Hilfe für Lufthansa. Sollte das wieder Luftnummer werden, muss es eine Sammelklagewelle geben! Es gibt Branchen die seit März keine Einnahmen haben bzw. sogar seit Dezember 2019!

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      1. Bernd schreibt:

        Hallo Zusammen,
        ja es gibt etliche HV (Handelsvertreter) die seit November2019 keine Einnahmen haben, weil die sich genau wie ich darauf spezialisiert haben, das ist der Verkauf auf Messen und anderen Veranstaltungen. Viele größere Firmen engagieren solche HV extra als Messeverkäufer auf ihren Ständen. Auch sind es sehr viele Soloselbständige (Familienbetriebe) die z.B. auf Gartenmessen, Kirmes oder Rummelplatz ihre Schießbude, Hau den Lukas, Kinderkarussell usw. betreiben. Das ist dieses Jahr komplett weggefallen und wird voraussichtlich erst wieder nach Ostern 2021 möglich sein. wann die wieder verkaufen oder Arbeiten dürfen steht in den Sternen
        Corona sei Dank …….

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    2. Gerald Bauer schreibt:

      Wenn das stimmt und die Minister nicht den Unterscheid zwischen Gewinn und Umsatz kennen, würde mir nichts mehr einfallen!

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    3. Chris schreibt:

      Na, da weiß unser Wirtschaftsminister wohl nicht, was aktuell auf der Internet Seite des Bundesfinanzministeriums steht. Die „November-Hilfe“ gilt für ALLE „Zwangs-Geschlossenen“ Betriebe, nicht nur Gastronomie. Also für Fitness, Massage, Fußpflege, Nagelstudios… Einzig der Einzelhandel und die „Nicht-Laden-Geschäfte“ gehen da wohl leer aus.

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    4. Chris schreibt:

      Und es gibt laut Bundesfinanzministeriums DEFINITIV bis zu 75% vom Umsatz und nicht vom Gewinn… Wo hat er/ wo haben Sie das her?

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  161. Jens schreibt:

    Ich bin Kunsthandwerker und produziere einen großen Teil meiner Ware selbst. Seit Anfang dieses Jahres habe kaum noch Umsätze geschweige Gewinn gemacht. Januar bis März sind bei uns die mit Abstand schwächsten Monate. Die Marktsaison beginnt erst ab Ostern.
    2020 gab es bis jetzt keine oder kaum Veranstaltungen wie Märkte, Messen und Landpartien .
    Wir produzieren und finanzieren die Weihnachtsmarktware über das ganze Jahr. Dies alles hinzubekommen hat sehr viel Zeit und Kraft gekostet. Ich bin jetzt platt und auch blank, der Akku und auch die Konten sind leer. Bis jetzt ein schwieriges Jahr.
    Man hat irgendwie die Ware für Weihnachten fertigbekommen und jetzt finden keine Weihnachtsmärkte statt. Wie sollen wir das nur finanziell überstehen ? Denn es ist auch keine Besserung in Sicht weil die nächste Möglichkeit überhaupt wieder Geld zu verdienen ist sicherlich weit nach Ostern oder erst im Sommer.
    Ich bin kreativ, flexibel und auch Optimist, aber im Moment weiß ich nicht mehr wie es ohne finanzielle Unterstützung weiter gehen könnte.

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    1. Karin Drux schreibt:

      Hallo Jens,
      Deinem Beitrag schließe ich mich voll und ganz an!. Mir geht es als Händlerin auf Märkten genauso. Die Saison fiel ja seit März komplett ins Wasser. Entschädigung gab es dafür keine. Unternehmerlohn für mich auch nicht. Durch das Hartz-4-Raster falle ich auch…
      In der Hoffnung, wenigstens mit den Weihnachtsmärkten nun etwas (schadensbegrenzend) Umsatz machen zu können, wurde von dem letzten Geld noch Ware besorgt. Auf dieser Ware sitzt man nun…..
      Aussicht auf Umsatz ist weg. Aussicht auf Entschädigung ist fraglich.
      Der Verlust in diesem Jahr liegt bei mir bei stattlichen 95 % (mindestens).
      Wäre wichtig und richtig, wenn diese November-Hilfe uns Markthändler mit beachten würde. Von den nun ausfallenden Weihnachtsmärkten sind Tausende Haushalte und Familien betroffen, deren wirklich dringend benötigten Einnahmen weg fallen werden und dies bei der ohnehin katastrophalen Saison.
      Viele Grüße

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  162. Jens schreibt:

    PS: Allen Punkten stimme ich voll und ganz zu und finde ich alle richtig und wichtig. Insbesondere Punkt 2a und 4b.
    Viel Erfolg!

