Verband der Gründer und Selbstständigen Deutschland e.V.

Verband der Gründer und
Selbstständigen Deutschland e.V.

VGSD-News 20.11: Der Kampf für faire gesetzliche Rahmenbedingungen geht weiter!

Liebe Unterstützerin, lieber Unterstützer,

in den ersten vier Monaten der Corona-Krise haben wir durchgepowert: Wir haben mehr Experten-Telkos veranstaltet als sonst in einem ganzen Jahr, großangelegte Befragungen durchgeführt und für unsere Bundestagspetition mehr als 58.000 Mitzeichner mobilisiert. Befragungen und Petition lieferten und liefern weiterhin jede Menge Material, um über die Medien den Druck auf die Regierung zu erhöhen, wie am letzten Mittwoch im Rahmen der ZDFzoom-Reportage.

Natürlich sind auch wir – wie viele von euch – nach diesem Kraftakt erschöpft gewesen und auch ein wenig frustriert, dass die politischen Entscheider trotz all diesen Drucks von uns und anderen nicht einlenken und den Solo-Selbstständigen endlich wirksam helfen. Statt dessen plant das Bundesarbeitsministerium eine Altersvorsorgepflicht für Selbstständige, bei der unsere berechtigten Interessen wohl erneut großenteils ignoriert werden und Selbstständigkeit weiter erschwert wird. Der Kampf für faire gesetzliche Rahmenbedingungen muss also weitergehen – dafür wollen und werden wir gemeinsam mit euch sorgen.

Um dafür fit zu sein, haben wir in den letzten Wochen neue Kraft getankt, unseren Stapel an liegen gebliebenen administrativen ToDos abgearbeitet und mit Vorstand und Beirat wichtige Weichenstellungen vorgenommen. Dass wir trotzdem auch im Juli und August jede Woche eine Experten-Telko veranstalten konnten – anders als in den Vorjahren, in denen wir kapazitätsbedingt eine Telko-Pause einlegen mussten – ist nur ein Beispiel dafür, dass der VGSD durch die Corona-Krise stärker und handlungsfähiger geworden ist. Wir teilen die Arbeit auf mehr Köpfe auf. Die Zahl der freien und festen (Teilzeit-)Mitarbeiter hat sich mehr als verdoppelt Die Zahl der ehrenamtlich aktiven Mitglieder ist auf rund 100 gestiegen.

Das ist wichtig, denn die Corona-Krise zeigt, wie notwendig unser gemeinsames politisches Engagement ist, aber auch, dass es dafür einen langen Atem und viel Kraft braucht. In den nächsten Wochen werden wir wieder verstärkt mit Aktionen und Aufrufen auf euch zukommen. Schon jetzt vielen Dank dafür, dass ihr uns weiterhin aktiv unterstützt!

 

 

Inhalt

  1. Gesetz gegen Abmahn-Missbrauch soll endlich verabschiedet werden
  2. Heil nutzt Gesetzentwurf zu Fleischwirtschaft, um branchenübergreifend strenger gegen Werkverträge vorzugehen / Tönnies bezahlte Gabriel als Berater
  3. Reportagen in ARD und ZDF zeigen, dass Corona-Hilfen für Solo-Selbstständige nicht funktionieren
  4. Überbrückungshilfe: Technische Probleme und bürokratische Hürden erschweren Antragstellung durch Solo-Selbstständige
  5. IT-Freelancer-Index des VGSD – Auch IT-Profis leiden unter Corona-Krise
  6. VGSD und BAGSV reichen mit 58.485 Mitzeichnern eine der Top-25-Bundestagspetitionen ein
  7. VGSD-Mitglied David Erler übergibt Corona-Petition mit 290.286 Mitzeichnern an Bundeswirtschaftsministerium
  8. VGSD unterstützte Protestaktionen in Berlin, Würzburg und Augsburg
  9. Offener Brief führender Gründungsberatungs-Organisationen: Gründer und Selbstständige verlieren Vertrauen
  10. ISDV-Vorstand Marcus Pohl über die Corona-Krise: „Selbständige sind eine Spezies, mit der die Regierung nicht umgehen kann“
  11. „Das Gefühl, verraten worden zu sein“: Lennart Peters über die Coronakrise
  12. So verhinderst du die Anrechnung von Corona-Soforthilfen auf das Elterngeld
  13. Es gibt eine Entschädigung wegen Kinderbetreuung bei Selbstständigen – aber kommt sie  auch an?
  14. Fehlende Corona-Soforthilfen für selbstständige Eltern: „Die Betreuung kleiner Kinder müsste ein Positivkriterium sein“
  15. Beispiel von Berlin zeigt, dass Entschädigungen nach Infektionsschutzgesetz nur sehr zögerlich bewilligt werden
  16. Erst Beratungsförderung versprochen, dann nicht gehalten: Maßlose Enttäuschung über Ausfall der BAFA-Corona-Förderung
  17. Exklusiv-Telko: „Bericht des Vorstands 2020 per Videokonferenz“
  18. Soforthilfen für Selbstständige: In anderen EU-Staaten deutlich großzügiger
  19. Die Preisträger des von uns gemeinsam mit Vistaprint vergebenen Leuchtturm-Preises
  20. Werner-Bonhoff-Stiftung nominiert vier Selbstständige: Wer hat die besten Chancen auf 50.000 Euro Preisgeld?
  21. Bericht über die Berlinreise von fünf VGSD-Mitgliedern
  22. Der VGSD begrüßt Vereinsmitglied Nr. 5.500
  23. Seminartermine
  24. Regionaltreffen, Stammtische und Vortragsevents

