VGSD-Jahresrückblick 2017

Abbildung: pixabay, ulleo

Heute fängt mit dem Ende der Schulferien für die meisten von uns die Arbeit wieder richtig an. Höchste Zeit für den VGSD-Jahresrückblick.

Nach einem Blick auf die Entwicklung der Kennzahlen rufen wir für jeden Monat des Jahres 2017 beispielhaft einen oder mehrere wichtige Ereignisse in Erinnerung. In einem Fazit fassen wir die zentralen Entwicklungen kurz zusammen.

Viel Spaß beim Lesen und herzliche Grüße aus München!

Andreas

 

VGSD wächst um 750 Vereinsmitglieder

Der VGSD ist auch 2017 kräftig gewachsen, die Zahl der Vereinsmitglieder hat um 36 Prozent von 2.072 auf 2.822 zugenommen. Das Ziel von 3.000 Mitgliedern ist damit in greifbarer Nähe. Die Zahl der Branchenprofile stieg um 34 Prozent auf 970, die Zahl der Vorteilsangebote von Mitgliedern für Mitglieder um 30 Prozent auf 482.

Die Gesamtzahl unserer Mitglieder nahm sogar um 52 Prozent auf 16.156 zu. Es ist uns also gelungen, viele neue Community-Mitglieder an den VGSD heranzuführen, was eine gute Basis für die weitere Entwicklung des Verbands darstellt.

Sehr stolz sind wir auch darauf, dass wir für die Petition „Faire Beiträge“ bis zum Jahresende 21.028 Personen als Mitzeichner mobilisieren konnten, obwohl wir im Gegensatz zu unserer letzten Petition zum Thema Scheinselbstständigkeit keine anonymisierte Mitzeichnung angeboten haben.

 

39 Experten-Telkos, 88 Regionalgruppen-Veranstaltungen, 9.146 angemeldete Teilnehmer

Durch den Wechsel der Webkonferenz-Plattform am Jahresanfang veranstalteten wir erst Mitte Februar die erste Experten-Telko des Jahres 2017. Trotzdem gelang es uns auch in diesem Jahr 39 Telkos mit 7.964 Anmeldungen durchzuführen. Die Zahl der Anmeldungen nahm zwar leicht ab (-6 Prozent), dafür wuchs die Zahl der anwesenden Teilnehmer aber um 14 Prozent!

Auch unsere Regionalgruppen waren überaus aktiv. Sie organisierten 88 Veranstaltungen (+11 Prozent) mit 1.182 angemeldeten Teilnehmern – dieses Jahr ganz ohne die größeren Roadshow-Events, die uns im Vorjahr sogar 1.412 Anmeldungen beschert hatten. Zum Vergleich: Noch vor drei Jahren hatten wir nur 36 Regionalevents mit 366 Teilnehmern …

 

Leser verbringen 2.408 Arbeitstage auf VGSD-Website

Die Zahl der Beiträge und Kommentare auf unserer Website lag in etwa auf Vorjahresniveau: 326 Beiträge wurden 850 mal kommentiert. Im Vorjahr waren es 346 Beiträge mit 816 Kommentaren. In 14 (Vorjahr: 15) VGSD-News fassten wir die Beiträge für euch zusammen.

Die Zahl der Besucher unserer Website stieg um 7 Prozent auf 616.327, das entspricht 51.360 Sitzungen pro Monat. Insgesamt verbrachten die Besucher 19.263 Stunden auf der Website, das entspricht 2.408 Arbeitstagen zu 8 Stunden!

 

Zahl der Facebook-Fans erhöht sich um 126 Prozent

Die Zahl unserer Facebook-Fans erhöhte sich um 3.977 (126 Prozent) auf 7.134. Einen wichtigen Schub gab dabei die Zusammenlegung mit der von Tim Wessels und Kristin Müller aufgebauten Seite „Keine Rentenpflicht für Selbstständige“.