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  163. Eva Kremser schreibt:

    Leider hilft es mir nicht wirklich als Soloselbstständige Dozentin u.a. bei der VHS, wenn ich die Novemberhilfe über einen Steuerberater/ Buchhalter abwickeln muss.
    Meine Honorare sind so niedrig, dass ich die Steuerklärung immer selber mache. Jetzt einen noch freien Steuerberater zu finden ist schwierig und rechnet sich auch nicht, wenn ich diesen aus der Hilfe bezahlen muss.
    Entweder es geht wieder wie bei der Coronasoforthilfe durchaus mit eingereichten Honorarbescheinigungen für November 2019 oder das Honorar für den Steuerberater wird in die Novemberhilfe eingerechnet und vom Bund übernommen. Geht das nicht, würde ich diese Hilfe mal wieder als einen Flopp für uns geringverdienende Soloselbstständige bezeichnen.

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    1. Chris schreibt:

      Die November-Hilfe und die Überbrückungshilfe III (ab Januar 2021) soll wohl unbürokratischer ablaufen. Einzig die Überbrückungshilfe II (09/20 bis 12/20) soll weiterhin (warum auch immer) über Steuerberater oder Anwälte für Steuerrecht abgewickelt werden. Ich warte jetzt schon den dritten Tag, aber keine Entscheidung…

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  164. Dieter F Peters schreibt:

    Ich mache meine Steuersachen seit 8 Jahren alle selbst über ein wunderbares Programm, das auch vorher mein Steuerberater verwendet hatte. Ich brauche also keinen Steuerberater. Wenn ich im Monat November 2019 4000 € umgesetzt habe, erhalte ich ohne Steuerberater mit 75 % 3000 € und mit Steuerberater geschätzte 400 €? weniger also 2600 €. Also erhält der S. nochmal 10 % obwohl der gerade durch Corona im Gegensatz zu mir ausgiebige Umsätze (staatlich verordnet) tätigen kann, so viele, dass man zur Zeit sogar abgelehnt wird. Die Bearbeitung der Anträge machen übrigens die Kanzleiangestellten!
    Die Vorschrift, dass nur Steuerberater (eigentlich deren Kanzleiangestellte) etc. die Anträge durchführen dürfen, gehört weg!! Durch die Umsatzsteuervoranmeldungen habe ich doch bereits wahrheitsgemäß meinen entsprechenden Umsatz beim FA erklärt.

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    1. Chris schreibt:

      Habe die Info vom Bundesfinanzministerium, dass man noch keinen Stb. für die November-Hilfe beauftragen soll. Könnte darauf hinaus laufen, dass man doch selber den Antrag stellen kann. 🙂 Hoffnung…

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  165. Martin Seith-Böhm schreibt:

    …eine Frage:

    Was ist genau mit den Unternehmen oder Selbständigen, die z.Bsp. betriebsbedingt wegen Renovierungen oder Krankenständen im letzten Jahr kaum Einnahmen hatten, jetzt aber wieder voll loslegen wollten?

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  166. Karen neeson schreibt:

    1. Ob Buchhalter oder Steuerbrater, beides ist sinnlos für viele kleine Soloselbständige.. Finanzamtdaten/Steubebescheide/Kontoauszüge sollten ausreichen.

    2. Ja, 2C macht für mich Sinn.

    3. Wenn alle Bereiche, also mittelbar und indirekt betroffene einbezogen werden, dann reichen 10 Milliarden wohl eher nicht.

    4. 10 Milliarden sind zu wenig bei ca. 2 Millionen betroffenen.

    5. Hartz 4 (Corona Edition) sollte auch UNBEDINGT vorübergehend die Tilgung für selbstgenutztes Eigenheim übernehmen. Es werden bisher nur Mieter und Vermieter geschützt! Eigenheimbesitzer steuern so mittelfristig auf eine Zwangsversteigerung zu.
    Diese ist für viele die einzige Altersvorsorge.

    Alle Hilfsprogramme, mit Ausnahme der ersten Soforthilfe, wurden für Herrn und Frau „Max Mustermann“ erstellt. Der berühmte, statistische Durchschnitt.
    Zuviele unterschiedliche Konstelationen und Gegebenheiten fallen unter den Tisch und Leute bekommen wenig oder keine Hilfe.