 

1. Gesetz gegen Abmahn-Missbrauch soll endlich verabschiedet werden

Ein Symbolbild einer Abmahnung
Nach der Sommerpause soll das Gesetz gegen Abmahn-Missbrauch endlich verabschiedet werden, Foto: Markus Winkler, Pixabay

Vor mittlerweile fast zweieinhalb Jahren hat VGSD-Mitglied Vera Dietrich eine Bundestagspetition zum Thema Abmahn-Missbrauch eingereicht. Diese soll nach der Sommerpause nun endlich im Bundestag behandelt werden. Im Kern geht es darum, Abmahn-Missbrauch finanziell weniger attraktiv zu gestalten, um dadurch die Wahrscheinlichkeit von massenhaften gewinnorientierten Abmahnungen durch spezialisierte Anwaltskanzleien und Abmahnvereine zu reduzieren. Im Beitrag findest du die geplanten Neuerungen und kannst einen Blick auf den Gesetzentwurf werfen.

Zum Beitrag

2. Heil nutzt Gesetzentwurf zu Fleischwirtschaft, um branchenübergreifend strenger gegen Werkverträge vorzugehen / Tönnies bezahlte Gabriel als Berater

Ein Foto des Arbeitsminister Hubertus Heil
Bundesarbeitsminister Hubertus Heil, Foto: BMAS, Susi Knoll

Ende Juli hat die Bundesregierung einen Gesetzentwurf gegen Werkverträge in der Fleischwirtschaft vorgestellt. Die Auswirkungen sind aber nicht auf diese begrenzt: Bundesarbeitsminister Hubertus Heil lässt sich quasi eine Blankovollmacht geben, um auch in anderen Branchen Werkverträge untersagen zu können. Es soll zudem noch stärker kontrolliert werden, dazu sollen die Landesbehörden bis 2026 mehr Personal einstellen. Wir fürchten, dass aufgrund der Verunsicherung von Auftraggebern auch gerne und freiwillig Selbstständige Aufträge verlieren könnten.Schon fast wieder vergessen: Ausgerechnet die Fleischindustrie konnte aufgrund einer mit dem früheren Wirtschaftsminister Gabriel ausgehandelten Selbstverpflichtung jahrelang ungestört agieren. Dieselbe Rechtssicherheit auch für andere Branchen? Fehlanzeige. Eine ARD-Reportage stellte fest, dass die Selbstverpflichtung bis heute wirkungslos blieb, Gabriel aber im Frühjahr von Marktführer Tönnies einen auf 24 Monate angelegten Beratervertrag erhalten hat, den er nach dessen Bekanntwerden kündigte.