Unsere XING-Gruppe wuchs um 1.751 Mitglieder (2 Prozent) auf 102.375. Die Zahl der Twitter-Follower stieg um 418 (22 Prozent) auf 2.319. Stolz sind wir auch auf den Erfolg unserer ersten YouTube-Experimente, die Zahl der Abonnenten unseres Kanals nahm von 11 (um den Faktor 40) auf 455 zu.

 

Chronik … Januar 2017

Die beiden Freiberuflergenossenschaften 4freelance.de und Consulting Union eG veranstalten gemeinsam eine Vortragsreihe mit VGSD-Mitglied Christa Weidner zum Thema „Scheinselbstständigkeit – Was lässt sich dagegen tun?“. Nach dem erfolgreichen Start Anfang Dezember 2016 in Frankfurt folgen im neuen Jahr weitere Vorträge in München (12.01.), Hamburg (31.01.), noch einmal in Frankfurt (23.02.), Köln/Düsseldorf (16.03) und Berlin (27.03.). Den Reinerlös der Veranstaltungsreihe spenden die Genossenschaften an den VGSD.

 

Februar 2017

Wolf Szameit, der 2015 zunächst ehrenamtlich die Betreuung unserer Facebook-Seite übernahm (damals hatte sie noch etwas über 200 Fans!), kann seine Tätigkeit für den VGSD ausweiten und ist seit dem 1. Februar zwölf Stunden pro Woche für uns tätig. Wir erhalten dringend benötigte Unterstützung im redaktionellen Bereich.

Unsere Experten-Telkos erhalten mit Go2Webinar eine neue technische Plattform mit vielen neuen Funktionen. Wir brauchen einige Wochen, bis wirklich alles rund läuft und alle Moderatoren geschult sind. Dafür funktioniert die neue Plattform wesentlich stabiler, erlaubt mehr Teilnehmer und neben den Audio- nun auch Video-Mitschnitte.

Immer wieder geraten staatlichen Einrichtungen wegen der Beschäftigung von Scheinselbstständigen in die Kritik. Neben dem Bundestag ist dies zum Beispiel – wie jetzt bekannt wird – auch das Goethe-Institut.

Am 20. Februar treffen sich in Berlin Vertreter von 20 Verbänden und gründen die Bundesarbeitsgemeinschaft Selbstständigenverbände (bagsv), Andreas Lutz vom VGSD und Victoria Ringleb (AGD) werden als Koordinatoren gewählt.

 

März 2017

Wir stellen unsere Website auf https um und machen sie damit noch sicherer und verbessern ihr Google-Ranking.

Am 10. März findet unsere Mitgliederversammlung und im Anschluss ein Workshop für aktive Mitglieder statt. Wir diskutieren und beschließen eine Satzungsänderung, die den VGSD noch nachhaltiger aufstellt und bekommen u. a. einen Beirat, der uns bei steuerlichen und rechtlichen Fragen berät sowie gewisse Aufsichtsfunktionen erfüllt. Micha Lauterjung und unser bisheriger Vorstand Frank Weigelt werden in den Beirat gewählt. An Franks Stelle wird Sylvie Denarié in den Vorstand gewählt. In Mitgliederversammlung und Aktiven-Workshop erarbeiten wir eine Reihe weitsichtiger ToDos, mit deren Umsetzung wir teils noch immer beschäftigt sind.

Am 22. März wird Andreas zum zweiten Mal im Rahmen einer öffentlichen Anhörung in den Gesundheitsausschuss des Bundestages eingeladen und hält ein Plädoyer für eine Absenkung der Krankenversicherungs-Mindestbemessungsgröße auf 450 Euro.

Am 23. März diskutiert Andreas vor Vertretern der Sozialversicherungsträger, darunter auch DRV-Präsidentin Gundula Roßbach, über die Zukunft der Sozialversicherung in Zeiten der Digitalisierung und sorgt mit seinen Äußerungen zur Rolle der Selbstständigen für eine angeregte, konstruktive Diskussion zu diesem Thema.

