Verband der Gründer und Selbstständigen Deutschland e.V.

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Experten-Talk Scheinselbstständigkeit aus den Augen eines Prüfers der Deutschen Rentenversicherung

Während des Experten-Talks beantwortete Dr. Hartmut Paul unter anderem die folgenden Fragen:

  1. Wer wird überhaupt geprüft? Welche Branchen hat die DRV besonders auf dem Kieker?
  2. Was geschieht vor einer Prüfung? Welche Unterlagen hat der Prüfer? Auf welche Konten, Rechnungs- und Vertragsinhalte achtet er besonders?
  3. Wie bereite ich mich am besten auf die Prüfung vor?
  4. Am Tag der Prüfung: Wo sollte diese stattfinden? Welche Unterlagen darf der Prüfer einsehen?
  5. Wie ist der weitere formale Ablauf (Anhörung, Schlussbesprechung, Bescheid)?
  6. Wie hoch sind die Sanktionen, wenn eine Scheinselbstständigkeit erkannt wird? Wie hoch bei einer Rentenversicherungspflicht des Auftragnehmers?
  7. Wann wird von der “Nettolohnfiktion" Gebrauch gemacht und welche Auswirkungen hat das auf die Höhe der Sanktionen?

28.02.2019

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Dr. Andreas Lutz Moderator

Andy Bosch Co-Moderator

Mitschnitt des Experten-Talks

Fast 700 Mitglieder hatten sich für unsere Telko am Donnerstag letzter Woche angemeldet, um zu erfahren, was ein (ehemaliger) Prüfer der Deutschen Rentenversicherung (DRV) zum Thema Scheinselbstständigkeit zu sagen hat. Und sie wurden nicht enttäuscht: Dr. Hartmut Paul, der heute als Experte für Sozialversicherungsrecht in der Berliner Kanzlei jura ratio tätig ist, gab viele konkrete Tipps.

Der Schwerpunkt der Telko lag auf dem Thema Betriebsprüfung. Die DRV prüft regelmäßig jedes Unternehmen in Deutschland mit Mitarbeitern (inklusive 450-Euro-Job). Aber auch wer keine Angestellten hat, ist vor einer Prüfung nicht sicher. Dabei gibt es laut Experte eine „Hitliste“ von Branchen, die unter ganz besonderer Beobachtung der DRV stehen.

Die Prüfung sollte niemals bei euch im Büro stattfinden. Der Prüfer wird dann bei euch die Sachkonten (insbesondere das Fremdleistungskonto) anfordern sowie im nächsten Schritt Verträge und Rechnungen von ausgewählten Dienstleistern. Entsprechend müsst ihr schon beim Verhandeln von Verträgen, beim Prüfen der Rechnungen und dem Verbuchen der Zahlungen darauf achten, dass diese keine missverständlichen Formulierungen enthalten, die als abhängige Beschäftigung ausgelegt werden könnten.

Ausführlich ging Hartmut auf die Sanktionen ein, die bei Feststellung einer Scheinselbstständigkeit drohen. Mit der „Nettolohnfiktion“ rechnet die DRV in mehreren Bundesländern die Strafzahlungen an Auftraggeber künstlich hoch, so dass sie genau so hoch ausfallen können, wie das ursprünglich bezahlte Honorar (beim Video findet ihr dazu ein PDF mit einem Praxisbeispiel). Auch auf die Unterscheidung zwischen Scheinselbstständigkeit und arbeitnehmerähnlicher Selbstständigkeit mit ihren ganz unterschiedlichen Konsequenzen ging unser Experte ausführlich ein.

Hartmut gab noch viele weitere unmittelbar umsetzbare Hinweise. Als Vereinsmitglied steht dir die komplette Aufzeichnung zur Verfügung.

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