Zum Beitrag über den Gesetzentwurf
Zum Beitrag über Sigmar Gabriel

3. Reportagen in ARD und ZDF zeigen, dass Corona-Hilfen für Solo-Selbstständige nicht funktionieren

Screenshot aus der Sendung
ZDF-Regisseure vor den mehr als 100 Zuschriften von VGSD-Mitgliedern, Screenshot

An drei bewegenden Beispielen von Betroffenen hat am Mittwoch eine ZDFzoom-Reportage („Alleingelassen in der Krise“) wie zuvor schon ein plusminus-Beitrag in der ARD („Mit Wumms in die Armut“) aufgezeigt, dass die staatlichen Hilfen für Solo-Selbstständige in der Corona-Krise oft nicht mehr als leere Versprechen sind. Die Soforthilfe fördert Kosten, die bei ihnen kaum vorhanden sind. Statt unbürokratische Hilfe zu erhalten, müssen die  Betroffene ihre Altersvorsorge aufbrauchen.Der VGSD wurde für beide Sendungen befragt. Für die ZDF-Doku haben wir euch auf Bitte der Regisseure sogar um das Einsenden von Erfahrungsberichten gebeten. Mehr als 100 VGSD-Mitglieder folgten dem Aufruf! In der ARD-Reportage wurde deutlich, dass auch die vorherige freiwillige Zahlung von Beiträgen in die Arbeitslosenversicherung oft zu keiner wirksamen Hilfe führt.

Zum Beitrag über die ZDFzoom-Doku
Zum Beitrag über die plusminus-Reportage (ARD)

4. Überbrückungshilfe: Technische Probleme und bürokratische Hürden erschweren Antragstellung durch Solo-Selbstständige

Ein Foto von Branko Trebsche
Branko Trebsche hat die Überbrückungshilfen unter die Lupe genommen, Foto: privat

Die Überbrückungshilfe ist die Fortsetzung der Soforthilfe für den Zeitraum Juni bis August 2020. Beantragt werden kann sie bis Ende September rückwirkend. Nach wie vor können nur bestimmte fixe Kosten bezuschusst werden. Da die Antragstellung nur über einen Steuerberater (oder neuerdings auch Rechtsanwalt) erfolgen kann, lohnt sich die Antragstellung meist nur, wenn man über erhebliche fixe Kosten verfügt oder das entsprechende Bundesland auch die privaten Lebenshaltungskosten bezuschusst. Erschwert wurde die Antragstellung durch erhebliche technische Probleme bei der Registrierung der Steuerberater und Übermittlung der Anträge.Auf unserer Website sowie in einer Experten-Telko gab und gibt Branko Trebsche einen Überblick sowie Updates zu den Antragsbedingungen und moderiert einen Erfahrungsaustausch.

Zum Überblick und Erfahrungsaustausch
Zum Mitschnitt der Experten-Telko mit Branko
Zum Beitrag über technische Probleme bei der Corona-Überbrückungshilfe
Zum Brankos Kommentar „Die Überbrückungshilfe des Bundes verdient ihren Namen nicht!“

5. IT-Freelancer-Index des VGSD – Auch IT-Profis leiden unter Corona-Krise

Der IT-Freelancer-Index des VGSD

Bei unserer großangelegten Umfrage zu den Auswirkungen der Coronakrise haben wir festgestellt, dass IT-Freelancer nach eigener Einschätzung die vergleichsweise noch am wenigsten betroffene Gruppe ist. Das heißt aber nicht, dass die aktuelle Krise für die IT-Experten kein Problem darstellt. Der von uns berechnete IT-Freelancer-Index zeigt, wie sich seit März eine Schere aus sinkender Nachfrage nach IT-Experten und einem wachsenden Angebot geöffnet hat. Seit Wochen verharrt der Markt in diesem Ungleichgewicht. VGSD-Mitglied Branko Trebsche erklärt die Entwicklung in einem Kommentar.

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6. VGSD und BAGSV reichen mit 58.485 Mitzeichnern eine der Top-25-Bundestagspetitionen ein

Menschen beim Zeichnen einer Petition
Menschen beim Zeichnen einer Petition, Foto: Fraitag.de, Adobe Stock