Christa Weidner wird von der XING AG mit dem New Work Award 2017 ausgezeichnet. Im Vorjahr hatte sie für ihr Engagement den mit 50.000 Euro dotierten Werner-Bonhoff-Preis erhalten – wie zuvor schon unser Vorstand Tim Wessels.

 

April 2017

Am 1. April tritt das „Werkvertragsgesetz“ in Kraft. Drei aus diesem Anlass veranstaltete Experten-Telkos mit zu diesem Thema führenden Arbeitsrechtlern führen zu einer Rekordbeteiligung: 1.235 Teilnehmer melden sich für sie an, um live teilzunehmen; 1.345 mal werden anschließend die Mitschnitte angeschaut bzw. angehört. Die Telko am 5. April mit Rechtsanwalt Michael Felser ist zugleich unsere 100. Experten-Telko.

Schon im Vorfeld hat das Gesetz unter Auftraggebern für große Unsicherheit gesorgt. Viele haben ihr Heil in der Arbeitnehmerüberlassung gesucht, die auf den ersten Blick mehr Rechtssicherheit bot. Im Verlauf des Jahres 2017 wird immer deutlicher, dass auch diese keine Lösung ist, und Auftraggeber verlagern aufgrund der Rechtsunsicherheit ihre Aufträge zunehmend ins Ausland. Unsere Befürchtungen werden Realität – die Politik aber ist bis heute nicht aufgewacht.

Der Entwurf zum FDP-Wahlprogramm wird bekannt. Er nimmt mit der Forderung nach einer Absenkung der Krankenversicherungs-Mindestbeiträge, der Ablehnung einer Rentenversicherungspflicht und mehr Rechtssicherheit in Hinblick auf Scheinselbstständigkeit zentrale Forderungen des VGSD auf.

Susi Freundenberg, Sprecherin unserer Regionalgruppe in Hannover, gewinnt den Inklusionspreis der Stadt. Wir erwähnen dies stellvertretend für das soziale Engagement vieler VGSD-Mitglieder, das uns immer wieder auffällt, wenn wir (zum Beispiel anlässlich unserer „Countdowns“) Interviews mit neuen Vereinsmitgliedern führen.

Wie jetzt bekannt wird, hat das Bundessozialgericht ein richtungsweisendes Urteil beschlossen, in dem es die Honorarhöhe (relativ zum Einkommen von Angestellten) als wichtiges Kriterium für Selbstständigkeit eingeführt hat. Wir nehmen das Urteil genau unter die Lupe und bitten führende Arbeitsrechtler um ihre Stellungnahmen.

 

Mai 2017

Zum 1. Mai wird der VGSD Mitglied des einflussreichen Wirtschaftsverbandes vbw. Wir fühlen uns herzlich willkommen geheißen und der Dialog findet auf Augenhöhe statt. Wir arbeiten aktiv in mehreren Ausschüssen mit, können später im Jahr auch über den vbw unsere Forderungen für die Koalitionsvereinbarungen an die beteiligten Parteien geben. Andreas engagiert sich u. a. zum Thema Bürokratieabbau, was dazu führt, dass er 2018 erstmals auf einem vbw-Podium zu diesem Thema als Repräsentant der Selbstständigen eingeladen wird.

Am 2. Mai findet das zweite Treffen der bagsv (Bundesarbeitsgemeinschaft Selbstständigenverbände) statt. Victoria und Andreas werden als Sprecher bestätigt, wichtige organisatorische Spielregeln festgelegt, eine erste Umlage wird zur Finanzierung beschlossen. Die Verbände diskutieren über weitere gemeinsame Initiativen; eine wichtige Rolle spielen die gemeinsamen Aktivitäten des VSGD mit BDD und BDÜ zum Thema „Faire Beiträge“, für die die anderen Verbände ihre Unterstützung zusagen.