    Meine Kurze Geschichte:
    Künstler, kaum Einnahmen seit März, Singlehaushalt, wohne in eigener Immobilie (Meine Altersvorsorge)
    Keine großen betrieblichen Kosten, da Büro/Studio im Haus. Rücklagen für 6 Monate, jetzt verbraucht.

    WAS HAT BIS JETZT GEHOLFEN?

    1. Soforthilfe, unkompliziert, konnte wunderbar helfen bis Juli 2020
    2. 3 Monatige Stundung des Hausdarlehens hat geholfen bis Juli 2020
    3. Meine Rücklagen.

    WAS HAT NICHT GEHOLFEN (oder nur bedingt)
    1. Hartz 4 übernimmt nur einen Teil aller Ausgaben (ca. 70%) , Rest mit meinen Rücklagen Finanziert und der Soforthilfe.
    Fatal für selbstnutzende Eigenheimbesitzer: Die Tilgung wird nicht übernommen. Nur Anteile der Zinsen die nicht gewerblich genutzt werden. da ich Teile meiner Immobilie als Arbeitszimmer nutze.

    2. Überbrückungshilfe lohnt sich nicht, meine betrieblichen Ausgaben habe ich seit März reduziert auf ein minimum, es können nur jetzt nur Internet/Strom/Telefon und anteilig Zinsen für das Arbeitszimmer geltend gemacht werden ( ca 200 @ pro Monat). Steuerberater ist teurer als die Überbrückungshilfe.

    3. Die Corona Kfw und Landesbank Kredite werden nur für nachweißliche , Betriebliche Ausgaben und nur für bestimmte Monate vergeben (März bis September) und sind somit Zeit und Zweckgebunden. Also für mich auch Nutzlos. Bank winkte ab wegen der geringen Höhe. Zuviel Arbeitsaufwand für den kleinen Betrag.

    4. Die Bank sieht nun von einer weiteren Tilgungsausetzung ab. Es steht die Kündigung des Darlehens bevor.
    um mich nicht im Regen stehenzulassen hat die Bank mir nun freundlicherweise einen Privatkredit angeboten, mit Zinsen jenseits von gut und böse..sagenhafte, coronafreundliche 11,98 % ( ich rede nicht von einem Dispokredit)

    6. Ich habe Digitale Einnahmen generiert, die helfen würden das Darlehen weiter zu bedienen. Diese Einnahmen wurden mir aber wieder von Hartz 4 abgezogen.
    Es bleibt also immer die große Lücke für meine Unterkunft.

    Ich habe nun die Wahl zwischen Pest und Colera..

    Zum Verständiss, meine Immobilie ist zu 70% abgezahlt, Der monatliche Zins und die Tilgung liegen bei nur 890 Euro im Monat. Weniger als ich für eine Durchschnittliche 50qm Wohnung in Frankfurt bezahlen würde. Zudem erspare ich mir zusätzlich benötigte Büro/Studio räume und Pkw. Günstiger kann man kein Gewerbe führen. Angestellte habe ich keine, ich arbeite mit Freelancern zusammen.

    Corona Hartz4 ist eigentlich eine Gute Sache. Hilft leider im vollem Umfang nur Mietern und Vermietern.
    Eigenheimnutzer werden im Regen stehen gelassen, von allen Seiten.

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  167. Guido Pingel schreibt:

    Wie leider so häufig in der Politik: völlig an der Realität vorbeigeplant.

    Viele haben eben keinen Steuerberater und können/wollen sich auch keinen leisten. Ich mache als Inhaber einer kleinen DJ-Agentur meine Steuer auch selber. (Kann ich auch als ausgebildeter Betriebswirt) und würde jetzt auf die Schnelle auch keinen Sb finden.
    Wegen der Haftung streiten sich die Sb auch sicher nicht um so „minderlukrative und arbeitsaufwändige Aufträge“.
    Da macht es sich der Staat meiner Meinung nach etwas zu einfach, die Kontrollinstanz dann einfach abzuwälzen.

    Lieber mal über einen unbürokratischeren „Grundlohn“ für Soloselbständige nachdenken, damit wir auch etwas zu Essen davon kaufen können und unsere Lebenshaltungskosten davon deckeln können. Die meisten von uns haben doch gar nicht so hohe Fixkosten, als dass sich der Aufwand mit dem Sb lohnen würde.