Mit einem beeindruckenden, von mehreren prominenten Autoren sowie zahlreichen aktiven Mitgliedern unterstützten Endspurt erreichte Ende Juni unsere Bundestagspetition „Verlängerung und rechtssichere Ausgestaltung von Soforthilfen für Selbstständige“ 58.485 Mitzeichner. Sie gehört damit zu den 25 erfolgreichsten Bundestagspetitionen, genauer gesagt liegt sie auf auf Platz 24.Wir hatten angesichts der Dringlichkeit unseres Anliegens gehofft, dass der Petitionsausschuss uns Mitte September in der ersten Sitzung nach der Sommerpause hören würde. Daran hat die große Koalition aus Union und SPD aber kein Interesse. Schön der Reihenfolge nach soll alles gehen und das bedeutet, dass wir erst Anfang Dezember angehört werden, denn zusätzliche Sitzungen, um den Rückstau an Petitionen abzuarbeiten, sind offenbar außerhalb des Vorstellbaren!Die Vertreter der Regierungsparteien hoffen offenbar, dass das Thema im Dezember die Medien nicht mehr so stark interessiert. Hier wird unseres Erachtens das Petitionsrecht, ein demokratisches Grundrecht, mit Füßen getreten. Dabei gehen die Probleme der Solo-Selbstständigen ja nicht weg, sondern verschärfen sich mit einer zweiten Infektionswelle möglicherweise und werden beim Wiederinkrafttreten der Insolvenzmeldepflicht erst richtig sichtbar.

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7. VGSD-Mitglied David Erler übergibt Corona-Petition mit 290.286 Mitzeichnern an Bundeswirtschaftsministerium

David Erler bei der Übergabe der Petition
David Erler (mit Bildtafel) übergibt seine Petition symbolisch an Korbinian Wagner (blauer Anzug), rechts daneben mit Megaphon: Jessica Seip (OpenPetition)

Auch VGSD-Mitglied David Erler, Kontratenor aus Leipzig, hat die Erfahrung gemacht, dass die Regierung nicht immer von ihrem Volk hören möchte. Lange Mailwechsel und viele Telefonate gingen der Übergabe seiner auf der openPetition-Plattform durchgeführten Petition „Hilfen für Freiberufler und Künstler während des #Corona-Shutdowns“  an den Leiter des Bürgerreferats das Bundeswirtschaftsministeriums (BMWi) voraus. Ein Staatssekretär oder gar Minister stand für die Übergabe nicht zur Verfügung.Mit dabei waren 20 Kollegen von David, um bei der Übergabe Präsenz zu zeigen. David machte in seiner Petition schon vor Monaten drei Vorschläge, wie Solo-Selbstständigen und Künstlern in der aktuellen Situation geholfen werden kann, zum Beispiel durch eine an der Höhe der Honorarausfälle orientierten Entschädigung.

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8. VGSD unterstützte Protestaktionen in Berlin, Würzburg und Augsburg

Ein Foto der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche
Vor der Kulisse der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche fand am Breitscheidplatz die gemeinsame Aktion statt, Foto: rolandrossner, Adobe Stock

Um den Protest in die Breite zu tragen, haben wir Protestaktionen unter dem Motto #OhneUnsWirdsStill in mehreren Städten finanziell und durch unsere Teilnahme unterstützt, beginnend in Berlin vor der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche. Unser Ziel dabei war es, erfolgreiche Aktionen für andere Branchen zu öffnen.In der Zwischenzeit gab und gibt es – vor allem von der Veranstaltungsbranche getrieben – Demonstrationen in vielen Städten, die vermutlich Größte wird am 9. September um 5 nach 12 Uhr in Berlin stattfinden. Auch hier gehören wir zu den Unterstützern.

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Weitere Infos zur Demo in Berlin am 9.9.20

9. Offener Brief führender Gründungsberatungs-Organisationen: Gründer und Selbstständige verlieren Vertrauen

Symbolfoto eines geschlossenen Geschäfts
Foto: Anastasiia Chepinska, Unsplashed

Große deutsche Gründungsberatungs-Organisationen haben einen offenen Brief an den Bundeswirtschafts- und Arbeitsminister sowie die Wirtschaftsminister der Länder geschrieben. Darin machen sie auf die teils katastrophale Situation für kleine Unternehmen während der Corona-Krise aufmerksam. Besonders besorgt sind sie darüber, was für ein fatales Signal die Regierung damit an künftige Gründer sendet.

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10. ISDV-Vorstand Marcus Pohl über die Corona-Krise: „Selbständige sind eine Spezies, mit der die Regierung nicht umgehen kann“

Foto von Marcus Pohl
Marcus Pohl vertritt die Interessen der Veranstaltungswirtschaft, Foto: privat

Marcus Pohl ist zusammen mit Andreas Lutz und Victoria Ringleb Sprecher der Bundesarbeitsgemeinschaft Selbstständigenverbände (BAGSV), vor allem aber Vorstand der Interessengemeinschaft der Dienstleister*innen in der Veranstaltungswirtschaft, die von der Corona-Krise in ganz besonderem Maße betroffen sind. Wir haben ihn zu seinem Engagement für die ISDV befragt, zu den Möglichkeiten, in der aktuellen Krise auf die Probleme seiner Branche aufmerksam zu machen und auch zu seiner eigenen Selbstständigkeit. Denn auch er selbst ist Betroffener.