Nach einer ähnlichen Aktion zum Jahresende 2016 verdoppelt Christa Weidner nochmals die Beiträge neuer VGSD-Mitglieder. Insgesamt sponsort sie die Aktion mit 2.500 Euro.

Der VGSD beauftragt zusammen mit BDD und BDÜ beim Münchener Institut für Gesundheitsökonomie (IfG) eine Studie, die die Frage beantworten soll, wie niedrigere Krankenversicherungs-Mindestbeiträge für Selbstständige zu realisieren sind.

Es gibt so wenige Gründer wie nie: Im Mai wird bekannt, dass die Zahl der Gründer abermals um 91.000 abgenommen hat. Lichtblick: Abkoppeln können sich die Freiberufler. Diese Teilgruppe der Selbstständigen nimmt zu.

 

Juni 2017

Am 26. Juni wird der VGSD fünf Jahre alt. Unsere Regionalgruppen feiern dies bundesweit mit Geburtstagspartys – vom Grillevent bis zur Stadtführung. Andreas ruft aus gleichem Anlass eine Spenden-Challenge aus und sagt pro neuem Mitglied bis zu 40 Euro zu. Als Ergebnis dieser Aktion spendet er 1.000 Euro an die Straßenambulanz St. Franziskus in Ingolstadt, die auf vorbildliche Weise Obdachlose betreut. Weitere 600 Euro spendet er an die „Nothilfe Hunger in Afrika“.

An einer von uns im Rahmen der IfG-Studie mitinitiierten Befragung zum Thema Krankenversicherungs-Mindestbeiträge beteiligen sich mehr als 8.000 Selbstständige, darunter viele Frauen und Teilzeit-Selbstständige. Es ist die größte Befragung zu diesem Thema, sie schafft eine gute empirische Basis für die Studie.

Endlich liegen die Wahlprogramme aller Parteien vor. Wir werten sie aus und senden den Parteien einen Fragenkatalog zu den für uns Selbstständige wichtigsten Themen.

Andreas diskutiert in München im „Pschorr am Viktualienmarkt“ mit dem FDP-Bundestagskandidat und ehemaligen Telekom-Vorstand Thomas Sattelberger und dem frühere SPD-Superminister für Wirtschaft und Arbeit, Wolfgang Clement. Die für Selbstständigen wichtigen Themen kommen zur Sprache und erhalten viel Unterstützung von Zuschauern und Diskutanten.

Bereits Ende Juni können wir die IfG-Studie zum Thema Krankenversicherungs-Mindestbeiträgen bei zwei Veranstaltungen in Berlin vor Fachpolitikern vorstellen. Die Studie zeigt, dass eine Absenkung der Mindestbeiträge weitgehend beitragsneutral möglich ist.

 

Juli 2017

Das BMAS lädt Verbandsvertreter zu einer „Werkstatt“ zum Thema „Interessenvertretung von Solo-Selbstständigen“. Es ist der erste Termin, in dem die in der bagsv organisierten Verbände geschlossen nach außen auftreten. Wir sind in allen Arbeitsgruppen gut repräsentiert und widersprechen der vom BMAS aufgestellten These, die Vertretung der Selbstständigen solle am besten durch Gewerkschaften erfolgen. Statt dessen erarbeiten wir eine Reihe von Forderungen an das BMAS, die Voraussetzung für eine wirksame Interessenvertretung sind.

Wir warnen vor rechtlichen Fallstricken in Projektangeboten, die häufig formuliert sind, als würde man Angestellte suchen. Peinlich: Unter den von einem Anwalt geprüften Angeboten sind auch solche der Deutschen Rentenversicherung (DRV).

Immer mehr Verbände und Krankenkassen, darunter der Zentralverband des deutschen Handwerks (ZdH) und der AOK-Bundesverband fordern eine Absenkung der Krankenversicherungs-Mindestbeiträge.