    Nun will mir doch bitte auch keiner erzählen, dass es sonst nicht möglich ist, Umsätze der Soloselbstständigen entsprechend zu eruieren. Die 1/12-Lösung wäre so einfach mit Hilfe der vorhandenen Daten bei den Finanzämtern (und damit auch noch vor Betrug geschützt) Die ist unseren Entscheidern aber mutmaßlich zu teuer und/oder zu personalintensiv und deswegen werden auch weiterhin künstliche Hürden eingebaut.
    Da drängt sich mir immer wieder der Verdacht auf, dass es gar nicht gewollt ist, den Soloselbständigen unbürokratische Hilfe zukommen zu lassen. Für den Staat sehr hilfreiche Nebenwirkung: Viel Geld gespart und Fachkräftemangel entgegengewirkt (da sich die Selständigen dann schon irgendwann wieder bewerben werden…)

    Ich befürchte, dass viele Soloselbständige und andere „zurückgelassene“ dann zum „Extremrachemittel“ greifen werden und bei der nächsten Bundestagswahl die „nicht ganz so demokratischen Parteien“ wählen werden…

    Ich finde es echt sehr traurig, dass wir offensitlich keine gute Lobby in B haben und deswegen leider nur wieder mal Lufthansa, TUI und Co. mit Zigmillarden gerettet werden….

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  168. Jule Schulz schreibt:

    Das Spektrum der „Hilfebedürftigen“ ist sicher sehr breit und es ist schwer, es für alle gerecht zu gestalten.
    Zu Pkt. 5 –
    Derzeit ist es besonders ungerecht für Solo-/Selbständige. Mit welcher Rechtfertigung bekommen Unternehmer einen Unternehmerlohn oder Kurzarbeitergeld für die Angestellten, aber der Soloselbstständige darf sich kein Unternehmergehalt auszahlen?
    Ein gleich hoher Unternehmerlohn für alle Selbsständigen – aka Grundeinkommen – der ein Minimum abdecken würde, wäre wenigstens Entgegenkommen.

    Antworten
  169. Astrid Bracksieker schreibt:

    Als Solo-Selbständige mit einem Einzelhandelsgeschäft stehen mir finstere Zeiten bevor:
    Da offiziell die Geschäfte öffnen dürfen, habe ich keinen Anspruch auf die Überbrückungshilfe II.
    Die Kunden tun aber was von ihnen erwartet wird und angesichts fehlender gastronomischer Angebote in den Innenstädten nachvollziehbar ist: sie bleiben zu Hause.
    Ich stehe in meinem geöffneten Geschäft alleine und sehe eine beinahe leere Stadt. Das Geld wird ins Internet abfließen und der im Einzelhandel so wichtige November entwickelt sich katastrophal. Als kleiner Laden hilft mir meine Internetpräsenz leider gar nicht, die Kunden geben ihr Geld den Großen. Amazon, Zalando, Otto schöpfen die Gelder ab. Fragen sich doch bitte alle selber: wer achtet beim Interneteinkauf darauf bei einem echten Einzelhändler zu kaufen, der nicht nur aus einem Versandlager besteht? Die Stärke des örtlichen Einzelhandels (freundliche Beratung, Service, sehen/fühlen/riechen der Waren, menschliche Gespräche) kann im Internet nicht ausgespielt werden.
    Das Geld, was ich im Herbst/Winter verdiene, muss bis über den Sommer reichen, nicht nur um neue Waren für die nächste Saison einzukaufen, sondern eben auch zum Leben.
    Das Unternehmergehalt ist deshalb fundamental. Es ist erniedrigend, niederschmetternd und mir fehlen schlicht die Worte, wenn man auf Harz IV verwiesen wird. Das geht ja wohl nicht nur mir so.
    Ich verstehe den bürokratischen Aufwand nicht. Dem Finanzamt liegen alle Daten vor: wer selbständig ist, hat ja irgendwann einmal eine Einkommensteuererklärung abgegeben. Wer von denen jetzt wegen Corona in Not gerät sollte doch ganz unbürokratisch Hilfe erhalten können, ohne Steuerberater, den viele nicht haben. In England geht es doch auch.

    Antworten
    1. juli schreibt:

      mir geht es als freiberuflerin ähnlich. die betriebe für die ich arbeite,sind offiziell nicht betroffen, aber die aufträge brechen trotzdem weg. und als freiberufler wird man ebn kaum noch oder gar nicht mehr eingesetzt. und der konkurrenzkampf unter den freiberuflern um die verbleibenden arbeitsmöglichkeiten ist gigantisch.