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11. „Das Gefühl, verraten worden zu sein“: Lennart Peters über die Coronakrise

Foto von Lennart Peters
Der Bamberger Medienpädagoge Lennart Peters, Foto: privat 

Mit einer Interview-Reihe wollen wir aufzeigen, wie vielfältig und kreativ der Protest gegen die mangelnde Unterstützung Solo-Selbstständiger in der Corona-Krise ist und Anregungen geben, wie man sich persönlich engagieren kann. Eines der ersten Gespräche haben wir mit Lennart Peters geführt. Er ist Medienpädagoge aus Bamberg. Aus Ärger über die mangelnde Unterstützung und um die Öffentlichkeit auf die schlechte Behandlung Selbständiger in der Coronakrise aufmerksam zu machen, veröffentlichte er kurz entschlossen ein viel beachtetes Video auf YouTube. Sein medialer Hilfeschrei mobilisierte Freunde und Bekannte und öffnete für ihn auch persönlich einen Weg aus der Krise.

Zum Interview

12. So verhinderst du die Anrechnung von Corona-Soforthilfen auf das Elterngeld

Geldscheine als Symbol des Elterngeldes
Soforthilfen können unter Umständen Elterngeldanspruch verringern, Foto: Stockfotos-MG, Adobe Stock

Falls du in den letzten Monaten sowohl Soforthilfe als auch Elterngeld erhalten hast, hast du vielleicht die Erfahrung gemacht, dass der Anspruch auf Elterngeld durch Anrechnung der Soforthilfe verringert wurde, obwohl die Soforthilfe ja in der Regel nur betriebliche Ausgaben bezuschusst und mit deinen Lebenshaltungskosten nichts zu tun hat. Da wir als Verband diese Praxis als ungerecht empfinden, haben wir das Bundesfamilienministerium kontaktiert und um Klärung gebeten – mit Erfolg. Wer Soforthilfe und Elterngeld erhalten hat, muss deshalb keine Kürzung in Kauf nehmen. Im Beitrag gehen wir auch näher auf den in diesem Zusammenhang wichtigen Begriff des Härtefalls ein.

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13. Es gibt eine Entschädigung wegen Kinderbetreuung bei Selbstständigen – aber kommt sie auch an?

Ein Symbolfoto einer geschlossenen Schule
Viele Eltern mussten während der pandemiebedingte Schließung von Kitas und Schulen die Betreuung ihrer Kinder übernehmen, Foto: Gerd Altmann (pixabay)

Der Bundestag hat auf der Grundlage des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) eine Verlängerung der finanziellen Unterstützung von Eltern beschlossen, die wegen geschlossener Kitas und Schulen während der Corona-Pandemie ihre Kinder selbst betreuen mussten und daher nicht arbeiten konnten. Demnach können Eltern für bis zu 20 Wochen eine Entschädigung erhalten: für den Verdienstausfall in Höhe von 67 Prozent des Nettoeinkommens und unter bestimmten Voraussetzungen auch anderer Ausgaben. Dieser Anspruch steht auch Selbstständigen zu, denn das Infektionsschutzgesetz (§1a) spricht ausdrücklich von „erwerbstätigen Sorgeberechtigten“. Allerdings müssen Selbstständige den Antrag selbst stellen, dazu haben wir für euch im Beitrag eine Liste der zuständigen Antragsstellen in den jeweiligen Bundesländern zusammengestellt. Wir gehen angesichts der restriktiven Vergabe (siehe folgende beide Beiträge) zurzeit auch der Frage nach, ob die großzügig angekündigt Hilfe auch tatsächlich bewilligt wird.