Die Antworten aller relevanten Parteien auf unsere Wahlprüfsteine liegen vor (mit Ausnahme der AfD, von der wir keine Antworten erhalten). Wir veröffentlichen sie nach Themen getrennt und sie stoßen auf großes Interesse. Das führt dazu, dass wir in Kooperation mit exali.de die Wahlprüfsteine zusätzlich in Form von sechs YouTube-Videos verfilmen.

Der Equal pay day war am 18. März. Bis dahin arbeiten angestellte Frauen quasi umsonst, weil sie entsprechend weniger als Männer verdienen. Jetzt wird bekannt, dass der Gehaltsunterschied bei selbstständigen Frauen sogar noch größer ist: 44 Prozent soll er nach einer Studie betragen. Die hohen Krankenversicherungs-Mindestbeiträge sind dafür ein wichtiger Grund.

 

August 2017

Am 10. August veröffentlichen wir unser Leitbild. Es bringt unsere Vision, Mission und gemeinsamen Werte in kurzen Sätzen auf den Punkt. Ein Aufruf im Februar führte zu rund 200 Formulierungsvorschlägen, die wir in einem längeren Prozess unter Beteiligung vieler Mitglieder zu neun Leitsätzen verdichtet haben.

Am 18. August startet unsere Petition für „Faire Beiträge“. Innerhalb von nur drei Wochen unterschreiben die ersten 10.000 Mitzeichner. Auf großes Interesse stößt in diesem Zusammenhang die Veröffentlichung eines Beitragsbescheids der Techniker Krankenkasse. Er zeigt allen, die es bisher nicht glauben wollten, dass die Krankenkassen tatsächlich Beiträge auf Einkommen erheben, das man gar nicht verdient.

Am 29. August sind wir zusammen mit dem BDD ins Bundeskanzleramt eingeladen, um mit der zuständigen Referatsleiterin unsere Forderungen zum Thema Krankenversicherungs-Mindestbeiträge zu besprechen.

Wir experimentieren mit ersten eigenen YouTube-Videos und bewerben die bereits erwähnten Videos zu den Wahlprüfsteinen. Die Zahl der Abonnenten unseres Kanals steigt in der Folge von 16 auf über 400. Der mithilfe von exali.de produzierte Kampagnenspot zum Thema Faire Beiträge wird bis zum Jahresende mehr als 3.400 Mal angeschaut.

 

September 2017

Der September steht unter dem Zeichen der Bundestagswahl. Am Vortag, dem 23.09. versenden wir einen Wahlaufruf: „Nur wenn wir wählen gehen, haben unsere Anliegen Gewicht“. Unmittelbar nach der Wahl analysieren wir die Wahlergebnisse aus Perspektive der Selbstständigen.

Auf zwei Diskussionsveranstaltungen tut Andreas dies auch live vor Publikum. Darunter ist eine Veranstaltung der AGS (Arbeitsgemeinschaft Selbstständiger in der SPD), sie führt im weiteren Jahresverlauf zur Einladung zu einem konstruktiven Treffen mit dem Vorstand der ver.di-Selbstständigen Bayern, bei der es um das Thema Krankenversicherungs-Mindestbeiträge geht, aber auch um unsere Position zu anderen wichtigen Themenfeldern.

 

Oktober 2017

Am 10. Oktober findet bereits das dritte bagsv-Treffen statt. Beeindruckend: In einer Runde berichten alle anwesenden Verbände über ihre wichtigsten Themen und Anliegen – und kein anderes Thema ist bei allen so präsent wie die Rechtsunsicherheit, die durch das Thema Scheinselbstständigkeit entstanden ist.