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  170. Robert Müller schreibt:

    Es ist mir absolut unklar warum erst jetzt um die Detail der Umsetzung dikutiert wird. Das Formular zur Antragsstellung Novemberhilfe hätte mit Beginn der Maßnahmen bereitstehen müssen. Jetzt kommt für viele die Hilfe zu Spät! Wir sind EInzelhändler in der Innenstadt von Stralsund. Wir sind auf die Touristen angewiesen, diese bleiben aktuell aus. Wir haben einen Umsatzrückgang seit 02.09.2020 von 95%. Die Verantwortlich lassen den EInzelhandel bei offener Tür Aushungern! Das ist ein Skandal und schreit nach Rücktritt von Hrn. Altmeier!

    Antworten
  171. Johanna Schraut schreibt:

    Guten Tag,

    Ich würde gerne wissen, was und ob ich etwas beantragen kann, wenn ich letztes Jahr im Nebenerwerb als Soloselbstständige tätig war, dieses Jahr aber im Haupterwerb? Darf ich dann den Zeitraum der Neugründer*innen nehmen, um etwas zu beantragen? Dieser Fall wurde, soweit ich das sehe, noch nicht besprochen?
    Ich würde mich riesig freuen, über eine Antwort.
    Johanna

    Antworten
  172. Angelika Scholtyssek schreibt:

    Angelika Scholtyssek schreibt:
    Mein Umsatz ist im November um 85% zurückgegangen.Bekomme aber keine Hilfe weil im
    letzten Jahr zuviel außer Haus Verkäufe waren und zuwenig im Haus, das mit dem verringerten Mehrwertsteuersatz verrechnet wird.Da die Kunden Angst vor Korona haben kommt fast keiner mehr.
    Ich habe einen kleinen Imbiss. Gibt es eine Lösung ? Denn ich bin bestimmt nicht die
    Einzige der es so ergeht. Ich würde mich über eine Antwort freuen.
    Angelika

    Antworten
  173. Claudia schreibt:

    Hallo,
    ich würde gerne wissen, ob die Novemberhilfe zusätzlich zu Arbeitslosengeld 1 beantragt werden kann. Ich bin im Haupterwerb freiberufliche Theaterproduzentin und indirekt von dem Lockdown betroffen. Momentan bekomme ALG 1, da ich noch einen Restanspruch hat. Dies ist aber niedriger als mein eigentliches Einkommen aus der Selbstständigkeit. Und meine Betriebskosten müssen ja auch gedeckt werden. Ist der Antrag auf Novemberhilfe daher zulässig? Muss das ALG 1 darauf angerechnet werden? Verliere ich wohlmöglich den Anspruch auf das ALG 1 wenn ich die Novemberhilfe beantrage?? Danke für Eure Einschätzung!!
    Viele Grüsse,
    Claudia

    Antworten
  174. Manuel Jahnke schreibt:

    Hi Zusammen,

    ich finde es eine Frechheit, dass man im „Nebenerwerb“ komplett stehen gelassen wird.
    Ich habe 2019 25.000€ als DJ umgesetzt und ca. 35.000€ in meinem Hauptjob.
    Das auflegen läuft seit mehr als 5 Jahren ziemlich gut und ich habe auch jedes Jahr meine Steuern dafür bezahlt (nicht zu vergessen, dass mein Steuersatz natürlich auch dementsprechend gestiegen ist).
    Seit März habe ich jetzt keine Einkünfte mehr aus meinem Gewerbe. Mein Leben, welches aber auf das Gesamteinkommen ausgelegt ist läuft natürlich weiter (Altersvorsorge, Sparpläne, Miete/Versicherungen, etc)

    Wieso darf ich Steuern zahlen wie im „Haupterwerb“ aber wenn es um Unterstützung geht werde ich behandelt wie ein 450€ Mini Jobber der keine Steuern bezahlt?

    Das ist so nicht Fair!

    Antworten
  175. Jan schreibt:

    Nebenerwerb muss berücksichtigt werden! Es ist für viele ein teil der EINAHMEN DIE MAN ZUM LEBEN BENÖTIGT! Der Staat scheitert an Individualität und Fairness.

    Bei anderen Hilfen müssen die, wo sich in den letzten Jahren mühevoll Geld angespart haben erst dieses ausgeben z.B. KiZ! WAS SOLL DAS ?

    Antworten

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