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14. Fehlende Corona-Soforthilfen für selbstständige Eltern: „Die Betreuung kleiner Kinder müsste ein Positivkriterium sein“

Foto von Achim Trumpfheller
Achim Trumpfheller, zweifacher Familienvater, fühlt sich von der Regierung im Stich gelassen, Foto: privat

In der Coronakrise sind Achim Trumpfheller, selbständiger Grafiker, von heute auf morgen sämtliche Einnahmen weggebrochen. Zunächst hat er noch auf Unterstützung durch die Regierung und das Programm der Soforthilfen gehofft. Von der Soforthilfe hat er nur einen sehr kleinen Betrag erhalten. Daraufhin versuchte er, Verdienstausfallentschädigung aufgrund von Kinderbetreuung während der Kita- und Schulschließungen zu erhalten. Auch dieses Vorhaben war nicht sehr erfolgreich. Im Beitrag erfährst du mehr darüber, welche Erfahrungen Achim mit den zuständigen Behörden gemacht hat.

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15. Beispiel von Berlin zeigt, dass Entschädigungen nach Infektionsschutzgesetz nur sehr zögerlich bewilligt werden

Das Rote Rathaus in Berlin
Das Rote Rathaus ist der Sitz des Berliner Senats, hier ein Detail des Uhrenturms, Foto: tee_zett, Pixabay

Allein in Berlin haben 6.547 Menschen einen Antrag auf Entschädigung nach dem Infektionsschutzgesetz gestellt. Das Fazit ist ernüchternd: Nur 3,2 Prozent der Anträge wurden bisher bewilligt, bei allen anderen Antragsteller wurden behördentypisch Unterlagen nachgefordert oder die Anträge sofort abgelehnt. Obwohl die Bilanz eher schlecht ist, empfehlen wir, trotzdem einen Antrag zu stellen, denn es ist nicht nur einen Versuch wert, sondern der (abgelehnte) Antrag ist Voraussetzung, um auch noch später nach entsprechender Klärung von Präzendenzfällen eine Entschädigung einzufordern.

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16. Erst Beratungsförderung versprochen, dann nicht gehalten: Maßlose Enttäuschung über Ausfall der BAFA-Corona-Förderung

Foto von Dagmar Schulz
Dagmar Schulz ist Unternehmensberaterin für Existenzgründung und -aufbau, Foto: privat

Zu Beginn der Corona-Krise groß angekündigt, dann Zweifel an der eigenen Großzügigkeit bekommen und zurückgerudert, schließlich den Selbstständigen Betrugsvorwürfen gemacht und ihnen mittelbar die Schuld am Scheitern des Programms zugeschoben: Nein, die Rede ist nicht von der Soforthilfe, sondern von einem anderen Corona-Hilfsprogramm des Bundeswirtschaftsministeriums: Im Rahmen der BAFA-Förderung sollte von der Corona-Krise betroffenen Unternehmen geholfen werden, sich schnell umzuorientieren, indem sie Beratung im Wert von bis zu 4.000 Euro in Anspruch nehmen konnten – und zwar ohne einen Eigenanteil zahlen zu müssen.Nach dem Stellen des Antrages hörten die hilfesuchenden Unternehmen und ihre Berater dann nichts mehr von BAFA und BMWi, durften aber auch nicht die Beratung beginnen. Schließlich stellte das Ministerium nach Wochen das Programm kleinlaut unter bis heute nicht im Detail geklärten Umständen ein. Mehrere Medien wie ARD und Süddeutsche Zeitung haben darüber kritisch berichtet.Der VGSD hat die Unternehmensberaterin Dagmar Schulz aus Düsseldorf und ihre Kundin Melanie Struve aus Krefeld zu ihren Erfahrungen mit dem Programm befragt. Struve führt mit ihrem Mann eine Tanzschule für Erwachsene und hatte wie viele andere die Beratungsförderung beantragt und lange vergeblich auf eine Zusage gehofft.

Zum Interview mit der Unternehmensberaterin Dagmar Schulz
Zum Gespräch mit einer betroffenen Unternehmerin

17. Exklusiv-Telko: „Bericht des Vorstands 2020 per Videokonferenz“

Foto des VGSD-Vorstand
Der VGSD-Vorstand (Foto) berichtet zusammen mit weiteren Aktiven am 20.10.20 über Arbeit und Strategie des VGSD, Foto: Thomas Dreier