Wir veröffentlichen einen Online-Vergleichsrechner, mit dem jeder Internet-Nutzer einfach vergleichen kann, wie viel man als Selbstständige/r vs. Angestellte/r für Kranken- und Pflegeversicherung bezahlen muss. Um die Ungleichbehandlung möglichst anschaulich zu machen, bauen wir mehrere dynamisch berechnete Grafiken ein.

 

November 2017

Die aus unserer Sicht viel versprechenden Jamaika-Sondierungsgespräche scheitern. Über die letzten Wochen haben wir die Fortschritte verfolgt und kommentiert, viele unserer Forderungen haben sich in den bekannt gewordenen Ergebnispapieren wieder gefunden, so dass das Scheitern sehr frustrierend ist.

Statt dessen wird es nun möglicherweise erneut eine „Groko“ geben. Die Sondierungsgespräche dazu beginnen am 7. Januar 2018.

Am 17. November veranstalten wir das erste VGSD-Seminar, ein Kameratraining für aktive Mitglieder, die als Betroffene oder Experten TV-Interviews geben möchten.

Das BMAS veröffentlicht eine Expertise zur Position relevanter Verbände zum Thema Crowdworking. Der VGSD und viele weitere in der bagsv organisierte Verbände (inklusive bagsv selbst) werden zitiert. Die „Selbstständigenverbände“ werden erstmals gleichberechtigt mit eigenem Kapitel neben anderen Sozialpartnern aufgeführt.

Ende November erreichen wir die Marke von 20.000 Unterschriften für unsere Petition „Faire Beiträge“.

 

Dezember 2017

In der Eröffnungsrede zum SPD-Parteitag macht Martin Schulz einige falsche Aussagen zum Thema Selbstständigkeit. Wir weisen auf die Fehler hin und werden daraufhin von der Gewerkschaft ver.di hart angegriffen.

Zum Jahreswechsel treten wichtige Änderungen in Kraft in Bezug auf die Erhebung von Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge für freiwillig (gesetzlich) versicherte Selbstständige. Wir haben bereits im September darauf hingewiesen, wie Selbstständige im Jahr 2017 die resultierenden Nachteile begrenzen können.

Die Union signalisiert der SPD, dass sie in Bezug auf eine Absenkung der Krankenversicherungs-Mindestbeiträge für Selbstständige kompromissbereit ist. Mit einer großen Koalition droht jedoch nun auch wieder eine Rentenversicherungspflicht für Selbstständige.

 

Fazit: Was wir erreicht haben

Das Jahr 2017 war von der Bundestagswahl bestimmt. Wir haben die damit verbundenen Chancen genutzt. Neben dem Thema Rechtssicherheit haben wir uns insbesondere für eine Senkung der Mindestbeiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung stark gemacht, dazu eine Studie beauftragt, Veranstaltungen organisiert und eine Petition gestartet. Die Chancen stehen gut, dass es in der laufenden Legislaturperiode zu einer Absenkung der Krankenversicherungs-Mindestbeiträge kommen wird.

Die Gründung der Bundesarbeitsgemeinschaft Selbstständigenverbände (bagsv) und die damit verbundene noch zielgerichtetere Zusammenarbeit mit anderen Berufs- und Selbstständigenverbänden ist ein wichtiger Erfolg, der weit über das Jahr 2017 hinaus von Bedeutung ist. Gemeinsam finden wir in Berlin deutlich mehr Gehör, unsere Stimme kann nicht länger ignoriert werden.

 

VGSD ist professioneller aufgestellt, hat mehr Gewicht – stößt aber auch an seine Kapazitätsgrenzen

Als Verband haben wir uns 2017 professioneller aufgestellt und weiter etabliert. Beispiele dafür sind der Wechsel zu einer neuen Webkonferenz-Plattform für unsere Experten-Telkos, die Entwicklung eines neuen Folienmasters, die aktive Mitarbeit in bagsv und vbw, die Einladung auf hochrangig besetzte Podien, die Etablierung eines Beirats, die Durchführung einer Befragung mit 8.000 Teilnehmern, die Beauftragung einer Studie bei einem renommierten Wissenschaftler, die Beteiligung an Lobbyveranstaltungen für Fachpolitiker sowie die Erarbeitung eines Leitbilds.