Der „Bericht des Vorstands“ erfolgt normalerweise im Rahmen der Mitgliederversammlung (MV) eines Vereins. „Schade eigentlich“, dachten wir bei unserer MV 2018, denn was wir genau politisch gemacht haben, wie sich Mitglieder- und Teilnehmerzahlen entwickelt haben, wie wir uns organisatorisch weiterentwickelt haben und was unsere Pläne für die Zukunft sind, interessiert sicherlich weit mehr Mitglieder, als persönlich an der MV teilnehmen können. Deshalb haben wir uns letztes Jahr entschlossen, den Bericht künftig per Videokonferenz zu erstatten.Am Dienstag, 20. Oktober, 2020 werden die Vorstände Andreas Lutz, Claudia Kimich und Tim Wessels, Geschäftsführer Max Hilgarth und eine ganze Reihe weiterer Aktiver euch zu obigen Themen berichten. Die Teilnahme ist Vereinsmitgliedern vorbehalten.

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18. Soforthilfen für Selbstständige: In anderen EU-Staaten deutlich großzügiger

Flaggen verschiedener EU-Staaten
Andere EU-Staaten sind gegenüber ihren Selbstständigen sehr viel großzügiger, Foto: Pixabay, photosforyou

Andere EU-Staaten entschädigen Solo-Selbständige, die aufgrund der staatlichen Corona-Schutzmaßnahmen unter hohen Umsatzeinbußen leiden, deutlich großzügiger als Deutschland. Die Zahlungen erfolgen dabei entweder pauschal oder bemessen sich nach der Höhe des Einkommensausfalls im Vergleich zu früheren Jahren. Auf eine Bedürftigkeitsprüfung wird andernorts verzichtet, oft auch auf eine Vermögens- und Einkommensprüfung. Komisch, dass das in anderen Staaten mit teils deutlich schlechterer Finanzausstattung möglich ist, aber nicht bei uns…

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19. Die Preisträger des von uns gemeinsam mit Vistaprint vergebenen Leuchtturm-Preises

Kids Circle-Gründerin Sabine Wildemann
Kids Circle-Gründerin Sabine Wildemann hat ihr Konzept auf ein digitales Angebot umgestellt und erhielt dafür einen von vier „Leuchtturm“-Preisen, Foto: Kids Circle

Zusammen mit Vistaprint und anderen in der BAGSV organisierten Verbänden vergibt der VGSD vier mal den mit jeweils 5.000 Euro dotierten Leuchtturm-Preis. Der Preis geht an Kleinunternehmer, die ihr Geschäft mittels kreativer Lösungen durch die Coronakrise manövriert haben. Dreimal wurde der Preis bereits vergeben. Darunter an „Kids Circle“, die ab April eigentlich eine wohnortnahe Kinderbetreuung an mehreren Standorten in Berlin anbieten wollten. Das geplante Konzept konnte aufgrund der Corona-Pandemie nicht umgesetzt werden und so entschied sich Sabine Wildemann ihr Angebot digital anzubieten, was ihr auf vorbildliche Art und Weise gelang. Weitere Preise erhielten zuvor Jess Schmidt und Ann Franke, die ihre Bar in Berlin in einen „Kultur-Späti“ verwandelt haben und das Restaurant „Schmiedelandhaus“ in Sachsen. Das Restaurant-Team entwickelte u.a. einen exklusiven Lieferservice, der unter dem Titel „Festagstaxi“ Essen samt Porzellangeschirr ausfuhr. Den Preisträger des vierten Leuchtturm-Preises werden wir in Kürze bekannt geben.

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20. Werner-Bonhoff-Stiftung nominiert vier Selbstständige: Wer hat die besten Chancen auf 50.000 Euro Preisgeld?

Bilder der Nominierten
Fotos: Werner Bonhoff Stiftung, sofern nicht anders angegeben

Der Werner-Bonhoff-Preis-wider-den-§§-Dschungel 2020 ist mit einem Preisgeld von 50.000 Euro einer der höchstdotierten Wirtschaftspreise in Deutschland. Seit 2006 wird der Preis an Unternehmer/innen vergeben, die mit der staatlichen Bürokratie in Deutschland zu kämpfen haben und mit ihrem Fall Verbesserungen anregen. Zur Auswahl stehen vier Finalisten: Bäckermeister Holger Linden aus Traben-Trarbach in Rheinland-Pfalz, Hotelier Wolfgang Kanig aus Suhl in Thüringen, Bio-Landwirt Peer Sachteleben aus Osnabrück und Zimmerermeister Christian Lellau aus Osterwieck in Sachsen-Anhalt. Unter ihnen ist dieses Jahr leider kein/e Solo-Selbstständige/r und auch keine Frau. Hoffentlich nächstes Jahr wieder! Im Beitrag gehen wir näher darauf, mit welchen Missständen die Finalisten jeweils zu kämpfen hatten und wie sie sich zu Wehr gesetzt haben.