Unser Gewicht als Verband hat 2017 deutlich zugenommen, aber wir haben auch unsere arbeitsmäßigen Kapazitätsgrenzen erreicht. Die Herausforderung, uns arbeitsteiliger zu organisieren und die dafür nötigen finanziellen Mittel bleiben auch 2018 eine Herausforderung. Es bleibt viel zu tun – wir haben aber eine klare Vorstellung von den Prioritäten.

 

Es kommt weiterhin auf deine Unterstützung an!

Wir sind stolz darauf, dass sich im VGSD sehr viele Mitglieder nachhaltig aktiv engagieren, sei es in den Regionalgruppen, Fach- und Arbeitsgruppen, als Experten, Moderatoren und Tippgeber. Wir wollen euch optimal dabei unterstützen, eure Ideen und euer Engagement einzubringen und damit gemeinsam etwas für Selbstständige und Gründer zu bewirken.

Wir freuen uns auf ein ereignisreiches Jahr 2018 und darauf, gemeinsam mit euch viel Spaß zu haben und weitere Erfolge zu feiern. Bitte unterstützt uns weiterhin bzw. werdet – falls ihr das noch nicht seid – bitte jetzt Vereinsmitglied im VGSD. Vielen Dank!

 

4 Kommentare

  1. Frank schreibt:

    Eine starke Vereinigung, die längst überfällig war. Leider gewinnt man den Eindruck, dass diese Gruppierung von Menschen (Selbständige) trotz aller Bemühungen von der Politik nicht ernst genommen wird. Die nach wie vor bestehende Rechtsunsicherheit und Auslegung der Scheinselbständigkeit gefährden tausende – vielleicht sogar zehntausende Existenzen. Hier ist mehr Nachdruck und Überzeugungsarbeit von Nöten. Man muss der Politik klar machen, dass die bestehende Rechtsauslegung für selbständigen IT-Berater unser Wirtschaftswachstum ins Wanken geraten lassen kann. Immerhin baut selbst die öffentliche Verwaltung in weiten Bereich auf externe Mitarbeiter, die einen wichtigen Teil zur effizienten IT-gestützten Verwaltung beitragen. Es gibt noch viel Lobby-Arbeit zu leisten.

    Antworten
  2. Andre schreibt:

    Bravo! Professionelle und erfolgreiche Führung ist in Verbänden wirklich Mangelware. Hier gibt es keinen Behörden-Mief, sondern eine transparente und motivierende Struktur und tatkräftiges Engagement. Selbstständige für Selbstständige eben. Die Beiträge zahlenden Mitglieder sind im Vergleich zur angeschlossenen Community schon wirklich zahlreich. Auch das ein herausragender Erfolg mit Zukunftspotential. Weiter so!

    Antworten
  3. Markus schreibt:

    Meinen großen Respekt für Eure Arbeit, ich finde Euren Einsatz und Eure professionelle und engagierte Verbandsarbeit großartig! Die Entwicklung ist überaus vielversprechend. Und ich erlebe eine große Dynamik bei uns Selbständigen, das macht Freude!

    Antworten
  4. hans schreibt:

    Vielen Dank für Eure Arbeit.
    .
    Die Politik könnte die Verbände für kleine Unternehmen stärken, in dem es ein Wahlrecht zwischen IHK und z.B. dem VGSD gibt. Den meisten IHK’s tut bestimmt der Wettbewerb gut. In meinen Fall dominiert die Industrie, der Tourismus und die Betriebsgröße. Wer hat schon als Startup die Zeit 100 km zur einer IHK Sitzung zu fahren, sofern er überhaupt gewählt wird.

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.