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21. Bericht über die Berlinreise von fünf VGSD-Mitgliedern

VGSD-Reisegruppe vor dem Bundeskanzleramt
Unsere VGSD-Reisegruppe vor dem Bundeskanzleramt, Heidrun, Reinhard, Max, Conny und Sylvie (v.l.n.r.), Foto: privat

Im November 2019 waren vier ehrenamtlich aktive Vereinsmitglieder zusammen mit VGSD-Geschäftsführer Max Hilgarth nach Berlin gereist. Sie folgten damit einer Einladung des Münchner FDP-Bundestagsabgeordneten Daniel Föst. Während der zweieinhalb-Tagestour durch Berlin machten die VGSDler eine Stadtrundfahrt, bekamen eine Führung durch das Bundeskanzleramt, tauschten sich rege mit Herrn Föst über die politischen Geschehnisse in Berlin aus und vieles mehr. Eine ausführliche Dokumentation der vom Bundestag finanzierten und eng durchgetakteten Berlinreise hat Reinhard Mohr geschrieben. Wir hoffen, dass wir nächstes Jahr erneut für aktive Mitglieder eine solche Reise anbieten können.

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22. Der VGSD begrüßt Vereinsmitglied Nr. 5.500

Der MOKA Cashmere Store in der neuen Frankfurter Altstadt
Ann-Kathrin Heidger betreibt das MOKA Cashmere Store in der Frankfurter Altstadt, Foto: privat

Im Juli begrüßte der VGSD das 5.500ste Mitglied: Die Marketing-Kommunikationswirtin Ann-Katrin Heidger aus Mainz. Sie betreibt einen Laden für Kaschmirware in Frankfurt. Im Interview berichtet Ann-Katrin von ihrer beruflichen Tätigkeit und von ihrer persönlichen Betroffenheit von der Coronakrise. Durch die Krise hat sie Einnahmeverluste von 50 bis 70 Prozent erlitten. Um sich über Wasser zu halten, hat sie ihr Geschäftsmodell im Frühjahr um einen Online-Shop ergänzt.Zum BeitragStand heute haben wir 5.552 Vereins- und 15.857 Community-Mitglieder – insgesamt lesen also 21.409 Gründer und Selbstständige diesen Newsletter. 1.702 Vereinsmitglieder stellen sich mit einem Brancheneintrag vor. 858 von ihnen bieten den anderen Vereinsmitgliedern ein Vorteilsangebot.Du bist Vereinsmitglied, hast aber noch kein Branchenprofil angelegt? Dann investiere jetzt fünf Minuten deiner Zeit und verbessere damit deine Sichtbarkeit gegenüber den anderen Mitgliedern. Mitglieder mit Branchenprofil berichten uns von Anfragen und Aufträgen, die sie von anderen Mitgliedern bzw. durch deren Empfehlung erhalten haben. Zu deinem Branchenprofil

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23. Seminare

Tagesseminar: „Crashkurs Buchführung, Rechnung, Steuern“ – Alle wichtigen Grundlagen für die eigene Buchführung

Du hast einen Steuerberater, verstehst aber nicht, was der eigentlich macht? Du willst einen Teil deiner Buchführung selbst erledigen, um Kosten zu sparen und einen besseren Überblick über deine Zahlen zu gewinnen? – Dann solltest du unbedingt an unserem neuen Crashkurs teilnehmen.

Termine (weitere auf unserer Website):

24. Regionaltreffen, Stammtische und Vortragsevents

Berlin

  • Berlin, 1. September, 19:00 Uhr Themenabend „Auftrittsverbot vs. Hilfsangebot – gemeinsam durch die Krise. Mit Live-Konzert“

Koblenz

München

Regensburg

Wenn du für deine Stadt Events vermisst, so kontaktiere das Regionalteam (Mailadressen hier) – vielleicht sind Veranstaltungen für diesen Zeitraum noch in Planung. Die Regionalgruppen suchen auch laufend nach Mitstreitern, die bereit sind, selbst Treffen zu organisieren oder sie dabei zu unterstützen.

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